Das wünsche ich Euch für 2026!

In den letzten Wochen habe ich mich mit dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigt. Diese sollte man für seine Kinder am besten bereits zu Schulzeiten abschließen, weil sie zu diesem Zeitpunkt meist noch nicht so viel Blessuren davongetragen haben, die bei der Versicherung anzugeben sind. Also zumindest glaubt man das, solange man die elektronische Patientenakte noch nicht angesehen hat. Dort sind nämlich neben jedem Arztbesuch wegen einer Erkältung, der Zahnspange oder einem verknacksten Fuß auch alte Diagnosen oder Punkte aus Anamnesegesprächen vermerkt, die in der frühen Kindheit stattgefunden haben. Gruselig. Das Ablehnen der EPA macht also in einigen Fällen Sinn. Ein Anruf bei der Krankenkasse genügt. Naja, aber dies nur so nebenbei. 

Jedenfalls habe ich bei meiner Beschäftigung mit diesem Thema herausgefunden, dass Grund Nr.1 für eine Berufsunfähigkeit nicht etwa Unfälle oder Herzerkrankungen sind. Nein, mit 35% führen die psychischen Erkrankungen die Tabelle der Ursachen an. Diese Zahl hat mich überrascht, obwohl sie die persönlichen Erfahrungen in meinem Umfeld widerspiegelt. Wie erschreckend für den Zustand unserer Gesellschaft. Besonders Menschen in der Mitte des Lebens scheint manchmal die Kraft auszugehen im täglichen Kampf mit dem Leben. Auch das belegen leider die Statistiken. 

Es macht auf jeden Fall mal wieder deutlich, wie wichtig es ist, dass wir uns um uns und unsere Psyche kümmern. Dass wir uns verbinden und Glücksmomente in Gemeinschaft erleben. 

Meine Highlights im vergangenen Jahr waren die Schwimmbadbesuche mit zwei Freundinnen. Wenn wir unter der Dusche stehen und uns über irgendwelche Dinge schlapplachen, fühle ich mich wieder wie dreizehn. Es fühlt sich so gut an, mit über 50 so ausgelassen sein zu können. Aber auch wenn ich allein zuhause bin und hemmungslos drauflos singe, spüre ich, wie die Freiheit von Scham und Angst neue (Resonanz)räume öffnet. Ich saß/stand in den letzten Wochen tatsächlich bei zwei Konzerten in der ersten Reihe. Hat sich so ergeben und war echt cool. Einmal hat mich sogar mein jüngerer Sohn begleitet, der es auf einmal nicht mehr so schlimm findet, was mit Muttern zu unternehmen. Kraft Tanken und Momente sammeln, die widerlegen, dass Menschen nur noch an sich und ihren Vorteil denken, aggressiv und rücksichtslos sind. Das empfinde ich als wichtige gesellschaftliche Aufgabe.

Und das wünsche ich Euch fürs neue Jahr. Saugt die positiven Begegnungen auf, schreibt sie vielleicht sogar auf, versucht, andere zum Lächeln zu bringen und füllt Eure Herzen mit Licht für dunklere Stunden. Ich habe vor einem guten Jahr ein Schreibbuch angefangen, das ich „365 Tage Dankbarkeit“ genannt habe. Noch ist es nicht voll, aber jede einzelne der kleinen Anekdoten zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht.

Hier eine kleine für Euch mit einer Umarmung fürs neue Jahr:

Ich stehe mit einem Stapel Bücher an der Kasse der Buchhandlung.
„Wird wohl bis Freitag reichen.“, lächelt mich der Verkäufer an.

Kleine Freuden

In der Wochenzeitung „Die Zeit“ gibt es eine Rubrik, die „Was mein Leben reicher macht“ heißt. Leser*innen teilen Episoden und Momente ihres Lebens, die ihnen besonders viel Freude bereitet haben oder noch immer bereiten. Wie ich eben entdeckt habe, gibt es diese sogar in einem Geschenkband zusammengefasst:

https://shop.zeit.de/geschenkefinder/fuer-jeden-anlass/4044/was-mein-leben-reicher-macht-band-2

Ich lese diese Beiträge sehr gerne, da sie mir oftmals ein wohliges Schmunzeln entlocken und vielleicht auch dazu geführt haben, selbst mehr darüber nachzudenken, was ich denn zu erzählen hätte. Natürlich kann man das auch ganz im Stillen, zum Beispiel indem man ein Dankbarkeitstagebuch führt, um sich Positives bewusst zu machen und ganz still und heimlich zu bewahren. Aber ich bin ja eher etwas mitteilsam geraten, so dass ich gerne ein paar kleine Freuden mit euch teilen würde.

Die Schwimmbrille:

Seit ungefähr fünfunddreißig Jahren bin ich kurzsichtig. Während dieser Zeit war ich einige Jahre im Schwimmverein aktiv und zog auch später im Freibad regelmäßig meine Bahnen – zugegebenermaßen mit der ein oder anderen Kollision aufgrund meiner Fehlsichtigkeit. Vor wenigen Wochen setzte ich die Idee in die Tat um, mir eine Schwimmbrille mit Dioptrien zu kaufen. Der erste Besuch im Schwimmbad war einfach grandios. Ein Hochgefühl! Wie einfach es doch manchmal sein kann, etwas zu verändern und wie lange es dazu braucht. Seither erfreue ich mich jedes Mal, wenn ich ins Wasser tauche, daran, dass ich sowohl auf den Grund sehen, als auch allen anderen Schwimmer*innen galant, mühelos und vor allem rechtzeitig ausweichen kann.

Die Allee:

Es war ein ganz besonderer Tag in diesem Frühjahr, als eine Gartenbaufirma ohne Vorankündigung etwa fünfzehn Bäume in unserer Nachbarschaft entlang der Straße pflanzte. In wenigen Jahren wird eine prächtige Allee entstanden sein, die für moderatere Temperaturen im Sommer sorgen und den Spaziergängern Schatten spenden wird. Ich habe keinen blassen Schimmer, wie wir zu diesem Glück gekommen sind, wer das geplant hat und wie lange die Aktion vorbereitet wurde. Nur ein paar Hinweisschilder deuten auf eine Beteiligung der Umweltbank hin, vielen Dank dafür. Wann immer ich an den jungen Bäumen entlang laufe, bin ich einfach nur glücklich.

Sausewind:

Jedesmal, wenn ich während des Berufsverkehrs oder am Einkaufssamstag mit wehenden Haaren an den stehenden Autokolonnen am Innenstadtring vorbeidüse, genieße ich das Gefühl grenzenloser Freiheit. Zugegebenermaßen erfreue ich mich auch ein wenig daran, dass die Menschen in ihren Fahrzeugen in diesem Moment nicht dieselbe Freude empfinden, weil sie sich über ihre Vordermänner oder -frauen ärgern müssen und nur im Schneckentempo vorankommen, während ich schon drei Ampeln weiter bin. Das ist nicht sehr nett von mir, das weiß ich. Deshalb empfinde ich auch ein wenig Mitleid, dass sie nicht Fahrrad und U-Bahn fahren können und auf ihre Autos angewiesen sind. Ich bin jedenfalls sehr dankbar, dass ich gesund bin und mir diese Momente vergönnt sind. Und ich würde sie sehr, sehr gerne mit ganz vielen Autofahrer*innen teilen. Ehrlich.

Habt ihr auch „kleine Freuden“, die ihr gerne mit mir teilen möchtet? Dann schreibt mir gerne und ich veröffentliche sie.

Zarte Blüten

„Willst Du mich denn gar nicht schön machen? Kein kleines bisschen?“, fragt mich resigniert mein Balkon. Ich sehe ihn an und erinnere mich, dass ich dies immer im Frühjahr getan hatte und dass es mir gefallen hatte. Aber der Winter war so lange und ich habe fast vergessen, was mir Freude macht. „Doch, ich will!“, weiß ich auf einmal, schwinge mich auf mein Fahrrad und kaufe Blumen.

Fahrradkorb mit Blumen

Ich wünsche Euch schöne warme, wohlige Frühlingstage!

Eure Ella