Homeschooling und (k)ein Ende in Sicht

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ausgiebig über Dinge jammern, die sie nicht ändern können. Umso mehr freue ich mich, dass nächste Woche zumindest eines meiner Kinder wieder in die Schule gehen kann. Homeschooling ist so ziemlich die größte Herausforderung in meinem Leben mit Kindern, der ich mich jemals stellen musste. Ich habe in den letzten Wochen ein verdammt dickes Fell gebraucht und bin noch nie so viel angemotzt und angeschrien worden. Das werde ich wirklich nicht vermissen. Mir ist klar, dass es noch dauern wird, bis man wieder von einem normalen Schulalltag reden kann, aber ich feiere jede Stunde, die dort stattfinden wird, ohne mich. Manche Eltern haben es auch einfach sein gelassen mit dem Homeschooling und dafür in Harmonie mit ihren Kindern gelebt – sicher auch eine Möglichkeit. Ich freue mich jedenfalls für jede Familie, in der das Ganze gut klappt – bei uns definitiv nicht!

Das homeschooling geht in die Verlängerung

Als vor zwei Wochen die Osterferien starteten, ahnte ich nicht, dass die Nachrichten, wie es mit der Schule (in Bayern) weitergehen würde, so frustrierend sein würden:

Es sei noch nicht sicher, ob alle Klassen bis Ende des Schuljahrs(!!!) wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren könnten, ließ der Kultusminister Michael Piazolo verlauten.

Meine Kinder besuchen weder eine Abschluss- noch eine Übergangsklasse, die bevorzugt beschult werden sollen. Allerdings sind sie keine Grundschüler mehr, was ihre Chancen vielleicht wiederum erhöht. Im worst case hieße es auf jeden Fall, dass sie jetzt fünf Monate (inklusive Ferien) keine Schule im klassischen Sinn mehr haben könnten. Was das bedeutet, wird mir spätestens morgen so richtig klar werden, wenn der Ferienschlendrian vorbei ist und ich sie wiederholt und mit Nachdruck zu Konzentration und Disziplin ermahnen muss, damit sie ihre Sachen erledigen.

Ich bin mir bewusst, dass wir privilegiert sind, weil wir in der Lage sind, unsere Kinder durch unsere elterliche Präsenz zu unterstützen (Arbeit gibt es gerade sowieso kaum für uns) und auch die technischen Möglichkeiten dazu haben. Wir haben keine fünf Kinder in einer 50 Quadratmeter kleinen Wohnung und sind deutsche Muttersprachler, was das home schooling deutlich erleichtert. Ich hoffe, auch das wurde in den Konzepten der Kultusministerien berücksichtigt, dass Kinder mit besonderem Förderbedarf bevorzugt wieder in die Schulen dürfen, in kleinen Gruppen und mit Abstand.

In manchen Schulen gab es Abfragen bei den Eltern, was gut gelaufen ist und wo es Änderungsbedarf gibt. Eine gute Idee für den Austausch zwischen Schule und Zuhause, leider fand das nur vereinzelt statt. Schade. Mal sehen, was sich nach den Ferien in den Abläufen professionalisieren wird, ich hege da noch eine gewisse Hoffnung auf Besserung. Ich bin nun mal Optimistin und kann nicht anders.

Allen Eltern, die diese Herausforderung meistern müssen, wünsche ich auf jeden Fall weiterhin viel Kraft und Durchhaltevermögen!

Bleibt gesund, Eure Ella

Das Volksbegehren und wie es weitergeht

BlütenWie ihr sicher alle mitbekommen habt, war das Volksbegehren zum Erhalt der Artenvielfalt in Bayern ein voller Erfolg. Mit 18,4 Prozent der Stimmen wurde die erforderte Quote von 10% weit übertroffen. Ermutigt durch den hohen Zuspruch in der Bevölkerung soll die Initiative jetzt vielleicht auch deutschlandweit durchgeführt werden. Ein klares Statement der Bürgerinnen und Bürger. Wer sich aktiv für mehr Pflanzen- und Artenvielfalt auf Äckern einsetzen möchte, kann das über das Portal Bluehwiese-kaufen tun. Stefan Greif, ein junger Landwirt aus dem oberfränkischen Pinzberg, hatte die Idee, Landwirte und Verbraucher zusammen zu bringen und hat ein Portal entwickelt, auf dem man durch einen Spendenbeitrag Pate einer Blühwiese werden kann und damit dem Landwirt einen finanziellen Ausgleich für die Nichtbewirtschaftung der Fläche leistet. Stefan Greif möchte damit kein Geld verdienen, sondern die Idee des Artenschutzes unterstützen. Eine gute Sache, finde ich. Sollte sich das Portal in Bayern bewähren, möchte auch er sein Projekt deutschlandweit anbieten.

Volksbegehren Artenvielfalt (Bayern)

volksbegehren-artenvielfalt.pngSo, auch unsere Stimme ist jetzt gefragt, damit 1 Million zusammen kommen. Eine große Initiative setzt sich dafür ein, dass Bayerische Naturschutzgesetz zu verändern. Es geht um den Erhalt der Artenvielfalt, beispielsweise durch einen Biotopverbund, mehr Blühwiesen und weniger Pestizide, aber auch um Naturschutz als Teil der schulischen Bildung. Wer Genaueres lesen möchte, findet Infos hier:

Volksbegehren Artenvielfalt

Macht mit!

Kasperltheater

horstundmarkus2Ich fühle mich ja durchaus boarisch, auch wenn ich von Grund auf Fränkin bin und beides zeitgleich eigentlich nicht geht. Das ist wie Köln und Düsseldorf, entweder oder. Aber als Kind preußischer Eltern bin ich wohl doch zu kosmopolitisch erzogen, um das so genau zu nehmen. Mit was ich in Bayern aber echt nicht klar komme, sind seine Ministerpräsidenten. Da war dieser rotgesichtige Grantler Strauß, als ich zur Welt kam und der mir gleich völlig suspekt war. Zur Amtszeit Max Streibls war ich mit anderem beschäftigt, wunderte mich dann aber schwer über unseren nach Worten ringenden Edmund. Tja, der Günther hatte ja nur ein kurzes und eher blasses Gastspiel und dann kam schließlich uns Horst, der jede Woche mit Inbrunst Neues und Gegensätzliches verkündet und eigentlich besser schweigen sollte. Er trägt den Geist des königlichen Bayerns nach Berlin. Und jetzt kommt auch noch Markus daher und will mitspielen. Den habe ich ja schon ganz lieb. Ich habe letztens eine Karikatur über den Wahlkampf zwischen Hillu und Trump gesehen, die deren Wahl mit der zwischen Pest und Cholera verglich. So weit würde ich in diesem Fall vielleicht nicht gehen. Aber den Vergleich mit der Wahl zwischen Herpes und Fußpilz fände ich durchaus treffend.