Nichts für mich

Das erste Mal passierte es, als ich vor einigen Jahren für unseren Familienurlaub einen kleinen Segelturn in Kroatien buchen wollte. Ich glaubte, nicht richtig zu sehen, als ich auf Angebote stieß, die sich ausschließlich an Personen unter 45 Jahren richteten. Wie jetzt? Ich und zu alt? Kann nicht sein. 

Inzwischen passiert mir das ständig. Allerdings braucht es keine explizite Altersbeschränkung. Die Bildsprache genügt vollends, um mich spüren zu lassen, dass nicht ich gemeint bin. Hippe Dreißigjährige vollführen formvollendet ihre Asanas im Gegenlicht, so dass ich die Räucherstäbchen fast schon riechen kann. Vermutlich hat die Hälfte von ihnen bereits die kleine Ausbildung zur Yogalehrerin absolviert. Oder Menschen bemalen einträchtig in trendiger Location Keramik zwischen dekorativem Grünzeug, das echte Naturverbundenheit zum Ausdruck bringt. Zusammen mit cooler Graphik in passender Schrift auf sanftem Pastell – die perfekte Inszenierung auf Instagram, exakt zugeschnitten auf eine Generation, für die es normal ist, dass alles, was sie tun, „instagramable“ ist. Also tolle Location, gutes Licht, schöne Deko und bestenfalls attraktive Menschen. Schon schön irgendwie. Für mich könnte es ein wenig hemdsärmeliger sein, nicht ganz so perfekt, auch wenn ich weiß, dass jeder schlecht gemachte Folder seinerzeit mehr Zeit benötigt hat, als es heute ein cooler Post tut, der ratzfatz mit einem intuitiven Layoutprogramm entworfen wurde. Ich habe inzwischen ja auch ein paar Falten und bin nicht mehr so glatt. Wenn meine Umgebung ähnlich verknautscht ist, entlastet mich das.

Dass ich jetzt öfter nicht gemeint bin, liegt natürlich auch daran, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Zielgruppe und Anbietern gibt. Es ist eine neue Generation herangewachsen, die Lust und Energie hat, coole Events aus der Taufe zu heben, und neue Wirkungskreise sucht und findet. Und diese zieht wiederum ein Publikum an, dass sich eher aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis generiert als aus dem ihrer Eltern. Und schon erhöhe ich den Altersdurchschnitt und fühle mich ein klein wenig fehl am Platz, wenn ich zwischen diesen lässig schönen Menschen verweile. Ich finde diese breit gefächerten Angebote, sich kreativ auszuleben mit der Garantie, dass dabei auch noch etwas Vorzeigbares herauskommt, großartig. Und eigentlich würde ich gerne alles einmal ausprobieren, wäre es nicht manchmal so anstrengend, mich zu integrieren. Die Generationen Y/Z haben andere Themen als ich. Statt Menopause, Miniskus und Scheidung, Kleinkinder, Hochzeit und Shopping. Und manchmal versuchen sie erst gar nicht, mich ins Gespräch einzubinden. So als gäbe es mich gar nicht. Klar, ist ja bei mir schon alles vorbei. Und vielleicht will ich auch gar nicht wissen, dass man Partner zur Zeit am besten bei Lauftreffs kennenlernen kann und dass die Smartwatch ihnen heute morgen gesagt hat, dass sie schlecht geschlafen haben.

Mein Weg ist jedenfalls vorgezeichnet. Ich werde mir in nicht allzu ferner Zukunft eine Seniorengruppe suchen. Da gehöre ich mal wieder zu den Jungen, das stelle ich mir entspannend vor. Einfach mal nicht verzweifelt mithalten müssen, sondern mich relaxed zurückzulehnen. Mich jung und sexy fühlen, auch wenn das bekanntlich nicht alles ist.

Als ich letzte Woche in der Stadt war, hat mich so ein junger Kerl vom Stand der Gewerkschaft angequatscht:

„Arbeiten Sie noch?“, fragte er.

„Das war die falsche Frage.“, antwortete ich. Und ging weiter.

„Wieso?“, rief er mir ratlos nach. Eine kleine Denksportaufgabe, die ihn noch ein Weilchen beschäftigt haben dürfte.

Mein erstes Mal habe ich also jetzt hinter mir. Rentnerin mit 51. Der zweite große Einschnitt, nachdem ich mit 18 das erste Mal auf der Straße gesiezt wurde. Der Schmerz vergeht. Das Lachen bleibt.

Adventskalender- mal ganz anders

Dies Jahr habe ich erstmals keine Kalender für meine Kinder befüllt, sondern selber einen bekommen und zwar einen ganz Besonderen. 24 Frauen haben etwas für 24 Frauen gestaltet, gebastelt oder gebacken – jede ein „Türchen“ und Hauptsache selbst gemacht. Anfangs war ich etwas zögerlich, als eine Freundin versuchte, mich für die Idee zu begeistern. Immerhin müssen 24 Geschenke erstmal angefertigt werden. Aber dann habe ich zugesagt und jetzt bin ich voller Vorfreude, was sich in den liebevoll gestalteten Tütchen und Päckchen so versteckt. Auspacken darf jeder von uns zuhause mal, dieser Adventskalender ist unser erster Familienkalender, der für alle eine Überraschung ist und vermutlich so weihnachtlich wie selten zuvor. Danke, liebe unbekannte Initiatorin für Deine Idee und Orga. Danke, liebe Freundin, fürs Überreden. Unbedingt zur Nachahmung empfohlen!

Rot + Blau = Lila – Experimente beim Ostereier färben

Ostereier_rotblauIch mag die einfachen Dinge im Leben. So auch beim Ostereier färben. Die Eier auf diesem Bild haben wir nur mit roter und blauer Eierfarbe gefärbt. Die Vielfalt entsteht durch das Verwenden von weißen und braunen Eiern, sowie durch die unterschiedliche Einwirkzeit. Taucht man ein weißes Ei nur wenige Sekunden in rote Farbe, entsteht ein zartes Rosa, gibt man es erst länger in das Rot und anschließend in Blau, entsteht ein sattes Violett. Es macht Spaß, die unterschiedlichsten Töne zu kreieren. Natürlich kann man auch nur eine Hälfte eintauchen oder das Ei vor dem Eintauchen in die zweite Farbe mit Dekoklebeband umwickeln. So entsteht ein wunderschöner Batikeffekt, weil die Farbe nur an manchen Stellen unter das Band fließt. Vielleicht findet sich auch in der Küche ein Zitronennetz, das man zwischen den unterschiedlichen Farbschichten mit einem Gummi um das Ei spannt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und wenn es nur beim Farbspiel bleibt, macht das auch ordentlich was her. Super für last minute Färbereien und Nicht-DIY-Begnadete geeignet!