Noch nicht soweit.

Auf einmal bist Du nicht mehr da. Lässt mich im Dunklen sitzen. Dabei war ich kein einziges Mal im Sommernachtskino und viel zu selten im Biergarten.

Morgens ist es so frisch und unfreundlich, dass ich den Tag nicht mehr mit einem Kaffee auf dem Balkon begrüßen kann. Dabei bin ich noch nicht soweit, möchte ich in den Himmel schreien.

Der Mann sagt, es liegt vielleicht daran, dass wir nicht am Meer waren, in diesem besonderen Jahr. Mag sein.

Dabei kann ich Deine Hitze nicht leiden, Deine Helligkeit dafür umso mehr. Die brauche ich fast wie die Luft zum Atmen.

Sommer, ich bin echt sauer, dass Du Dich einfach so vom Acker gemacht hast, ohne mir vorher Bescheid zu sagen.

(Ella)

Covid-19 und die Sache mit der Toleranz

Im Gegensatz zu vielen Menschen, die Corona nicht mehr als ernstzunehmende Gefahr ansehen und ihr Leben wieder ziemlich frei genießen, beschäftigt mich dieses Virus jeden Tag aufs Neue. Jedes Mal dann nämlich, wenn ich wieder in mich hineinhöre, um zu überprüfen, dass da auch wirklich nichts kratzt oder läuft und ich gesund bin. Ich muss nämlich jeden Arbeitstag wieder die Entscheidung treffen, ob ich es verantworten kann, anderen Menschen sehr nahe zu kommen. Ich bin hauptberuflich selbständige Visagistin und mit dem Schutz ist es da so eine Sache. Zumindest die Person, die ich schminke, trägt keinen Mundschutz. Natürlich versuche ich alles zu tun, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten. Ich sitze bevorzugt am geöffneten Fenster, desinfiziere und wasche mir die Hände ständig, reinige alle Arbeitsmaterialen penibel. Was das hilft, wenn man sich den ganzen Tag wiederholt so nahe ist, sei dahingestellt. Wenn ich arbeite, bin ich immer wieder mit unterschiedlichen Teams zusammen, das heißt, der Personenkreis, mit dem ich beruflich zusammentreffe, ist relativ groß.

Warum ich das alles erzähle? All das sind die Gründe, warum ich im Privatleben immer noch größere Menschenmengen und Innenräume vermeide, weil ich das Risiko einer Infektion, aber auch nur den möglichen Kontakt zu einer infizierten Person, so gering wie möglich halten möchte. Denn Quarantäne bedeutet für mich auch, dass ich kein Geld mehr verdienen kann. Ich kann auf kein Homeoffice ausweichen. Eine Bekannte gab mir den scheinbar wohl gemeinten Tipp, ich müsse mich ja bei einem Verdacht nicht testen lassen. Im Ernst? Das ist für mich absolut unverantwortlich, wissentlich das Risiko einzugehen, das Virus in ein Studio, eine Firma oder gar ein Krankenhaus einzuschleppen, nur um weiter arbeiten gehen zu können. Mit dem Risiko, dass jemand wegen meinem Fehlverhalten sterben könnte.

Es gibt ja viel Wissen und Unwissen, Theorien und Verschwörungstheorien rund um Corona und auch ich habe keine Ahnung, was es wirklich mit diesem Virus auf sich hat. Es scheint aber, nach allem, was man von bislang aufgetretenen Ausbrüchen weiß, etwas an der Verbreitung durch Aerosole dran zu sein. Verbreitet wurde Corona beim Feiern in Innenräumen, bei Gottesdiensten und Chorgesang. Deshalb treffe ich mich mit Freunden und Familie noch immer am liebsten im Freien, im Augenblick geht das ja wunderbar, wie ich es im Herbst und Winter handhaben werde, muss ich dann neu entscheiden, wenn es soweit ist.

Jeder darf selbst entscheiden, wie er mit den Verhaltensmaßnahmen umgehen möchte und ich habe wirklich Verständnis dafür, wenn Arbeitnehmer, die mit den immer gleichen Kollegen auf Abstand in einem Büro sitzen oder teilweise sogar noch immer im Homeoffice arbeiten, diese großzügig auslegen und die Zeit, in der es wenig bekannte Neuinfektionen gibt, dazu nutzen, sich mit Freuden zu treffen und auch drinnen zu feiern und das Leben zu genießen. Ich würde mir aber auch wünschen, dass ich mich nicht jedes Mal erklären muss und mir Unverständnis begegnet, dass ich mich nicht locker mache. Das kann ich leider nicht, denn bei allen Reihentests, die gemacht werden, sei es bei Sportlern, in Altenheimen oder Kindergärten, gibt es leider immer wieder Infizierte, die keinerlei Symptome hatten. Und solange das so ist, kann ich nicht so tun, als würde mich das alles nichts angehen. Und dafür wünsche ich mir einfach mehr Toleranz und Offenheit.

Jetzt ist aber auch mal gut.

Ich habe heute Nacht von Ebay Kleinanzeigen geträumt – ganz im Ernst. Es klingelte und eine Frau mit drei kleinen Kindern saß auf einmal bei mir im Flur. Ich entschuldigte mich, denn ich wusste gar nicht mehr, was ich ihr verkauft hatte. Hektisch verließ ich die Wohnung und ging in meine andere Wohnung im dritten Stock auf der gegenüberliegenden Seite der Straße (die ich in Wirklichkeit gar nicht habe) und sah mich hektisch um – nichts. Ich ging zurück und sagte, ich habe nichts und sie erwiderte, dann nähme sie auch die Puppenmöbel. Ich entschuldigte mich, die hätte ich inzwischen schon verkauft, nur ein Schaukelstuhl sei noch da. Wieder verließ ich die Wohnung, schwer grübelnd, was ich dieser armen Frau jetzt bieten konnte. Ich fand noch einen Einkaufsgutschein über 6,-€, den ich mitnahm. Als ich ihn ihr übergeben wollte, stellte ich fest, dass er bereits abgelaufen war. Die Situation war nicht zu lösen. Wie konnte es dazu kommen?

Wie so viele, habe ich in den letzten Monaten ausgemistet und versucht, zu Geld zu machen, was sich noch zu Geld machen ließ. Auf Ebay Kleinanzeigen. Im Idealfall lässt sich dort so ein Kauf innerhalb weniger Stunden zur Zufriedenheit beider Seiten abwickeln. Manchmal treibt das Ganze aber merkwürdige Blüten.

Ich stelle beispielsweise einen Artikel für 5,-€ rein, jemand antwortete:

 „Hallo, 3 eu ich kann bezahlen und morgen abholen. LG“

Ich versuche zu handeln und antworte, wie ich es auf dem Souk in Marrakesch gelernt habe:

„Für 4,-€ können Sie es haben.“

Antwort:

„Wo wohnen Sie?“

Ich schreibe meine Adresse und höre nie wieder etwas.

Gedanken des Misstrauens machen sich breit. Wollte die Frau etwa nur ausspionieren, wo ich wohne, weil sie denkt, wer einen Regenschutz für Schulränzen verkauft, bei dem ist noch mehr zu holen? Wird die Dame namens Nathalie etwa eines Tages bei mir einbrechen? Oder heißt sie in Wirklichkeit gar nicht so?

Das passiert öfter, der Deal ist klar und kommt trotzdem nie zustande. Während Kaufinteressenten scheinbar immer davon ausgehen, die Ware zum halben Preis zu bekommen, verschwindet das Interesse meist ganz schnell, wenn man darüber anderer Meinung ist. Manche Sachen will aber auch einfach kein Mensch haben, andere alle und man ärgert sich, dass man keinen höheren Preis gemacht hat.

Eine weitere sensible Phase des Geschäfts neben der Bekanntgabe der Adresse – die Bezahlung. Vorauskasse, PayPal, kann ich meinem Bieter trauen oder hat er oder sie Übles im Sinn? Alles, was ich jemals gelesen habe über die kriminelle Energie meiner Mitmenschen, bahnt sich den Weg aus dem Sumpf der Erinnerungen. Und welch Erleichterung, wenn es mal wieder geklappt hat und redliche Bürger brav ihren Zahlungsverpflichtungen nachgekommen sind, während ich die Ware sachgerecht verpackt zustelle.

Ob der Vertrauensvorschuss gelingt, hat nicht wenig mit dem Schriftwechsel zu tun.

„Hei gips den stuhl den noch“

konkurriert mit:

„Hallo, ich interessiere mich für den Stuhl. Ist er noch zu haben? Und könnte man morgen zum Abholen kommen? Mit freundlichen Grüßen ,***“

Also, Menschen, die Kenntnis über die korrekte Anrede, Höflichkeitsformeln und gelungene Konversation haben, genießen da durchaus Vorteile. Das mag sich nach Diskriminierung anhören, vielleicht ist es aber auch nur menschlich. Ich meine, ich möchte nicht wissen, wie ungelenk meine Anfrage in einer Sprache klänge, bei der ich nur über rudimentäre Kenntnisse verfügte. Auf jeden Fall würde ich es mit einer extra Portion Bitte und Danke versuchen, das geht vermutlich immer. Natürlich versuche ich, dem Schriftbild nicht allzu viel Bedeutung beizumessen, wirklich.

Also, was ich sagen will, ein Verkauf bei Ebay Kleinanzeigen ist immer ein Überraschungspaket. Und scheinbar täte es mir gut, mal ein Weilchen zu pausieren. Weil meine Träume – ganz ehrlich, sind wirklich Privatsache und da möchte ich weder Anna, noch J.T, Familie Buddel oder Vera und Tobi treffen.

Einen guten Start in die Woche wünscht Ella!

Happy easter, world!

Osterei_Erde

Das ist das ungewöhnlichste Ostern, das wir alle jemals gefeiert haben – viele wären jetzt im Urlaub, andere mit den Großeltern zusammen. So aber bleiben wir alle zu Hause, ob als Familie oder allein und tasten uns von Tag zu Tag vor, warten auf neue Informationen und darauf, wie es weitergehen soll. Im Umgang mit Corona reagieren wir sehr unterschiedlich, manche haben große Angst, andere scheinen die Krise eher auf die leichte Schulter zu nehmen. Das führt manchmal zu gegenseitigem Unverständnis. Wie man so eine Situation meistert, konnten wir eben nie üben. So schlecht scheinen wir es aber nicht zu tun, denn wir erleben tagtäglich viel Solidarität, Fürsorge und und Achtsamkeit unter den Menschen. Und die Welt rückt ein wenig näher, Corona verbindet aufgrund derselben Sorgen alle Menschen, wenn auch die Möglichkeiten, dem Virus zu begegnen, sehr unterschiedlich sind. Wir Deutschen als reiche Demokratie haben es da mal wieder gut erwischt.

Ostern ist für mich ein Symbol der Hoffnung, des Neuanfangs, dass wir nicht vergessen, was uns hat zusammenrücken lassen, und nicht dort weitermachen, wo wir aufgehört haben, wenn irgendwann hoffentlich wieder ein normales Leben möglich sein wird.

Ich wünsche Euch trotz aller Sorgen frohe Ostern und sende ein paar positive Gedanken in die Welt.

Eure Ella

#Corona und die Ungerechtigkeit der Hausaufgaben

Anbei ein Link zu dem Beitrag über #Corona und die Ungerechtigkeit der Hausaufgaben

von dem Blog Die Überläuferin von Johanna Schuhmacher.

Der Beitrag beschäftigt sich mit dem, was mir gestern auch von einer Lehrerin an der Mittelschule berichtet wurde, die sehr ungleichen Bedingungen der Schüler*innen. Vielen steht daheim kein Computer oder Tablet mit funktionierendem Internet zur Verfügung, geschweige denn ein Drucker, das heißt, sie konnte ihren Schüler*innen lediglich vor der Schulschließung Arbeitsmaterial mit nach Hause geben, ansonsten ist der Kontakt eher schwierig. Bei weiterem homeschooling sollte -soweit irgendwie möglich-  für mehr Chancengleichheit gesorgt werden. Könnte man einzelnen Schüler*innen Schultablets ausleihen oder sie Computerräume in der Schule nutzen lassen? Vor allem für Abschlussklassen sollten bestmögliche Bedingungen geschaffen werden, damit nicht die Lebensumstände darüber entscheiden, welchen Abschluss die Jugendlichen machen. Es gibt noch viel an Organisation zu leisten und bin gespannt, wie es am 20.04.weitergeht.

Jetzt bin ich erstmal froh, dass Ferien sind und zumindest dieser Stress zu Hause wegfällt. Eine gute Zeit Euch!

Danke, Sonne!

Bei allen Schwierigkeiten, in denen wir gerade stecken, möchte ich anmerken, welch große Mühe sich das Wetter gerade gibt, uns bei Laune zu halten und Kraft zu spenden. Heute war wieder einer der zahlreichen Morgen in den letzten beiden Wochen, an dem mich kräftige Sonnenstrahlen direkt nach dem Aufwachen überaus freundlich begrüßt haben. Bei klirrender Kälte habe ich draußen ihre Kraft gespürt und tiefe Dankbarkeit empfunden. Welch Segen, man mag sich nicht vorstellen, welche Auswirkungen es hätte, wenn jetzt noch graue Nebelschwaden und Regen die zu Hause Isolierten umgeben würde. Die Sonne schenkt Hoffnung. Danke!

Morning Yoga

Guten Morgen!

In diesen Zeiten fit zu bleiben, erfordert ja etwas Selbstdisziplin. Ich habe jetzt für mich ein kurzes ( 18 Min.) Yoga-Video gefunden, nach dem ich mich gut gedehnt und trainiert fühle, das aber gemächlich genug ist, um es direkt nach meinem Kaffee zu absolvieren, später am Tag bekomme ich es nämlich nicht mehr gebacken. Es eignet sich für Menschen mit einer gewissen Grundbeweglichkeit.

Viele Fitness- und Yogastudios oder auch Vereine sind ja jetzt mit Kursen online gegangen und ich freue mich sehr, dass mein Studio 3 dabei ist. Da gibt es dann auch Yoga mit weitaus weniger Verrenkungen, Faszien- und Körpertraining mit lieben Menschen, viel Herz und ohne Chichi.

https://www.youtube.com/channel/UCKhMC4C9vTgJHAxFHmrufdg

Vielleicht ist was für Euch dabei.

Bleibt gesund,

Ella

Corona, die Pubertät & das Fasten

Während die coronabedingten Ausgangsbeschränkungen bei manchen Menschen zu kreativen Höhenflügen führen, die fleißig in den sozialen Medien und Messangern geteilt werden und die ich von Ferne staunend beobachte, schwanen mir düstere Vorahnungen, welch Herausforderungen das Leben als zwanghaft vereinte Familie in den nächsten Wochen noch so mit sich bringen wird.

Gab es in Woche 1 der Schulschließungen noch eine gewisse Neugier und Aufgeregtheit, wie das homeschooling so funktionieren wird, ist an deren Stelle reine Ernüchterung getreten. Montag Morgen der Woche 2 Verweigerung auf allen Fronten. Wieso Kind 1 morgens überhaupt aufstehen solle, dass Kind 2 überhaupt nichts für die Schule machen werde und überhaupt. Dass ein sich in der Pubertät befindliches, mit natürlichen Fluchtreflexen vor seinen Eltern ausgestattetes Kind dazu verdammt ist, mit eben diesen in ständiger Überwachung unter einem Dach zu leben, grenzt an Körperverletzung. Wo es doch gerade Zeit mit der Peer Group verbringen sollte und nicht mit seinen Eltern.

Und auch das Kind, das am liebsten den ganzen Tag mit Freunden draußen Fußball spielt und die Schule sowieso nicht ausstehen kann, und das jetzt brav neben Mama sitzen muss, um konzentriert zu arbeiten, obwohl es unter totalem Bewegungsmangel leidet, ist zu bedauern. (Und erst die Mama, die das ertragen muss.)

Dann wären da noch die Eltern, die eigentlich froh sind, mal ein bisschen Zeit füreinander zu haben, bisweilen dennoch Fluchtreflexe verspüren bei dieser hoch dosierten Familien Quality time. Die sie jetzt mal locker die nächsten Wochen unterdrücken müssen, wollen sie nicht den täglichen Spaziergang immer weiter ausdehnen bis sie schließlich morgens das Haus verlassen und bei Sonnenuntergang heimkehren. Geht aber ja auch nur, wenn sie Opfer der wirtschaftlichen Situation sind und nichts mehr zu arbeiten haben. Was natürlich zu weiteren Spannungen führt. Also entweder mentaler Stress wegen home office mit gleichzeitiger Kinderbeschulung und Bespaßung oder wegen Existenzsorgen mit gleichzeitiger Kinderbeschulung und Bespaßung.

Also, ich möchte nicht jammern und die Richtigkeit und Wichtigkeit dieser Maßnahmen keineswegs anzweifeln, ich weise nur darauf hin, dass die familiäre Quarantäne so allerlei Sprengstoff birgt. Neben den positiven Aspekten des Zusammenrückens der Gesellschaft, dem fleißigen Telefonieren mit Freundeskreis und Verwandtschaft, wird in dieser Zeit wohl auch ab und an mal eine Bombe hochgehen. Zumal Corona bei uns mitten in der Fastenzeit eingeschlagen hat. Der Verzicht auf Süßigkeiten oder Alkohol macht das Nervenkostüm nicht unbedingt stabiler. Vielleicht sollte man seine Vorsätze vorsichtshalber über Bord werfen, ich schätze das erhöht die Wahrscheinlichkeit, zumindest was das Familienleben angeht, unbeschadet aus dieser Krise zu kommen. In diesem Sinne, bleibt gesund und zu Hause!

Eure Ella

 

Corona, Homeoffice und mehr

So, jetzt hat es uns erwischt, Corona und das Maßnahmenpaket. Ab Montag werden viele Eltern kleiner Kinder an den Rand ihrer Belastbarkeit gebracht werden, ohne helfende Großeltern und Kinderbetreuung, soweit nicht ein verständnisvoller Arbeitgeber spontan die Kinderbetreuung vor Ort organisiert hat. Wer in der Vergangenheit einmal versucht hat, mit kleinen Kindern von zu Hause aus zu arbeiten, weiß, wie gut das funktioniert. Nämlich oft gar nicht. Weil Kinder ausgerechnet dann nie Mittagsschlaf halten, wenn sie sollen und schlichtweg beschäftigt und umsorgt werden müssen. Für Homeoffice bleibt vor allem der Abend, wenn die lieben Kleinen endlich schlafen und auch die Eltern eigentlich schlafen müssten, um den nächsten Tag gut zu überstehen.

Eltern größerer Kinder haben da weniger Sorgen, außer dass sie spätestens nach dieser Phase vermutlich internet-, social media und spielsüchtige Teenager haben werden. Der Alltag lässt sich dafür ganz gut regeln. Dass das mit der Online Versorgung mit Unterrichtsmaterial klappen wird, bezweifeln Lehrer*innen wie Schüler*innen, zu oft schon haben die Systeme in der Vergangenheit nicht funktioniert, weil sie überlastet waren. Die Digitalisierung an den Schulen wird der Virus definitiv um Lichtjahre vorantreiben. Fieberhaft wird an Lösungen gearbeitet, wozu es sonst Ewigkeiten bedarf. Möchte man der Pandemie etwas Positives abgewinnen, könnte dies ein Punkt sein.

Ein anderer betrifft den Klimaschutz. Die Maßnahmen, die dieser Virus innerhalb kürzester Zeit einfordert, beispielsweise das Einstellen eines Großteils des Flugverkehrs, konnten alle Fridays vor Future Demos im vergangenen Jahr nicht bewirken. Die Welt bemerkt die Verletzlichkeit der Globalisierung und besinnt sich wieder auf Produktionen in der Heimat. Welche Effekte das auf das Klima haben wird, werden Wissenschaftler*innen uns sicher bald mitteilen können.

Die Folgen für die Wirtschaft, die Großen wie die kleinen Einzelkämpfer*innen mag man sich gerade nicht vorstellen und dass Wirtschaftsminister Peter Altmaier verspricht, dass Staatssäckel sei so gut gefüllt, dass Vater Staat alle Unternehmen so lange pampern wird, bis die Krise vorbei ist, halte ich schlichtweg für naiv. Das mag einen Monat funktionieren, aber sicher nicht ein Jahr. Aber nett gemeint, danke!

Besser wäre es gewesen, wenn die Politik sich rechtzeitig um den seit vielen Jahren bekannten Fachkräftemangel in Krankenhäusern gekümmert hätte. Etwa 17000 Pflegestellen sollen momentan nicht besetzt sein, das Krankenhauspersonal arbeitet schon lange an den Grenzen seiner Belastbarkeit und darüber hinaus und soll jetzt noch diese Pandemie stemmen. Corona zeigt gnadenlos Schwächen auf und stellt uns erstmals vor eine Situation, die wir sonst nicht kennen: die völlige Unplanbarkeit des Lebens. Wir alle können nur abwarten, was als nächstes passiert und hoffen, das Richtige zu tun.

Soweit ein paar Gedanken von mir. Wenn ihr Lust habt, schreibt mir, wie ihr den Alltag bewältigt, mit welchen Problemen ihr kämpft, von euren Sorgen und Gedanken! Vielleicht findet ihr ja etwas Zeit beim Homeoffice 😉

Eure Ella

Das stille Örtchen

Was gibt es in manchen Familien für Diskussionen über das Verweilen auf dem Klo, liebevoll auch stilles Örtchen genannt! Zumindest ein Familienmitglied hat jede, dass dort dem Müßiggang frönt und sitzt und sitzt und sitzt. Sehr zum Ärger all derer, die sich ihre Bedürfnisse währenddessen verkneifen müssen. Dabei dient der Besuch der Toilette weit mehr als dem reinen Stuhlgang. Das WC ist oft der einzige plausible Rückzugsort in

Auszeit

Zeiten der Aufgabenerfüllung und des Müssens, unangefochten in seiner physischen Notwendigkeit. Und so findet Mensch endlich mal Minuten der Entspannung und die Muße, Zeitung zu lesen oder Kreuzworträtsel zu lösen, ohne mit anderen Dingen behelligt zu werden. Naja, zumindest solange, bis es gegen die Tür hämmert und man den Eingriff in die wohlverdiente Auszeit nicht mehr ignorieren kann. Betrachtet man also das Besetzen der Toilette nicht mehr als Angriff auf den getakteten Tagesablauf, sondern als Timeout Zone für die Liebsten, mag es vielleicht nicht mehr solchen Ärger hervorrufen, sondern eher ein verständnisvolles Seufzen.

Ich kann mich ja auch am besten entspannen, wenn es gar nicht ums Entspannen geht. Denn dann muss ich mich nicht krampfhaft darauf konzentrieren, mich zu entspannen. Das passiert beispielsweise, wenn ich gezeichnet werde. Nein, kein Akt, da wäre ich mit Sicherheit mental nur damit beschäftigt, zu überlegen, ob ich auch vorteilhaft dasitze oder nicht doch die ein oder andere Problemzone unschön hervortritt. Nein, Portrait. Einfach dasitzen, stillhalten und nichts tun. Das ist vermutlich wie Meditation nur ohne Meditieren. Ich komme da in so einen ganz wunderbar leichten Zustand, bei dem fast so eine Art Kribbeln im Körper entsteht. Nicht so ein Unangenehmes wie beim Füße einschlafen.

Manchmal passiert mir das tatsächlich auch beim Zahnarzt. Wenn der da ewig in meinem Mund zu tun hat und ich nichts machen kann als abwarten und daliegen. Aber natürlich nur, wenn ich ganz genau weiß, dass es nicht wehtun wird. Sonst kann man sich ja nicht entspannen, also ich zumindest nicht.

Natürlich gibt es dann noch das Vorsichhindämmern im Freibad mit Kinderlachen als leiser Hintergrundmelodie oder das Glas Wein am Meer bei leichter Brise an einem Sommerabend als Gelegenheit zum Müßiggang. Aber mal ganz ehrlich, da ist das stille Örtchen doch wirklich naheliegender. Ein Hoch der Bescheidenheit.

Sturmfrei

Wenn man eine Familie hat, sind die Stunden und Tage, in denen man mal alleine ist, ja eher selten. Und ich würde manchmal so vieles anders machen wollen. Umso mehr habe ich mich seit Wochen darauf gefreut, dass meine Männer gen Norden ziehen und ich ein paar Tage für mich habe. Herrlich!

Schritt 1 meines persönlichen Wohlfühlprogramms: die Wohnung aufräumen und schön machen, um dann die ganze Zeit nichts mehr zu tun.

Schritt 2: Diese besondere Zeit mit Freundin und Kaffee in der Sonne einläuten.

Schritt 3: einmal mit Muße Lebensmittel einkaufen gehen, die nur mir ganz alleine schmecken und sonst niemanden in der Familie.

Ich habe natürlich schon einige Unternehmungen fest eingeplant, ansonsten gilt es, mal wieder hinzuspüren, was ich für Bedürfnisse habe, wenn ich mich nach niemanden richten muss. Ausschlafen oder doch lieber laufen gehen? In den Wald oder ins Kino? Faulenzen oder etwas schreiben? Die Exklusivität der Situation erzeugt bei mir einen gewissen Druck, die Zeit optimal zu nutzen, was natürlich total schwachsinnig ist, aber das habe ich halbwegs im Griff. Und ich gebe zu, es fühlt sich manchmal auch etwas komisch an, allein unterwegs zu sein. Aber es ist toll, sich mal einfach nur um sich selbst zu drehen. Mir ist natürlich klar, dass ich diese Zeit nur so genieße, weil sie nicht mein Alltag ist und ich weiß, dass sie schnell wieder vorbei sein wird. Und das ist auch gut so.

Aber bis dahin genieße ich meine Freiheit in vollen Zügen. Sturmfrei ist eben in jeder Lebensphase toll.

Mitten drin – 45

Als wir diesen Sommer aus Gründen der Einfachheit und ein wenig auch der Nostalgie zum Geburtstagspicknick in den Park luden, war das ein sehr schöner Abend mit Familie und Freunden, jedoch, wie wir bald merkten, in seinem Format völlig ungeeignet für Menschen jenseits der 40, denn die Decken blieben die meiste Zeit leer. Die wenigen mitgebrachten Campingstühle waren stets besetzt und rund um die Liegewiese bildete sich rasch ein Stehempfang. So mancher hatte es mit den Knien, andere fanden Picknick schon immer schrecklich, das mit den Krümeln und dem Essen ist auch nicht jedermanns Sache, man kann sich nicht anlehnen und so weiter und sofort.

Manche Dinge sind eben irgendwann vorbei. So verhält es sich beispielsweise auch mit dem Stringtanga oder dem bauchfreien Top, irgendwann spricht da bei den meisten Menschen so einiges dagegen und das ist auch ganz gut so. Und ich bin da mittendrin mit meinen 45 und, ganz ehrlich, ich finde, es gibt spaßigere Zeiten im Leben. Für mich ist es die Lebensphase der Desillusion.

Man erkennt, dass man nicht mehr alles reißen wird im Leben, weder beruflich, noch privat. Dass weder der Partner noch man selbst sich neu erfinden wird, sondern Muster und Marotten treue Begleiter auf dem gemeinsamen Lebensweg sind. Man spürt, dass Höhepunkte jeglicher Art immer rarer werden und vieles, auf das man einmal zugesteuert hat, bereits hinter einem liegt. Der erste Kuss, das erste Mal, die erste Wohnung, Führerschein, Hochzeit, Familie oder von was man sonst so geträumt hat.

Die herangewachsenen Kinder sind froh, wenn man nicht zu Hause ist, weil dann niemand mit irgendwelchem Schulkram oder sonstigen Aufgaben nervt. Sich die Freiheit zu nehmen, tagelang zu verreisen und wieder zu machen, was man selbst will, funktioniert natürlich trotzdem noch nicht. Sie brauchen einen ja doch noch. Allerdings ist die Funktion als Haushälterin und Hausaufgabenbetreuung nicht wirklich befriedigend.

Und dann ist da noch das herannahende Klimakterium mit seinen kleinen, gemeinen Überraschungen wie verkürzten, verlängerten, verstärkten oder sonst wie anders gearteten Zyklen und deren unsymphatischen Begleiterscheinungen. Übellaunigkeit und Intoleranz bekommen irgendwie eine ganz neue Tiefe. Fast wie mit dreizehn. Haushalte mit Mutter in den Wechseljahren und pubertierender Tochter versprechen wirklich Wohlfühlatmosphäre.

Diese Lebensphase hat natürlich auch sein Gutes und ich möchte nur bedingt negativ klingen. Ich habe mehr Zeit für mich, als je zuvor, seitdem ich Mutter geworden bin und habe im vergangenen Jahr bestimmt zwanzig Bücher gelesen. Also vielleicht braucht es die körperlichen Symptome der nahenden Wechseljahre, um einer vollkommenen Intellektualisierung entgegenzusteuern.

Ich gehe mal davon aus, dass das alles irgendwie Sinn macht und bin gespannt, wohin die Reise führen wird. Klimakterium kommt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet so etwas wie kritischer Zeitpunkt im Leben. Tröstlicherweise bin ich in diesen Zeiten nicht allein und das macht schon alles viel besser.

Also, ihr Lieben, wir rocken das!

Kannst Du bitte mal die Spülmaschine ausräumen – von Kindern und Haushalt

Wie schafft ihr es, eure Kinder in Aufgaben des Haushalts einzubinden? Mit festen Wochenaufgaben? Nach Bedarf? Gar nicht?

Haushalt

Es gibt ja Kinder, die von alleine auf die Idee kommen, ihre Eltern gelegentlich mit einem 3-Gänge-Menue zu bekochen oder die liebevoll den Frühstückstisch am Wochenende decken. Unseren würde so etwas im Traum nicht einfallen und so passiert ohne Pflichten wenig bis gar nichts.

Also versuchen wir immer mal wieder was anderes. Mein Mann mag es spielerisch und präferiert eine Art Haushaltsspiel, bei dem Karten mit bestimmten Aufgaben gezogen werden können. Die Würfelzahl bestimmt die zu ziehende Karte und mit ein bisschen Glück erwischt man einen Joker, der einen dann wiederum von einer Aufgabe entbindet. Die verbleibenden Aufgaben werden dann an einer Tafel für den jeweiligen Wochentag eingetragen und müssen dann auch verrichtet werden. Ich empfinde es oft als sehr anstrengend, nach Schule, Sport, Hausaufgaben oder Kindergeburtstag noch dafür zu sorgen, dass diese Aufgaben erledigt werden.

Deshalb bevorzuge ich das Einfordern von Hilfe nach Bedarf und meiner Wahrnehmung nach ist die Bereitschaft meiner Kinder zur Mithilfe dann am größten, wenn ich signalisiere, dass ich sie wirklich brauche und es alleine nicht schaffe. Das funktioniert immer solange, bis das Verständnis für den Alltagsstress der Kinder dazu führt, dass wir diese Hilfe doch nicht einfordern und es rasch zu einem Verebben der Mitarbeit kommt.

Also wird ein neues Konzept erdacht. Diesmal habe ich alles zusammengeschrieben, was es an verschiedenen Aufgaben in unserem Haushalt so zu erledigen gibt, vom Waschbecken putzen bis zum Altglas wegbringen. Ich habe 30 verschiedene Aufgaben für 30 Tage nach freier Zeiteinteilung auf eine Liste gedruckt. Damit sich die Kinder nicht nur die Rosinen herauspicken, sondern auch mal unangenehme Aufgaben übernehmen, in der Hoffnung, vielleicht zukünftig etwas achtsamer zu sein. Diese Menge an Aufgaben hat dann erstmal meinen 9-Jährigen auf die Barrikaden getrieben. So viele Sachen auf einmal schienen ihm unerfüllbar. Die Lösung dieser Überforderung bestand darin, die Liste wegzuräumen und jeden Tag einen Vorschlag zu machen, was davon erledigt werden könnte. Das klang dann besser und hat bis dato ganz gut geklappt. Weiterführen möchte er diesen Modellversuch dennoch nicht. Mir hat er gefallen.

Ich bin mir sicher, dass wir noch so einiges ausprobieren, scheitern und wieder aufstehen werden. Denn es erfordert so schrecklich viel Disziplin von uns Eltern, durchzuhalten und einzufordern, anstatt es schnell selber zu machen. Ist ja sowieso nur eine Sache von so vielen, die wir täglich erledigen müssen. Aber davon wird es ja auch nicht besser.

Wie haltet ihr das zu Hause? Ich freue mich, wenn ihr mir schreibt. Ich persönlich bin übrigens keine ambitionierte Putzfee. Vielleicht ist das erblich?