Im tiefen Wald – die zweite Urlaubsgeschichte

Im letzten Sommer entdeckten wir einen winzigen Zeltplatz in den Pyrenäen und da unser Bus für die kleinen, sich dorthin schlängelnden Pfade zu groß war, mieteten wir eine tipiähnliches Zelt für eine Nacht. Die pure Idylle. Berge, Obstbäume und ein kleines Flüsschen. Nach einem tiefenentspannten Tag, legten wir uns zur Ruhe. Die Kinder waren schon längst entschlummert, als mein Mann mir zuraunte: „Hast Du das gehört? Das klingt fast, als würde etwas auf einem Knochen herumbeißen.“ „ Ach, was Du hörst.“, erwiderte ich leichthin und versuchte, zu schlafen. Es dauerte nicht lange, als auch ich dieses Knacken vernahm. Während wir konzentriert versuchten, das Geräusch einzuordnen, erschien ein riesiger Schatten an der Zeltwand und in diesem Moment stiessen wir wie aus einem Mund aus: „Wildschweine!!!“ Sie kauten auf herabgefallenem Steinobst herum. Direkt um unser Zelt herum und es waren viele. 1000 Gedanken schossen mir durch den Kopf. Was, wenn sie das Brot röchen, das direkt auf der Innenseite der Zeltplane lag. Welchen Schutz böte das Zelt? Sollte ich das Brot rauswerfen oder würde sie das erst anlocken? Wir hatten rein gar nichts zu unserer Verteidigung dabei. Das Waschhaus lag weit entfernt. Die Geräusche ebbten ab. Gespannte Stille. Hoffen. Dann erneutes Knacken. Schatten. Ganz nah. Bangen. Irgendwann nach gefühlten Stunden sagte mein Mann leise: „ Weißt Du, ich glaube, das ist wie in Afrika. Die Löwen kommen auch nicht ins Zelt.“ Dann schliefen wir ein.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s