Der Juli ist, was die Fülle an gesellschaftlichen Verpflichtungen angeht, das sommerliche Pendant zum Dezember. Während wir im Dezember von einer Weihnachtsfeier zur nächsten hetzen, geben wir uns im Juli auf den Sommerfesten der Schule, des Kindergartens, der Musikschule, des Sportvereins, des Bund Naturschutzes und der Nachbarschaft die Klinke in die Hand. Es gibt Festivals, Sommernachtskino und Konzerte – auf die wir mal wieder nicht kommen werden. Denn auch beruflich steppt der Bär, wollen doch alle noch ihre Aufträge vor der großen Ferienwelle abwickeln. Es vereinen sich berufliche und private Fremdbestimmung zu einer unaufhaltsamen Verpflichtungslawine. Da bleibt weder Zeit für spontane Freibadbesuche, noch für das Abhängen im Park oder das Sichtreibenlassen in lauen Sommernächten. Feste sind ja echt schön und wichtig, aber wieso könnt ihr nicht mal im April feiern? Das ist doch eine echte Challenge, Sommer kann ja jeder. Wer es dann schafft, trotz Regen oder Schnee eine unvergessliche Sause zu machen, kann sich nachhaltiger Anerkennung gewiss sein.