Weniger Plastik – ein Zwischenbericht

Unverpacktwaren

Seit wir beschlossen haben, Plastik zu vermeiden ( Die Sache mit dem Plastik), hat sich einiges getan. Im Supermarkt kaufe ich nur noch Obst und Gemüse, das nicht in Plastik verpackt ist, d.h. ab und an müssen wir auf etwas verzichten, wenn ich nicht von Supermarkt zu Supermarkt rennen möchte. Der erste Besuch des Unverpacktladens in Nürnberg hat mehr Klarheit gebracht. Wir sammeln jetzt Einmachgläser und leere Putzmittelbehälter, weil es dort auch Reinigungsmittel als Refill gibt. Tupperdosen und Co. dienen als Transportbehälter. Sie werden im Laden einfach kurz abgewogen und das Gewicht am Ende wieder abgezogen. Das Gute neben dem Plastiksparen ist, dass ich von allem auch kleine Mengen kaufen kann. So gibt es neben Nudeln, Reis oder Linsen auch Gewürze, Kaffee, Müsli und sogar Süßigkeiten wie Gummibärchen ohne Tüte. Außerdem findet man eine große Auswahl an Körper- & Haarseifen. Also, einfach mal ansehen. Ziel ist erstmal, auf maximal einen gelben Sack pro Woche für uns vier zu reduzieren. Das sollte zu schaffen sein. Und ist immer noch ganz schön viel.

Die Sache mit dem Plastik

PlastikDer Stern stellte im April das Umweltschutzprojekt Banda Sea der Biologin Mareike Huhn vor. Sie und ihre Mitstreiter versuchen mit ihrer Arbeit unermüdlich, der Bevölkerung auf den indonesischen Inseln den verantwortungsvollen Umgang mit Müll zu vermitteln. Denn dort landet, wie an vielen anderen Orten dieser Welt, alles im Meer. Kot, Plastik, Ölkanister, Flaschen. Eine Müllabfuhr gibt es auf den meisten Inseln nicht. Für die Einheimischen ein gewohntes Bild. Die Folgen für die Umwelt sind dramatisch. Viele Tiere verhungern, weil ihnen ihr mit Plastik gefüllter Magen ein Sättigungsgefühl vermittelt. Als ich meinem kleinen Sohn von dem jungen verendeten Pottwal vorlas, der mit 29 Kilogramm Plastik in Magen und Darm an die Küste gespült worden war, war klar, dass auch wir endlich etwas an unserem Umgang mit Plastik ändern müssen. Nichts Neues und trotzdem gar nicht so einfach. Am leichtesten ist das Vermeiden von Plastik sicherlich bei Obst und Gemüse. Mehr Wochenmarkt, weniger Discounter. Auch bei Nudeln, Reis und Getreide kann ich meist zu Kartonagen statt Plastik greifen. Frischwaren und Kosmetik sind extrem schwierig. Da bleibt meist nur das Selbermachen und frisch Zubereiten. Zum Glück gibt es ja inzwischen schon ziemlich viele Unverpackt-Läden in Deutschland, die das Plastik vermeiden deutlich einfacher machen. Ob es auch in Deiner Nähe einen gibt, kannst Du hier rausbekommen: Verpackungsfreie Supermärkte

Wer mehr über das Projekt Banda Sea erfahren und es eventuell mit einer Spende unterstützen möchte, kommt hier zu: Banda Sea

 

In Nürnberg gibt es jetzt Zero Hero in der Oberen Kanalstr. 11a. ZeroHero

Mo. bis Fr. 10:00 – 19:00 Uhr +  Sa. 10:00 – 16:00 Uhr

In Köln zum Beispiel Tante Olga in der Berrenrather Str.406 Tante Olga

Di. bis Fr. 10:00 – 19:00 Uhr     Mo + Sa. 10:00 – 15:00 Uhr

Mal sehen, wie wir das so hinbekommen werden im Alltag mit wenig Zeit und vielen Aufgaben. Wir sind jedenfalls wild entschlossen.

Buchtipp: Am Ende bleiben die Zedern

Heute finden nach fast zehn Jahren Parlamentswahlen im Libanon statt. Ein neues Wahlgesetz ermöglicht erstmals auch unabhängigen Kandidaten, die sich nicht über ihre Religionszugehörigkeit definieren, mehr Chancen. 66 von 1000 Kandidaten treten als unabhängig an. Das ist eine neue Bewegung gegen das Establishment. Im Libanon leben 18 anerkannte religiöse Gruppen, die Macht wurde bisher nach strengen Regeln zwischen verschiedenen Vertretern aufgeteilt. Dabei werden beispielsweise die Schiiten vom Iran unterstützt, die Sunniten von Saudi Arabien, es gibt Einflussnahmen von Syrien und Israel. Warum ich mich dafür interessiere? Weil ich gerade erst den Roman „Am Ende bleiben die Zedern“ von Pierre Jarawan gelesen habe. Eine berührende Familiengeschichte, in der man viel von diesem gespaltenen Land erfährt, von seiner Schönheit, seinen Konflikten und Kriegen. In der man einen Eindruck davon bekommt, wie schwierig es sein kann, Geschichte festzuschreiben, in einem Land in dem es so viele unterschiedliche Glaubensrichtungen, Parteien und Sichtweisen gibt. Es bleiben mehr Fragezeichen als Antworten zurück. Was ich aber verstanden habe, ist, dass eine Lösung der politischen Führung von der Religion ein ganz wichtiger Schritt in eine gute Richtung sein könnte.

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Pierre Jarawan   „Am Ende bleiben die Zedern“

Berlin Verlag         ISBN: 978-3-8270-1302-6

Die gute alte Quelle

Meine Quelle.jpgVor einiger Zeit kam ich mit ein paar jungen Leuten am alten Quellegelände in Fürth vorbei. Irgendwann fragte jemand „Was ist eigentlich die Quelle?“. Die Quelle, tja, wie soll ich sagen, eines der Versandhäuser meiner Kindheit, bei der wir regelmäßig unsere Kleidung bestellt haben. Deren Kataloge ich neugierig gewälzt habe und aus dessen Modellen Kleiderpuppen entstanden sind. Später arbeitete ich viele Jahre als Freelancer bei eben diesen Fotoshootings, die sich dann in dem Katalog wiederfanden. Und dann kam 2009 die Insolvenz und nicht mal zehn Jahre später ist sie für die Youngster kein Begriff mehr. Schon verrückt, wie sich das Kaufverhalten inzwischen verändert hat. Für sie kaum mehr vorstellbar, dass man ausschließlich in Geschäften eingekauft hat oder eben in diesen zweimal im Jahr erschienenen mehrere hundert Seiten dicken Hauptkatalogen gewälzt hat, um sein persönliches „It-Piece“ zu finden. Kein Zalando, kein Dawanda, kein Amazon. Was hat dieser Wandel gebracht? Natürlich, ich kann besser genau das finden, was auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Deshalb sind aber auch meine Ansprüche gestiegen. Auch die Verführung, mehr zu kaufen, ist größer geworden, zum einen, weil es durch die globale Konkurrenz im Netz viel mehr Produkte mit ansprechenden Designs gibt, aber auch weil immer ausgeklügelteres Targeting im Internet dafür sorgt, dass mir genau das angeboten wird, was mir gefällt. Die ursprünglich zwei Modesaisons im Jahr sind zu zwei Haupt- und zwei Prècollections geworden mit andauernden Sale Aktionen, um den Kaufanreiz weiter zu erhöhen. Das macht manchmal ganz schön müde. Natürlich bestelle auch ich online, vor allem, wenn ich etwas ganz Bestimmtes brauche. Ich gehe aber auch immer noch gerne in Geschäfte, weil ich nach wie vor finde, dass ein noch so gut fotografiertes Bild weder die Haptik eines Stoffes ersetzen kann, noch zeigt, wie die Klamotte an mir aussieht mit meinen individuellen Maßen und Problemzönchen. Das mag ziemlich old school sein, aber es gibt ja noch das ein oder andere Argument, dass auch für Youngster von Interesse sein dürfte. Zum Beispiel, dass wir nicht alles machen müssen, nur weil wir es können. Weil es den CO2 Ausstoß wieder reduziert, wenn wir nicht andauernd Pakete um die halbe Welt jagen. Weil der Einzelhändler keine Daten sammelt, wenn wir eine Hose anprobieren. Und weil es eigentlich ganz schön ist, wenn wir auch weiterhin durch die Stadt bummeln können und auch dort ein bisschen Vielfalt finden. Die Quelle hat seinerzeit den Wandel ins Internetzeitalter verschlafen, obwohl die Strukturen für den Versandhandel längst geschaffen waren. Und so werden sich bald immer weniger Menschen an die gute alte Quelle erinnern. In Memoriam.

Ella denkt nach: Weihnachten und so

Weihnachten2017_meedchenwargesternEs wurde dann doch noch irgendwie weihnachtlich mit rekordverdächtigen drei Weihnachtsmarktbesuchen, drei Weihnachtsfeiern inklusive reichlich Frieren und Glühwein Trinken, einmal reichlichem Schneefall, einem Adventskonzert und einem Adventsgottesdienst. Wow, so eine Adventszeit hatte ich vermutlich noch nie. Das Schönste daran war, dass wir auch als Familie etwas Zeit gefunden haben, zusammen zu sein und es irgendwie allen ganz gut geht miteinander. Ist ja nicht immer so. Das persönliche Umfeld wird umso wichtiger, je schwieriger die äußeren Umstände sind. Noch nie wurde ich bei Erstbegegnungen mit Menschen mit so vielen Stammtischparolen konfrontiert wie in den letzten Monaten. Wo man sich sonst über das Wetter oder den letzten Restaurantbesuch unterhalten hat, geht es jetzt um Muslime, Trump oder den Nahen Osten. Auf einmal sehe ich mich mit Worten ringen, um Plattitüden etwas entgegenzusetzen. Manchmal ist es gar nicht so einfach, die richtigen Worte zu finden, um zu entkräften, was man für falsch hält. Damit möchte ich mich im neuen Jahr mehr auseinander setzen, damit nicht nur „die“ ihre Argumente vorne auf der Zunge tragen, sondern auch ich. Ich möchte mehr Argumente parat haben, wenn es um diese armselige deutsche und europäische Flüchtlingspolitik geht, für die ich mich zutiefst schäme. Die Geflüchtete zu Tausenden unter menschenunwürdigen Bedingungen in Lagern in Griechenland einpfercht, wo sie nichts tun können, als monatelang darauf zuwarten, wie es weitergeht. Die Bündnisse mit zweifelhaftesten Bündnispartnern eingeht. Die asylsuchenden Schülern potentielle Ausbildungen nicht genehmigt und denen, die sich integrieren wollen und deren Unterstützern, einen Stein nach dem anderen in den Weg legt. Die Politik hat sich von den Rechten in immer populistischere Positionen drängen lassen, anstatt Kante zu zeigen. Rechtes Gedankengut ist wieder salonfähig geworden. So jetzt denkt ihr, was ist denn das, ein bisschen Weihnachtsharmonie und dann zum Gegenschlag ausholen? Ja. Leben ist doch Beides. Ich freue mich auf die kleine Weihnachtspause und den Rückzug aus dem Trubel dieses Lebens. Aber dann geht`s doch wieder weiter, oder? Mit neuer Energie auf sie mit Gebrüll! Und dazu hilft es auch, die Lungen bei andächtig weihnachtlichem Gesang zu weiten.

 

Der Last Minute Buchtipp:

 

mit Rechten reden„Mit Rechten reden“ – Ein Leitfaden

heißt ein Buch, das sich damit auseinandersetzt, wie man den Argumenten der Rechten ( und Linken) begegnen kann, ohne sofort gegen die Wand zu fahren.“

Von Per Leo, Maximilian Steinbeis, Daniel-Pascal Zorn

ISBN: 978-3-608-96181-2 Verlag: Klett – Cotta

Das System Amazon

Dass bei so manchem Internet Riesen nicht immer alles arbeitsrechtlich und moralisch ganz korrekt läuft, ist nichts Neues. Wie weit diese unsauberen Methoden aber tatsächlich gehen und dass das so möglich ist, ist dann doch erschreckend. Höchste Zeit, gegenzusteuern und dieses Verhalten nicht durch gedankenloses Shoppen zu unterstützen. Eine beeindruckende Reportage aus der Reihe „Die Story“ im Ersten.

Hier geht`s zur ARD Mediathek:

Die Milch macht`s.

Unsere Familie verbraucht viel Milch. Wir essen viel Müsli und lieben Milchkaffee. So war ich die letzten Jahre sehr unglücklich über das Anhäufen von Unmassen an Tetra Paks. Um stattdessen einen größeren Vorrat an Frischmilch in Glasflaschen zu kaufen, ist unser Kühlschrank zu klein. Den regelmäßigen Kauf von nur wenigen Flaschen konnte ich leider auch nicht gewährleisten, da ich zu unregelmäßig einkaufen gehe. Um so begeisterter war ich, als ich bei einer Freundin einen zwei Liter Kanister Milch im Kühlschrank entdeckte und sie mir berichtete, dass sie einmal die Woche eine Lieferung an die Haustür bekäme, wo die alten gegen neue Kanister ausgetauscht werden und sie einmal monatlich eine Rechnung bekäme. Die Lösung! So beziehen wir jetzt seit einigen Wochen unsere Milch direkt vom Erzeuger und das klappt reibungslos. Die Kanister sind so geformt, dass sie auch in die Tür des Kühlschranks passen. Für den Kunden superbequem, für anbietende Milchhöfe lohnend, da kein Geld für den Handel auf der Strecke bleibt. Und gut für die Umwelt, besonders, wenn sich mehrere Nachbarn bei der Bestellung zusammentun. Es gibt bestimmt auch einen Hof bei euch in der Gegend.

Für Nürnberg und Umgebung zum Beispiel von:

https://milch-ziegenhof-staehr.de/biohof-staehr-produkte-bestellung/