Londonstory – eine Urlaubsgeschichte

So kam es, dass ich eines Tages in der großen Weltstadt London eintraf, einer Freundin sei Dank, die dort hingezogen war. Da sie jedoch schwer beschäftigt war, begann ich meine Stadterkundung an einem Samstagmorgen ganz alleine, bewaffnet mit ihren Empfehlungen und der Busverbindung auf einem DinA4 Blatt. Ein Doppeldeckerbus sollte mich von Hackney ins Stadtinnere transportieren, um dort die verschiedenen Sehenswürdigkeiten und places to be aufzusuchen. Da saß ich nun voll der gespannten Vorfreude in der Linie 35, als es nicht lange dauerte, bis meine Blase kundtat, sie wolle den morgendlichen Kaffee wieder loswerden. Das Thema ließ sich noch weitere 15 Stationen ignorieren, dann verging mir langsam die Zuversicht. Weit und breit keine U-Bahn Station, die es mir ermöglichen sollte, schneller zu einem der ausgewählten Ziele zu gelangen. Ich begann die Größe Londons zu ermessen und beschloss, meine Mittagspause vorzuziehen und zuerst ein Cafe am Convent Garden aufzusuchen, um meinen Lunch einzunehmen und natürlich vornehmlich zu urinieren. Der Verzehr eines riesigen Tellers Suppe und eines Earl Greys führten dazu, dass mich das Blasenthema schon bald erneut auf meiner Sightseeingtour einholte. Ich versuchte gerade, gelassen über die Portobello Road in Notting Hill zu schlendern, als es erneut ungemütlich wurde. Ich startete zwei zögerliche Versuche, Cafes aufzusuchen, doch fand ich dort nicht das, was ich suchte. Keine öffentliche Toilette weit und breit. Kein anderer Mensch, der allein über einen Flohmarkt bummelte. Weitgelaufen und moralisch geschwächt, entschied ich mich, zum Buckingham Palace zu fahren. Dort müsste ich Zuflucht finden- eine Parkbank, eine Toilette und einen Kaffee. Ein bisschen Ruhe, das war alles, was ich mir für den Moment wünschte. Und so geschah es. Direkt am Ausgang der Metro befand sich gut ersichtlich eine öffentliche Toilette, direkt gegenüber ein Starbucks. Der Weg in den Park war ausgeschildert und dort stand direkt eine Parkbank. Voll überschäumender Freude eilte ich auf die Bank am Rande des Green Parks zu, setzte mich mit meinem Kaffee und leerer Blase und lehnte mich entspannt zurück- als es im selben Moment anfing, zu regnen. Aber nein, ich war bereit, diesen Moment wollte ich mir nicht verderben lassen. Ich zückte meinen Schirm und schwellte die Brust, war ich doch trefflich vorbereitet auf diese Situation. Haha. Aber da, was war das? Ein Mann. Er stellte sich direkt unter den Baum vor mir und sah mich an. Und seine Hand glitt in seine Hose und begann lustvoll, an seinem Gemächt zu spielen. Da ging ich dann doch dahin, mit meinem Kaffee und dem Schirm und dem Gefühl, das könne doch alles nicht wahr sein.

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