Same procedure as every year?

Als ich mich vergangene Woche mit Freundinnen traf, kamen wir, oh Wunder, schnell auf Weihnachten zu sprechen und wie wir es verbringen werden. Und siehe da, das Thema beschäftigt auch andere Menschen. Einige haben die Schnauze voll von der ewigen Wiederholung, dem jährlichen Tannenbaumkauf, dem Heringssalat und dem Krippenspiel und sehnen sich danach, mit der Tradition zu brechen. Andere legen sich für das Aufrechterhalten von Ritualen in die Bresche, denn das mache Weihnachten ja gerade so schön, das immer Gleiche und Verlässliche. Da müsse man eigene Bedürfnisse schon mal hintanstellen.

Die Diskussion hat mich weiter beschäftigt und ich finde, dass das Pflegen von Ritualen durchaus ein Zeichen für eine privilegierte Lebenssituation sein kann. Denn Traditionen leben können nur die, die Beständigkeit im Leben erfahren. Für diejenigen, die ihre Heimat verloren haben, ihre finanzielle Existenzgrundlage, einen Familienangehörigen oder den Partner, wird es vermutlich immer einen Bruch geben und Traditionen verändern. Weil sich das Fortführen schal anfühlt, weil die Mittel fehlen, die Menschen oder das Umfeld.

Traditionen zu pflegen hat aber auch mit bewussten Entscheidungen zu tun und dem Bemühen darum. Wenn zwei Menschen als Paar zusammenkommen, müssen sie für sich neu definieren, wie ihr Weihnachten aussehen soll, wessen Traditionen sie übernehmen und wo sie das Fest verbringen wollen. Weihnachten wird sicher erst zu dem Fest, das es sein kann, wenn man sich Zeit nimmt, die zugehörigen Bräuche zu pflegen. Singen, backen, schmücken, zusammen sein, sich beschenken.

Das soll jetzt allerdings nicht heißen, dass ich kein Verständnis, für die „Traditionsbrecher“ habe. Im Gegenteil. Ich konnte nach dem 10.(!) St.-Martinsumzug keine Laterne mehr sehen, was zu viel ist, ist zu viel, und wenn es nervt, tut es gut, alles mal anders zu machen. Dann kann man hin spüren, ob man doch etwas vermisst und im nächsten Jahr zu den Traditionen zurückkehren möchte oder ob es vielleicht auch mal gut ist. Wir machen dies Jahr so einiges anders, aber davon vielleicht im neuen Jahr…

Jetzt erst einmal:

Happy_new_year20

bis dahin, Eure Ella

Alle Jahre wieder…

..denke ich darüber nach, wie ich so zur Weihnachtszeit stehe. Ich bin weder eine Do-it-yourself-, noch eine Deko Queen, zumal es bei uns schlichtweg an freien, zu dekorierenden Ecken mangelt. Eigentlich mag ich das ganze Brimborium nicht so wirklich, aber ignorieren geht irgendwie auch nicht. Schließlich sind da diese nicht mehr ganz kleinen Kinder, die zwar nicht gerade enthusiastisch reagieren, wenn ich sie frage, ob sie mit mir den Adventskranz gestalten oder Plätzchen backen wollen, aber es sind trotzdem noch Kinder (naja, eins zumindest). Ich fühle mich da schon ein wenig verpflichtet als „gute Mutter“.

To-Do-ListeImmerhin haben wir eine feste Adventskalender Tradition. Die Kinder bekommen immer dieselben 24, liebevoll(!) von Hand mit Süßigkeiten befüllten Säckchen, nachdem das ursprüngliche Bestücken mit „Kleinigkeiten“ irgendwann völlig ausgeartet war. Kleinigkeiten, deren Kosten in der Summe dann eben doch nicht so klein sind, haben das Manko, dass sie meist keine Verbrauchsgüter sind und im Anschluss des Erfreuens unnütz herumliegen. Ich schätze das überhaupt nicht, Krusch und ich gehen schlecht zusammen.

Gleiches gilt für die jetzt in allem Überfluss käuflich zu erwerbenden Kalender mit Kosmetikartikeln in Probiergrößen ( was für eine Plastikmüllproduktion) oder mit dem Besten für den Mann und den ganzen anderen Merchandise Produkten von Firmen aus aller Welt. Von Spielzeugherstellern kannten wir das ja schon, jetzt aber wurde der Erwachsene als Zielgruppe neu entdeckt und alle Produktmanager weltweit scheinen sich abgesprochen zu haben. Grauenhaft.

Das mit den Geschenken haben wir familienintern ganz gut minimiert, wir verweigern uns in diesem Rahmen dem Konsumzwang. Eine große Erleichterung. Bleiben da noch die lieben Geschäftskunden einer Selbständigen. Gestalte ich dies Jahr ein Postkartenmotiv oder steige ich einfach mal aus, aus dem ganzen Muss und To-Do? Mit dem Länger werden meiner Liste steigt jedenfalls die Verlockung. Mal sehen, wie es ausgeht, ist ja noch ein bisschen Zeit.

Das mit dem Weihnachtsmarkt ist auch so eine Sache. Auch wenn uns die Präsenz der Polizei und die Absperrungen vor neuen Terroranschlägen schützen sollen, stehen sie doch diametral entgegengesetzt zur Besinnlichkeit und Stimmung, wegen der man solch einen Ort besucht. Es fühlt sich jedenfalls nicht richtig an, wenn es auch notwendig zu sein scheint.

Soviel von mir. Wie geht es Euch mit dem Advent?

Ob ihr in Nostalgie schwelgt und auf glitzernden Sternenwolken schwebt, ob ihr das Ende der Weihnachtszeit herbeisehnt und den Kopf unter die Decke steckt, ob spartanisch oder pompös, Euch auf jeden Fall eine gute Zeit, wie auch immer ihr sie verbringen werdet.

Es ist wieder soweit…

Weihnachten2018

Bald ist es geschafft. Der letzte Arbeitstag. Der letzte Einkauf. Aufräumen und noch ein bisschen schmücken. Ich freue mich, vor allem auf die Tage nach Weihnachten. Kein Internet, dafür Familie. Ohne Verpflichtungen und Termine. Einfach mal dasitzen und Plätzchen essen. Weihnachten folgte dies Jahr irgendwie nahtlos auf die letzten warmen Sommertage. Weihnachtsstimmung gleich null. Vielleicht war auch deshalb dies Jahr weniger mehr für mich. Ich habe das Abhaken des Pflichtprogramms zugunsten meines persönlichen Friedens einfach weggelassen. Kein Weihnachtskonzert, kein Plätzchenbacken, kein selbstgeschmückter Adventskranz. Ich habe mich nicht daran aufgerieben, meine Kinder zum Backen, Basteln oder Musizieren zu motivieren, nur weil Adventszeit ist. Und es fühlt sich wirklich gut an. Ich kann das ohne Wehmut sagen. Vielleicht wird es nächstes Jahr wieder anders sein, vielleicht auch nicht. Mal sehen.

Egal, ob ihr die Weihnachtszeit so richtig zelebriert oder froh seid, wenn sie endlich vorbei ist, ich wünsche Euch Zeit zum Entspannen und Innehalten. Kommt gut ins neue Jahr und bis 2019!

 

Eure Ella

Ella denkt nach: Weihnachten und so

Weihnachten2017_meedchenwargesternEs wurde dann doch noch irgendwie weihnachtlich mit rekordverdächtigen drei Weihnachtsmarktbesuchen, drei Weihnachtsfeiern inklusive reichlich Frieren und Glühwein Trinken, einmal reichlichem Schneefall, einem Adventskonzert und einem Adventsgottesdienst. Wow, so eine Adventszeit hatte ich vermutlich noch nie. Das Schönste daran war, dass wir auch als Familie etwas Zeit gefunden haben, zusammen zu sein und es irgendwie allen ganz gut geht miteinander. Ist ja nicht immer so. Das persönliche Umfeld wird umso wichtiger, je schwieriger die äußeren Umstände sind. Noch nie wurde ich bei Erstbegegnungen mit Menschen mit so vielen Stammtischparolen konfrontiert wie in den letzten Monaten. Wo man sich sonst über das Wetter oder den letzten Restaurantbesuch unterhalten hat, geht es jetzt um Muslime, Trump oder den Nahen Osten. Auf einmal sehe ich mich mit Worten ringen, um Plattitüden etwas entgegenzusetzen. Manchmal ist es gar nicht so einfach, die richtigen Worte zu finden, um zu entkräften, was man für falsch hält. Damit möchte ich mich im neuen Jahr mehr auseinander setzen, damit nicht nur „die“ ihre Argumente vorne auf der Zunge tragen, sondern auch ich. Ich möchte mehr Argumente parat haben, wenn es um diese armselige deutsche und europäische Flüchtlingspolitik geht, für die ich mich zutiefst schäme. Die Geflüchtete zu Tausenden unter menschenunwürdigen Bedingungen in Lagern in Griechenland einpfercht, wo sie nichts tun können, als monatelang darauf zuwarten, wie es weitergeht. Die Bündnisse mit zweifelhaftesten Bündnispartnern eingeht. Die asylsuchenden Schülern potentielle Ausbildungen nicht genehmigt und denen, die sich integrieren wollen und deren Unterstützern, einen Stein nach dem anderen in den Weg legt. Die Politik hat sich von den Rechten in immer populistischere Positionen drängen lassen, anstatt Kante zu zeigen. Rechtes Gedankengut ist wieder salonfähig geworden. So jetzt denkt ihr, was ist denn das, ein bisschen Weihnachtsharmonie und dann zum Gegenschlag ausholen? Ja. Leben ist doch Beides. Ich freue mich auf die kleine Weihnachtspause und den Rückzug aus dem Trubel dieses Lebens. Aber dann geht`s doch wieder weiter, oder? Mit neuer Energie auf sie mit Gebrüll! Und dazu hilft es auch, die Lungen bei andächtig weihnachtlichem Gesang zu weiten.

 

Der Last Minute Buchtipp:

 

mit Rechten reden„Mit Rechten reden“ – Ein Leitfaden

heißt ein Buch, das sich damit auseinandersetzt, wie man den Argumenten der Rechten ( und Linken) begegnen kann, ohne sofort gegen die Wand zu fahren.“

Von Per Leo, Maximilian Steinbeis, Daniel-Pascal Zorn

ISBN: 978-3-608-96181-2 Verlag: Klett – Cotta

Von wegen Advent

Kurz nachdem ich meinen letzten Beitrag zum System Amazon gepostet hatte, fiel mir auf, dass ich dies just am 1.Advent getan hatte. Wie weihnachtlich.  Anstatt eines Bildes der ersten angezündeten Kerze, eines Zweigleins oder leuchtender Kinderaugen, eine Story über die Abgründe dieser Welt. Bravo, Ella. Aber ehrlich gesagt, ist das gerade meine Lebensrealität. Als ich am ersten Dezember unsere Wohnung gerade rechtzeitig mit den wichtigsten Basics Adventszeit tauglich geschmückt hatte, bemerkte das keiner meiner drei Männer mit auch nur einem einzigen, klitzekleinen Kommentar. Nichts. Als ich meine Kinder dazu ermuntern wollte, wenigstens einmal gemeinsam Plätzchen auszustechen und zu backen, kam nur ein unmotiviertes Achselzucken. Als dann am 1.Advent wunderschön passend, eine deutliche und zugleich liebliche Schneeschicht Nürnberg bedeckte, hatte ich fast nur Augen für das kranke Kind im Bett, anstatt mich dieses festlichen Anblicks zu erfreuen. Und schließlich Nikolaus. Anstatt fröhlich pfeifend den Stiefel vor die Tür zu stellen, verlor sich das große Kind in philosophischen Betrachtungen darüber, ob es zu alt für dieses „Der Nikolaus bringt gute Gaben“- Ding sei. Ach. Das erklärt vielleicht meine mangelnde Hingabe an diese besinnliche Zeit. Aber ich habe noch nicht aufgegeben. Hier eine kleine adventlich besinnliche Pinselei. Ich wünsche Euch eine schöne Zeit! Ella

Tannenzapfen

Und heute noch das Krippenspiel…

weihnachtsbaumDie Adventszeit war, wie vermutlich bei den meisten von euch, so auch bei uns mal wieder wenig besinnlich. Gut, ich habe es immerhin geschafft, einmal mit den Kindern Plätzchen zum Ausstechen zu backen und wir waren auf dem Romantischen Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis in Regensburg, der sein Eintrittsgeld wert ist, findet man sonst wohl kaum so dicht an dicht traditionelles Handwerk zum Anfassen und Kaufen. Ansonsten war ich froh, dass es zum Bildungsauftrag unserer Grundschule gehört, zu singen und zu musizieren. So trällert wenigstens das kleine Kind weihnachtliche Lieder, die es zu Hause nicht hört. Naja, vielleicht klappt es ja an Weihnachten mit der „Hausmusik“. Auf dem Weg zum Adventskonzerts des großen Kindes passte mich doch tatsächlich die Polizei ab, nachdem ich mit dem Fahrrad bei fast schon Grün ( aber doch noch Rot) schon mal über die Ampel gefahren war. Mist, 100,-€ und ein Punkt in Flensburg. Ich versuchte, es als großzügige Spende für die Stadt Nürnberg zu sehen, aber irgendwie hakte es etwas mit dem in Stimmung kommen. Der Glühwein versöhnte mich dann ein wenig mit meinem Unglück und es wurde noch ein vergnüglicher Abend. Das Lebkuchentasting mit Freunden am 3.Advent war eindeutig eines der Highlights dieser hektischen Wochen.( Es siegten übrigens die Elisenlebkuchen von Göllmann vor Düll. Wir haben aber auch nur sechs Sorten getestet, was für ein mehr als dezentes Völlegefühl aber auch völlig ausreichte.) Seit diesem Tag haben wir ein Friedenslicht, das der Sohn unserer Freunde vom Ökumenischen Gottesdienst in der Nürnberger Lorenzkirche mitgebracht hatte. Die Idee, ein Licht aus Bethlehem zu uns zu bringen, entstand schon in den Achtziger Jahren. Seit dem verteilt sich in der Adventszeit immer wieder eine Lichtspur durch große Teile Europas als weihnachtliches Symbol für den Frieden. Eine schöne Idee und durch den liebevollen Austausch zahlreicher Kerzen zwischen diversen Nachbarn brennt es tatsächlich noch immer. In diesem Jahr, wo sich das Klima in Gesellschaft und Politik so verschlechtert hat, machen solche Zeichen noch mal einen ganz anderen Sinn. Ich bin froh, dass, obwohl ich selbst nicht gläubig bin, zumindest Vertreter der Kirche in den letzten Monaten immer wieder an Humanität, Weltoffenheit und christliche Werte erinnert haben. In Zeiten von Attentaten unmittelbar in unserer Nähe fühlen sich Wünsche nach Frieden auf einmal nicht mehr so abstrakt und weit entfernt an, wie sie sich einmal angefühlt haben und ich wünsche mir sehr, dass unsere Gesellschaft stabil genug ist, rechtem Gedankengut, Hetze, Gewalt und Populismus Paroli zu bieten.

Zurück vom Großen ins Kleine. Es ist fast geschafft. Der letzte Arbeitstag, der letzte Einkauf, die letzte Überweisung, das Krippenspiel und dieser kleine Weihnachtsgruß an Euch. Ich wünsche Euch, dass ihr trotz aller To Do – Listen, Zeit für Freunde und Familie findet und sie auch genießen könnt. Und dass ihr auch mit euren Sorgen und Ängsten und eurer Traurigkeit nicht alleine bleibt. Alles Liebe, Ella.

Tatendrang

Eine meiner ersten Taten im neuen Jahr wird es sein, alle bis dato verschmähten Weihnachtsmänner einzuschmelzen und in Form von Choco Crossies zu neuem Leben zu erwecken ( anstatt abzuwarten und sie zu Ostern ins Jenseits zu befördern). Für einen 130 Gramm Schokomann braucht man etwa 2EL Kokosraspel, 3EL Cornflakes und 1EL gehackte Mandeln. Die Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen, die Zutaten mit einem großen Holzlöffel unterrühren und als kleine Häufchen auf einer mit Backpapier ausgelegten Fläche erkalten lassen. Mjammi und ratzfatz weg!Nikolaus

Meine Weihnachtsgeschichte

Ich kannte mal den Weihnachtsmann. Ja wirklich, natürlich nicht den echten, aber den gibt`s ja auch nicht. Er hatte eine große Knubbelnase und eine richtig alte, runde Nickelbrille. Die Nase war vermutlich einem Rhinophym geschuldet, das Männer manchmal bekommen, wenn sie älter werden und die Brille hatte er mit Sicherheit von seinem eigenen Großvater geerbt, so alt war sie mit ihren Bügeln zum Biegen und den komischen dicken Gläsern. Und natürlich hatte er einen weißen Vollbart und einen gemütlichen Bauch. Weihnachtsmann eben. Ich musste da nicht mehr viel nachhelfen, damit er authentisch aussah. Das erste Mal traf ich ihn kurz nach der Jahrtausendwende, als er mit ein paar Kindern – als Engel verkleidet- für den Titel eines Kataloges posieren sollte. Mitten im Hochsommer in einem Fotostudio, das bis zum Anschlag mit Weihnachtsschmuck dekoriert war. Bei 30°C Außentemperatur. Echt strange. Die Kinder waren auf und um den Schoß des Weihnachtsmanns positioniert und ihr Lachen war echt, denn der Weihnachtsmann mit dem gütigen Lächeln und den freundlichen Augen verstand sich auf Kinder, hatte er doch selber drei aufgezogen. Weiterlesen

Noch so`n Spruch…

SchriftenAls ich dieser Tage einen Weihnachtskatalog durchblätterte, wurde ich von Botschaften und Lebensweisheiten nur so überflutet. Während wir Beschriftungen auf T-Shirts seit Jahrzehnten kennen ( O-Ton meiner Großmutter: „Du kannst doch nicht als lebendige Litfaßsäule herumlaufen!“), hat die Kalligraphie mit mehr oder weniger sinnigen Sprüchen allumfassend in unser Leben Einzug erhalten. Zunächst auf Büchlein, Postkarten, Wandbildern zumindest artverwandt, inzwischen wirklich überall zu finden: auf Kerzen, Stühlen, Bettwäsche, Schmuck & sogar Schokolade. „My home is my castle“ erinnert die sich allzeit aus dem Koffer lebende Businessfrau daran, was ihr eigentlich wichtig ist, „Don`t dream your life. Live your dreams.“ lässt uns jederzeit spüren, dass mehr möglich ist und wir Teil eines großen Wunschkonzerts sind. Dem sinnentleerten Leben Tiefe geben. Zum Glück weisen sie uns aber auch den Weg in einer immer komplexer werdenden Welt. Die Kerze heißt Candle, das Zuhause home, was soll da noch schief gehen. Und sollte uns tatsächlich mal jemand in unserer durchgestylten Wohnung besuchen, weiß jeder sofort, was uns wichtig ist, ( zur Auswahl beispielsweise „My kitchen ist for dancing“ oder „Leben. Lieben. Lachen“ ) ohne dass auch nur ein Wort gesagt werden muss. Ach und übrigens, wir befinden uns gerade in der most beautiful time of the year, nur dass ihr wisst, welcher Gemütszustand gerade so angesagt ist.

We wish you…

Die turbulente Vorweihnachtszeit geht zu Ende, die Geschäfte schließen endlich und es kommt die Gelegenheit, einmal durchzuatmen und die Feiertage und die Zeit mit seinen Liebsten zu genießen.

Genießt das Zusammensein mit euren Familien, regt Euch nicht auf über die immer gleichen nervigen Fragen oder kritischen Anmerkungen eurer Angehörigen, sondern geht einfach schmunzelnd darüber hinweg und seht es als Zeichen „Ja es ist wieder Weihnachten“!

Lasst Euch die Stimmung nicht von einem versalzenem Weihnachtsessen oder von langweiligen Geschenken verderben, sondern freut euch an dem, was gelungen ist, an dem Geschenk, mit dem ihr die größte Freude oder beste Überraschung machen konntet.

Lebt Eure Feiertage, als würde alles genauso geschehen, wie ihr es Euch gewünscht habt!

Wir wünschen Euch frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

Eure ellasoul und Eure couca

Wieder nix geschafft.

Jedes Jahr, wenn es im November schon am Nachmittag beginnt dunkel zu werden und dann die ersten paar richtig kalten Tage kommen, in denen es nach Winter riecht und die Wiesen morgens von Rauhreif glitzern, erfasst mich die Vorfreude auf Weihnachten. Ich dieser Stimmung beginne ich immer viele wunderbare Dinge für eine idyllische Adventszeit und ein schönes Weihnachtsfest zu planen. In meinem Kopf finden sich tausend Ideen, schönen Weihnachtsschmuck zu basteln, leckere Rezepte für Plätzchen, Adventstorten und -menüs werden herausgesucht und Pläne für Einladungen von Freunden zum gemütlichen Zusammensein und Leckereien genießen werden geschmiedet!

Und nun ist heute der 22. Dezember und ich habe mal wieder so gut wie nichts von alledem verwirklicht! Die Zeit verging, wie immer in diesen Wochen, rasend schnell und ich habe keine Tischdeko und Christbaumanhänger aus Zapfen und keine Fenstersterne aus Seidenpapier gebastelt, aus dem Adventskaffee mit Freunden wurde nichts, weil der Großteil nicht konnte, und dieses Jahr habe ich es noch nicht mal geschafft Plätzchen zu backen, obwohl das für meine kleine Tochter ein besonderes Erlebnis in der Vorweihnachtszeit werden sollte!

Na gut, aber nächstes Jahr, da wird (wie immer) alles besser und ich werde alle meine tollen Weihnachtsideen wahr werden lassen – und solange war ich zumindest bei der Vorstellung all der schönen Dinge in wunderbarer Weihnachtsstimmung!

Weihnachten mit Bolle

Ja, aWeihnachten mit Bolleuch ich kann mich ihr nicht entziehen, der Weihnachtszeit. Jahr für Jahr versuche ich, das Beste draus zu machen. ich bemühe mich, eine gute Mutter zu sein und den Kindern eine schöne Zeit zu bereiten. Da gehört es natürlich auch dazu, Weihnachtsgeschichten vorzulesen. Aber ehrlich gesagt landen die meisten Sammelbände wie „Weihnachten in Nordsibirien“, „Märchenzarte Weihnachten“, „Die besten Weihnachtsgeschichten allerberühmtester Autoren“, „Weihnachten mit Manni & Tanni“ und wie sie nicht alle heißen, nur kurz angelesen auf dem Dachboden. Der Funke springt einfach nicht so recht über. Ganz anders bei „Weihnachten mit Bolle“ von Mirjam Müntefering. Die Geschichte einer Freundschaft zwischen dem an einem Parkplatz ausgesetzten Hund Bolle und Hannes, der außer seinem alten Fahrrad und den Sachen, die er am Leibe trägt, nicht viel hat, zieht Leser und Zuhörer sofort in ihren Bann. Es geht (mal wieder) um die wahren Werte des Lebens, um Freundschaft und vor allem um den Sinn von Weihnachten. Und das ist doch schon mal fantastisch, wenn ich das nicht selbst erklären muss. Ein Buch für große vorweihnachtliche Gefühle- nicht nur für Hundefreunde!

„Weihnachten mit Bolle“ von Mirjam Müntefering

ISBN-978-3-431-3868-2

Auf der Insel der Glückseligen

Momentan scheint es mir reichlich banal, angesichts der äußerst brisanten Weltlage, aus meinem persönlichen deutschen Wohlstandsnähkästchen zu plaudern. Schließlich hat die Welt gerade ganz andere Sorgen- Kriege, Flüchtlingsströme, der Terror des Islamischen Staates und Ebola halten die Welt in Atem. Zumindest die Welt der betroffenen oder unmittelbar benachbarten Staaten.

„Ebola ist in Europa angekommen“- ließen die große Tageszeitungen vor einiger Zeit verlauten. Ja, ist denn Ebola in Europa schlimmer als in Afrika? Weil sie in Afrika ja sowieso an Unterernährung oder Aids sterben? Eine Seuche mehr- was geht es uns an. Aber jetzt bei uns, das macht dann doch etwas nervös. Ich gebe zu, ich schaue manchmal einfach einige Tage keine Nachrichten mehr- manchmal, wenn ich die Bilder nicht mehr sehen will, die so bar jeder Hoffnung sind. Da gehen Menschen für ihre politischen Überzeugungen, für ihre Hoffnung auf Veränderung im arabischen Frühling in den Tod. Aber nichts scheint sich so einfach zum Guten zu wenden. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen bezahlen ihr Engagement mit dem Leben. Und wer sind die freiwilligen Helfer, die sich ohne Angst um ihr eigenes Leben für andere einsetzen? Würde ich das tun? Me, myself and I? Und dann quatscht Herr Gabriel in den Nachrichten vom schwächeren Wirtschaftswachstum in Deutschland wegen der schlechten Weltkonjunktur und ich möchte schreien, dass die Politik so tut, als könnten wir immer so weiter machen mit unserem Wirtschaftsmodell.

Wir schauen so lange weg, bis wir nicht mehr können. Und ich sehe es jetzt, das Festzelt auf dem Sportplatz einer Schule. Flüchtlinge sind dort untergebracht, ebenso in einem ehemaligen Möbelhaus. Gemeinden müssen binnen weniger Tage leerstehende Gewerberäume und Schulen zu Flüchtlingscamps umfunktionieren- getragen meist von freiwilligen Helfern. Ich merke, dass ich da genauer hinschauen und helfen möchte. Und dass dieses Weihnachten, dessen Vermarktung sich wieder in allen Geschäften breit gemacht hat und zum massenhaften Konsum aufruft, anders sein muss als die Weihnachten davor. Wir brauchen nichts. Und wir haben viel zu geben.