Endlich…

Es hat dies Jahr ein bisschen länger gedauert, bis der Sommer angekommen ist. Im Herzen, im Organismus, in der Wetter-App. Umso begieriger habe ich in den vergangenen Wochen die wenigen sonnigen Tage in mir aufgesogen, mich an den hellen Tagen gelabt. Gras an meinen Füßen, die üppig grünen Baumkronen über mir. Mystische Lebewesen mit unzähligen Armen. Ich habe eine Blesshuhnfamilie auf Futtersuche vor der Kulisse des Sonnenuntergangs am See beobachtet und erstmals wahrgenommen, dass das Licht der untergehenden Sonne im Wasser einem Werk Linda Männels entsprungen zu sein scheint. Es bleiben nur noch schmale Fäden, die sich durchs Wasser ziehen. Jahre nach dem Ausstellungsbesuch sehe ich es. An meiner Seite eine wunderbare Freundin, die mit mir lacht, als sich ein Schwan auf die Musik der jungen arabischen Männer, die sich neben uns niedergelassen haben, zu bewegen scheint. Mit dem Fahrrad durch die Lichter der Nacht. Das geliebte Akademiefest. Ich treffe eine bezaubernde Bekannte im Freibad am Beckenrand wieder, die ich seit zehn Jahren in Simbabwe wähnte. Wiedersehensfreude. Eine Kräuterwanderung im milden Abendlicht umgeben von kraftvollen Frauen irgendwo weit draußen. Ich sehe meinen Söhnen dabei zu, wie sie ihr wundervolles, rauschendes Teenagerleben leben und das, was kommen mag, mit all seinen Verheißungen kosten. Ich spüre tiefe Dankbarkeit. So viel Wunderbares umgibt mich und endlich fällt die Schwere ab, das Kreisen, das Wollen, das Denken.

Tolle Veranstaltungen zum Lebengenießen in Nürnberg ganz umsonst:

https://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/nh_angebote_umsonst.html

Achtung: Das Brückenfestival und Stars im Luitpoldhain stehen demnächst an!

Was ich aus diesem Sommer mitnehme

Jetzt ist er bald vorbei, dieser Sommer. Ich blicke in Dankbarkeit zurück und sehe dem Herbst gelassen entgegen. Eine der schönsten Inspirationen dieses Sommers habe ich einer Freundin zu verdanken, die wir im Urlaub besucht haben. Obwohl von Hunden und wuselnden Kleinkindern umgeben, empfing sie mich anstatt in der sonst üblichen schlichten Alltags- und Funktionskleidung jeden Morgen in einem neuen, wunderschönen Kleid oder Overall. Ich bestaunte die auffälligen, farbenfrohen Prints, ihre femininen Körperformen und freute mich schon darauf, in welchem Outfit sie mich am nächsten Tag empfangen würde. Meine Freundin sah wunderschön aus. Sie hatte beim Packen beschlossen, all die schönen Kleider, die zuhause in ihrem Schrank vergeblich auf den großen Auftritt warteten, weil sie zu unpraktisch und zu empfindlich waren oder der Anlass fehlte, im Urlaub zu tragen. Eine großartige Idee.

Sich einfach für sich selbst schön zu machen, die eigene Weiblichkeit zu zelebrieren und auch beim Kochen eine Königin zu sein, das macht definitiv glücklich.

Was ich noch aus diesem Sommer mitnehme, ist die Erkenntnis, dass man sich sündhaft teure Regenjacken sparen kann, egal wie innovativ sie sind und mit wieviel Membranen sie ausgestattet sind. Wenn es schüttet und man stundenlang mit dem Fahrrad durch den Regen fährt, wird man eben klatschnass. Möchte man das vermeiden, sollte man einfach drinnen bleiben. Kostet weniger und ist weitaus effektiver. Aber erkläre das mal entschlossenen Outdooraktivisten…

Und dann lernte ich noch Folgendes: Viele Menschen in der Mitte des Lebens beschäftigt die Frage, ob sie bei einem Besuch auf unbekanntem Terrain einen Parkplatz finden werden. Für mich sehr ungewöhnlich, da ich zum einen mehrere Jahre in einem Viertel gelebt habe, in dem ich tagtäglich fünfzehn Minuten um den Block fahren musste, um einen Parkplatz zu finden und ich in dieser Zeit gewisse Einparkkünste und einen untrüglichen Instinkt für Lücken entwickeln durfte. Zum anderen gurke ich beruflich so viel in der Gegend herum, dass ich ständig auf unbekanntem Terrain parken muss. Ich war also zunächst erstaunt, als ich gefragt wurde, wie sich das bei uns mit Parken verhalte. Beim ersten Mal, beim zweiten nicht mehr so sehr, beim Dritten gelang mir der Perspektivwechsel. Klar, gibt ja auch ganz andere Leben. Mit immer denselben Parkplätzen, vielleicht sogar mit Nummernschild drauf. Ich sollte mich einfach nicht so viel wundern.

Genießt die letzten schönen Tage.

Noch nicht soweit.

Auf einmal bist Du nicht mehr da. Lässt mich im Dunklen sitzen. Dabei war ich kein einziges Mal im Sommernachtskino und viel zu selten im Biergarten.

Morgens ist es so frisch und unfreundlich, dass ich den Tag nicht mehr mit einem Kaffee auf dem Balkon begrüßen kann. Dabei bin ich noch nicht soweit, möchte ich in den Himmel schreien.

Der Mann sagt, es liegt vielleicht daran, dass wir nicht am Meer waren, in diesem besonderen Jahr. Mag sein.

Dabei kann ich Deine Hitze nicht leiden, Deine Helligkeit dafür umso mehr. Die brauche ich fast wie die Luft zum Atmen.

Sommer, ich bin echt sauer, dass Du Dich einfach so vom Acker gemacht hast, ohne mir vorher Bescheid zu sagen.

(Ella)