Ich kann mit Podcasts üblicherweise wenig anfangen. Inzwischen ahne ich auch warum. Ich schätze, ich unterhalte mich lieber selbst mit Menschen, die mich interessieren und die mir am Herzen liegen als dem Gespräch irgendwelcher Unbekannten zuzuhören. Ausnahmen bestätigen hierbei die Regel. Die Gästeliste von Hotel Matze sollte mich allerdings schon vom Hocker hauen, sei es, weil ein Bela dabei ist, Harald Welzer oder Angela Merkel. Bei der Folge mit der Philosophin Barbara Bleisch bin ich leider eingeschlafen, was mit Sicherheit an der Uhrzeit lag und daran, dass ich als Beifahrerin sanft auf der Autobahn geschaukelt wurde. Was ich allerdings noch mitnehmen konnte, war folgende Botschaft:
„ES MUSS NICHT IMMER ALLES GUT SEIN.“
Vielmehr ist es normal und vollkommen okay, dass es in Teilbereichen des Lebens nicht gut läuft. Wie entlastend, nicht immer nach dem perfekten Rundumglück streben zu müssen. Im Ernst- diese simple These hat mir gefallen.
„NIMM DIR JEDEN TAG 30 MINUTEN ZEIT, UM ZU MEDITIEREN. WENN DU KEINE ZEIT HAST, NIMM DIR EINE STUNDE.“
Wo ich über diesen Satz gestolpert bin, ist mir leider gerade entfallen. Aber diese buddhistische Weisheit, die in diversen Varianten kursiert, erinnert uns mit einem kleinen Lächeln daran, worum es beim Innehalten geht. Nämlich Innezuhalten, egal wie stürmisch die Zeiten sind.
Und dann lese ich seit drei Jahren in dem Buch „Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen“, das mir bei meinem ersten Yoga Retreat empfohlen wurde. (Kein Scherz, es heißt wirklich so). Der bekannte Meditationslehrer Jack Kornfield hat die Erfahrungen von Lehrenden und Lernenden verschiedenster Religionen mit ihrer Spiritualität zusammengetragen und somit steckt sehr viel Weisheit in diesem Buch. Da ich es nur in die Hand nehme, wenn ich bedürftig nach wegweisenden Worten bin, beginne ich immer wieder an einer anderen Stelle, so dass ich nach drei Jahren noch immer nicht auf der letzten Seite angekommen bin, was mich sehr glücklich macht. Jedenfalls hat mich folgender Dialog inspiriert:
Eine Nonne lebt mir elf weiteren in einer Ordensgemeinschaft. Sie mag alle bis auf zwei. Als sie sich bei einer befreundeten Nonne über die Beiden beschwert, fragt diese nach, was sie denn so aufrege.
Die Nonne sagt: „Die eine ist langsam und die andere denkt zu viel an sich.“
Die andere antwortet: „Nun, du solltest etwas langsamer werden und dich mehr um dich selbst kümmern.“
Diese Worte begleiten mich gerade, wenn ich mit Menschen zu tun habe, die mir ein gewisses Unwohlsein bereiten. Was kann und soll ich von Ihnen lernen? Wie kann ich vielleicht anders mit ihnen umgehen, als ich es in der Vergangenheit getan habe, ganz frei nach dem Motto „Jeder ist des anderen Buddha“. Jeder kann vom anderen lernen auf dem Weg zur Erleuchtung- naja, ganz so weit muss es ja nicht gehen.
So und zu guter Letzte möchte ich Euch, konsequenterweise als Nicht-Podcasthörerin, noch diesen einen ans Herz legen. Als Physiotherapeutin begleitet Theresa Wiebe viele Frauen mit einer Krebserkrankung. Diese Begegnungen haben sie inspiriert, den Podcast „Wendepunkt Leben“ zu starten, in dem Betroffene über ihren Weg mit der Erkrankung erzählen. Ich kenne Theresa von früher und mag ihre einfühlsame und positive Art, die viele Herzen öffnet.
Seid von Herzen gegrüßt,
Eure Ella



