Nichts für mich

Das erste Mal passierte es, als ich vor einigen Jahren für unseren Familienurlaub einen kleinen Segelturn in Kroatien buchen wollte. Ich glaubte, nicht richtig zu sehen, als ich auf Angebote stieß, die sich ausschließlich an Personen unter 45 Jahren richteten. Wie jetzt? Ich und zu alt? Kann nicht sein. 

Inzwischen passiert mir das ständig. Allerdings braucht es keine explizite Altersbeschränkung. Die Bildsprache genügt vollends, um mich spüren zu lassen, dass nicht ich gemeint bin. Hippe Dreißigjährige vollführen formvollendet ihre Asanas im Gegenlicht, so dass ich die Räucherstäbchen fast schon riechen kann. Vermutlich hat die Hälfte von ihnen bereits die kleine Ausbildung zur Yogalehrerin absolviert. Oder Menschen bemalen einträchtig in trendiger Location Keramik zwischen dekorativem Grünzeug, das echte Naturverbundenheit zum Ausdruck bringt. Zusammen mit cooler Graphik in passender Schrift auf sanftem Pastell – die perfekte Inszenierung auf Instagram, exakt zugeschnitten auf eine Generation, für die es normal ist, dass alles, was sie tun, „instagramable“ ist. Also tolle Location, gutes Licht, schöne Deko und bestenfalls attraktive Menschen. Schon schön irgendwie. Für mich könnte es ein wenig hemdsärmeliger sein, nicht ganz so perfekt, auch wenn ich weiß, dass jeder schlecht gemachte Folder seinerzeit mehr Zeit benötigt hat, als es heute ein cooler Post tut, der ratzfatz mit einem intuitiven Layoutprogramm entworfen wurde. Ich habe inzwischen ja auch ein paar Falten und bin nicht mehr so glatt. Wenn meine Umgebung ähnlich verknautscht ist, entlastet mich das.

Dass ich jetzt öfter nicht gemeint bin, liegt natürlich auch daran, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Zielgruppe und Anbietern gibt. Es ist eine neue Generation herangewachsen, die Lust und Energie hat, coole Events aus der Taufe zu heben, und neue Wirkungskreise sucht und findet. Und diese zieht wiederum ein Publikum an, dass sich eher aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis generiert als aus dem ihrer Eltern. Und schon erhöhe ich den Altersdurchschnitt und fühle mich ein klein wenig fehl am Platz, wenn ich zwischen diesen lässig schönen Menschen verweile. Ich finde diese breit gefächerten Angebote, sich kreativ auszuleben mit der Garantie, dass dabei auch noch etwas Vorzeigbares herauskommt, großartig. Und eigentlich würde ich gerne alles einmal ausprobieren, wäre es nicht manchmal so anstrengend, mich zu integrieren. Die Generationen Y/Z haben andere Themen als ich. Statt Menopause, Miniskus und Scheidung, Kleinkinder, Hochzeit und Shopping. Und manchmal versuchen sie erst gar nicht, mich ins Gespräch einzubinden. So als gäbe es mich gar nicht. Klar, ist ja bei mir schon alles vorbei. Und vielleicht will ich auch gar nicht wissen, dass man Partner zur Zeit am besten bei Lauftreffs kennenlernen kann und dass die Smartwatch ihnen heute morgen gesagt hat, dass sie schlecht geschlafen haben.

Mein Weg ist jedenfalls vorgezeichnet. Ich werde mir in nicht allzu ferner Zukunft eine Seniorengruppe suchen. Da gehöre ich mal wieder zu den Jungen, das stelle ich mir entspannend vor. Einfach mal nicht verzweifelt mithalten müssen, sondern mich relaxed zurückzulehnen. Mich jung und sexy fühlen, auch wenn das bekanntlich nicht alles ist.

Als ich letzte Woche in der Stadt war, hat mich so ein junger Kerl vom Stand der Gewerkschaft angequatscht:

„Arbeiten Sie noch?“, fragte er.

„Das war die falsche Frage.“, antwortete ich. Und ging weiter.

„Wieso?“, rief er mir ratlos nach. Eine kleine Denksportaufgabe, die ihn noch ein Weilchen beschäftigt haben dürfte.

Mein erstes Mal habe ich also jetzt hinter mir. Rentnerin mit 51. Der zweite große Einschnitt, nachdem ich mit 18 das erste Mal auf der Straße gesiezt wurde. Der Schmerz vergeht. Das Lachen bleibt.

Was Du heute kannst besorgen…

Eigentlich bin ich ein eher umtriebiger Mensch. Ich mag es, wenn ich beschäftigt bin. Viele Jahre stellte sich die Frage nach dem Innehalten für mich nicht. Inmitten von Beruf, Kinderfürsorge und der Pflege sozialer Kontakte gab es schlichtweg keine Zeit dafür. Dann kam Corona. Zeitgleich nabelten sich meine Kinder mehr und mehr ab und es entstand wieder Raum für mich. Das Feedback, dass ich Mann und Söhne mit meiner ewigen Geschäftigkeit stresste und meine mentale Bedürftigkeit während dieser herausfordernden Zeit, bedeuteten den Beginn meiner Yogareise. Ich weiß inzwischen, dass es mir besser geht, wenn ich weniger mache. Wenn ich Ruhepausen zulasse. Und dass ich keine Angst davor haben muss, wenn meine Zeit nicht mit Programm vollgestopft ist. Ich kann mit mir allein sein, auch in der Stille. 

Manchmal sahen meine Tage so aus, dass ich an freien Tagen vom Joggen zum Einkaufen, Steuer fertig machen, Cafè mit einer Freundin, Kochen, Putzen, Yoga, etwas vom Schneider abholen, Telefondate mit der Schwester, nochmal Kochen, Wäsche zusammenlegen bis zum Blogschreiben durch den Tag gerauscht bin. Inzwischen versuche ich keine To Do Listen mehr zu führen oder mir – wenn unbedingt notwendig- drei Sachen davon auszusuchen. Eine Verabredung zum Sport oder mit Freundinnen am Tag tun mir supergut, mehrere davon arten eher in Stress aus. Aber, was macht man mit freier Zeit, wenn man darauf gepolt ist, permanent zu leisten und abzuliefern? 

Eine Antwort habe ich im Kümmern gefunden – um mich und die Dinge, die mich umgeben. Ich habe den schulmeisterlichen Spruch 

„Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“

für mich neu entdeckt. Die meisten von uns kennen diesen Sachverhalt: Briefe werden erstmal auf einen Stapel gelegt, Geschirr bleibt auf der Ablage vor der Geschirrspülmaschine stehen, die Klamotten warten nach der Reise tagelang im Koffer, ausgeräumt zu werden. Später. Es gibt erstmal Wichtigeres zu tun. Solltest Du Dich gerade nicht angesprochen fühlen – herzlichen Glückwunsch! „Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ ist der Gegenentwurf zur Prokrastination. Sich Zeitnehmen, auch für die kleinen Dinge des Alltags. Und Zeit habe ich inzwischen: Sitzen, Angucken, Räumen, Sortieren. Manchmal kommen mir dabei gute Ideen, manchmal genieße ich einfach das entspannte „Baseln“.

Als Kind war mir dieses Sprichwort jedenfalls verhasst, weil es mir natürlich immer dann nahe gebracht wurde, wenn ich gerade etwas besseres zu tun hatte, als unliebsame Pflichten zu erfüllen. Heute empfinde ich es nicht mehr als nervige Aufforderung zu Fleiß und Pflichterfüllung. Befreit man diesen Satz von seiner altmodischen Schale, könnte man ihn als Aufforderung deuten, im Hier und Jetzt zu leben, Raum für Achtsamkeit zu schaffen. Ich fühle mich wohl, wenn es aufgeräumt ist. Was liegt da näher, das Geschirr direkt wegzuräumen und die heruntergefallenen Krümel nach dem Essen gleich vom Boden zu entfernen? Ich werfe die Werbung direkt ins Altpapier, wenn ich sie aus dem Briefkasten geholt habe und hefte den Steuerbescheid ab, nachdem ich ihn mir in Ruhe angesehen habe. Was für ein himmlischer Zustand, keine Stapel fürs „Später“ aufzubauen und zu horten. Ich muss keine unliebsamen Überraschungen fürchten, weil ich Ordnung in meinem Leben schaffe.

Natürlich gibt es Situationen, in denen wir tatsächlich keine Zeit oder viel mehr Lust haben, uns direkt um etwas zu kümmern. Wenn wir gerade gemütlich mit Freunden am Tisch sitzen und uns gut unterhalten, können die Teller auch gerne stehen bleiben. In vielen Situationen ist es allerdings eine bewusste Entscheidung und vielleicht sogar Lebenseinstellung. Ich kümmere mich um mich selbst und meine Dinge. Das schärft das Bewusstsein für die Besitztümer, die mich umgeben sollen. Je weniger ich habe und je wertvoller es mir ist, umso lieber werde ich diesen Sachen meine Aufmerksamkeit schenken, sie pflegen, sortieren, aufbewahren oder neu anordnen. 

Ich kann die Bilder vom Ausflug am vergangenen Wochenende nochmal ansehen, die nicht so gelungenen direkt löschen und die anderen in einen Ordner packen, wo ich sie wiederfinden werde und vielleicht am Jahresende in einem Album abdrucken lasse. Ich habe Zeit darüber nachzudenken, was ich überhaupt machen will – mit meinen Fotos und vielleicht generell mit meinem Leben. Von manchem werde ich mich trennen, weil es mich eher belastet als es mir guttut. Ob es sich um Besitz oder Beziehungen handelt. Einfach mal sitzen und nachdenken, statt eine neue Serie streamen. 

Zugegebenermaßen ist das manchmal anstrengend, bisweilen aber auch sehr befreiend. Nicht jede Lebensphase lässt diese Entschleunigung zu, aber gerade in der Mitte des Lebens entstehen manchmal neue Freiräume. Und die erfordern bisweilen ganz neue Lebensentwürfe. Und manchmal wird es gut.

Die Callcenter Mitarbeiterin

Als ich heute morgen in einer alten Taz geblättert habe, stieß ich auf den Begriff „Rauhnächte“, der mich sofort neugierig machte. Ich befragte das Worldwideweb und fand ein paar interessante Rituale und Bräuche. Als Rauhnächte bezeichnet man die 12 Nächte, die um Mitternacht (oder wie einer meiner Söhne sagen würde um „Null“) am 24.12. beginnen und um dieselbe Zeit am 05.01. enden. Vielleicht wusstet ihr das schon- mir war das neu. Diese Zeit dient der inneren Einkehr und der Selbstreflexion, jedem Tag ist eine andere Aufgabe zugeschrieben. Es gibt Räucherrituale und vieles mehr, es ist die Zeit des Ordnens und Aufräumens im Innen und Außen. Ich möchte jetzt nicht das gesamte Themenfeld abhandeln, ich fand es nur witzig, dass ich vieles von dem getan habe, was dort aufgeführt ist. Wahrscheinlich der dunklen Jahreszeit geschuldet. Manches allerdings schon etwas vor der Zeit. Beispielsweise habe ich begonnen, alte Accounts, die ich nicht mehr benötige, löschen zu lassen. Weniger Accounts bedeuten weniger Passwörter. Weniger macht mich glücklich. Allerdings ist der Umgang von Unternehmen mit dem Löschen ihrer Kundendaten sehr unterschiedlich, wie ich feststellen musste. Während manche direkt einen Menüpunkt anbieten, um das unkompliziert zu erledigen, muss man andere anschreiben. Besonders nett war das Gespräch mit der Callcenter Mitarbeiterin eines Mobilfunkunternehmens. Da mein großer Sohn inzwischen volljährig ist und wir den Vertrag auf ihn überschrieben haben, benötigte ich meinen Zugang nicht mehr. Ich rief den Kundenservice an:

Ich: „Ich würde gerne meinen Kundenaccount löschen lassen.“ Ich erklärte kurz den Sachverhalt.

Sie: „Aber Sie müssen ihn nicht löschen lassen, es passiert ja nichts damit.“

Ich: „Ja, aber ich brauche ihn ja nicht mehr. Ich möchte ihn gerne löschen. Simplify your life.“

Sie: „Oh, die App habe ich mir auch mal runtergeladen.“ Denkt kurz nach. „Aber eigentlich braucht man dazu gar keine App.“ Sie sucht in ihrem Computer nach Handlungsanweisungen, mit denen sie mir meine Bitte erfüllen kann.

„Da muss ich jetzt doch mal die Fachabteilung anrufen. Sie sind die Erste, die das möchte.“

Als sie sich wieder meldet, ist alles erledigt und wir verabschieden uns mit fast feierlichen Worten. Ich bin mir sicher, sie hat sich während der Rauhnächte auch von ein wenig Ballast getrennt.

Ich wünsche Euch einen guten Start ins Arbeits- und Schulleben!

Ach ja, Weihnachten…

Seit Tagen schleiche ich in Gedanken um diesen Blogbeitrag herum. Weihnachten- das ist nicht so mein Ding. Dieses alljährlich wiederkehrende Ereignis, das bis oben proppenvoll gestopft ist mit Erwartungen an Familie, die meist wenig mit der Realität zu tun haben, aber mit unerschütterlicher Entschlossenheit und dem Ignorieren aller Probleme verteidigt werden. Puh.

Dabei gibt es so viel Positives, das ich Euch berichten wollte. Nachdem das Jahr für mich mental schwierig angefangen hat, hat sich vieles nach meinem Yoga-Retreat verändert. Ich habe den Worten meiner Yogalehrerin vertraut, die mir sagte, dass sich alles finden werde und mir den Weg in die Dankbarkeit gezeigt hat. Ich danke Dir dafür von Herzen, liebe Petra!

Ich den Wochen danach habe ich meinen Kaffee auf dem Balkon getrunken und dabei den Vögeln gelauscht – und sonst nichts. Achtsamkeit anstelle von Berieselung. Dankbarkeit, auch für die kleinen Dinge. Als ich morgens zur Arbeit gefahren bin und mir ein Autofahrer die Vorfahrt genommen hat, habe ich, statt mich wie sonst aufzuregen, überlegt, ob er vielleicht verschlafen habe könnte und jetzt ganz schön unter Strom steht. Dass er es vermutlich gar nicht bemerkt hat, dass er mir die Vorfahrt genommen hat und es nicht aus Boshaftigkeit getan hat. Ich bin ihm wohlwollend begegnet, anstatt über ihn zu urteilen. Meine Yogaeinheiten halfen und helfen mir, mich in meinem Körper pudelwohl zu fühlen, bei mir zu bleiben und dem Alltag gelassener zu begegnen. Atmen und Körperwahrnehmung. Als ich zum Herbstbeginn merkte, wie müde und abgeschlagen ich war, kamen die Worte meiner Yogalehrerin Nicola zur rechten Zeit, die uns daran erinnert hatte, diesen Zustand der Erschöpfung anzunehmen, anstatt ihn in unserem durchgetakteten Alltag zu bekämpfen. Dass es normal ist, dass wir im Rhythmus der Jahreszeiten unterschiedliche Energiezustände haben. Runterfahren. Das erste Mal seit vielen Jahren hatte ich kein Problem mehr, dass der Winter kam und zelebrierte es, mich bereits um acht Uhr abends in meiner Daunendecke einzukuscheln und zu lesen. Ich weiß, dass es im Frühjahr wieder ganz anders werden wird. Ein Teil des großen Ganzen zu sein, fühlt sich wunderbar an. Auch dafür bin ich sehr dankbar. Aber auch das hundertfach gehörte „Lass` los!“ der Schluss Meditation meiner Onlinekurse klang mir oft in den Ohren, wenn es mein Leben verlangte. Das Kind ziehen lassen, und zwar nicht nur räumlich, ungute Beziehungen, Ängste, Erwartungen, Dinge, die man hortet, körperliche Anspannung, Gedanken – Loslassen ist befreiend und setzt viel Energie frei!

In diesem Spirit befand ich mich noch Anfang Dezember. Ich wollte mein Glück hinausschreien und mit der ganzen Welt teilen: „Es funktioniert wirklich, Du musst Dich nur auf den Weg machen, vertraue mir!“ Aber Veränderung ist natürlich nicht nur leicht, sie stellt auch vieles in Frage. Die Puzzleteilchen des Lebens müssen neu sortiert und geordnet werden- und das ist verdammt anstrengend und macht mir das Atmen manchmal schwer. Und jetzt also Weihnachten und sein ganzer Ballast. Und natürlich auch die vermutlich bescheuerte Erwartung an mich selbst, etwas dazu zu schreiben. Dabei hat ja eigentlich sowieso niemand die Muße, kurz vor Weihnachten, einen so langen Text lesen. Loslassen wäre angesagt.

Anstatt hochtrabenden Blablas habe mich entschieden, mit Euch etwas Lebenspraktisches zu teilen. Da an den Feiertagen die Bäckereien geschlossen haben werden, mag sich vielleicht die eine oder der andere von meinen Erfahrungen als Brötchenbäckerin inspirieren lassen und noch schnell frische Hefe kaufen gehen. Eigentlich ist das nämlich wirklich einfach – man muss nur EINES unbedingt beachten!

Als ich vor geraumer Zeit auf die Idee kam, spontan Brötchen zu backen, stieß ich auf Rezepte, bei denen der Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen muss. Ich hatte davon gehört, dass es diese Methode bei Pizzateig gab. Da ich aber von Kindheit an gelernt hatte, dass Hefe Wärme mag, war mir das Ganze ein bisschen suspekt. Dennoch versuchte ich es. Der Teig war tatsächlich nach knapp 5 Minuten geknetet und ich stellte ihn in einer Tupperbox mit ausreichend Platz zum Aufgehen in den Kühlschrank und begab mich zu Bett. Als ich diesen am nächsten Morgen öffnete, bekam ich erstmal einen Lachanfall. Der Kühlschrank sah aus, als habe man ihn mit Halloween Spinnwebenspray überzogen. Der Teig war so krass aufgegangen, dass es ihn quasi aus der Box gesprengt hatte und er sich dekorativ im ganzen Kühlschrank verteilt hatte. Naja, ich gebe zu, dass ich wesentlich mehr Hefe verwendet hatte als im Originalrezept angegeben, weil mir das unrealistisch vorkam. Ich kratzte schließlich den verteilten Teig zusammen und buk daraus Brötchen. Und ich muss sagen, sie sind wirklich gut geworden, innen schön locker fluffig, die Kruste nicht zu hart. Funktioniert astrein und geht relativ schnell. Ich habe es dann nochmal getan, diesmal allerdings mit großer Schüssel und viel Platz- es hat gerade so gelangt. Also, DAS ist das einzig Wichtige – Raum zum Ausbreiten, irgendwie ja fast spirituell, wenn ich darüber nachdenke;-) Ihr könnt es natürlich auch mit weniger Hefe versuchen und mir schreiben, ob es dann auch so gut wird. Falls ihr also Lust auf ein Experiment verspürt, hier das Rezept:

Weiße Brötchen ( 9 Stück):

¾ Würfel frische Hefe

370g Wasser

500g Weizenmehl

2 TL Salz

1 gehäufter TL Zucker

Die Hefe in lauwarmen Wasser auflösen. Mehl, Salz und Zucker in einer Schüssel mischen und das Hefe-Wasser locker unterheben. Mit dem Knethaken so lange rühren, bis das Wasser gebunden ist. Abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Am nächsten Morgen den Ofen auf 240°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben, in neun gleichgroße Quadrate schneiden. Die gegenüberliegenden Ecken jeweils in der Mitte übereinanderlegen und fertig geformte Brötchen auf ein Backblech mit Backpapier legen. Etwas Wasser in einer feuerfesten Form auf den Boden des Ofens stellen und dann die Brötchen auf der mittleren Schiene etwa 20 Minuten backen.

Euch eine entspannte und leckere Weihnachtszeit!

Alles Liebe,

Ella

Anekdote aus dem Leben einer Yoga-Schülerin

Wer meinem Blog schon längere Zeit folgt, weiß, dass ich auf unseren bayerischen Ministerpräsidenten – Herrn Markus Söder – nicht sonderlich gut zu sprechen bin. Mein „altes Ich“ hätte ihn an dieser Stelle als aufgeblasenen Lackaffen und Wendehals betitelt, aber das ist ein für alle Mal vorbei. Ich nenne ihn jetzt einfach Markus. Meine Welt hat sich nämlich grundlegend verändert und das ging so:

Auf dem Yoga-Retreat, an dem ich kürzlich teilgenommen habe, durfte ich eine sehr bekannte Meditationsmethode kennenlernen – Metta Bhavana ( deutsch: Mitgefühl / Entwicklung). Sie dient zur Entwicklung einer „mitfühlenden, altruistischen und ego-freien Geisteshaltung“, wie ich nachgelesen habe, ich will Euch ja keinen Blödsinn erzählen.

So weit schon die Theorie. Der Wortlaut der Meditation variiert, aber sinngemäß bedenkt man zuerst sich selbst mit folgenden Worten:

Möge ich geborgen sein.

Möge ich gesund sein.

Möge ich glücklich sein.

Möge ich in Frieden leben.

Also tatsächlich ein ganzes Bouquet bester Wünsche. Als nächstes visualisiert man einen Menschen, den man liebt oder sehr gerne hat und spricht für ihn im Geiste diese Worte.

Mögest Du geborgen sein.

Mögest du gesund sein.

Mögest du glücklich sein.

Mögest du in Frieden leben.

Das gelingt spielerisch und macht viel Freude. Als Drittes lässt man die guten Wünsche jemandem zuteilwerden, dem man nur flüchtig begegnet ist. Es fiel mir beim ersten Mal schwer, mich zwischen meinem Paket- Reinigungs-Mann und dem Schneider zu entscheiden, dem ich seit Jahren unsere Hosen zum Flicken bringe. Ich hoffte, der Segen würde trotzdem wirken, also halb, halb oder zumindest bei einem.

Als Letztes wartete die schwierigste Aufgabe. Man soll nämlich eine Person bedenken, die man hasst oder zumindest nicht ausstehen kann. Und hier, ihr könnt es euch denken, kam Markus ins Spiel. Er wurde mein Auserwählter, dem ich in bestmöglicher Aufrichtigkeit Geborgenheit, Gesundheit, Glück und Frieden wünschte. Und ich tat es am nächsten Tag wieder und es fühlte sich schon leichter an.

Und dann geschah das Unglaubliche. Nach etwa zwei Wochen und einigen Wiederholungen dieser Meditation der liebenden Güte, begegnete ich Markus des Nachts im Traum und, was soll ich sagen, wir hatten eine richtig gute Zeit zusammen. Es war witzig, wir haben herrlich viel und ausgelassen gelacht, fast so, als wäre er ein alter Freund aus Schulzeiten. Ich gebe zu, ich mochte ihn.

Wahnsinn, wie die Kraft der Gedanken alles verändern kann. Also, nicht, dass ich ihn jetzt im echten Leben treffen mag, dazu muss ich vermutlich noch ein Weilchen weitermeditieren, das passt schon, dass wir uns in unterschiedlichen Dunstkreisen bewegen, aber ich habe eine klitzekleine Ahnung davon bekommen, wie heilend es sein kann, seine Energie nicht an Missgunst und Ärger zu verschwenden. Seufz.

Vielleicht mögt ihr es auch mal ausprobieren. Und wenn nicht, kommen vielleicht trotzdem gelegentlich ein paar gute Wünsche bei euch an. Namastè!

Kraft tanken

Ich weiß nicht, wie es euch mit den großen Herausforderungen unserer Zeit geht, aber mir ist das in den letzten Monaten alles zu groß geworden. Die KI und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt, die Gefahren, die ihre Anwendung mit sich bringt, der Klimawandel und seine nicht mehr zu übersehenden Auswirkungen. Zu viel Negatives, zu viele Informationen – ich war nicht mehr wirklich in meiner Mitte. Dabei ist das der Anfang von allem. Ich kann nur Liebe schenken, wenn ich mich selbst liebe. Meine Kinder können nur unbeschwert durchs Leben gehen, wenn ich für mich und meine Bedürfnisse sorge. Bei einem Flugzeugunglück muss ich mir selbst zuerst die Sauerstoffmaske aufsetzen, bevor ich anderen helfe. (Danke für diesen treffenden Vergleich, liebe Sabine.) Meine hing zuletzt nur noch auf Halbmast. Der Nachhaltigkeitsforscher Professor Tobias Luthe empfiehlt gegen das Gefühl der Ohnmacht, sich auf das nahe Umfeld zu konzentrieren. Regional kann jede(r) wirksam sein und etwas bewegen. Und aus vielen kleinen Zellen kann dann wieder etwas Großes entstehen.

Mein lang ersehnter Aufenthalt zum Yoga und Wander Retreat kam jedenfalls genau zur rechten Zeit, um meine Batterien wieder aufzuladen. Menschen kennenzulernen, die versuchen, bestmöglich im Einklang mit der Natur zu leben, hat unendlich gutgetan. Uns alle hat die Liebe zu den Bergen verbunden, die Offenheit, uns aufeinander einzulassen und die Gabe unserer Yogalehrerin, und behutsam durch die Tage zu begleiten. Ich möchte eines ihrer Meditationsvideos mit euch teilen, das auch euch hoffentlich Kraft geben kann, wenn ihr durch den Wind seid – was für ein treffender und schöner Ausdruck eigentlich. Sucht euch am besten einen schönen Ort irgendwo draußen in der Natur in der Stille und nehmt eine Decke mit, auf der ihr es euch bequem machen könnt. Es dauert nur wenige Minuten. Ich habe vorher nie meditiert, aber ich finde, diese Meditation kann dich einige Zeit durch den Alltag tragen, wenn du dich darauf einlässt.

Morning Yoga

Guten Morgen!

In diesen Zeiten fit zu bleiben, erfordert ja etwas Selbstdisziplin. Ich habe jetzt für mich ein kurzes ( 18 Min.) Yoga-Video gefunden, nach dem ich mich gut gedehnt und trainiert fühle, das aber gemächlich genug ist, um es direkt nach meinem Kaffee zu absolvieren, später am Tag bekomme ich es nämlich nicht mehr gebacken. Es eignet sich für Menschen mit einer gewissen Grundbeweglichkeit.

Viele Fitness- und Yogastudios oder auch Vereine sind ja jetzt mit Kursen online gegangen und ich freue mich sehr, dass mein Studio 3 dabei ist. Da gibt es dann auch Yoga mit weitaus weniger Verrenkungen, Faszien- und Körpertraining mit lieben Menschen, viel Herz und ohne Chichi.

https://www.youtube.com/channel/UCKhMC4C9vTgJHAxFHmrufdg

Vielleicht ist was für Euch dabei.

Bleibt gesund,

Ella

Yoga with Adriene

Ich musste leider erst vierzig werden, um zum überzeugten Yogafan zu werden. Meine Bänder und Gelenke mussten erst an Elastizität verlieren, um zu erkennen, dass Yoga eine der besten Sportarten ist, um den Körper geschmeidig zu halten und Verspannungen und anderen Beschwerden vorzubeugen. Denn dieses ganzheitliche Dehnen und Bewegen aller Körperpartien bieten sonst nur wenige Sportarten. Im Gegenteil – viele fordern den Körper nur einseitig, was zu Muskelverkürzungen und Verschleißerscheinungen führen kann. Das heißt jetzt nicht, dass alle nur noch Yoga machen sollen, nein, jedem das Seine und möglichst viel davon. Aber ich halte es für eine sinnvolle Ergänzung und Altersprävention und mir tut es einfach gut. Jetzt gibt es natürlich viele von uns, die gar nicht so recht zum Sport kommen. Dafür gibt es inzwischen zahlreiche wundervolle Tutorials auf YouTube. Zum Beispiel von Adriene Louise, die jede Woche ein neues ins Netz stellt. Diese 15 Minuten kriegen wir alle hin, oder? Einfach mal ausprobieren.