Buchtipp: Dirk und ich

Anstatt darüber zu jammern, dass ich meine Freundinnen nicht sehen kann (hört mir bitte auf mit skype und Co), möchte ich euch einen vergnüglichen Buchtipp unterbreiten.

„Dirk und ich“ von Andreas Steinhöfel ( ja, der von Rico, Oskar und all sowas)

Dirk und ich

Als ich mir vor ein paar Jahren nochmals ein paar Folgen von „Luzie, der Schrecken der Straße“ angesehen habe, wurde mir erst so richtig klar, in welcher Freiheit wir ( so grob die Jahrgänge zwischen 1960-1980) aufgewachsen sind. Die kleine Luzie war eigentlich unentwegt allein zu Hause und hatte entsprechend viel Zeit, mit ihren Freunden Friedrich und Friedrich, zwei bunten Knetmassemännchen, Unfug anzustellen. Heute würde unter diesen Umständen innerhalb kürzester Zeit das Jugendamt vor der Tür stehen, deshalb gibt man die Kinder ja zur Betreuung in Kita oder Hort.

Hier eine kleine Impression:

https://www.youtube.com/watch?v=sEbg1JahzYY&list=PLoSvj7cEeg_ErJL0j3K60052PqHhwG1an&index=3

Genauso anarchistisch liest sich manchmal „Dirk und ich“, ein Band mit Kurzgeschichten des bekannten Kinder-und Jugendbuch Autoren Andreas Steinhöfel (Jahrgang` 62) über seine Kindheit, das bereits 1991 erstmals veröffentlicht wurde. Also ein Oldie, but goldie. Wenn er von seinem Kindergeburtstag erzählt, an dem sich die Kinder Spaghetti mit Tomatensoße in die Haare schmierten oder ihr Gesicht in den Spaghettitopf tauchten, während seine Mutter begeistert dabei zusah oder sich seine Eltern auf dem Campingplatz eine handfeste Klopperei mir den Nachbarn lieferten, hat sich nicht nur mein Sohn gefragt, ob das wirklich wahr sein kann. Ich nehme an, die Geschichten sind an ein oder anderer Stelle ein wenig überzogen. Der erwachsene Leser weiß trotzdem oft genau, wovon Herr Steinhöfel berichtet. Es sind die vielen, kleinen Details, die eine andere Ära heraufbeschwören. Die Zeit, in der sich Kinder noch selbst überlassen waren und diese Freiheit völlig normal war. Die Zeit, In der es bisweilen feuchtfröhlich wurde, wenn die Verwandtschaft oder Nachbarn zu Besuch kamen und Kinder ihre Streitigkeiten noch auf dem Schulhof selbst austrugen.

Ein herrliches, manchmal bizarres Lesevergnügen für Eltern und Kind(er). Und Humor ist gerade überlebenswichtig, finde ich. Haltet durch und bleibt gesund!

Andreas Steinhöfel „Dirk und ich“

Verlag Carlsen  ISBN 978-3-551-35127-2

Sturmfrei

Wenn man eine Familie hat, sind die Stunden und Tage, in denen man mal alleine ist, ja eher selten. Und ich würde manchmal so vieles anders machen wollen. Umso mehr habe ich mich seit Wochen darauf gefreut, dass meine Männer gen Norden ziehen und ich ein paar Tage für mich habe. Herrlich!

Schritt 1 meines persönlichen Wohlfühlprogramms: die Wohnung aufräumen und schön machen, um dann die ganze Zeit nichts mehr zu tun.

Schritt 2: Diese besondere Zeit mit Freundin und Kaffee in der Sonne einläuten.

Schritt 3: einmal mit Muße Lebensmittel einkaufen gehen, die nur mir ganz alleine schmecken und sonst niemanden in der Familie.

Ich habe natürlich schon einige Unternehmungen fest eingeplant, ansonsten gilt es, mal wieder hinzuspüren, was ich für Bedürfnisse habe, wenn ich mich nach niemanden richten muss. Ausschlafen oder doch lieber laufen gehen? In den Wald oder ins Kino? Faulenzen oder etwas schreiben? Die Exklusivität der Situation erzeugt bei mir einen gewissen Druck, die Zeit optimal zu nutzen, was natürlich total schwachsinnig ist, aber das habe ich halbwegs im Griff. Und ich gebe zu, es fühlt sich manchmal auch etwas komisch an, allein unterwegs zu sein. Aber es ist toll, sich mal einfach nur um sich selbst zu drehen. Mir ist natürlich klar, dass ich diese Zeit nur so genieße, weil sie nicht mein Alltag ist und ich weiß, dass sie schnell wieder vorbei sein wird. Und das ist auch gut so.

Aber bis dahin genieße ich meine Freiheit in vollen Zügen. Sturmfrei ist eben in jeder Lebensphase toll.