Fast…

Wie ihr wisst, ist Weihnachten nicht mein Ding. Aber den Tag ignorieren? Keinen Jahresabschluss posten? Fast wäre es passiert. Gerade hatte ich mich hingelegt, um mich auszuruhen – ich bin nämlich zu allem Überfluss auch noch angeschlagen- da sahen mich meine beiden Freunde an. Und da wusste ich, dass es kein besseres Bild zu diesem Anlass geben würde.

Ich mag die Beiden. ER erinnert mich an einen meiner älteren Cousins, der in meiner Kindheit Anfang der 80er auf seinem Motorrad angeknattert kam. Langes, unzähmbares, lockiges Haar, vielleicht so ein abgeschrabbtes Baumwolltuch um den Hals, wie man es damals trug, unkonventionell, auch wenn ich dieses Wort damals noch nicht kannte, ein Hauch einer fremden Welt. Lange Jahre fristeten sie ihr Dasein auf dem Dachboden – mein Mann mag sie nicht-, aber seit ein paar Wochen habe ich sie bei mir. Im verwaisten Zimmer meines Ältesten, das ich jetzt öfter nutze, seit es die meiste Zeit leer steht. Raum für mich. Ihn stören die Beiden nicht. Deko ist ihm ziemlich egal, es macht für ihn keinen Unterschied, ob sie da sind oder nicht. Ihr Blick zum Fotografen, man mag ihn als gelangweilt oder abweisend interpretieren, für mich ist er die absolute Momentaufnahme – quasi das absolute Hier & Jetzt. Kein Vorher, kein Nachher. Sie wissen nicht, was als nächstes passieren wird, aber es ist auch vollkommen egal, sie sind bereit, es mit der Welt aufzunehmen. Stark, gelassen und kraftvoll.

Eine gute Attitüde fürs neue Jahr, finde ich. Wenn wir uns gegenseitig stärken und stützen, werden auch wir es schaffen, unsere Ängste im Zaum zu halten, um es mit all den Trumps und Musks dieser Welt aufzunehmen. Ich wünsche uns viel Kraft und Mut fürs neue Jahr!

Frohe Weihnachten,

Eure Ella

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