…und morgen einen Marathon!

Auch, wenn es mir nicht so recht passt, muss ich zugeben, dass YouTube und andere Social-Media-Kanäle nicht ausschließlich schlechte Seiten haben. So kannte mein Sohn bereits eine Vielzahl von Fischen, deren Lebensräume und geeignete Köder, um sie zu fangen, bevor er überhaupt zum ersten Mal eine Angel in der Hand hielt. Der Angelschein war sozusagen nur noch Formsache. BROSEF, dem YouTube Angelgott, sei Dank!

Und es wäre eine glatte Lüge, zu behaupten, die regelmäßigen Exkursionen unserer Jungs in unwegsames, bergiges Gelände, hätten mit den gemeinsamen Familienwanderungen ihrer Kindheit zu tun. Naja, vielleicht am Rande. Der wahre Grund dafür liegt darin, dass sie tagtäglich online angefixt werden. Da rennen junge Burschen mal schnell einen Zweitausender hoch, laufen wochenlang Ultramarathons durch ferne Länder oder durchqueren mal eben einen riesigen See. Abenteuer pur, Superlativen am laufenden Meter. Was früher vielleicht nur eingefleischte Fans in Fachzeitschriften erfahren haben, erscheint heute pillepalle und für jede(n) machbar. 

Und genau darin liegt das Problem. Die sowieso schon hohe Risikobereitschaft von Jugendlichen wird befeuert, indem alles möglich scheint – und zwar sofort. Die Gefahren von Verletzungen und Spätfolgen, die durch mangelnde Vorbereitung und Selbstüberschätzung entstehen können, werden in Formaten, deren Fokus auf Unterhaltung und Spaß liegt, kaum thematisiert. Spaßbremsen haben vermutlich nicht ganz so viele Follower. Und welcher Teenager möchte sich schon damit auseinandersetzen, dass er als „alter Sack“ (O-Ton mein Kind für alle über ca. 35 Jahre) vielleicht einmal neue Kniegelenke brauchen könnte, wenn er es jetzt körperlich übertreibt? Der Präfrontale Cortex, der für Vernunft und Weitsicht zuständig ist, ist in diesem Stadium des Lebens bekanntlich noch recht spärlich ausgebildet. 

Es wäre aber auch falsch zu behaupten, dass sich die Jugendlichen ihren Vorhaben völlig blauäugig annähern. Sie sind nämlich gleichzeitig oft wahre Fitness-Pros. Wo wir früher unseren Puls mit dem Zeigefinger an der Halsschlagader zu spüren suchten, und dabei gebannt dem Sekundenzeiger der großen Sporthallenuhr folgten, sind unsere Kinder heute perfekt getrackt. Apps und Fitnessuhren messen den Puls, den so entscheidenden „Pace“ (die Durchschnittsgeschwindigkeit), sie zeichnen die gelaufenen Strecken und die Bestzeiten auf, um zu motivieren, sie mit der Community zu teilen und dadurch wiederum angespornt zu werden. Man kann sich Trainingspläne zusammenstellen lassen und deren Einhaltung einfordern. Die jungen Sportler*innen verfügen oft über ein breites Wissen rundum Trainingsmethoden und Fitness. Ob dieses Wissen fundiert ist, hängt vor allem davon ab, welche Inhalte ihnen der Algorithmus zuführt oder wem sie folgen. Die Feeds auf TikTok sind bei ihnen oft gespickt mit Videos rundum das Thema Ernährung. Das führt leider dazu, dass bereits Teenager zu Proteinpulvern, Kreatin und anderen Nahrungsergänzungsmitteln greifen, um ihre sportlichen (oder optischen) Ziele schnellstmöglich zu erreichen. Andererseits leben viele Jugendliche durch ihr Wissen auch sehr gesundheitsbewusst. Manche verzichten sogar auf Zucker und Alkohol, weil der Konsum ihrem Körper schaden könnte.

Ich sehe dem Ganzen mit einer Mischung aus Freude und Bangen zu. Freude, weil meine Kinder ihre Zeit nicht nur am Handy oder PC verbringen, sondern auch in der analogen Welt, in der Natur, mit Freunden. Sie erleben den Sonnenaufgang auf einem Gipfel, sie erfahren, dass im April auf dem Berg noch Schnee liegen kann, auch wenn die Webcam etwas anderes anzeigt, sie lernen, was man für Ausrüstung in der Natur wirklich benötigt, und dass das richtige Schuhwerk durchaus von Vorteil ist. Sie sammeln einen Schatz an wertvollen und beeindruckenden Erfahrungen, der sie durch ihr Leben begleiten wird. Und dennoch steht auf der anderen Seite das Bangen, weil ich darauf vertrauen muss, dass sie Gefahren richtig einschätzen, dass sie bei einem Wetterumschwung auch wirklich umkehren, dass sie den Weg nicht gehen, wenn er zu steil und abschüssig ist. Ich erinnere mich dann manchmal an meine Jugend, wo die Gefahren an ganz anderer Stelle zu umklippen waren. Im Nachtleben, bei der Neugier auf Drogen, im Rausch. Das lässt mich dann wieder meine Bedenken und Ängste relativieren.

Die Jugend ist eine gefährliche Zeit, eine Zeit des Ausprobierens und Wagens. Ich versuche, Ihnen meine Ängste nicht überzustülpen und dennoch auch Nein zu sagen, wenn es erforderlich scheint. Das ist die größte Herausforderung für mich. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Vielleicht sollte man diesen Vermerk und ein paar zusätzliche Fußnoten auch dem ein oder anderen YouTube Video hinzufügen.

Lieblingssänger

Es ist ganz schön lange her, dass ich meine musikalischen Vorlieben mit Euch geteilt habe. Dabei denke ich öfter mal darüber nach, wen ich benennen würde, wenn mich jemand nach meinem Lieblingssänger*in fragen würde. Da mir sehr unterschiedliche Sachen gefallen, ist das nicht einfach einzukreisen. Den meisten meiner Lieblingskünstler*innen ist wohl eine gewisse Schwermut und der nicht ganz leichte Weg im Leben gemein. Da passt auch der belgische Sänger Stromae hinein, der auf jeden Fall ganz vorne auf meiner Hitlist dabei ist. Im März erscheint endlich sein neues Album, zwei Singles hat er vorabreleast. Eine davon der motivierende Song „Santè“, der während Corona entstanden ist. Ein wahnsinnig kunstvolles Video ist das zu dem Song „Quand C’est“, aber auch Papatoui ist einfach großartig und wieder vollkommen anders. Mein persönlicher Lieblingssong ist aber nach wie vor „Formidable“. Wenn ihr Lust habt, schnappt Euch ein Gläschen Wein und lasst Euch beeindrucken.

Morning Yoga

Guten Morgen!

In diesen Zeiten fit zu bleiben, erfordert ja etwas Selbstdisziplin. Ich habe jetzt für mich ein kurzes ( 18 Min.) Yoga-Video gefunden, nach dem ich mich gut gedehnt und trainiert fühle, das aber gemächlich genug ist, um es direkt nach meinem Kaffee zu absolvieren, später am Tag bekomme ich es nämlich nicht mehr gebacken. Es eignet sich für Menschen mit einer gewissen Grundbeweglichkeit.

Viele Fitness- und Yogastudios oder auch Vereine sind ja jetzt mit Kursen online gegangen und ich freue mich sehr, dass mein Studio 3 dabei ist. Da gibt es dann auch Yoga mit weitaus weniger Verrenkungen, Faszien- und Körpertraining mit lieben Menschen, viel Herz und ohne Chichi.

https://www.youtube.com/channel/UCKhMC4C9vTgJHAxFHmrufdg

Vielleicht ist was für Euch dabei.

Bleibt gesund,

Ella

My Chancellorette

Als ich jüngst mit einem in Barcelona lebenden Franzosen arbeitete, kam er irgendwann auf die Chancellorette zu sprechen. “ You don`t know it? You have to see!“ Und er hatte Recht. Die Parodien auf unsere Kanzlerin, die auf BBC One laufen, sind im Ausland scheinbar der Renner und man kann tatsächlich Tränen lachen, wenn man Tracey Ullmann als Angela Merkel erlebt. Vielleicht erklärt das die Beliebtheit unserer Kanzlerin im Ausland. Irgendwie muss man sie mögen.

Radiospitzen

Ich habe mich bislang noch nicht wirklich als Kabarett-Fan geoutet, aber ich bin es – gerne bissig, gerne böse und am liebsten zum Lautauflachen. Genau das habe ich heute nachmittag getan, als ich in die Radiospitzen von Bayern 3 gestolpert bin und Chin Meyer gehört habe. Herrlich! Böse! Gut! Morgen Abend um 20.05h wird die Sendung nochmal wiederholt, in der es außerdem Kostproben von Maxi Schafroth, Suchtpotenzial und Teresa Rizos zu hören gibtansonsten gibt es natürlich auf der Homepage auch den Podcast zur Sendung. Hier eine kleine Kostprobe von Chin Meyer:

Wer den Herrn einmal live erleben möchte, findet hier Tourdaten und  Termine.

Viel Vergnügen!

Tash Sultana

Es ist wieder passiert – ich habe mich in Musik verliebt und zwar in die der jungen Australierin Tash Sultana. Keine Wunder, das Multitalent, das neben ihrer Gitarre noch neun weitere Instrumente spielt und als One-Woman-Band furiose Auftritte hinlegt, hat eine Energie, die ganz besonders ist. Natürlich haben das vor mir schon viele andere entdeckt, die sie bei ihren Auftritten als Straßenmusikerin und auf ihren inzwischen großen Tourneen weltweit erleben durften. Hier eine kleine Kostprobe mit Ansteckungsgefahr…

Yoga with Adriene

Ich musste leider erst vierzig werden, um zum überzeugten Yogafan zu werden. Meine Bänder und Gelenke mussten erst an Elastizität verlieren, um zu erkennen, dass Yoga eine der besten Sportarten ist, um den Körper geschmeidig zu halten und Verspannungen und anderen Beschwerden vorzubeugen. Denn dieses ganzheitliche Dehnen und Bewegen aller Körperpartien bieten sonst nur wenige Sportarten. Im Gegenteil – viele fordern den Körper nur einseitig, was zu Muskelverkürzungen und Verschleißerscheinungen führen kann. Das heißt jetzt nicht, dass alle nur noch Yoga machen sollen, nein, jedem das Seine und möglichst viel davon. Aber ich halte es für eine sinnvolle Ergänzung und Altersprävention und mir tut es einfach gut. Jetzt gibt es natürlich viele von uns, die gar nicht so recht zum Sport kommen. Dafür gibt es inzwischen zahlreiche wundervolle Tutorials auf YouTube. Zum Beispiel von Adriene Louise, die jede Woche ein neues ins Netz stellt. Diese 15 Minuten kriegen wir alle hin, oder? Einfach mal ausprobieren.

Kennt ihr die Lochis?

Nein? Dann habt ihr vermutlich keine Kinder zwischen 10 und 18 Jahren. Diese YouTube Stars bekommen für ihre Videos, in denen die Zwillingsbrüder seit ihrem 12.Lebensjahr Hits persiflieren, bis zu 16 Millionen Klicks pro Video und stehen derzeit mit fast zwei Millionen Abonnenten ihres Kanals auf Platz 16 der erfolgreichsten deutschen YouTuber. Aber ihr müsst euch jetzt nicht schlecht fühlen, denn fragt man Hipster jenseits der Zwanzig nach den Jungs, kennt sie einfach niemand. Sie sind ein Nischenprodukt. Vorbei die Zeiten, in denen alle die selben Serien und Sendungen sahen und man sich über die Protagonisten von „Dallas“,„Lindenstraße“ und „Unter uns“ oder das letzte „Wetten dass…?“ unterhalten konnte, heute gibt es zu viele Möglichkeiten, um überall dabei sein zu können. Ein „Instagram“-Sternchen wechselt vielleicht gerade zu „Snapchat“, weil das in den USA bereits angesagter ist, ist aber noch lange nicht bei „Twitter“ zu Hause. Manche sehen amerikanische Serien auf Netflix, andere kennen keine einzige davon. Die Welt ist durch das Internet vielleicht ein bisschen kleiner geworden, generiert aber auch so viele Trends, dass eine gemeinsame Unterhaltungskultur in weite Ferne gerückt ist. Es gab zwar schon immer ganz unterschiedliche Strömungen, die einen hörten die Rolling Stones, die anderen die Beatles, es gab die Punks und die Popper, aber man wusste zumindest voneinander. Das ist heute anders. Gleichgesinnte werden sich natürlich auf ihren Plattformen finden und dort viel Spaß haben, vielleicht aber nichts von dem ahnen, wo ihr Nachbar so unterwegs ist. Ich gewöhne mir jedenfalls gerade ab, mich schlecht zu fühlen, weil der ein oder andere Trend komplett an mir vorbei geht. Ist nicht so schlimm, ich steige vielleicht beim nächsten wieder ein, wenn er in meine Nische passt. Ach übrigens, es gibt inzwischen die BRAVO TubeStars, nur falls ihr euch mal wieder auf den neusten Stand bringen wollt…