Der Mann aus dem Mainstream

Auch, wenn es einige von Euch vielleicht schon ( in Auszügen) gesehen oder davon gelesen haben, es lohnt sich, dem Kabarettisten Florian Schroeder zuzuhören, wie er auf mutige, intelligente und sachliche Weise die Auseinandersetzung mit den Teilnehmer*innen einer Anti-Corona-Demo in Stuttgart sucht. Respekt!

#BlackLivesMatter

BlackLivesMatter

Als vor einigen Tagen auf Instagram die Farbe Schwarz unzählige Male gepostet wurde, wunderte ich mich anfangs noch, schnell war aber klar,  für was sie stand – ein Symbol für Black Lives Matter. Die Bewegung  entstand 2013 in den USA als Reaktion auf die willkürliche Ermordung des schwarzen 17-jährigen Schülers Trayvon Martin durch einen Wachmann, der in einem zweifelhaften Urteil wegen Notwehrs freigesprochen wurde. Seitdem setzt sich Black Lives Matter gegen Polizeigewalt an Schwarzen, Rassismus und Racial Profiling ein. Nach dem Mord an George Floyd ist daraus eine weltweite Protestbewegung entstanden und auch in Deutschland bekennen sich viele zu ihrer Haltung.

Ich unterstütze jede Art von Kampf gegen Rassismus und Polizeigewalt und der Mord an George Floyd ist einfach unmenschlich und so etwas darf nie wieder geschehen. Trotzdem hat die Begeisterung für diese Bewegung für mich in Deutschland einen kleinen Beigeschmack. Es scheint viel einfacher und vielleicht auch „hipper“ zu sein, gegen Rassismus in den USA aufzustehen, als gegen Rassismus im eigenen Land, wo die AFD inzwischen in manchen Bundesländern zweitstärkste Partei ist. Auch bei uns gibt es verstärkte Kontrollen von Personen mit Migrationshintergrund durch die Polizei. Auch bei uns gibt es Diskriminierung von Menschen, die nicht typisch deutsch aussehen oder einen fremdländischen Namen haben, im Alltag bei der Wohnungssuche, bei der Suche nach einem neuen Job oder in der Schule. Es gibt eine breite Ablehnung gegen die Aufnahme von Flüchtlingen, es gibt Gewalttaten gegen Muslime und gegen Juden, wie die schrecklichen Anschläge von Hanau und Halle. Etwa 20000 Delikte mit rechtsextremistischem Hintergrund pro Jahr gibt es in Deutschland, viele davon Hetze im Netz und Propaganda, aber auch rund 1000 versuchte oder vollzogene Gewalttaten. Die Reaktionen darauf sind oft verhalten. Und Schweigen ist auch immer ein Stück weit Zustimmung, wenn sie ihre Ursache vielleicht auch manchmal nur in der Bequemlichkeit hat.

Es wäre schön, wenn „Black lives matter!“ auch hier für Menschen aller Hautfarben, Glaubensrichtungen und jeglicher sexueller Orientierung gelten würde, ganz nach Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948:

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“