Trostessen

deftig_vegetarischWenn im August die lauschigen Abende zusehends kürzer werden, beginne ich, um den sich ausschleichenden Sommer zu trauern und bange vor der langen, kalten Jahreszeit, die vor mir liegt. Jetzt ist gekommen, vor dem mir gegraut hat. Es ist morgens wieder dunkel und kalt – vorbei die Leichtigkeit warmer Sommertage. Doch gibt es da etwas, was mir Trost spendet – die Winterküche. Manches schmeckt eben nur, wenn es draußen pfeift und stürmt. Einfach superleckere Rezepte, wie beispielsweise für Maronencremesuppe mit Apfel-Nuss-Topping oder Kaspressknödel, finde ich in dem Buch „ DEFTIG VEGETARISCH“ von Anne-Kathrin Weber, mit wunderschönen Aufnahmen von Wolfgang Schardt. Das herzhafte Aroma, das man sonst nur von Gerichten mit viel Speck und Fleisch kennt, gibt es hier auch ganz ohne. Vegetarisches Knödelkoma sozusagen;-) Meine Art, der Kälte zu trotzen.

„Deftig Vegetarisch“ von Anne-Kathrin Weber,

Becker Joest Volk Verlag,  ISBN 978-3-95453-017-5 , 29,95€

Greenhorn

papierfliegenFür viele Menschen ist ja Fliegen heutzutage so selbstverständlich wie mit dem Auto zu fahren. Vielleicht sogar selbstverständlicher, nennen Großstädter Letzteres ja immer seltener ihr Eigen, da sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln meist wesentlich schneller ans Ziel gelangen. Beispielsweise zum Flughafen. Ich dagegen fliege weder beruflich noch privat regelmäßig, sondern nutze für weitere Reisen meist das Auto und, wo es mir möglich ist, ganz old fashioned, die Bahn, obwohl zugegebenermaßen jeder zweite Zug Verspätung hat oder gar ausfällt. Aber da bin ich irgendwie erstaunlich leidensfähig, glaube ich doch noch irgendwie an das Gute bei der DB. Manche jungen Kosmopolit(inn)en, die in der ganzen Welt arbeiten und Party machen, denken gar nicht mehr darüber nach, ob es irgendeinen Sinn macht, zu fliegen und wählen beispielsweise für ihre Reise von Berlin nach Nürnberg den Flieger nach München, um von dort nach Nürnberg weiterzufliegen – bei näherer Betrachtung ein absurdes Unterfangen, aber kritische Fragen zum Umweltschutz existieren in ihrer Welt nicht. Genauso wenig, wie sie die Sinnhaftigkeit hinterfragen, ein Shirt aus einem australischen Online Shop zu ordern, das einmal um die ganze Welt zu ihnen geflogen wird, am Besten innerhalb 48 Stunden. Die Welt der unbegrenzten Möglichkeiten, wieso also nicht nutzen. Aber dazu ein andermal mehr, zurück zu mir. Wenn sich nämlich so ein Greenhorn wie ich zu einem Flug aufmacht, erlebt es mit höchster Wahrscheinlichkeit erst mal sein Wunder. Es wird nämlich vermutlich nicht mit den anderen Passagieren abheben. Die meisten Airlines buchen inzwischen über, damit sie keine Verluste einfahren, das heißt, wer zuletzt und vielleicht auch noch am Schalter eincheckt, hat verloren. Und das sind natürlich nicht die mit allen Wassern gewaschenen Vielflieger, die selbstverständlich online einchecken und einen Riesenaufstand fabrizieren, wenn man ihnen erzählt, sie seien STAND BY und könnten eventuell nicht mitfliegen. Wer am lautesten schreit, kommt mit, den anderen wird ein späterer Flug und ein Reisegutschein angeboten. Wohl dem, der dann keinen Anschlussflug erreichen muss. Ich bin also wieder nach Hause gegangen und bin am nächsten Morgen geflogen – was ich mit meinem Reisegutschein mache, weiß ich noch nicht. Von meinen drei beruflichen Inlandsflügen, die ich an diesem Tag antrat, hatte der zweite eineinhalb Stunden Verspätung und für die Strecke des Dritten hätte ich mit dem Auto zweieinhalb Stunden gebraucht. Das hat für mich alles nicht so recht Sinn gemacht. Aber meinen Horizont habe ich immerhin erweitert und weiß jetzt: immer online einchecken , das geht ganz leicht auf der Seite der Airline. Aber ob das noch so sein wird, wenn ich nächstes Mal fliege, das weiß ich nicht. Am Besten frage ich dann vorher jemanden, der sich damit auskennt und über meinen Erlebnisbericht gerade nur müde lächeln kann. Vielleicht hilft die kleine Episode aus meinem Leben irgendjemandem, planmäßig an seinem Reiseziel zu landen. Das würde mich freuen 🙂

Mama Taxi – ohne mich!

Letzte Woche versuchte ich einen neuen Termin für den Instrumentalunterricht meines Kindes mit der Mutter des Mädchens zu vereinbaren, mit der er Unterricht hat. Ein völlig sinnloses Unterfangen, wie sich bald herausstellte, wohnt die Familie doch in einem Stadtteil von Nürnberg, der so schlecht an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden ist, dass das Mädchen darauf angewiesen ist, von ihrer Mutter gefahren zu werden, die wiederum aber auch deren Bruder zu dessen Freizeitaktivitäten fahren muss und das zum ohnehin langen Unterricht am Gymnasium – kurzum, es war schlichtweg unmöglich, den Termin zu verlegen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mich meine Eltern zu meiner Schulzeit jemals irgendwo extra mit dem Auto hingefahren hätten. Ob nun zum Sport, zum Instrumentalunterricht oder zu sonst einem Hobby, ich fuhr im Sommer mit dem Rad, im Winter mit dem Bus, wie vermutlich die Mehrzahl meiner Altersgenoss(inn)en in der Kleinstadt. Aus die Maus, das war einfach so. Vermutlich aus dieser Selbstverständlichkeit heraus war es mir von Anfang an wichtig, dass sich auch meine Kinder baldmöglichst autark von mir fortbewegen können. Klar, wir wohnen auch so, dass das geht. Kindergarten und Schule sind zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in etwa 20 Minuten zu erreichen und auch alle anderen Aktivitäten haben eine gute Bus oder U-Bahn Verbindung. Wo es geht, fahren wir Fahrrad, was zur Folge hatte, dass ich mit meinem kleinen Sohn immer wieder irrwitzige Diskussionen führen musste, wenn ich ihn direkt auf dem Rückweg vom Arbeiten mit dem Auto vom Kindergarten abholte. Er kann Autofahren einfach nicht leiden. Bei manchen Müttern scheint es allerdings fast so, als gäbe der Stress, den sie als chauffierende Wesen erfahren, ihrem Leben erst Sinn. Zwar nervt es sie vollends, ihre talentierten Kinder von Hobby A zu Hobby B zu fahren, sie tun aber auch rein gar nichts dazu, ihren Kindern diese Verantwortung abzugeben. Letztens erzählte mir eine Dreizehnjährige, sie könne an diesem Tag ihre Freundin nicht mehr besuchen, weil sie niemand fahren könne. Ich fragte nach, wieso sie nicht mit der U-Bahn fahre. Mit großen Kulleraugen erklärte sie mir, dass das auf keinen Fall gehe, da sie sich auf jeden Fall verfahren werde, das mache sie immer. Diese Begründung ließe ich vermutlich gelten, wohnten wir in München, Berlin oder Paris. Aber in Nürnberg gibt es genau 3(!) U-Bahnlinien. Das zauberte mir dann doch ein kleines Schmunzeln auf die Lippen und ich musste mich wundern, dass sie mit dieser Tour zuhause durchkam. Tja, jedem das Seine. Mir würde ein bisschen Landleben auch gut zu Gesicht stehen, aber für mich ist das nichts mit dem Chauffieren. Da warte ich lieber noch. Vielleicht klappt es ja, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Sie können mich dann gerne besuchen – natürlich auch mit dem Auto.

Is nich alles schön im Leben

vom-ende-der-einsamkeit-9783257069587Im Urlaub habe ich das Buch „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells gelesen und es hat mich noch lange danach beschäftigt. Es erzählt davon, welch unterschiedliche Strategien drei Geschwister, deren Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen, entwickeln, um mit diesem tragischen Verlust fertig zu werden. Wirklich aufgearbeitet wird er eigentlich nie und so reichen seine Folgen weit in das Leben der inzwischen Erwachsenen hinein. Ich habe meine Mutter im Alter von zwölf Jahren verloren, nicht plötzlich, aber doch ziemlich unvorbereitet. Man möchte Kinder nicht belasten und spricht deshalb mit ihnen oft nicht über Krankheit und Tod, ganz nach dem Motto, was man nicht ausspricht, ist auch nicht da. Aber man kann Kinder nicht vor dem Schmerz bewahren, man kann sie höchstens mit ihm allein lassen. Lange Zeit nach dem Tod meiner Mutter habe ich in einer Buchhandlung ein Buch entdeckt ( dessen Titel ich leider nicht mehr kenne), in dem sich eine an Krebs erkrankte Mutter gemeinsam mit den Kindern auf ihren Tod vorbereitet und mit ihnen ein Erinnerungskästchen füllt, das sie nach ihrem Tod in die Hand nehmen können, wenn sie traurig sind und die Mutter vermissen. Etwas, das ihnen über den Tod hinaus bleibt, eine Verbindung und gemeinsame Erinnerung. Ich fand diesen Weg wunderschön und hätte mir auch so eine Vorbereitung und Hilfestellung gewünscht. Aber wer kennt sich schon aus mit dem Sterben? Der plötzliche Tod lässt sich natürlich überhaupt nicht vorbereiten, aber anders als bei Benedict Wells, kann man Kinder zumindest danach unterstützen, ihn aufzuarbeiten. Die drei Geschwister seines Romans kommen nach dem schweren Schicksalsschlag ins Internat und werden mit ihren Gefühlen fast völlig allein gelassen. Kinder sind nicht blöd, sie sind fühlig. Solltet ihr in eurer Familie mit Krankheit und Tod konfrontiert werden, gebt ihnen Antworten auf ihre Fragen, auch wenn ihr selber Angst habt vor dem, was da kommen mag. Natürlich altersgerecht und mit der Souveränität des Erwachsenen. Nehmt die Kinder mit auf diese Reise, soweit das möglich ist. Dann werden sie danach vielleicht leichter wieder ins Leben zurück finden.

 

„Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells,

Diogenes Verlag,  ISBN-13: 9783257069587

Nye kartofler

Nye kartofler-01Auf der kleinen dänischen Insel Samsö gibt es eine wunderbare Gepflogenheit: vor gefühlt jedem zweiten Haus steht ein kleines Holzregal, in dem die Menschen alles, was Garten und Acker hergeben, für umgerechnet ein, zwei Euro zum Verkauf anbieten. Das können Kartoffeln und Äpfel sein, aber auch Blumen oder Eingemachtes. Manchmal verkaufen die Samsöer auch ihre alten Lampen, Geschirr und Bücher oder verschenken sie. Eine alte festgeschraubte Geldkassette regelt die Finanztransaktion, der Preis steht auf Kisten und Tüten. Man sollte also immer ein paar Münzen in der Tasche haben und sich den Einkauf von Obst und Gemüse im Supermarkt sparen. Wie gut würde mir das auch in Deutschland gefallen. Was klagen die Gartenbesitzer oft im Sommer über die kaum zu bewältigende Verwertung ihrer Ernte. Wieso nicht einfach für kleines Geld verkaufen? Den Gartenlosen wird es freuen – frisches Obst und Gemüse direkt vom Erzeuger und dazu in aller Regel noch ungespritzt. Und die/der fleißige Gärtner(in) kann mal die Beine hochlegen, anstatt das zigste Marmeladenglas befüllen zu müssen oder zum zehnten Mal in Folge Zucchini zu essen. Auch den Tauschhandel könnten solche Regale vereinfachen. Ob in der Großstadt allerdings nicht die ein oder andere Kasse geknackt würde, möchte ich nicht ausschließen. Vielleicht habt ihr ja einen Garten und euch gefällt die Idee? Ich würde auf jeden Fall kaufen.

Das Mädchen Wadjda

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Von dem „Mädchen Wadjda“ (sprich:Waschda) der saudi- arabischen Regisseurin Haifaa Al Mansour hatte ich schon vor längerer Zeit gehört und als er mir in der Bibliothek über den Weg lief, wusste ich, dass ich ihn unbedingt mit meinen Jungs sehen wollte, wohl wissend, dass sie zu „so einer Art“ Film vermutlich alleine nie greifen würden. Der Film handelt von dem 11jährigen saudi-arabischen Mädchen Wadjda, das davon träumt, ein eigenes Fahrrad zu besitzen – ein Unding in dem Land, in dem sich Frauen meist nur komplett verschleiert auf der Straße zeigen dürfen. Und unvorstellbar für Kinder, die hier im Westen aufwachsen. In ruhigen, aber eindrücklichen Bildern nimmt die Regisseurin uns mit in Wadjda`s Alltag in der Koranschule, in dem sich das Mädchen an den Grenzen des Zulässigen durchhangelt, bis sie von einem Koranwettbewerb erfährt, dessen Hauptpreis 1000 Saudi-Riyal sind und ihr den Kauf des Fahrrads ermöglichen würde, das sie in einem Laden für sich entdeckt hat. Von einem Tag auf den anderen mutiert Wadjda zur Vorzeigeschülerin, die Koranverse Rezitieren übt. Auch ihr Leben zuhause spielt sich auf einem schmalen Grat zwischen Tradition und Moderne ab. Die Mutter fürchtet, dass sich ihr Ehemann eine Zweitfrau nehmen wird, weil sie ihm keinen Sohn mehr gebären kann und versucht das, zu verhindern, indem sie ihm eine vorbildliche, begehrenswerte Frau ist. Und so findet diese Geschichte schließlich ein Ende, das nur teilweise „happy“ ist. „Das Mädchen Wadjda“ ist eine aufwühlende Geschichte, die Einblick in eine uns völlig fremde Welt gibt und Verständnis für Menschen weckt, die in einer anderen Kultur aufwachsen und von ihr tief geprägt werden. Und meine Jungs waren genau wie ich bis zur letzten Minute gefesselt, auch wenn der Film auf den ersten kindlichen Blick nur von einem Mädchen und einem Fahrrad handelt.

http://www.wadjda-film.de/

Help is coming

In den letzten Wochen habe ich mich mit einigen Freunden und Bekannten unterhalten, die Eltern kleiner Kinder sind und so ziemlich am Ende ihrer Kräfte. Der Druck, eine Familie ernähren zu müssen, kollidiert mit der Erwartung, sich ausreichend Zeit für die Kinder nehmen zu sollen (und eigentlich ja auch zu wollen). Der Elternteil, der überwiegend die Kinderfürsorge übernimmt, fühlt sich nicht wertgeschätzt; der Elternteil, der abends nach Hause kommt, überfordert, wenn er auch noch unmittelbar nach Betreten der Wohnung die Kinder übernehmen soll. Zwischen den Partnern werden nur noch Vorwürfe und Gereiztheiten ausgetauscht, anstatt sich gegenseitig zu unterstützen, und jeder fühlt sich unverstanden. Als wäre das allein nicht schon genug, gilt es manchmal auch noch pflegebedürftige Eltern zu versorgen. Dann geht einfach gar nichts mehr. Wenn ihr euch hier wieder findet, wird es höchste Zeit, nach Hilfe zu rufen. Oft fällt es gerade den Müttern schwer, ihre Kleinkinder in fremde Hände zu geben. Aber mal ehrlich: Die lieben Kleinen werden es mit höchster Wahrscheinlichkeit unbeschadet überstehen, wenn sie mal für ein, zwei Stündchen bei der Nachbarin, kinderlosen Freunden oder der entfernten Verwandten unterkommen und ihr dafür eine wohlverdiente Auszeit nehmen könnt. Gemeinsam oder alleine – seid nicht enttäuscht, wenn ihr euch beim ersten kinderlosen Date nicht viel zu sagen habt, dazu seid ihr vermutlich viel zu k.o., aber das kommt schon wieder. Eure Kinder haben nichts davon, wenn ihre eure eigenen Bedürfnisse immer wieder hinten anstellt. Spätestens, wenn ihr anfangt, Eure Beziehung in Frage zu stellen, müssen die Verhältnisse neu geordnet werden. Was bringt es, die „perfekte Mutter“ zu sein, wenn alles andere den Bach runtergeht. Kinder zu haben, ist eine der größten Herausforderungen für die Partnerschaft. Und das wichtigste „ Tool“, schwierige Zeiten zu überstehen, ist sicherlich, miteinander im Gespräch zu bleiben. Nie zuvor war man so viel mit seinen Kindern alleine wie heute. Früher gab es oft eine Großmutter oder Tante im Haus, mit der man Sorgen teilen konnte, die aber auch ganz ungefragt zwischendurch mal die Kinderbetreuung übernommen hat. Die Kinder waren unterschiedlichen Einflüssen und Erziehungsstilen ausgesetzt und sind damit meist gut zurecht gekommen. Wir können die Uhr nicht zurück drehen, uns aber ein Netzwerk schaffen, das ähnlich funktioniert und uns ( und anderen) gut tut. Oft funktioniert das mit Familien am Besten, die ähnliche Bedürftigkeiten haben. Da kann man am Wochenende vielleicht mal für einen Nachmittag die Kinder abwechselnd betreuen und hat somit ein bisschen Freizeit. Und auch enkellose Senior(inn)en freuen sich oftmals, wenn sie etwas junges Blut auf Trab hält. Redet, streut Eure Situation und es wird sich Hilfe finden. Dann müsst ihr sie nur noch mit offenen Armen empfangen.

Lieblingsort

akademieEiner der schönsten Orte Nürnbergs ist für mich die Akademie der Bildenden Künste. Direkt am Tiergarten gelegen, verbindet sie alte und neue Architektur mit Natur, Improvisiertes mit Geplantem und Kunst mit Umgebung. Gelegenheit, sie sich anzusehen, bietet die Jahresausstellung, die immer im Juli stattfindet. Wer sich Raum und Werke genauer ansehen möchte, sollte sie eher tagsüber aufsuchen. Wer sich treiben lassen möchte, Menschen treffen, Musik hören und Atmosphäre aufsaugen, geht lieber zum Sommerfest. Zum Beispiel heute Abend ab 19Uhr oder aber im nächsten Jahr…

mehr auf http://www.adbk-nuernberg.de

Ab in den Wald!

Es ist nämlich wieder Blaubeerzeit und die Selbstgepflückten schmecken einfach am Besten. Da der Fuchsbandwurm leider immer präsent ist – obwohl die Wahrscheinlichkeit, einen zu erwischen wohl ähnlich der ist, von einem Blitz getroffen zu werden – streue ich sie einfach auf Pfannkuchenteig und lasse sie dort einmal stark erhitzen. So für`s gute Gefühl. Ordentlich Puderzucker drauf und dann miammi!

Blaubeerzeit

 

Yoga with Adriene

Ich musste leider erst vierzig werden, um zum überzeugten Yogafan zu werden. Meine Bänder und Gelenke mussten erst an Elastizität verlieren, um zu erkennen, dass Yoga eine der besten Sportarten ist, um den Körper geschmeidig zu halten und Verspannungen und anderen Beschwerden vorzubeugen. Denn dieses ganzheitliche Dehnen und Bewegen aller Körperpartien bieten sonst nur wenige Sportarten. Im Gegenteil – viele fordern den Körper nur einseitig, was zu Muskelverkürzungen und Verschleißerscheinungen führen kann. Das heißt jetzt nicht, dass alle nur noch Yoga machen sollen, nein, jedem das Seine und möglichst viel davon. Aber ich halte es für eine sinnvolle Ergänzung und Altersprävention und mir tut es einfach gut. Jetzt gibt es natürlich viele von uns, die gar nicht so recht zum Sport kommen. Dafür gibt es inzwischen zahlreiche wundervolle Tutorials auf YouTube. Zum Beispiel von Adriene Louise, die jede Woche ein neues ins Netz stellt. Diese 15 Minuten kriegen wir alle hin, oder? Einfach mal ausprobieren.

Meins, Deins, Unseres.

Zeitschriftenkiosk

Wir kaufen gerne Zeitschriften. Ein freier Tag wird für mich durch möglichst trashigen Tratsch gekrönt (und damit meine ich durchaus unterste Schublade) – dabei kann ich herrlich entspannen. Was nicht heißt, dass ich nicht auch Anspruchsvolles lese, aber alles zu seiner Zeit. Das sind dann meistens die Hefte, die mein Mann kauft, der oft gar nicht dazu kommt, all das auch zu lesen, was so nett und interessant aufgemacht ist. Jedenfalls hat unsere Freude am Zeitschriftenkaufen zur Folge, dass sich in der Wohnung schnell Berge stapeln, die regelmäßig wieder abgetragen werden müssen. Seitdem wir wissen, dass die Hefte nicht fast jungfräulich im Altpapiercontainer landen, geht das viel leichter. Wir haben jetzt eine kleine Ablage vor der Tür, wo auch andere Hausbewohner ihre Magazine hinterlassen – ein kleiner Lesezirkel sozusagen. Teilen macht echt Spaß und lässt dem Messie in Dir und mir keine Chance!

(Haus)Gemeinschaft

Hausgemeinschaft
Ich möchte an dieser Stelle nicht so tun, als würde ich mir nicht manchmal ein eigenes Haus mit großem Garten wünschen. Aber dann bin ich mir wieder ganz sicher, dass wir etwas viel Besseres haben: eine tolle Hausgemeinschaft. Und die gibt es eben nur, weil wir alle kein Wohneigentum haben und nicht jeder, mangels nötigem Platz, seinen eigenen Kirschentsteiner oder sein eigenes Waffeleisen hat ( – unser Vermieter dafür ein sorgsames Händchen bei der Auswahl seiner Mieter). Als unsere polnischen Nachbarn damals erstmals ihre zukünftige Wohnung besichtigten, warnten sie Freunde davor, mit so vielen Deutschen zusammen zu ziehen – die würden immer gleich mit dem Anwalt kommen und Ärger machen. Zum Glück haben sie nicht darauf gehört. Ihre Kinder sind inzwischen die besten Freunde meiner und alle beneiden sie, Teil einer solchen Gemeinschaft geworden zu sein. Wenn zwischen den Stockwerken und dem Hof reger Verkehr herrscht, stehen die Türen offen und manchmal ist nicht ganz klar, welches Kind sich wo befindet. Aber es geht ja keines verloren. Unsere Senioren haben von Anfang an lachend zu uns gesagt: „Kinder müssen Lärm machen!“, wenn ich mich mal wieder für Stunteinlagen vom Hochbett entschuldigt habe. Wie wunderbar ist das! Und mindestens genauso gut: manchmal geht eine unserer Seniorinnen mit den Kindern ins Kino und gibt einmal wöchentlich Nachhilfe. Dafür gibt es den älteren Menschen ein Gefühl der Sicherheit, jederzeit klingeln zu können, wenn sie Hilfe brauchen – auch wenn sie diese nur selten in Anspruch nehmen. Die Sonntagsbrötchen bekommen sie auf jeden Fall frei Haus, natürlich im Tausch gegen Bares und Süßigkeiten für die kleinen Lieferanten. Wir wohnen sozusagen in einem natürlich gewachsenen Mehrgenerationenhaus. Wir alle wissen, dass wir nicht allein sind und uns aufeinander verlassen können und das ist ein schönes Gefühl. Ich weiß immer, dass ich meine Kinder bei den Nachbarn unterbringen kann, ich finde immer irgendwo im Haus die Zutat, die mir gerade beim Kochen fehlt und wenn ich einen Schnack halten möchte, klopfe ich an eine Tür. Ein Anwalt ist inzwischen übrigens auch bei uns eingezogen, aber der macht (uns) keinen Ärger und ist ganz dufte.