2024!

Willkommen im neuen Jahr, ihr interessierten und wohlwollenden Menschen, die mich auf diesem Blog begleiten. Ich wünsche Euch das Beste und freue mich auch 2024 wieder auf den Austausch mit Euch, ob hier in den Kommentaren oder – wie es des Öfteren geschieht – per Nachricht oder auch im persönlichen Gespräch.

In diesem Jahr werden viele meiner Schulfreundinnen und auch ich 50 – ein große Zahl und Anlass für so einige Partys. Das mit dem Feiern ist auch dicke notwendig, denn so unbeschwert, wie die Frauenzeitschriften einem diesen Lebensabschnitt immer verkaufen wollen, scheint er nicht zu sein. Von wegen Gelassenheit, toller Sex und Selbstverwirklichung, die meisten Menschen, mit denen ich mich austausche, erzählen mir ganz andere Dinge. Aber wie ist diese Lebensphase wirklich? Hand aufs Herz.

Ich finde, es wird dringend Zeit, eine kleine Serie wieder aufleben zu lassen. Erinnert Ihr Euch an „Mehr als 40“ ? Unter dieser Überschrift haben damals einige von Euch ganz offen ihre Gedanken über diesen Lebensabschnitt mit uns geteilt. Höchste Zeit für eine Fortsetzung! Ich nenne sie der Einfachheit halber „Mehr als 50“. Denn auch die 50 ist nur eine Zahl und so viel mehr als die gängigen Klischees über dieses Alter. Außerdem hat nicht alles mit dem Alter zu tun, sondern auch mit den Lebensumständen. Wir befinden uns gerade in einer Zeit großer Veränderungen.

Schreibt mir: Wie geht es Euch? Was beschäftigt Euch? Welche Krisen und Herausforderungen müsst ihr bewältigen? Ich freue mich auf Eure Lebensberichte, ganz egal, was diese Phase Eures Lebens prägt, ob ihr noch eine 4 vor der 0 habt oder nicht mehr, anonymisiert oder hochoffiziell – für alles ist Platz.

Ich habe mir übrigens vorgenommen, diesen Blog im neuen Jahr ein wenig mehr zu professionalisieren. Das hat vor allem diesen einen Grund, dass ich während Corona einen Roman geschrieben habe und noch immer auf der Suche nach einem Verlag bin. Da kann es nicht schaden, etwas mehr Reichweite zu generieren und sich interessanter zu machen. Falls ihr also den Blog im Freundes- und Bekanntenkreis weiterempfehlen wollt, freue ich mich fast so sehr, wie über eine Connection zu einem Verlag. Aber keine Sorge, ich werde Euch weder Tupperware verkaufen noch täglich mit Lebensweisheiten nerven. Es wird so ein „aus dem Bauch Ding“ bleiben.

So, ich freue mich – wie immer – von Euch zu hören und vor allem zu lesen.

Alles Liebe,

Ella

Mitten drin – 45

Als wir diesen Sommer aus Gründen der Einfachheit und ein wenig auch der Nostalgie zum Geburtstagspicknick in den Park luden, war das ein sehr schöner Abend mit Familie und Freunden, jedoch, wie wir bald merkten, in seinem Format völlig ungeeignet für Menschen jenseits der 40, denn die Decken blieben die meiste Zeit leer. Die wenigen mitgebrachten Campingstühle waren stets besetzt und rund um die Liegewiese bildete sich rasch ein Stehempfang. So mancher hatte es mit den Knien, andere fanden Picknick schon immer schrecklich, das mit den Krümeln und dem Essen ist auch nicht jedermanns Sache, man kann sich nicht anlehnen und so weiter und sofort.

Manche Dinge sind eben irgendwann vorbei. So verhält es sich beispielsweise auch mit dem Stringtanga oder dem bauchfreien Top, irgendwann spricht da bei den meisten Menschen so einiges dagegen und das ist auch ganz gut so. Und ich bin da mittendrin mit meinen 45 und, ganz ehrlich, ich finde, es gibt spaßigere Zeiten im Leben. Für mich ist es die Lebensphase der Desillusion.

Man erkennt, dass man nicht mehr alles reißen wird im Leben, weder beruflich, noch privat. Dass weder der Partner noch man selbst sich neu erfinden wird, sondern Muster und Marotten treue Begleiter auf dem gemeinsamen Lebensweg sind. Man spürt, dass Höhepunkte jeglicher Art immer rarer werden und vieles, auf das man einmal zugesteuert hat, bereits hinter einem liegt. Der erste Kuss, das erste Mal, die erste Wohnung, Führerschein, Hochzeit, Familie oder von was man sonst so geträumt hat.

Die herangewachsenen Kinder sind froh, wenn man nicht zu Hause ist, weil dann niemand mit irgendwelchem Schulkram oder sonstigen Aufgaben nervt. Sich die Freiheit zu nehmen, tagelang zu verreisen und wieder zu machen, was man selbst will, funktioniert natürlich trotzdem noch nicht. Sie brauchen einen ja doch noch. Allerdings ist die Funktion als Haushälterin und Hausaufgabenbetreuung nicht wirklich befriedigend.

Und dann ist da noch das herannahende Klimakterium mit seinen kleinen, gemeinen Überraschungen wie verkürzten, verlängerten, verstärkten oder sonst wie anders gearteten Zyklen und deren unsymphatischen Begleiterscheinungen. Übellaunigkeit und Intoleranz bekommen irgendwie eine ganz neue Tiefe. Fast wie mit dreizehn. Haushalte mit Mutter in den Wechseljahren und pubertierender Tochter versprechen wirklich Wohlfühlatmosphäre.

Diese Lebensphase hat natürlich auch sein Gutes und ich möchte nur bedingt negativ klingen. Ich habe mehr Zeit für mich, als je zuvor, seitdem ich Mutter geworden bin und habe im vergangenen Jahr bestimmt zwanzig Bücher gelesen. Also vielleicht braucht es die körperlichen Symptome der nahenden Wechseljahre, um einer vollkommenen Intellektualisierung entgegenzusteuern.

Ich gehe mal davon aus, dass das alles irgendwie Sinn macht und bin gespannt, wohin die Reise führen wird. Klimakterium kommt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet so etwas wie kritischer Zeitpunkt im Leben. Tröstlicherweise bin ich in diesen Zeiten nicht allein und das macht schon alles viel besser.

Also, ihr Lieben, wir rocken das!