Kategorie: Kinder&Co

Herausforderungen und Glücksmomente aus dem Leben mit Kindern

Singt, Mütter, singt! Ein Plädoyer

Warum haben eigentlich so viele Eltern immer Hemmungen, ihren Kindern etwas vorzusingen? Wie oft höre ich den Satz „Nein, ich kann aber nicht singen“.

Liebe Mütter (und natürlich auch Väter!), ihr müsst euch hier ja keiner musikalisch ausgebildeten Kritikerschar stellen, die jeden falschen Ton erkennt, bei jedem Kratzen im Hals die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und euch dann nicht zum Recall einlädt.

Nein, das ist EUER KLEINES KIND, dem ihr eine Riesenfreude macht, wenn mit ihm zusammen oder auch alleine für sie oder ihn etwas singt. Ihr könnt hier die Freude am eigenen Ausdruck, am Gestalten vermitteln und einfach zusammen fröhliche Momente erleben.    Das kann man nicht durch das Vorspielen einer CD ersetzen und dazu braucht man auch keinen Musikkurs mit ausgebildetem Lehrer.

Oder wollt ihr eure Kinder zu Perfektion erziehen? Sollen sie sich etwa nur Dinge trauen, die sie fehlerfrei beherrschen?

Also, auf ihr Mütter und Väter, singt, krächzt, jault und quietscht und habt Spaß dabei!

Schulanfang

Viele von Euch haben die letzten Wochen dem Schulanfang ihrer Kinder entgegengefiebert. Ein neues Kapitel beginnt. Mit Wehmut verabschiedet sich so manche(r) von der unbeschwerten Kindergartenzeit und sieht mit banger Hoffnung der Schulzeit entgegen.

Ich möchte Euch Mut machen, Eure Kinder loszulassen und Ihnen das Zutrauen zu geben, ihren Schulranzen allein tragen zu können und auch ihren Schulweg nach einigen Wochen oder Monaten alleine meistern zu können. Denn es ist wichtig und richtig für die Kinder, diese Aufgaben selber zu meistern – auch wenn sie ja noch so klein sind. Denn „Alleine Meistern“ schafft Selbstvertrauen.

Mich selbst hat damals ein Gespräch mit einer Bekannten aufgeweckt. Die Familie wohnte gut 15km von der Schule entfernt auf dem Land. Und obwohl die Mutter exakt denselben Weg zur Arbeit hatte, wie das Kind zu seiner Schule, ließ sie es mit dem Schulbus fahren, während sie die Strecke mit dem Auto zurücklegte. Weil es eben Sache des Kindes ist, zur Schule zu kommen. Manch eine(r) mag das total blöd finden, mich hat diese Konsequenz beeindruckt, weil ich die Motivation des Handels nachvollziehen konnte. Und weil ich selber beobachte, wie wichtig diese Eigenständigkeit für die Kinder ist.

Vieles ist heute komplizierter geworden, die Wege sind manchmal länger, es gibt U-Bahnen und gefährliche Kreuzungen. Aber meistens gibt es auch Lösungen. Ein anderes Schulkind auf dem Weg. Schritt für Schritt. Nur die Bereitschaft muss da sein, die Kinder ihre eigenen Wege gehen zu lassen.

Lieber nicht.

Bananenbox

Die Bananenbox machte den Anfang aller Artikel, die Eltern eigentlich nicht brauchen, aber irgendwie doch wahnsinnig praktisch sind. Aber beim besten Willen- Bananenbox geht ja nun gar nicht. Es folgten Haarwäschebecher, Trinkflaschenabtropfständer, Mückenschmerzstiller und Seifenspender mit Bewegungssensor. Mal ehrlich, wenn ich all diese Dinge haben sollte, die mir das Leben erleichtern, müsste ich sofort in ein Schloss mit 17 Zimmern ziehen. Oder Produkte zum Thema Schwimmenlernen: Während es früher genau den einen Artikel Schwimmflügel gab, konkurrieren heute Schloris, Schwimmscheiben, Bauchgurt, Schwimmweste und der Ganzkörperschwimmanzug um meine Kaufkraft. Aber es geht ja nur darum, uns Eltern das Leben zu erleichtern. Auch den Kindern wird jegliche Unannehmbarkeit und Eigenleistung abgenommen. Das Kind von heute baut keine Höhle mehr aus Kissen und Decken, nein, diese könnte instabil sein. Es muss das Spielhaus aus Karton sein. Aus Karton wohlgemerkt, nicht ein Karton. Dass das Bauen und Erfinden eigentlich viel mehr Spaß macht, als das Spielen danach, haben die Kindermühe- und Frustrationsabnehmer dabei völlig vergessen. Ein Beispiel von vielen. Liebe Marketingexperten und Produktdesigner, danke für Eure Mühen, aber ich möchte lieber nicht.

Absurdistan-warum Kinder von getrennten Eltern oft mehr von ihren Vätern haben

Und wieder ist eine Beziehung in unserem Freundeskreis zerbrochen. Das ist an und für sich schon sehr traurig. Aber was mich wirklich sprachlos macht, ist, dass das, was oft Mit-Ursache für ein Auseinanderleben ist, nach der Trennung oft kein Thema mehr ist. Wäre es aber vorher kein Thema gewesen, wären wohl viele dieser Beziehungen erst gar nicht auseinandergegangen. Ich spreche von der Zeit für die Kinder. Noch immer übernehmen in den meisten Beziehungen die Frauen die Hauptversorgung der Kinder, völlig egal, ob sie arbeiten oder nicht. Es geht dabei um all die täglich zu organisierenden Aufgaben, von der Verpflegung mit Essen, über Terminabsprachen mit Freunden, Arzttermine, Hausaufgabenbetreuung, und vieles mehr. Die Väter kommen dann mal eine Runde zum Toben vorbei, um sich dann wieder ihren Belangen zu widmen- wie selbstverständlich ermöglicht von den verantwortungsbewussten Frauen, die ja den Alltag sowieso besser im Griff zu haben scheinen. (mehr …)

Vorfrühling

Wenn es bei uns an der Tür klingelt, finden für gewöhnlich zwei der folgenden Handlungsabläufe statt:

Der 1.Fall: Es passiert überhaupt nichts, da alle möglichen Türöffner geflissentlich bemüht sind, das störende Geräusch zu überhören, weil sie gerade hoch konzentriert Lego spielen oder sich nicht von der Arbeit am Computer lösen können.

Der 2.Fall: Mindestens ein Kind stürzt sich so, wie es gerade ist, tollkühn die Treppe hinunter, um den vermeintlichen Besuch oder den heimkommenden Elternteil freudig zu empfangen.

So geschehen an jenem Abend, als es gegen Acht Uhr klingelte. Mein achtjähriger Sohn, bereits im Schlafanzug, stürzte sich johlend die Treppe hinunter und schoss wenige Sekunden später wie ein geölter Blitz, seltsame Laute hervorstoßend und irgendwie komisch zuckend wieder an mir vorbei in die Wohnung zurück. Verwundert wartete ich auf die wundersame Person, die diese Reaktion ausgelöst hatte. Es war Mathilda, eine sehr nette Mitschülerin, die etwas bei uns abgeben sollte. Das kann ja heiter werden.Bild

Abschied von der perfekten Erziehung

Habt ihr auch solche Probleme, Kontrolle über die Erziehung eurer Kinder abzugeben?
Also ich sehe mich eigentlich als sehr lockeren und entspannten Typ an und die meisten meiner Mitmenschen, empfinden mich, glaube ich, ebenso. So schnell kann mich nichts aus der Ruhe bringen.
Denkste! Wenn es um die Erziehung meiner Tochter geht, bin ich pedantisch, perfektionistisch und überhaupt nicht relaxed! Also meiner Tochter gegenüber schon, aber ansonsten nicht.
Nicht dass ich so sein möchte – im Gegenteil, ich war immer stolz auf meine Gelassenheit! Aber nun habe ich eben immer Angst, dass es schlimm für meine Kleine ist, wenn sie nicht in der Art und Weise erzogen und ernährt wird, wie ich sie für richtig halte.
Anfangs war mir das noch nicht so klar, aber nun, nachdem ich immer mehr Kontrolle abgeben muss, weil ich z.B. wieder arbeite und sie in der Zeit bei der Tagesmutter ist, schiebe ich immer öfter Panik, ob alles so läuft, wie es soll. Also ich bin sehr zufrieden mit meiner Tagesmutter und meine Tochter fühlt sich sichtlich wohl bei ihr, aber natürlich ist sie nicht ich und hat auch nicht dieselben Erziehungsmethoden. In der Zeit, in der ich es dann unter Kontrolle habe, will ich es ganz besonders perfekt machen, damit Ausnahmen, die ja eben unvermeidlich sind, wieder kompensiert werden.
Nicht dass jetzt jemand auf die Idee kommt, ich wolle meine Tochter zu der perfekten Überfliegerin heranziehen.
Nein! Ich will einfach, dass sie eine unbeschwerte Kindheit hat, um zu einem selbstbewussten, glücklichen und selbständigen Menschen werden zu können, der sich und andere respektiert und fest im Leben steht. Aber wie kriegt man das hin? Und wenn man dann denkt, dass man einen guten Weg gefunden hat, der eben in die richtige Richtung führen könnte, kann man nur schwer noch anderes akzeptieren. Ich befürchte immer, dass sie bei falscher Behandlung mal Minderwertigkeitskomplexe und Ängste bekommen könnte
Aber eine pedantische, unentspannte und besserwisserische Mama zu haben, die Mann und Mitmenschen mit ihren Vorgaben und ihrer Kritik nervt, kann ja auch nicht das Richtige sein.
Und vor allem ICH WILL SO EINE JA AUCH GAR NICHT SEIN!!!!
Also habe ich jetzt beschlossen mich von meiner Vorstellung der perfekten Erziehung zu verabschieden! Natürlich nicht ganz – ich kann ja auch nicht aus meiner Haut. Aber ich will doch versuchen, in anderen Einflüssen und Ansichten auch Positives zu sehen und zu lernen lockerer damit umzugehen.