Warum Querdenker manchmal auch Putin verstehen – Folgen der deutschen Corona Politik

Ich habe eine sehr enge Freundin, die bald zu Beginn der Coronapandemie begann, mit den Maßnahmen der Regierung zu hadern. Durch eine schwere Erkrankung zu einer Pause vom Alltag gezwungen, fand sie viel Zeit, sich dem Thema Pandemie zu widmen, es ließ sie kaum noch los, wie ich bei unseren Telefonaten bald merkte. Ich konnte nur zu gut verstehen, dass sie es furchtbar fand, dass ihre noch kleinen Kinder das Schulleben mit Masken und Abstandsregeln kennenlernen mussten, anstatt unbeschwert diesen neuen Lebensabschnitt erproben zu können. Auch, dass sie bei einem neu entwickelten, genetisch veränderten Impfstoff nicht in der ersten Reihe stehen würde, war keine Überraschung. Wer in einem Elternhaus aufwächst, das eher alternativen Heilmethoden als der Schulmedizin vertraut, der ändert seine Weltanschauung nicht von heute auf morgen. Was uns bald unterschied, war, dass ich bereit war, Fehler der politischen Entscheidungsträger mit der vollkommen neuen, schwer einschätzbaren Situation zu entschuldigen, während bei ihr das Misstrauen wuchs. Und so erging es nicht nur ihr, wie ich vor kurzem in einer Umfrage erfuhr.

Demnach hält ein gutes Drittel seiner Bevölkerung Deutschland für eine Scheindemokratie. Ein erschreckendes Ergebnis, an dem mit Sicherheit die Corona-Politik der Bundesregierung und leider auch die sogenannten „Mainstreammedien“ nicht ganz unschuldig sind. Es war ein schwerwiegender Fehler, von Beginn an Menschen mit anderen Ansichten oder auch nur Zweifeln an den Maßnahmen der Regierung in eine Ecke zu stellen und aus der öffentlich-rechtlichen Meinung zu verbannen. Anstatt sich ausführlich zu erklären, das Bemühen zu bekräftigen, bestmöglich zu handeln, ohne Irrtümer ausschließen zu können, weil unsere moderne Welt erstmalig mit solch einer Situation konfrontiert war, tat die Regierung so, als sei ihr Weg der einzig richtige und duldete wenig Widerspruch. Gebetsmühlenartig wurden die Aufforderungen zur Impfung wiederholt, ohne auch nur einen der Zweifelnden zu erreichen. Und die Medienlandschaft folgte ziemlich einstimmig. Dabei hätte die Regierung versuchen müssen, mit Argumenten zu überzeugen, anstatt andere Meinungen als unerwünscht abzustempeln. Denn die Entwicklung, die so ins Rollen gebracht wurde, lässt sich jetzt nicht mehr stoppen.

Alle, die mit ihren Ängsten und Ansichten von den klassischen Medien übergangen wurden, haben andere Kanäle gesucht und gefunden. Und bei vielen ist die Überzeugung gewachsen, sie würden von den „Mainstreammedien“ sowieso nur belogen oder Informationen würden sogar im Sinne der Regierung zurückgehalten. Was wiederum bedeutet, dass inzwischen nicht nur Informationen zu Corona in Frage gestellt werden, sondern auch zu ganz anderen Themen, wie das Phänomen der neuen Putinversteher*innen zeigt. Viele Menschen haben so ein Misstrauen entwickelt, dass sie generell alle Informationen anzweifeln und uns eben solch einer Propaganda ausgesetzt sehen, wie wir sie Putin vorwerfen. Eine tragische Entwicklung, denn die neuen Kanäle nutzen ihre Macht. Verrückt? Bedingt. So wie die meisten von uns dem Einfluss der Algorithmen der Mainstreamfilterblase unterliegen, finden andere in ihrer Blase die immer gleichen Informationen, die sie in ihrer neuen Weltauffassung bestärken. Und hat man diese Brille erstmal auf, lässt sich vieles umdeuten, was zuvor völlig normal erschien.

Nun könnte man es sich leicht machen und die Ansichten dieser Menschen als Verschwörungstheorien abtun. Aber so einfach ist es nicht. Denn es stellt sich eben auch mal heraus, dass unpopuläre wissenschaftliche Erkenntnisse der „Querdenkerszene“ doch nicht so falsch waren, wie anfangs dargestellt, wenn sie Monate später in den klassischen Medien erscheinen, wodurch sich wiederum Nutzer*innen alternativer Medien in ihrem Misstrauen betätigt fühlen. Es ist eben nicht alles falsch an den Bedenken gegenüber den Maßnahmen der Regierung gewesen, wie sie von verschiedenen Kinderärzt*innen, Psycholog*innen und Wissenschaftler*innen vorgebracht wurden. Von Menschen, die keineswegs Corona leugneten, sondern Angst vor unbekannten Impfnebenwirkungen hatten, die dachten, dass die Maßnahmen schlimmere Spätfolgen für die Gesellschaft haben könnten als der Tod schwer erkrankender Menschen oder von Frauen, die schlichtweg Sorge um ihre ungeborenen Kinder hatten. Diese vollkommen unterschiedlichen Menschen wurden schnell unter dem Begriff Querdenker zusammengefasst, anstatt sich mit ihren individuellen Beweggründen gegen eine Impfung auseinanderzusetzen und sie vor allem ernst zu nehmen.

Als halbwegs sorgloses Mitglied des Mittelstandes fällt es im Allgemeinen nicht schwer, mit den politischen Entscheidungen unserer Regierung mitzugehen. Es gefällt uns nicht alles, man motzt mal hier und da, aber solange man nur bedingt an die Grenzen seiner persönlichen Freiheit und Möglichkeiten stößt, lasst es sich sehr gut in diesem Deutschland leben. Wer dagegen immer wieder an Grenzen stößt, wessen Lebenssituation sich nicht verbessert, obwohl er oder sie sich abstrampelt, egal wer gerade an der Regierung ist oder wer sich- wie in der Pandemie- zu Maßnahmen gezwungen sieht, die ihm zutiefst widerstreben, beginnt allerdings, seinen Blick zu verändern. Er oder sie ist nicht mehr bereit, Fehlentscheidungen zu verzeihen, sondern merkt sich nicht eingehaltene Versprechungen, persönliche Bereicherung von Politiker*innen, Lügen und Täuschung. Und hält Deutschland vielleicht am Ende sogar für eine Scheindemokratie, als Ausdruck der eigenen Ohnmacht, nichts an der gegenwärtigen Situation verändern zu können.

Es ist eine Mammutaufgabe für unsere Demokratie, dies wieder zu verändern. Sich auf gemeinsame Werte und Erfahrungen zu besinnen und wieder Vertrauen aufzubauen. Wieder einen gemeinsamen Weg zu finden, weg vom Schwarz und Weiß, Gut und Böse, richtig und falsch. Die Perspektive des anderen einzunehmen, um seine oder ihre Wahrheit zu verstehen und darüber reden zu können. Die Algorithmen der Sozialen Medien müssten endlich so verändert werden, dass allen Menschen alle Informationen zur Verfügung stehen und nicht nur die, die sie in ihrer Meinung bestätigen. Dafür bedürfte es aber ganz neuer Geschäftsmodelle. Solange Zeit Geld bedeutet und User an den Geräten gehalten werden müssen, werden die Firmen uns immer vorsetzen, was wir lesen wollen.

Vor einiger Zeit haben meine Freundin und ich wieder telefoniert. Es war anstrengend, wir haben diskutiert und gerungen, bei manchen Themen Konsens gefunden, bei anderen ging kein Weg zusammen. Aber nur so wird es gehen. Hinterfragen, überzeugen, auseinandersetzen. Vielleicht muss unsere Gesellschaft wieder lernen, zu diskutieren und es auch aushalten, wenn man nicht zusammenkommt. Hauptsache im Gespräch bleiben- das haben wir beiden uns ganz fest vorgenommen.

Omikron und das Testen

Omikron schlägt gerade überall zu, Freunde und Bekannte von uns sind betroffen, manchmal sogar die ganze Familie. Das Problem bei der Diagnostik ist gerade die Unzuverlässigkeit der Tests, nicht nur die der Schnelltests, sondern auch die der PCR Tests. Wer auch immer aufgrund einer Infektion bereits den Wahnsinn der täglichen Testung mitgemacht hat, erzählt davon, dass Tests an ein und demselben Tag morgens anschlagen können, abends aber nicht (oder umgekehrt), und weiß zu berichten, dass der Schnelltest positiv, der PCR Test aber am gleichen Tag negativ sein kann und umgekehrt. Die Virenlast scheint vor allem gegen Ende der Infektion so hoch zu sein, dass das Freitesten, wenn man eigentlich keine Symptome mehr hat, zum Pokerspiel werden kann. Ich selbst musste kürzlich von einem Job nach Hause gehen, weil der Schnelltest am Morgen vor Ort angeschlagen hatte. Der PCR und alle Schnelltests im Nachgang waren negativ und ich hatte auch keinerlei Krankheitssymptome. Der Job war futsch, die Kohle auch, so ist das mit den Selbständigen. Die Lage gleicht gerade jedenfalls eher einem Glücksspiel als solider Wissenschaft. Ich würde dafür plädieren, dass es selbstverständlich sein sollte, zuhause zu bleiben, wenn man Krankheitssymptome hat und auch dann testet, wenn es nur leichte Symptome sind. Das ins Blaue hineintesten, vor allem von Geboosterten, die ja scheinbar eine extrem schwer nachzuweisende Viruslast zu Beginn einer Infektion haben, führt jedenfalls gerade zu mehr Verunsicherung als zu wirklichem Nutzen. Vielleicht müsste man ja nicht nur bei der Impfung, sondern auch bei den Tests nachjustieren. So ist das jedenfalls keine runde Sache.

Auf dem Einwohnermeldeamt

Über dieses Thema wollte ich mich schon lange mal auslassen, denn dort einen Termin zu bekommen ist kaum weniger schwer als eine Audienz beim Papst. Umso erfreulicher, dass mir heute so Wunderliches widerfuhr.

Ein älterer Herr mir gegenüber musste sich ausgiebig schnäuzen und schob zu diesem Zwecke seine Maske einfach nach oben. Der Anblick dieses Superhelden bedurfte all meiner Körperbeherrschung, um nicht vor Lachen zusammenzubrechen. Ja, auf dem Einwohnermeldeamt kann man was erleben…das Warten hat sich gelohnt.

Vom stillen Leid

Heute möchte ich den Gastbeitrag einer jungen Frau mit Euch teilen, in dem sie auf das oft unerkannte, stille Leid von Menschen aufmerksam machen möchte, die an Bulimie leiden. Da die Betroffenen äußerlich meist ganz „normal“ wirken und weder durch starkes Über- noch Untergewicht auffallen, ahnen viele in ihrem Umfeld nichts von ihrer Erkrankung.

Und wenn du dir manchmal wünschst, dass du aus deinem Leben einfach herausschlüpfen kannst…einfach Cut, Vorbei, Ende. Und ein Neuanfang.

Wenn es denn so einfach wäre.

Wie oft habe ich schon gesagt, heute ist Schluss, heute ist der letzte Essanfall. Heute ist der letzte Essanfall, weil ich mich nicht länger kaputt machen will.

Weil meine Zähne aufhören sollen, zu schmerzen, weil ich nicht länger büschelweise Haare ausfallen sehen möchte, weil ich endlich meine Periode regelmäßig bekommen möchte. Und weil es vor allem ganz furchtbar ist, nach jedem Essanfall das Essen wieder durch Erbrechen loszuwerden. Solange zu erbrechen, bis gelbe Galle kommt oder im Idealfall sogar Blut.

Und weil ich nicht mehr ständig diese totale Erschöpfung spüren möchte, die psychische und die körperliche. Die mich kaputt macht, die mich vom Schlafen abhält, weil ich viel zu erschöpft bin, um schlafen zu können.

Über die Bulimie wird in der Öffentlichkeit so gut wie nie geredet, weil die meisten Menschen mit Bulimie nicht durch ein extremes Körperbild aus der Gesellschaft herausstechen. Nicht durch extremes Untergewicht oder Übergewicht. Die Menschen leiden leise und einsam, doch kaum einer hat den Mut, diese Menschen auf ihr Leiden anzusprechen. Auf diese Menschen wird höchstens still und heimlich gezeigt und hinter ihren Rücken getuschelt.

Die an Bulimie erkrankten Menschen gehen meist lautlos und unauffällig durch die Welt, leiden extrem und haben oft niemanden, mit dem sie über die Erkrankung sprechen können, da sich die Betroffenen extrem schämen. Schämen wegen ihres abnormalen Verhaltens, wegen ihrer finanziellen Sorgen, die durch die häufigen Lebensmitteleinkäufe entstehen, wegen der Lebensmittelverschwendung, die sie betreiben, wenn all das Essen in der Toilette landet.

Ich hatte alle drei Formen der Essstörung und seit mittlerweile fast 10 Jahren Bulimie, glücklicherweise auch mit großen Pausen ohne eine Form der Essstörung.

Und während ich diesen Text hier schreibe, stopfe ich mir Eis und Schokolade rein in dem Wissen, dass ich das und all die anderen Massen an Lebensmitteln in 15 Minuten wieder loswerde, um danach wie immer feinsäuberlich alle Spuren aus meiner Wohnung entfernen werde, das Bad putzen, die Wohnung putzen, den Müll runterbringen, aus der tiefen Hoffnung heraus, dass ich morgen wieder einen guten Tag schaffen werde.

Ich hoffe, ich kann eines Tages endgültig aus meiner persönlichen Hölle aussteigen in dem Wunsch, ein freies und erfüllendes Leben zu führen.

Corona hat die letzten 1,5 Jahre das Leben der Gesellschaft bestimmt, es war das vorherrschende Thema. Corona hat für für viele Menschen, die ohnehin schon psychisch belastet waren, noch zusätzliche Belastung in das Leben dieser Menschen gebracht und leider ist auch die Zahl der Menschen, die an einer psychischen Erkrankung oder Essstörung erkrankt sind, extrem gestiegen.

Meine Bitte an euch ist, nicht weg zu schauen. Egal ob ihr Menschen im Freundes- oder Familienkreis habt, die an einer psychischen Erkrankung oder Essstörung leiden oder ob ihr Menschen auf der Straße seht, denen es offensichtlich nicht gut geht, schaut nicht weg, sprecht sie an und fragt nach. Vielleicht kann das dem einen oder anderen zumindest vorübergehend ein Gefühl des gesehen Werdens vermitteln.

Das Ende der Welt – danke für nichts, verehrtes Kultusministerium

Diese Glosse von Nicole Hirsch habe ich heute morgen auf Bayern 2 gehört und ich fand ihren Blick auf das Schulleben der vergangenen Wochen und die Vorschau auf die kommenden durchaus amüsant:

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowelt/ende-der-welt-danke-fuer-nichts-verehrtes-kultusministerium-100.html

(Heute leider noch nicht als Audio, sondern zum Selber Lesen- sorry…)

Viel Spaß beim Schmunzeln, einen guten Start in die Sommerferien den Nachzüglern und einen guten Wiedereinstieg denjenigen, für die es bald wieder losgeht!

Eure Ella

Mehr fällt Ihnen nicht ein, Frau Esken?

Nachdem seit Ausbruch der Corona-Pandemie von den verantwortlichen Kultusministerien nichts, was auch nur im Ansatz einem Konzept ähnelte, zum Thema Präsenzunterricht unter pandemischen Bedingungen entwickelt wurde, habe ich schon seit einiger Zeit darauf gewartet, dass – als einfachste aller Lösungen- von der Politik eingefordert würde, dass Schüler*innen einfach geimpft werden sollten. Klar, dieses Allheilmittel ist inzwischen gut eingeführt, die Verteilung funktioniert und kostet vermutlich weitaus weniger als Belüftungsanlagen in allen Räumen, das Einstellen zusätzlicher Lehrkräfte und das Anmieten weiterer Räume.

SPD-Chefin Saskia Esken war es nun, die der Ständigen Impfkommission dringend anriet, endlich eine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche auszusprechen. Tut sie aber (zumindest vorerst) nicht, wie die Stiko heute klarstellte und sich die Einmischung von Seiten der Politik verbat. Bislang empfiehlt sie Impfungen nur für Kinder und Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen, weil in diesem Fall die Risiko-Nutzen-Abwägung in einem ganz klaren Verhältnis steht. Dies tut es aber bei unvorbelasteten Kindern nicht unbedingt. Ein Kind sollte weder geimpft werden, damit es einfacher mit seinen Eltern in den Urlaub fahren kann, noch, weil dadurch der Schulbetrieb ohne weitere Mühen aufrechterhalten werden kann. Es sollte geimpft werden, wenn die Wahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung so hoch ist, dass sie die Risiken einer Impfung rechtfertigt. Und genau das kann die Stiko so noch nicht eindeutig verkünden, da sie noch nicht genug Daten darüber sammeln konnte, wie gefährlich die neue Delatavariante für unsere Kinder ist.

Also, liebe Frau Esken und Co, bleiben Sie mal bei Ihren Leisten und überraschen uns mit einem gelungenen Konzept. Unabhängig von der persönlichen Entscheidung von Eltern und Schüler*innen. Das würde bestimmt auch Eindruck für die nächste Bundestagswahl machen.

Zweierlei Maß

König Fußball darf alles. Die UEFA darf alles. Und die Ungerechtigkeit schreit zum Himmel. Kein Wunder, dass sich bayerische Kulturschaffende darüber in einem offenen Brief an Ministerpräsident Söder empörten. Während bei den Spielen der EM in der Münchner Arena 14500 Fußballbegeisterte zugelassen sind und waren, dürfen Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel nur 1500 Besuchern Einlass gewähren. Dabei geht es dort meist weitaus gesitteter zu als im Stadion, wo sich die Menschen die Seele aus dem Leib brüllen und die Emotionen nur so kochen. Ich gebe zu, dass auch ich den ein oder anderen Fußballabend mit meinen Männern genossen habe – legendär das Spiel Frankreich gegen die Schweiz.

Aber vielleicht wäre es sinnvoller, endlich Möglichkeiten zu schaffen, wie junge Menschen mal wieder ausgelassen und coronakonform feiern können, ohne dass sie über kurz oder lang von der Polizei vertrieben werden, weil sie sich mangels Alternativen auf öffentlichen Plätzen tummeln müssen. Ab ins Stadion oder wie? Ein teurer Spaß. Es gibt zahlreiche Konzepte von Clubbetreibern, sei es mit Teststrategien im Vorfeld, der Abtrennung bestimmter Areale in einzelne Bereiche oder das Feiern an der frischen Luft. Hauptsache es tut sich wieder was. Es gäbe im Schlichten und Ordnen erfahrenes und bestqualifiziertes Personal namens Türsteher ( soweit es nicht inzwischen umgeschult hat), die den Polizeibeamt*innen ihre unliebsame Aufgabe abnehmen könnte und das vermutlich mit weniger Eskalationen, denn Türsteher genießen bei Feierwütigen meist weitaus mehr Sympathien als die Polizei.

Der Virologe Lars Dölken der Universität Würzburg sagte letztens im Interview der Nürnberger Nachrichten: „Wenn ich ein Stadion mit 50000 Personen habe, können natürlich eine Handvoll Infizierte darunter sein, die möglicherweise in ihrem direkten Umfeld ein paar andere anstecken können. Aber das sind keine Superspreader-Events, wie wir sie etwa in Kirchen oder in fleischverarbeitenden Industriebetrieben hatten. Wenn ich Sachen in Innenräumen mache, ist dieser Raum innerhalb von ein bis zwei Stunden eine Virusuppe, und das kann draußen eben nicht passieren.“

Das mag eine Einzelmeinung sein. Vielleicht aber auch nicht. Wieso machen wir dann so einen Zirkus um die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die so viel nachholen wollen nach Monaten der Entbehrung? In denen sie auf so viele wichtige Erfahrungen verzichten mussten, die das Heranwachsen normalerweise so wertvoll machen. Versteht mich nicht falsch, ich bin noch immer für einen bedachten Umgang mit der Lage, aber bitte endlich mal mit gleichem Maß für alle.

Wie war das mit der Entschleunigung?

Als unsere Minister*innen und die ermattete Kanzlerin Anfang Mai tagten und jegliche Beschlüsse zu Lockerungen der Corona Maßnahmen vertagten, machte ich mir wirklich Sorgen, dass es in Deutschland bald zu einer Revolte kommen würde – nicht nur von Querdenkern, sondern auch von vielen anderen, die inzwischen ein ernsthaftes Problem mit den Entschlüssen der Politik hatten. Doch dann ging alles schnell. Kaum eine Woche später begannen einige Ministerpräsidenten, sich gegenseitig im Lockern zu überbieten und auf wundersame Weise purzelten die Inzidenzwerte, als gäbe es da einen Kausalzusammenhang. Bayreuth und gar Tirschenreuth inzwischen bei 0,0 und auch das geplagte Nürnberg endlich unter 40. Dazu eine freudige Überraschung nach der anderen. Was? Keine Testpflicht mehr beim Einkaufen? Einfach in einen Laden reingehen ohne Click and Meet? Ins Cafè und in den Biergarten mit bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten? Der Wahnsinn. Bis ich mir dieser wiedergewonnen Möglichkeiten bewusst geworden war, dauerte es ein Weilchen. Aber dann kam es endlich bei mir an. Ich würde mich wieder verabreden, Kino, Freibad, Cafe und startete eine Dating Offensive. Die Ernüchterung stellte sich binnen weniger Stunden ein. Auf einmal hatte niemand mehr Zeit, eben diese mit mir zu verbringen. Du, sorry, meine Wochenenden sind bis zu den Sommerferien verplant. Ich treffe mich gleich mit einer Freundin. Oh, du, schade, wir bekommen Besuch. Klar, muss man ja alles nachholen, all die aufgeschobenen Treffen, Aktivitäten und Hobbies. Und zu viel Zeit sollte man sich dabei ja auch nicht lassen, schließlich wissen wir nicht, wie umtriebig sich die Deltavariante bei uns zeigen wird. Also schnell leben, als gäbe es kein Morgen. Was waren das für Zeiten, als unsere Kontaktfamilie quasi exklusiv für uns verfügbar war. Klar, sie hatte ja ebenfalls kaum ein Alternativprogramm zu uns. Kurz angerufen, zusammen ein Käffchen mit Abstand im Freien, eine kleine Wanderung oder ein gemeinsames Abendessen. Hach, wie unkompliziert. Jetzt konkurrieren wir wieder mit einer Schar von Freund*innen aus Nah und Fern, Nachbar*innen und der lieben Verwandtschaft. Irgendwie doof. Aber dann hat mich die Welle doch noch mitgerissen und überrascht durfte ich gestern feststellen, dass ich an fünf aufeinander folgenden Abenden verabredet war. Also es ist einfach so passiert. Zwei davon habe ich bereits bewältigt und ich sage Euch, ich fühle mich völlig fertig. Ist man ja nicht mehr gewöhnt, so ein ausschweifendes Leben. Das mit dem Entschleunigen ist auf jeden Fall wieder Schnee von gestern. Aber ist ja auch endlich Sommer.

Ein ganz besonderer Tag

Heute ist ein ganz besonderer Tag für mich. Meine Kinder gehen das erste Mal seit mehr als sechs Monaten wieder in die Schule. Während es dem einen graust, weil er sich so gut im Ausnahmezustand eingerichtet hat, freut sich der andere. Seine Schule beginnt heute sogar ganz smooth mit einem Eingewöhnungstag, der erst um 9.45h beginnt. Es war also fast so etwas wie ausschlafen möglich, so lässt es sich leben. Ich freue mich, dass sie wieder unter Ihresgleichen kommen, dass es endlich wieder ein Alternativprogramm zu Computer und Handy gibt und ich freue mich, endlich wieder Zeit für mich allein zu haben. Eindeutig ein Feiertag!

Fast-forward

Als ich 2005 Mutter wurde, hätte ich mir nie vorstellen können, in welchem Ausmaß sich unser Leben in den nächsten fünfzehn Jahren verändern würde. Die Entwicklung dahingehend, dass unser Leben so massiv von den digitalen Medien bestimmt sein würde, war für mich noch ganz weit weg und ein Stillstand des bisherigen Lebens, wie wir ihn durch Corona erleben, sowieso jenseits aller Vorstellungskraft. Aber auch die unmittelbaren Auswirkungen, die der Klimawandel auf unser Leben haben würde, schienen mir irgendwo in fernerer Zukunft zu liegen. Und jetzt haben all diese Entwicklungen unser Leben und vor allem das unserer Kinder bereits mit voller Wucht getroffen.

Es fällt mir inzwischen wirklich mehr als schwer, ruhig zu bleiben, wenn jemand beiläufig fallen lässt, es wäre ja nicht schlecht, wenn bei uns durch den Klimawandel der Sommer etwas wärmer würde. Ein Mensch, der so etwas äußert, kann schon lange nicht mehr durch einen deutschen Wald gewandert sein oder er muss bei der Wahl seines Ausflugsziels viel Glück gehabt haben. Denn dort herrscht inzwischen vielerorts Kahlschlag- sei es, weil die Fichten bereits vom Borkenkäfer befallen sind oder dem vorgebeugt werden soll, sei es, weil die ausgetrockneten Buchen bei stärkerem Wind einfach in der Mitte auseinanderbrechen oder, weil der Wald zugunsten vermeintlich resistenterer Sorten umgebaut wird. Die sogenannte Naherholung tut manchmal im Herzen weh. Den Wald, wie wir ihn kennen, wird es schon bald nicht mehr geben. Und dieser Anblick hat in mir mehr bewegt als alle Fridays for Future Demos der letzten Jahre.

Auch diese Bewegung ist in weiten Teilen Corona zum Opfer gefallen, dabei ist es so notwendig, sich weiter für den Klimaschutz einzusetzen. Aber wieso sollte es den Jugendlichen anders gehen als uns Erwachsenen. Corona macht müde und sich online zu treffen, ersetzt eben kein persönliches Gespräch, das gemeinsame Entwickeln von Ideen und den Austausch von Energie. Ich empfinde ein tiefes Bedauern, welchen Herausforderungen sich die heranwachsende Generation und damit auch meine Kinder stellen müssen und wie alleine gelassen sie damit sind. Denn unserer Generation und den Vorangegangen scheint nicht wirklich daran gelegen, etwas zu verändern. Zu groß ist die Angst vor dem Verlust, Teilen wird schnell als Enteignung abgewehrt, Verzicht als Bevormundung und Einbüßen von Freiheit und Individualität aufgefasst. Wie zuletzt mal wieder die Äußerungen Anton Hofreiters ( und der darauf folgende Shitstorm) zeigte, dass Einfamilienhäuser unter ökologischen Aspekten nicht sinnvoll seien. Anstatt darüber nachzudenken, ob in seinen Aussagen nicht auch Wahres enthalten sein könnte, entfachte sich ein Sturm der Entrüstung. Gegen Flächenfraß sind ja viele, aber nicht, wenn Maßnahmen die eigene Entfaltung einschränken.

Meine ganze Hoffnung ruht auf unseren Kindern, die in eine ganz andere Welt hineinwachsen und für die es viel selbstverständlicher zu sein scheint, global zu denken und nicht nur an die eigenen Sicherheit. Weil eben nichts mehr sicher ist. Und weil sie gar keine andere Wahl haben, als für ihre Welt zu kämpfen. Für die es normal ist, zu „sharen“, anstatt zu besitzen, ob Auto, Sofa oder Bohrmaschine. Die sich schon früh in der Schule mit Müllvermeidung und Ökologie beschäftigen. Vielleicht schaffen sie es, die Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Leben durchzusetzen, bevor wir die Erde endgültig an die Wand fahren.

Seitdem ich angefangen habe, diesen Beitrag zu schreiben, ist einiges passiert, dass mich wieder etwas hoffnungsvoller stimmt. Joe Biden hat zum Online-Klimagipfel zusammengetrommelt und sich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens bekannt. Die CDU/CSU hat sich im Ränkespiel um den Kanzlerposten so demontiert, dass eine grüne Bundeskanzlerin auf einmal keine wirre Zukunftsvision mehr zu sein scheint. Ob im Falle des Falles am Ende der Koalitionsverhandlungen mit welcher Partei auch immer allzu viel Klimaschutz übrigbleiben würde, darf bezweifelt werden, aber erstmal wage ich wieder ein kleines bisschen Hoffnung, dass unsere Kinder doch noch etwas Unterstützung von Seiten der Politik erfahren könnten. Ohne klare Gesetze und Vorschriften zugunsten des Klimaschutzes wird es nicht gehen. Das mit der Freiwilligkeit und der menschlichen Vernunft funktioniert ja bekanntermaßen eher mangelhaft.

Heute ist Sonntag. Vielleicht unternehmt ihr noch einen kleinen Ausflug ins Grüne. Die Natur beginnt gerade wieder zu explodieren und dringt mit ihrer Kraft und Schönheit geradewegs in unsere Herzen. Braucht es mehr Worte? Gesagt ist eigentlich schon lange alles.

Lockdownnebenwirkung

Ich bin gerade ziemlich müde von all den coronabedingten Einschränkungen des Lebens. Die Sieben-Tage-Inzidenz heute in Nürnberg über 200, der Präsenzunterricht meiner Kinder in weiter Ferne und draußen graues verregnetes Wetter. Und was macht das mit mir in letzter Zeit? Ich träume vom Meer. Immer wieder. Zum Glück ist mein Unterbewusstsein nicht ganz so vernunftorientiert wie der Rest von mir, sonst wüsste es, dass die Sache gerade kompliziert ist. Ich hoffe, ihr habt auch schöne Träume oder andere kleine Fluchten aus dem GrauinGrau. Durchhalten…

Frohe Ostern (im Ernst?)

Die Umstände sind deprimierend, dennoch freue ich mich auf Ostern. Nicht, dass wir auf Malle am Strand lägen. Nein, nicht mal ein paar bescheidene Tage auf einem Campingplatz in der Fränkischen sind uns vergönnt. Aber am Sonntag feiern wir das Ende unserer Fastenzeit. Ich werde genussvoll in ein Stück Käse beißen und dem Anlass entsprechend ein ganzes Frühstücksei vertilgen. Bis vor zwei Wochen war alles fein mit meinem temporären Veganertum. Ich backte mir freudig einen Kuchen, wenn ich Appetit darauf verspürte und verzichtete frohen Mutes auf den Käse auf der Pizza. Bis ich dem nichtveganen Teil der Familie eines Tages erst ein Rührei und dann Käsespätzle zubereitete. Da war sie mit einem Mal geweckt, die Gier, und lässt sich seitdem nur noch unter Aufbietung all meiner Kräfte im Schacht halten. Ich musste mir eingestehen, dass der Weg zur Heiligen noch sehr weit und steinig ist.

Naja, zumindest geht der Plan mit dem coronaunabhängigen Highlight auf. Zum Glück, denn alles andere sieht gerade wirklich trostlos aus. Der Frust steigt allerorten und es fällt wirklich schwer, noch Verständnis dafür zu haben, dass die Regierung ein Jahr nach Beginn der Pandemie noch immer dieselben teils hilflosen, teils willkürlichen Maßnahmen ergreift wie zu Zeiten ihres Ausbruchs. Und das trotz zahlreicher Versprechen, dass Öffnungen wieder möglich würden, wenn erst mehr geimpft, getestet und die AHA Regeln umgesetzt würden.

Als wir vor einigen Wochen das Schreiben von der Schule mit der Einverständniserklärung für die Testung bekamen und klar war, dass diese freiwillig ist, musste ich erstmal lachen. Testen macht zweifellos nur dann Sinn, wenn es alle tun und nicht etwa 10% einer Klasse. Darauf könnte „man“ aber auch kommen, bevor man sowas einführt. Klassenleiter*innen können sicherlich ein Lied davon singen, wie zuverlässig sie Schreiben an Eltern zurückbekommen, vor allem an Schulen, an denen die meisten nicht einmal zum Elternabend erscheinen. Schwamm drüber, wurde ja jetzt nachgebessert. Astrazeneca, der nächste Running gag. Wer des Galgenhumors mächtig ist, hat gerade so einiges zu lachen. Alle anderen schon lange nichts mehr.

Eine meiner Freundinnen fragte mich neulich, warum ich dann alles so hinnähme, wenn ich mit vielem nicht einverstanden sei. Meine schlichte Antwort lautete:“ Weil ich immer noch daran glaube, dass unsere Regierung versucht, es richtig zu machen.“ Auch, wenn sie dabei viele Fehler macht. Das ist vermutlich der größte Unterschied zwischen Verschwörungstheoretikern und Kritikern. Die einen vermuten etwas Großes, Böses hinter den Maßnahmen, die anderen kritisieren (berechtigterweise) eine gewisse Unfähigkeit des Führungspersonals. Zum Glück darf man das inzwischen offener äußern, ohne direkt in eine Schublade gesteckt zu werden. Ich befürchte jedenfalls, dass wir langsam Wege einschlagen müssen, bestmöglich mit dem Virus und seinen zahlreichen noch auf uns zukommenden Mutanten zu leben. Und wenn irgendetwas dran sein sollte, dass Abstand halten, Maske tragen, Hände desinfizieren, Impfen und Testen helfen, dann sollte man auch Dinge wieder ermöglichen, bei denen diese Hygienemaßnahmen umgesetzt werden können.

Damit es auch wieder andere Highlights im Leben gibt als ein Frühstücksei… 

In diesem Sinne, lasst Euch nicht unterkriegen!

Eure Ella

#SPORT IST TEIL DER LÖSUNG UND NICHT DES PROBLEMS IN DER CORONAPANDEMIE

14 bayerische Großvereine haben sich zusammengetan und ein Positionspapier erarbeitet, in dem unter anderem ein Stufenplan zur schrittweisen Öffnung der Vereine vorgeschlagen wird. Außerdem startete die Fußballabteilung des Post SV Nürnberg eine Petition, die diese Forderungen unterstützt:

https://www.openpetition.de/petition/online/sport-ist-teil-der-loesung-und-nicht-des-problems-in-der-coronapandemie

Die Petition spricht mir aus dem Herzen, denn so sehr ich mir wünsche, dass meine Kinder bald wieder in die Schule gehen dürfen, der Vereinssport scheint mir im Augenblick nicht minder wichtig, denn er bringt wieder etwas Freude und Leichtigkeit ins Leben bewegungsfreudiger Kinder. Das Erste, was Ärztinnen und Ärzte bei depressiven Verstimmungen empfehlen, ist Sport, denn mit Hilfe der ausgeschütteten Glückshormone kann man gar nicht anders, als wieder besser gelaunt zu sein. Und dann noch gemeinsam mit Gleichgesinnten draußen, das macht wesentlich mehr Spaß als jedes Youtube Video der Welt, zu dem Kind sich vielleicht erst gar nicht aufraffen kann. Womöglich sorgt darüberhinaus die sehnsüchtig erwartete Frühlingssonne schließlich noch für eine bessere Vitamin D Produktion, die ebenfalls die Psyche positiv beeinflußt. Das wäre doch wirklich wünschenswert, oder? Also, ich habe unterschrieben und ich hoffe, die Petition wirkt. Denn das Wort „Sportverein“ habe ich bislang in den Öffnungsdebatten schwer vermisst.

Frohe Weihnachten!

Manchmal geht man irrtümlich davon aus, dass die Welt bleibt, wie sie ist. So wie mit meiner Freundin, die eigentlich immer zuhause war, wenn ich sie spontan besuchen wollte, weil sie nur Teilzeit arbeitete. Als wir das letzte Mal in ihrem Garten saßen und plauderten, war ich mir sicher, dass ich das schon bald wieder tun würde und danach wieder und wieder. Das ist inzwischen Jahre her und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich begriffen habe, dass diese Zeit vorbei ist. In unserem Fall lag es einfach daran, dass sie irgendwann Vollzeit gearbeitet hat und geschäftlich viel unterwegs war, manchmal gibt es weitaus tragischere Gründe, warum sich Dinge ändern.

Corona hat uns sehr unsanft vor Augen geführt, dass zu keiner Zeit etwas bleiben muss, wie es ist und wir keine Garantie auf Beständigkeit in unserem Leben haben. Deshalb sollten wir die schönen Momente stets feiern und uns in Dankbarkeit bewusst sein, dass sie endlich sind. Gleichzeitig haben die Einschränkungen uns klar gemacht, was wir im Leben wirklich brauchen, um glücklich zu sein. Schüler*innen möchten wieder in die Schule, Arbeitnehmer*innen im Home Office wieder zurück an den Arbeitsplatz.

Wir brauchen andere Menschen – mehr als alles andere. Kolleg*innen, Freunde, Familie. Daran ändern weder Fortschritt noch Digitalisierung etwas. Deshalb schmerzt es, genau überlegen zu müssen, wen wir treffen können und wen besser nicht. Auch an diesem Weihnachtsfest.

Ich wünsche Euch von Herzen, dass ihr einen guten Weg findet, Euch fern trotzdem nah sein zu können. Und ich freue mich auf ein neues Jahr, das zumindest eine leise Hoffnung darauf zulässt, dass ein „mehr“ irgendwann wieder möglich sein wird.

Haltet durch & bleibt gesund!

Eure Ella

P.S.: Ein tolles Last minute Überraschungsgeschenk lässt sich vielleicht bei https://www.sofaconcerts.org/de/ buchen. Ein kleines Konzert oder eine musikalische Videobotschaft. Oder wer einfach so Künstler*innen unterstützen möchte, kann das hier https://www.initiative-musik.de/spende/ tun.

Übrigens: Angeblich gab es die letzten 100 Jahre nur sechsmal weiße Weihnachten. Vielleicht muss man da ein bisschen nachhelfen…wäre doch gelacht!

Ein schöner Zeitvertreib

Die Kulturschaffenden hat der erneute Lockdown besonders hart getroffen. Und dennoch oder gerade deswegen finden sie viele neue Wege, sich auszudrücken, denn das ist nun mal ein Grundbedürfnis eines/r Künstlers/in. So lohnt es sich, an einem der vielen freien vor uns liegenden Abenden mal durch die ein oder andere Seite der Theater zu surfen.

Als Nürnbergerin darf natürlich unser Staatstheater nicht fehlen. Unter https://fundus.staatstheater-nuernberg.de/ gibt es sehr abwechslungsreiche, kurzweilige Beiträge. Von Interviews mit Goyo Monteros Ensemble über die Produktion „Peter und der Wolf“ (meet the artist https://fundus.staatstheater-nuernberg.de/detail/meet-the-artist-oscar-alonso-in-ueber-den-wolf) über die Lesung „Kleiner Scherz“ von Anton Tschechow ( https://fundus.staatstheater-nuernberg.de/detail/weihnachtslesung-ein-scherz ), das musikalische Hörspiel für Kinder „Jonas kleine Oma“(https://fundus.staatstheater-nuernberg.de/detail/jonas-kleine-oma) oder das Einweihen in Bühnengeheimnisse („Wie man auf der Bühne kotzt“ (https://fundus.staatstheater-nuernberg.de/detail/wenn-mal-wieder-alles-zum-kotzen-ist), es ist wirklich für jede/n etwas dabei.

Besonders gut gefallen hat mir auch Vera Mohrs Song „Fest der Liebe“:

https://fundus.staatstheater-nuernberg.de/detail/songs-poetry-online-special-3-juni-ausgabe

Auch das https://www.residenztheater.de/ in München bietet tolle Formate. Vom „Tagebuch eines geschlossenen Theaters“, über „Resi liest“ https://www.residenztheater.de/resi-liest, in der die Bücher «DIE SOMMER» VON Ronya Othmann und «ANNETTE, EIN HELDINNENEPOS» von Anne Weber von Ensemblemitgliedern gelesen werden. Die Zoomangebote sind leider bereits ausverkauft, wenn ich das richtig gesehen habe.

Wem das alles nicht langt und wer sich nach echter Bühnenluft sehnt, der kann per Stream beispielsweise am 17.12.20 bei der Vorstellung „Einfach das Ende der Welt“ des Schauspiels Zürich dabei sein. https://www.schauspielhaus.ch/de/kalender/2378/einfach-das-ende-der-welt/19572 Denn die Schweizer dürfen (momentan) noch vor 50 Zuschauer*innen spielen.

Ich wünsche Euch viel Spaß bei ein bisschen Kultur in Coronazeiten!