Absurdistan-warum Kinder von getrennten Eltern oft mehr von ihren Vätern haben

Und wieder ist eine Beziehung in unserem Freundeskreis zerbrochen. Das ist an und für sich schon sehr traurig. Aber was mich wirklich sprachlos macht, ist, dass das, was oft Mit-Ursache für ein Auseinanderleben ist, nach der Trennung oft kein Thema mehr ist. Wäre es aber vorher kein Thema gewesen, wären wohl viele dieser Beziehungen erst gar nicht auseinandergegangen. Ich spreche von der Zeit für die Kinder. Noch immer übernehmen in den meisten Beziehungen die Frauen die Hauptversorgung der Kinder, völlig egal, ob sie arbeiten oder nicht. Es geht dabei um all die täglich zu organisierenden Aufgaben, von der Verpflegung mit Essen, über Terminabsprachen mit Freunden, Arzttermine, Hausaufgabenbetreuung, und vieles mehr. Die Väter kommen dann mal eine Runde zum Toben vorbei, um sich dann wieder ihren Belangen zu widmen- wie selbstverständlich ermöglicht von den verantwortungsbewussten Frauen, die ja den Alltag sowieso besser im Griff zu haben scheinen. Weiterlesen

Vorfrühling

Wenn es bei uns an der Tür klingelt, finden für gewöhnlich zwei der folgenden Handlungsabläufe statt:

Der 1.Fall: Es passiert überhaupt nichts, da alle möglichen Türöffner geflissentlich bemüht sind, das störende Geräusch zu überhören, weil sie gerade hoch konzentriert Lego spielen oder sich nicht von der Arbeit am Computer lösen können.

Der 2.Fall: Mindestens ein Kind stürzt sich so, wie es gerade ist, tollkühn die Treppe hinunter, um den vermeintlichen Besuch oder den heimkommenden Elternteil freudig zu empfangen.

So geschehen an jenem Abend, als es gegen Acht Uhr klingelte. Mein achtjähriger Sohn, bereits im Schlafanzug, stürzte sich johlend die Treppe hinunter und schoss wenige Sekunden später wie ein geölter Blitz, seltsame Laute hervorstoßend und irgendwie komisch zuckend wieder an mir vorbei in die Wohnung zurück. Verwundert wartete ich auf die wundersame Person, die diese Reaktion ausgelöst hatte. Es war Mathilda, eine sehr nette Mitschülerin, die etwas bei uns abgeben sollte. Das kann ja heiter werden.Bild

Stereotyp?

No_butter!Manchmal laufe ich bei meiner morgendlichen Runde unter einer Brücke hindurch, die einem Obdachlosen  Schutz vor Regen bietet. Bis zu jenem Tag,wusste ich allerdings nicht, wer sich unter den Decken verbarg. Ich beschloss, ein Croissant zum Frühstück vorbei zu bringen, in der Annahme, dass dies nach einer kühlen Nacht eine nette Überraschung sein könne. Als ich ankam, sass der Nachtgast tatsächlich bereits an seiner Feuerstelle und köchelte etwas. Als ich ihm das Croissant überreichen wollte, zuckte er entschuldigend mit den Schultern und sagte, er esse keine Butter. Wie sich herausstellte, ist der Mann Veganer. Nichts ist eben, wie es scheint.

Ohne mich.

No_cleaningIch putze seit mittlerweile 7 Jahren Kindertageseinrichtungen und ich muss sagen- ich will nicht mehr. Jede private Einrichtung hat ihre Anforderungen und ich habe bis jetzt alles bereitwillig mitgemacht. Ich habe alle 14 Tage Essen für 12 Krippenkinder und 3 Erzieherinnen gekocht, ich habe Waffelteig für das Sommerfest vorbereitet, Plakate fürs Stadtteilfest gestaltet und bei der Schulzeitung mitgearbeitet. Wie gesagt, die Anforderungen ändern sich- nur eine haben sie alle gemeinsam: den Putzdienst. Fand ich es beim ersten Mal noch interessant, die Spielsachen der Kinder kennenzulernen, steigt heute in mir der der Widerwille hoch, wenn ich am Wochenende nach einem anstrengenden Job kreuzlahm Regale auswischen soll, die wesentlich sauberer sind, als jedes einzelne meiner Möbelstücke zu Hause. Weil ich ja auch dort nur ungern Stunden meines knapp bemessenen Zeitkontingents dem Putzen opfere. Mit jedem Wisch über ein weiteres bereits strahlendes Regal packt mich die Wut. Es muss Schluss sein. Ich fordere: Putzdienst den Reinigungsfirmen! Dann lieber kochen.

40 und jetzt?

Viele von uns Mädels werden dies Jahr 40. Und das Leben sieht bei den meisten ganz anders aus, als wir es uns als Teil der „Generation Golf“ einmal vorgestellt haben. Wir sind mittendrin statt angekommen. Jobsuche, Familienplanung, teure Mieten, 400,-€ Jobs. Wir sind vom Wohlstandsross unserer Eltern oft unsanft abgeschmissen worden und suchen neue Wege. Tauschbörsen oder Carsharing werden als Produkte unseres ökologischen und sozialen Verantwortungsbewusstseins kommuniziert, ich bin mir aber sicher, dass viele von uns teilen müssen, weil sie es sich- vor allem als Eltern von Kindern- nicht mehr leisten können, alles neu und selber zu kaufen. Die Frage ist, wie wir mit dieser neuen Lebenssituation umgehen. Eins ist klar: im Vergleich zu den meisten anderen Ländern, geht es uns  sehr gut. Und wie sich schon oft gezeigt hat, gibt es auch viel Positives, wenn die Menschen näher zusammenrücken müssen, weil sie nicht alles selbst haben und können. Viele Ansprüche, die wir für selbstverständlich gehaltenen haben, müssen wir sicherlich zurückschrauben. Aber wir sollten auch deutlich zeigen, wann der Preis für  die Anpassungen an unsere globalisierte Welt zu hoch geworden ist.

Johanniskraut for free.

Johanniskraut1Obwohl ich ja nun selber keine 20 mehr bin, muss ich mich in guter, alter Jugendmanier doch mal kurz über die Rentner(innen) auslassen, die, der zahlreichen Ausnahmen zum Trotz, leider manchmal alle Vorurteile bestätigen. Letzte Woche wollte ich vormittags kurz vor einem Job noch Klamotten umtauschen. Auch dies rein beruflicher Natur. An den Kassen vor mir natürlich nur Damen fortgeschrittenen Alters. Einige von Ihnen waren auf die sinnvolle Idee gekommen, eine Mittelschlange zu bilden, um von dort aus der Reihe nach zur nächsten, freien Kasse vordringen zu können. Dann kam SIE und stellte sich ganz beiläufig neben uns, um doch nach einer Minute zu uns herüberzublicken und leicht erstaunt zufragen: „Ach, Sie stehen an?“. Es schien, als wolle SIE sich ins System einfügen, aber es widerstrebte ihrer Natur so sehr , dass es kurz darauf aus ihr hervorquoll. “ Also, wenn man sich anstellt, kann man aber nicht die ganze Zeit im Wühltisch herumsuchen( was meine Voranstellerin seit geraumer Zeit tat), da weiß man ja gar nicht, dass Sie sich anstellen.“ Ich entgegnete: „Aber das wissen Sie doch bereits.“ Ich spare mir an dieser Stelle die Verwünschungstiraden, die SIE auf mich herabschleuderte. Es bleibt zu ergänzen, dass sich unsere Mittelschlange kurze Zeit danach auflöste, ich natürlich an der Kasse landete, an der ich am längsten warten musste, um fast zu spät zu meinem Job zu kommen und während des Wartens noch miterleben durfte, wie SIE ihrem Beschwerdepotential an der Kasse weiter freien Lauf ließ.

Johanniskraut for free!