Hosiana

Gestern morgen erwachte ich in Gedanken über den Himmel und seine vermeintlichen Bewohner und stieß dabei auf einige Ungereimtheiten. Das soll ja so ein schöner Ort sein nach dem Tod. Aber wie soll das dann mit den ganzen älteren Menschen gehen, die Schlaftabletten nehmen müssen, um nachts zur Ruhe zu kommen. Um das Gedankenkarussell zu beenden, das wieder und wieder all das vorbeiziehen lässt, was in diesem Leben schief gelaufen ist, was sie vielleicht anders hätten machen sollen oder was sie verloren haben. Wie soll das dann nur sein, wenn die dann von ihrer Wolke im Himmel auf die Erde hinab blicken? Ein niemals mehr endendes Gedankenkarussell, unfähig, in das Geschehen einzugreifen? Höchststrafe, zu mal es im Himmel, soweit ich weiß, keine Bettruhe gibt – und Schlaftabletten ja sowieso nicht. Von meiner kindlichen Vorstellung, meine lieben Verstorbenen blickten wohlwollend vom Himmel auf mich hernieder, muss ich mich wohl verabschieden. Vermutlich fragen sie sich andauernd, was sie mit mir anders hätten machen sollen und grämen sich, nichts mehr tun zu können. Oder aber im Himmel gibt es irgendwelche Endorphinnebel, die einfach happy machen und das Leben auf Erden so eher rosarot erscheinen lassen. Aber vielleicht ist es ja auch ganz anders und das hat alles mit dieser ominösen Seele zu tun. Das sich marternde Hirn bleibt auf der Erde zurück und die Verstorbenen sind ganz beseelt, quasi jenseits aller Realität auf Erden. Vielleicht habe ich da was verstanden. Beim Münchner im Himmel war das natürlich alles noch mal ganz anders. Und jetzt habe ich auch endlich eine schlüssige Erklärung gefunden, warum das mit den bayrischen Ministerpräsidenten ( siehe Kaperltheater) nichts wird.

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Erster Schultag

Liebevoll berühre ich pünktlich um 6.30h die Schulter meines Sohnes und fordere ihn sanft auf, aufzustehen. Leichte Regung. Einige Minuten später wiederhole ich bei dem sich nicht Rührenden meine Aufforderung mit etwas energischerem Streicheln des Oberarmes. Es folgen mehrfache Wiederholungen ohne sichtbares Ergebnis und mein Ton wird verzweifelter und das Tätscheln geht in ein leichtes Rütteln über. „Ach jetzt komm`, steh halt bitte auf!“, rufe ich verzweifelt. Geht das jetzt wieder los? Jeden Morgen? Schließlich der letzte Versuch. Den fiesen Wecker direkt ans Ohr halten. Es wirkt. Der erste Schultag. Mein Kind sitzt schweigend neben mir am Tisch und isst sein Müsli. Der erste von vielen Morgen, an denen wir viel zu früh aufstehen und uns anschweigen werden. Wehmut schwängert die Luft. Ach, wie schön der Sommer war!

Babyjahre

BabyjahreNormalerweise habe ich altersgemäß nicht mehr so oft mit werdenden Eltern zu tun, aber vor einigen Tagen unterhielt ich mich dann doch einmal mit einer jungen Frau im fünften Monat, die mich fragte, was denn so wirklich wichtig sei, wenn man ein Kind bekomme. Das Erste, was mir einfiel, war eine gute Hebamme. Denn die kennt sich wirklich aus und kann bei Problemen sofort unterstützen und vor allem Ängste nehmen. Das Zweite, was mir damals gut getan hat, war, Finger von Ratgebern wie „Oh je, ich wachse“ zu lassen, in denen steht, was mein Kind gerade alles können sollte und statt dessen nur dann in einem Ratgeber meines Vertrauens nachzuschlagen, wenn ich gerade irgendwie überfordert war mit dem Verhalten meines Kindes. Dann war mein Nachschlagewerk der Klassiker „Babyjahre“ von Remo H. Largo. Denn in diesem Buch geht es nicht darum, was mein Kind wann können sollte, sondern es erklärt das Verhalten und die Bedürfnisse von Babies in all ihrer Vielfalt, um sie besser zu verstehen und darauf reagieren zu können. In diesem Moment weiß man: „Ich bin nicht allein!“ – und das hilft in schwierigen Phasen oft schon viel. Tja, und als Drittes der Tipp für alle Lagen des Lebens: Weniger ist mehr, auch bei der Erstausstattung. Steht sonst nur so viel rum. Viel Glück, liebe Aline.

„Babyjahre“ von Remo Largo, Piper, ISBN 978-3-492-25762-6

Und wer auch schon aus den „Babyjahren“ heraus ist, kann sich den Artikel der Zeit-Redakteurin Alard von Kittlitz über Remo Largos neues Buch „Das passende Leben“ durchlesen, das ist dann wieder eher was für die Meedchen (und Jungs) von gestern.

http://www.zeit.de/2017/32/babyjahre-remo-largo-buch-gebrauchsanweisung-kinderarzt

„Das passende Leben“ von Remo Largo, S.Fischer, ISBN-13:9783103972740

Die Milch macht`s.

Unsere Familie verbraucht viel Milch. Wir essen viel Müsli und lieben Milchkaffee. So war ich die letzten Jahre sehr unglücklich über das Anhäufen von Unmassen an Tetra Paks. Um stattdessen einen größeren Vorrat an Frischmilch in Glasflaschen zu kaufen, ist unser Kühlschrank zu klein. Den regelmäßigen Kauf von nur wenigen Flaschen konnte ich leider auch nicht gewährleisten, da ich zu unregelmäßig einkaufen gehe. Um so begeisterter war ich, als ich bei einer Freundin einen zwei Liter Kanister Milch im Kühlschrank entdeckte und sie mir berichtete, dass sie einmal die Woche eine Lieferung an die Haustür bekäme, wo die alten gegen neue Kanister ausgetauscht werden und sie einmal monatlich eine Rechnung bekäme. Die Lösung! So beziehen wir jetzt seit einigen Wochen unsere Milch direkt vom Erzeuger und das klappt reibungslos. Die Kanister sind so geformt, dass sie auch in die Tür des Kühlschranks passen. Für den Kunden superbequem, für anbietende Milchhöfe lohnend, da kein Geld für den Handel auf der Strecke bleibt. Und gut für die Umwelt, besonders, wenn sich mehrere Nachbarn bei der Bestellung zusammentun. Es gibt bestimmt auch einen Hof bei euch in der Gegend.

Für Nürnberg und Umgebung zum Beispiel von:

https://milch-ziegenhof-staehr.de/biohof-staehr-produkte-bestellung/

Die verflixten 15 Jahre

Die meisten Ehen wurden im vergangenen Jahr nach etwa 15 Jahren geschieden. Diese Statistik bestätigt leider den Eindruck, den ich in jüngster Zeit aus unserem Umfeld gewonnen habe – diese Lebensspanne scheint es in sich zu haben. Sind die Kleinen aus dem Gröbsten heraus, bleibt endlich wieder etwas Zeit, durch zu schnaufen. Zeit, darüber nachzudenken, was einem einmal wichtig war und scheinbar auch Zeit, die Aufmerksamkeit auf die Unzulänglichkeiten des Partners zu richten, anstatt die neue Freiheit zu zweit zu genießen. Wenn der reine Überlebensmodus der Kleinkinderzeit wieder auf Normalzeit schaltet, bekommen manche von uns deshalb einen ersten Einblick in die Abgründe der Ehe. Wenn wir frisch verliebt sind, ist es schier ein Ding des Unmöglichen, sich vorzustellen, wie aus solch einer bedingungslosen Zuneigung Argwohn und Missgunst manch älteren Ehepaares entstehen kann, von Partnern, die einander so gut kennen, wie kein anderer und sich genau deshalb so treffsicher mit feinen, aber gemeinen Spitzen attackieren können. Und auf einmal bemerken wir vielleicht, dass wir selbst nur noch gereizt und genervt sind und keine Lust mehr haben, den anderen an unserem Innersten teilhaben zu lassen. Zu viele Enttäuschungen, zu viel Funktionieren im Alltag. Wer sich in dieser heiklen Phase nicht mit den berühmten unüberbrückbaren Differenzen, dem Trennungsgrund Nummer eins, abfinden will, sollte sich mal wieder damit beschäftigen, warum er sich einmal verliebt hat. Waren es nicht genau diese Gegensätze, die einen zu Beginn der Beziehung so magisch angezogen haben? War es nicht einst toll, wenn seine Ruhe Sie geerdet hat? Warum nervt es dann jetzt nur noch, wenn er auf dem Sofa chillt? Anstatt toller gemeinsamer Erlebnisse, die man oft zu Gunsten der Kinder hintenanstellt, hat sich eine lange Liste von enttäuschten Erwartungen, Missachtung und Verletzungen angehäuft und drängt die Partner in den Rückzug. Das Elternsein erfordert Eigenschaften, die als Paar kaum eine Rolle gespielt haben: Voraussicht, Planung, Zeitmanagement, Effizienz und Multitasking, Eigenschaften, in denen sich Frauen in ihrem Perfektionismus förmlich überschlagen. Bei den Männern bleibt da oft das Gefühl, nicht zu genügen, wenn sie es anders machen. Aber wie lässt sich verhindern, irgendwann nur noch die Mängel des Partners wahrzunehmen, anstatt all die wunderbaren Eigenschaften, derentwegen man sich einst verliebt hat? Eigentlich wissen wir das ja alle. Sind die Eltern zufrieden, sind es auch die Kinder. Das heißt aber auch, sich Zeit füreinander zu nehmen. Ein gemeinsames Hobby. Wieder miteinander reden. Den anderen wieder wahrnehmen und achten. Das erfordert manchmal eine ganz schöne Umgewöhnung. Aber dann kann das auch wieder richtig gut werden.

Sommernachtskino

Es ist wieder soweit, Open Air Kino satt! Zumindest ein Freiluftfilmabend im Jahr gehört für mich zu Sommer. Letztes Jahr haben wir die Ocean Film Tour besucht und unter anderem einen fantastischen Film über die Schwimmerin Diana Nyad gesehen, die es mit 64 Jahren in ihrem fünften Anlauf geschafft hat, 170km in 52 Stunden ohne Pause von Kuba nach Florida zu schwimmen. Einfach irre. Wer das Meer liebt und gerne Cracks auf dem oder im Wasser zusieht, wird sicher auch an der Ocean Film Tour 2017 seinen Spaß haben – in Nürnberg übrigens am 07.07. im Naturgartenbad und in Köln, meine liebe Couca, am 12.7., 2.8.& 4.9. am Harry-Blum-Platz 1!

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