Sibylla und der Tulpenraub (von Juli liest)

Zum 300. Todestag von Maria Sibylla Merian ist ein wunderschönes Bilderbuch erschienen, das Kindern das aufregende Leben der Künstlerin zeigt. Rezension von @juliliest

mehr über Bilderbuch des Monats: Sibylla und der Tulpenraub — Juli liest

Wen die Werke der Künstlerin Maria Sibylla Merian interessieren, hat die Möglichkeit, die Ausstellung in der Stadtbibliothek Zentrum, Gewerbemuseumsplatz 4, 90403 Nürnberg zu besuchen. Der Eintritt ist frei und sie ist bis 29.April zu sehen. Öffnungszeiten sind Mo-Fr 11-19h, Sa 11-16h, kostenlose Führungen jeweils Mittwoch um 17Uhr am 18.01., 15.02., 15.03. und 12.04.2017.

Buchtipps im neuen Jahr

Ich möchte das neue Jahr mit drei Buchvorstellungen beginnen – für (fast) jede Altersgruppe eines.

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Los geht`s mit „Wunder“ von Raquel J.Palacio, ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und wunderbar geeignet für das Alter von 10-12, also genau der Altersgruppe, um die es in diesem Buch geht, nämlich die der 5.Klasse der Middle School in den USA. Dorthin kommt August, ein Junge, bei dem mehrere Gendefekte so ungünstig zusammen getroffen sind, dass sein Gesicht vollkommen entstellt ist. Der beste Tag im Jahr ist für August Halloween, weil er sich da, wie alle anderen, unter einer Maske verstecken und einfach in der Masse untergehen kann, ohne angestarrt zu werden. Während der Grundschulzeit wurde er von seiner Mutter zu Hause unterrichtet, um ihn vor all den Blicken und der Abwehr seiner Mitmenschen zu schützen, aber das ist jetzt vorbei. Wer jetzt ein rührseliges Melodram erwartet, irrt, denn trotz aller Schrecken und Herausforderungen, denen sich August stellen muss, ist er ein Junge, der einen großartigen Humor beweist und mit dem man viel Spaß haben kann. Das merkt auch bald Will, der ihm anfangs nur im Auftrag des Schuldirektors zur Seite steht. Auch wenn August`s Schicksal wenig mit dem eines „normalen“ Kindes gemein hat, geht es letztendlich um all die Themen, mit denen die Kinder in diesem Lebensabschnitt konfrontiert werden: Freundschaft, Anerkennung, Ausgrenzung und Loyalität. Die kurzen Kapitel sind genau so geschrieben, wie Kinder dieses Alters eben ticken und der Bezug zum amerikanischen Schulsystem ist für die Kids, die ja alle Englisch in der Schule lernen, auch ganz cool. Wir erleben August`s Geschichte nicht nur aus seiner Sicht, sondern auch aus der seiner Freunde und der seiner großen Schwester Via. Wie geht es ihr damit, einen Bruder zu haben, der immer, wenn auch ungewollt, im Mittelpunkt steht? Wie ist es, mit einem Außenseiter befreundet zu sein und deswegen vielleicht auch gedisst zu werden? Kann ich das aushalten? Uns hat dieses Buch großen Spaß gemacht und ich kann es euch wirklich nur schwer ans Herz legen. Mal was anderes als Fantasy, Krimi oder Pferderoman und mitten aus dem Leben.

„Wunder“ von Raquel J.Palacio, dtv Reihe Hanser,  ISBN 978-3-423-62589-0

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Der zweite Buchtipp ist für frische Leseanfänger: „Haltet den Die!“ von Horst Klein ist simpel und genial. Durch Entfernen einzelner Buchstaben in der Reihenfolge des ABCs bekommen Worte und Sätze einen ganz neuen Sinn und das macht ziemlich viel Spaß, wenn beispielsweise aus der Jolle `ne Olle wird oder aus der Kranken eine Krake. Wunderbar einfach und treffend illustriert zum nochmal und nochmal lesen der stolzen Leseanfänger und nochmal und nochmal kichern…..

„Haltet den Die!“ von Horst Klein, Klett Kinderbuch, ISBN 978-3-95470-132-2

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Ian McEwans „Abbitte“ beginnt zunächst sehr beschaulich. Das Leben der Familie Tallis im Jahr 1935 auf ihrem englischen Landgut wird in aller Ausführlichkeit beschrieben. Die Mutter, Emily, die unter Migräne leidet und nur bedingt gesellschaftsfähig ist, lebt mit ihrer dreizehnjährigen Tochter und den Hausangestellten auf dem Land, während ihr Mann in London im Ministerium arbeitet. Zu Besuch sind außerdem in diesem Sommer die Zwillingssöhne und die 15-jährige Tochter Lola von Emilys Schwester, die sich gerade von ihrem Mann getrennt hat, sowie Ms. Tallis` große Tochter Cecilia, die eben ihr Studium beendet hat und noch nicht entschieden hat, wie es weitergehen soll. Die Wende nimmt der Roman schließlich an jenem heißen Sommertag, als der erwachsene Sohn Leon und dessen Freund Paul Marshall, sowie der von der Familie protegierte Sohn der Zugehfrau Robbie Turner zum Essen geladen sind. Zwischen ihm und Cecilia bahnt sich eine Liebschaft an, die der jüngeren Schwester Briony nicht entgeht. Als Lola an jenem Abend im Park vergewaltigt wird, behauptet Briony, Robbie Turner erkannt zu haben. Cecilia ist die einzige, die an seine Unschuld glaubt, und bricht mit ihrer Familie, als Robbie zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird. Sie verspricht ihm, auf ihn zu warten und macht eine Ausbildung zur Krankenschwester. Dann folgt ein radikaler Szenenwechsel mitten in den zweiten Weltkrieg, wo Robbie versucht, mit der britischen Armee in Dünkirchen zu evakuieren. Er wurde aus dem Gefängnis entlassen, weil er sich als Soldat verpflichtet hatte. Inmitten aller Kriegsgräuel und selbst schwer verwundet, hilft ihm nur der Glaube an ein Wiedersehen mit Cecilia dabei, durchzuhalten und weiterzumachen. Im dritten Teil des Romans treffen wir Briony wieder, die inzwischen ihren schweren Fehler begriffen hat und versucht, als Schwesternschülerin Sühne zu leisten, indem sie Schwerverwundete verpflegt. Sie möchte ihren Fehler wieder gut machen und versucht, Kontakt zu Cecilia aufzunehmen. Der Roman überrascht noch mit einigen Wendungen und Szenenwechseln, aber mehr möchte ich hier nicht verraten. Ein fesselnder Roman!

„Abbitte“ von Ian McEwan, Diogenes Verlag, ISBN 978-3-257-23380-3

Viel Spaß beim Lesen!

Ihr lieben treuen Leser(innen) dieses Blogs,

happynewyearich möchte die guten Wünsche für Euch und die Willkommensgrüße für das neue Jahr mit ein paar Gedanken dazu verbinden, warum es diesen Blog immer noch gibt und was er mir bedeutet. Nach der Standardabfrage meines großen Kindes „Und was bringt das?“, läge ein ganz klares – Nichts. Niente. Nada – sehr nahe. Die Wahrscheinlichkeit, als außergewöhnliches Talent (für was auch immer) entdeckt zu werden, liegt bei der Anzahl von etwa 200000 deutschen Blogs vermutlich klar in den negativen Zahlen. Wir machen bewusst keine Werbung für Produkte, an deren Verkauf wir dann verdienen könnten, wir machen nicht in Mode, nicht ausschließlich in Kochen oder in Bücher, alles Blogs, die sich per se großer Beliebtheit erfreuen( Die Posts zum Thema Essen sind stets die meistgelikten). Wir sind ein buntgemischtes Potpourri von allem, was uns so bewegt und beschäftigt. Dass dieses breit gestreut ist, liegt schon allein daran, dass wir Kinder von eins bis elf haben, Couca Mädels, ich Jungs, und so mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Und das ist nur ein Aspekt unserer sehr unterschiedlichen Leben. So findet sich wohl manche(r) Leser(in) eher in ihren Texten wieder, andere in meinen. Aber es handelt sich keineswegs um eine Massenleserbewegung, dies sich ja durchaus jede(r) Blogger(in) wünscht. Ich lasse jetzt mal den Aspekt weg, dass wir für mehr Leser einfach nicht gut genug sein könnten, sondern schiebe es darauf, dass wir selber ganz schlecht darin sind, andere Blogs zu lesen, zu „followen“ und zu „liken“, eine Art, den eigenen Blog bekannt zu machen. Aber das kostet Zeit und ich möchte die Posts auch wirklich lesen, wenn ich jemandem folge und das wird mir schnell zu viel, zumal dann oft sogar (mehrmals) täglich Posts in meinem  E-Mailfach landen . – Also, liebe Bloggerkolleg(inn)en, es handelt sich nicht um Desinteresse oder Arroganz, sondern ganz schlicht um Überforderung, wenn ich euch nicht (mehr) folge! – Ich denke, es liegt aber durchaus auch an unserer Leserschaft. Viele von Euch sind ziemlich „old school“( und das meine ich völlig wertfrei) und nutzen ebenso wenig wie ich facebook, twitter oder andere social media, so dass das mit dem Verbreiten nicht so ein Selbstläufer ist. Umso mehr freue ich mich jedes Mal, wenn mich jemand persönlich anspricht, dass sie/er sich in einem Artikel wiedergefunden hat oder er ihr/ihm einfach gut gefallen hat. Manchmal bekomme ich auch eine SMS oder Mail und dieses Feedback motiviert mich immer wieder zum Weitermachen. Das ist natürlich nur ein Teil der Wahrheit. Der andere Teil ist, dass es mir nach wie vor Riesenspaß macht und ich meine Gedanken einfach gerne mit euch teile. So hoffe ich, dass ihr uns auch im neuen Jahr treu begleitet und vielleicht dem einen oder der anderen davon erzählt, dass es uns gibt. Wir freuen uns immer über Kommentare, Feedback und Anregungen, denn dann macht es erst richtig Spaß, wenn es Reaktionen auf das gibt, was wir so in die Welt streuen. Jetzt mal eine schöne Sause heute Abend und bis nächste Woche!

Alles Liebe, Ella & Couca

Und heute noch das Krippenspiel…

weihnachtsbaumDie Adventszeit war, wie vermutlich bei den meisten von euch, so auch bei uns mal wieder wenig besinnlich. Gut, ich habe es immerhin geschafft, einmal mit den Kindern Plätzchen zum Ausstechen zu backen und wir waren auf dem Romantischen Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis in Regensburg, der sein Eintrittsgeld wert ist, findet man sonst wohl kaum so dicht an dicht traditionelles Handwerk zum Anfassen und Kaufen. Ansonsten war ich froh, dass es zum Bildungsauftrag unserer Grundschule gehört, zu singen und zu musizieren. So trällert wenigstens das kleine Kind weihnachtliche Lieder, die es zu Hause nicht hört. Naja, vielleicht klappt es ja an Weihnachten mit der „Hausmusik“. Auf dem Weg zum Adventskonzerts des großen Kindes passte mich doch tatsächlich die Polizei ab, nachdem ich mit dem Fahrrad bei fast schon Grün ( aber doch noch Rot) schon mal über die Ampel gefahren war. Mist, 100,-€ und ein Punkt in Flensburg. Ich versuchte, es als großzügige Spende für die Stadt Nürnberg zu sehen, aber irgendwie hakte es etwas mit dem in Stimmung kommen. Der Glühwein versöhnte mich dann ein wenig mit meinem Unglück und es wurde noch ein vergnüglicher Abend. Das Lebkuchentasting mit Freunden am 3.Advent war eindeutig eines der Highlights dieser hektischen Wochen.( Es siegten übrigens die Elisenlebkuchen von Göllmann vor Düll. Wir haben aber auch nur sechs Sorten getestet, was für ein mehr als dezentes Völlegefühl aber auch völlig ausreichte.) Seit diesem Tag haben wir ein Friedenslicht, das der Sohn unserer Freunde vom Ökumenischen Gottesdienst in der Nürnberger Lorenzkirche mitgebracht hatte. Die Idee, ein Licht aus Bethlehem zu uns zu bringen, entstand schon in den Achtziger Jahren. Seit dem verteilt sich in der Adventszeit immer wieder eine Lichtspur durch große Teile Europas als weihnachtliches Symbol für den Frieden. Eine schöne Idee und durch den liebevollen Austausch zahlreicher Kerzen zwischen diversen Nachbarn brennt es tatsächlich noch immer. In diesem Jahr, wo sich das Klima in Gesellschaft und Politik so verschlechtert hat, machen solche Zeichen noch mal einen ganz anderen Sinn. Ich bin froh, dass, obwohl ich selbst nicht gläubig bin, zumindest Vertreter der Kirche in den letzten Monaten immer wieder an Humanität, Weltoffenheit und christliche Werte erinnert haben. In Zeiten von Attentaten unmittelbar in unserer Nähe fühlen sich Wünsche nach Frieden auf einmal nicht mehr so abstrakt und weit entfernt an, wie sie sich einmal angefühlt haben und ich wünsche mir sehr, dass unsere Gesellschaft stabil genug ist, rechtem Gedankengut, Hetze, Gewalt und Populismus Paroli zu bieten.

Zurück vom Großen ins Kleine. Es ist fast geschafft. Der letzte Arbeitstag, der letzte Einkauf, die letzte Überweisung, das Krippenspiel und dieser kleine Weihnachtsgruß an Euch. Ich wünsche Euch, dass ihr trotz aller To Do – Listen, Zeit für Freunde und Familie findet und sie auch genießen könnt. Und dass ihr auch mit euren Sorgen und Ängsten und eurer Traurigkeit nicht alleine bleibt. Alles Liebe, Ella.

Was Kinder sich wünschen

Bei den Kleinen ist das ja immer ziemlich einfach. Legopackung 375, ein Buch, ein Hörspiel, Pfeil und Bogen. Bei meinem großen Sohn ist das aber inzwischen eine echte Herausforderung. Er wünscht sich nämlich seit etwa 2 Jahren – nichts. Schön, mag man meinen, ein bescheidenes Kind, aber so einfach ist die Sache nicht. Also ich habe auch ein kleines Detail verschwiegen. Über ein Iphone 5 oder gar 6 würde er sich sehr freuen, aber das möchten wir wiederum nicht schenken. So bleibt das Prinzip Hoffnung. Manchmal gelingt ein Treffer bei der freien Interpretation seiner heimlichen Sehnsüchte, aber mit meinem Sandwichmaker zum Geburtstag lag ich beispielsweise völlig daneben. Sein Gesicht war lang und als er Tage später den Schock verdaut hatte, kam ein „Mensch, Mama, man schenkt einem doch nichts zum Kochen zum Geburtstag!“. Gut, verstanden. An Klamotten traue ich mich auch nicht mehr ran, da – obwohl er keineswegs ein „Labelkind“ ist – nur etwa ein aus hundert Teilen Gnade vor seinen Augen findet, was mitunter daran liegt, dass die Modeindustrie zu denken scheint, Elfjährige würden urplötzlich keine bunten Tiermotive mehr mögen, sondern nur noch große Schriftzüge auf Schwarz oder Grau. So langweilig. Auch Bücher stapeln sich inzwischen zu einem Dutzend ungelesen, da seinen Freunden als Geschenk zum Kindergeburtstag kein Wunsch außer dem nach einem neuen Handy einzufallen scheint und sie aus Mangel an finanziellen Mitteln dann auf diesen Klassiker zurückgreifen. Da das Kind aber momentan eher weniger liest, macht es kaum Sinn, den Stapel auf ein weiteres Dutzend anzuhäufen. Ein Hörspiel scheint auch keine Alternative zu sein. Das verstanden wir, nachdem das Kind über Tage hinweg auf keinen Fall mit uns zusammen die nagelneue, total spannende Hörbuchfassung der „Unendlichen Geschichte“ hören wollte, die wir ihm geschenkt hatten, weil es lieber chillen wollte. Es ist nicht so einfach, sein Kind einfach mal in Ruhe zu lassen. Was vermutlich überhaupt das größte Geschenk wäre. Einfach mal nichts müssen müssen. Keinen Schulranzen packen, keine Hausaufgaben machen, nicht im Haushalt helfen. Einfach nur daliegen, gucken und sein. Hey, ehrlich , wir wären da sofort dabei, wenn wir nicht auch immer so viel müssen müssten. Aber wir können ja daran arbeiten. Gestern waren wir zusammen in der Stadt und ich habe herausgefunden, dass ihm Lego eigentlich immer noch gefallen würde, er aber einfach inzwischen weiß, dass das Preis -Leistungs -Verhältnis für einmal aufbauen und dann nicht mehr damit spielen völlig unpassend ist, das nennt man wohl Erwachsen werden. Jetzt können wir überlegen, ob wir uns über diese vernünftige Erkenntnis freuen oder sie torpedieren, in dem wir doch so etwas kaufen. Mal sehen, wie die Sache mit dem Handy eines Tages ausgehen wird und ob es dann einen Wunsch geben wird, den wir auch gerne erfüllen. Und bis dahin üben wir uns im trial and error und im InRuhelassen.

Vom Verderben des schlechten Geschmacks

elisenlebkuchenWer seinen ersten wahrhaftigen Elisenlebkuchen isst, dem widerfährt ähnliches wie beim Genuss des ersten richtig guten Kaffees: Man möchte nichts anderes mehr. Als Kind ahnte ich nichts von derlei Genüssen, kauften wir Lebkuchen nur im 8er Pack zu geschätzt 1,59DM im Discounter. Soviel wie ein einzelner Elisenlebkuchen in Euro kostet. Dieser stolze Preis macht schon klar, dass er sich nicht zum sinnlosen Verschlingen eignet, sondern zum Genuss mit allen Sinnen. Und ehrlich gesagt, ist er so reichhaltig, dass meist schon ein Halber glücklich macht. Einer meiner liebsten Lebkuchenbäcker ist die Lebküchnerei Woitinek, deren Waren auch über Nürnberg hinaus im Online-Shop erhältlich sind. Wer sich aber ein eigenes Urteil bilden möchte, sollte sich mal zum Lebkuchen Tasting treffen und das „famous gingerbread“ der achtzehn Mitgliedsbetriebe testen, die die geschützten original Nürnberger Lebkuchen herstellen dürfen. Ein guter Anlass, im Advent zusammen zu kommen, wie ich finde.

Mehr rund um den Lebkuchen unter:  https://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/nh_97_lebkuchen.html

Weitsicht

Wenn ich herausbekommen möchte, wie alt mein Gegenüber ist, muss ich es nur in ein Gespräch über Musik oder alte TV-Serien verwickeln und schon lässt sich der Jahrgang ziemlich exakt bestimmen. Reagiert es auf „ Gute Nacht, John-Boy“, die Miami Vice Theme oder Knight Rider hat es mit Sicherheit die 40 geknackt. Aber auch ohne Worte lassen sich meine Altersgenoss(inn)en mittels Beobachtungsgabe sehr einfach entlarven. Da ist nämlich diese Sache mit der Sehschwäche, die so ziemlich jeden spätestens mit 45 erwischt und die alle mühsam zu kaschieren suchen, fühlen wir uns doch noch so gar nicht dieser Altersgruppe zugehörig. Da werden Handydisplays am ausgestreckten Arm gehalten und verschämt Lesebrillen gezückt, um einen Text entziffern zu können und ebenso schnell wieder wegversteckt. Mitunter nimmt das Ablehnen altersgerechter Hilfsmittel bisweilen absurde Züge an, wie zuletzt geschehen, als beide Kassiererinnen an einer H&M Kasse meinen Umtausch kaum abwickeln konnten, weil sie ihre Lesebrillen zu Hause vergessen hatten. Mensch, Mädels, ihr seid doch nicht allein. Wir sind alle eine große Familie von Weitsichtigen. Und Sehhilfe muss ja nicht unsexy sein. An meinem Mann entdecke ich gerade eine ganz neue Seite, wenn er abends neben mir im Bett seine Lesebrille zückt. Hot.

Geschenktipp: The British Orchestra of Ukulele

Eher zufällig bin ich letzten Monat über das British Orchestra of Ukulele gestolpert und habe ein Konzert besucht. Und was erst einmal etwas unspektakulär klingt, stellte sich als ziemlich genial heraus- da sitzt eine Reihe von begnadeten Musikern auf der Bühne, jeder für sich mit hervorragender Stimme, ganz individuellem Humor und Style gesegnet und zieht eine Riesenshow mit ihren kleinen Instrumenten ab. Das Spektrum reicht von Händel bis Nirvana und macht Lust, sich öfter Zeit zum Musikerleben zu nehmen. Damit gastiert das Orchester seit über 30 Jahren auf der ganzen Welt. Im Februar kehrt es nach einem Gastspiel in den USA und Großbritannien zum Glück wieder nach Deutschland zurück. Wer also sich oder seinen Lieben ein cooles Geschenk machen möchte, sollte sich mal die Tourdaten ansehen.

http://www.ukuleleorchestra.com/index.php/upcoming-events/?loc=0/

Und hier noch eine Kostprobe:

Süßes sonst gibt’s Saures war gestern!

Dieses Jahr hatte ich zu Halloween ein ganz besonderes Erlebnis.  Wir waren bei Freunden in Hamburg zu Besuch. Sie hatten extra noch Süßigkeiten besorgt, weil im Jahr zuvor Kinder kamen und sie nicht vorbereitet waren. Dieses Jahr stand also eine reich mit Schokoriegeln, Gummibärchen und Schokolinsen in kleinen Packungen gefüllte Schüssel an der Tür, um für alle kleinen gruseligen Besucher gewappnet zu sein.

Und tatsächlich, es klingelt am frühen Abend an der Tür und da stehen schon direkt drei Gespenster mit richtig schauerlich geschminkten Gesichtern vor uns. Meine Freundin Charlotte hält ihnen freudig ihre Schüssel mit den Leckereien unter die Nase und was sagen da die Kinder: OBST oder GEMÜSE!

Sichtlich verwirrt muss sie einen Augenblick überlegen und fragt dann, ob sie tatsächlich Obst und Gemüse wollen – die Gespenster bestehen darauf. Während Charlotte die Schüssel mit den Süßigkeiten beiseite stellt, um in der Küche den Obstkorb zu holen, frage ich die Kinder, ob wirklich SIE das gesunde Zeug wollen oder ihre Eltern, und sie sollten doch den Eltern sagen, dass es nur Schokolade gab! Ich werde aber ignoriert und als meine Freundin mit dem Obstkorb zurückkommt, stürzen sie sich auf Äpfel, Bananen und Kiwis und ziehen weiter.

Zurück blieben die konsternierten Erwachsenen, die den ganzen Abend nicht darüber hinwegkamen, was nur aus unseren Kindern geworden ist und was sie wohl mit dem Gemüse wollten!?

A wie Apfelstrudel und Aggressionen

apfelstrudel2

Als mein Sohn mich letztens fragte, wie er seine Aggressionen am Besten abreagieren könne, ohne etwas ungewollt zu zerstören und mich fast zeitgleich eine Nachbarin fragte, ob ich Äpfel haben wolle, kam mir eine Idee, wie sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen ließen: Apfelstrudel. Den Teig muss man nämlich mit voller Wucht auf ein Brett schlagen, damit er richtig schön elastisch wird. Gedacht, getan. Mehlwolken stoben durch die Küche, während sich mein Sohn ungehemmt austoben konnte und es in vollen Zügen genoss. Endlich Mal ein Anwendungsgebiet, um Aggressionen als gutartiges Werkzeug zu nutzen. Und soo lecker!

Hier das Rezept:

für den Teig: 250g Mehl, 1/8l Wasser, etwas Salz, 40g Butter

für die Füllung: ca.1kg säuerliche Äpfel, 100g Rosinen, 50g geriebene Nüsse, etwa 3EL Zucker und Zimt nach Geschmack

( Butter zum Bestreichen)

Mehl, Wasser und Salz in eine Schüssel geben, die weiche Butter zugeben und alles sehr gut verkneten und so lange auf ein bemehltes Brett schlagen, bis der Teig glatt und elastisch ist. Mit einer angewärmten Schüssel zudecken und 20 Minuten ruhen lassen. In der Zwischenzeit die Äpfel schälen, Gehäuse entfernen und in kleine Schnitzel schneiden. Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und dann auf ein bemehltes großes Küchentuch legen und vorsichtig zu allen Seiten hin mit den Fingern ziehen und dehnen, bis er gleichmäßig hauchdünn ist. Dickere Ränder abschneiden. Den Teig mit flüssiger Butter bepinseln und mit den Äpfeln , Rosinen, Nüssen , Zimt und Zucker bestreuen. Die vordere Kante des Tuchs anheben und vorsichtig den Teig Stück für Stück einrollen. Dabei die Seiten des Teiges nach innen einschlagen. Den Apfelstrudel vom Tuch auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gleiten lassen. Mit Butter bepinseln und etwa 45 Minuten bei mäßiger Hitze( ca.160 Grad) backen. Noch warm mit Vanillesoße oder einer Kugel Vanilleeis genießen.

apfelstrudel

Kasperltheater

horstundmarkus2Ich fühle mich ja durchaus boarisch, auch wenn ich von Grund auf Fränkin bin und beides zeitgleich eigentlich nicht geht. Das ist wie Köln und Düsseldorf, entweder oder. Aber als Kind preußischer Eltern bin ich wohl doch zu kosmopolitisch erzogen, um das so genau zu nehmen. Mit was ich in Bayern aber echt nicht klar komme, sind seine Ministerpräsidenten. Da war dieser rotgesichtige Grantler Strauß, als ich zur Welt kam und der mir gleich völlig suspekt war. Zur Amtszeit Max Streibls war ich mit anderem beschäftigt, wunderte mich dann aber schwer über unseren nach Worten ringenden Edmund. Tja, der Günther hatte ja nur ein kurzes und eher blasses Gastspiel und dann kam schließlich uns Horst, der jede Woche mit Inbrunst Neues und Gegensätzliches verkündet und eigentlich besser schweigen sollte. Er trägt den Geist des königlichen Bayerns nach Berlin. Und jetzt kommt auch noch Markus daher und will mitspielen. Den habe ich ja schon ganz lieb. Ich habe letztens eine Karikatur über den Wahlkampf zwischen Hillu und Trump gesehen, die deren Wahl mit der zwischen Pest und Cholera verglich. So weit würde ich in diesem Fall vielleicht nicht gehen. Aber den Vergleich mit der Wahl zwischen Herpes und Fußpilz fände ich durchaus treffend.

Trostessen

deftig_vegetarischWenn im August die lauschigen Abende zusehends kürzer werden, beginne ich, um den sich ausschleichenden Sommer zu trauern und bange vor der langen, kalten Jahreszeit, die vor mir liegt. Jetzt ist gekommen, vor dem mir gegraut hat. Es ist morgens wieder dunkel und kalt – vorbei die Leichtigkeit warmer Sommertage. Doch gibt es da etwas, was mir Trost spendet – die Winterküche. Manches schmeckt eben nur, wenn es draußen pfeift und stürmt. Einfach superleckere Rezepte, wie beispielsweise für Maronencremesuppe mit Apfel-Nuss-Topping oder Kaspressknödel, finde ich in dem Buch „ DEFTIG VEGETARISCH“ von Anne-Kathrin Weber, mit wunderschönen Aufnahmen von Wolfgang Schardt. Das herzhafte Aroma, das man sonst nur von Gerichten mit viel Speck und Fleisch kennt, gibt es hier auch ganz ohne. Vegetarisches Knödelkoma sozusagen;-) Meine Art, der Kälte zu trotzen.

„Deftig Vegetarisch“ von Anne-Kathrin Weber,

Becker Joest Volk Verlag,  ISBN 978-3-95453-017-5 , 29,95€

Greenhorn

papierfliegenFür viele Menschen ist ja Fliegen heutzutage so selbstverständlich wie mit dem Auto zu fahren. Vielleicht sogar selbstverständlicher, nennen Großstädter Letzteres ja immer seltener ihr Eigen, da sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln meist wesentlich schneller ans Ziel gelangen. Beispielsweise zum Flughafen. Ich dagegen fliege weder beruflich noch privat regelmäßig, sondern nutze für weitere Reisen meist das Auto und, wo es mir möglich ist, ganz old fashioned, die Bahn, obwohl zugegebenermaßen jeder zweite Zug Verspätung hat oder gar ausfällt. Aber da bin ich irgendwie erstaunlich leidensfähig, glaube ich doch noch irgendwie an das Gute bei der DB. Manche jungen Kosmopolit(inn)en, die in der ganzen Welt arbeiten und Party machen, denken gar nicht mehr darüber nach, ob es irgendeinen Sinn macht, zu fliegen und wählen beispielsweise für ihre Reise von Berlin nach Nürnberg den Flieger nach München, um von dort nach Nürnberg weiterzufliegen – bei näherer Betrachtung ein absurdes Unterfangen, aber kritische Fragen zum Umweltschutz existieren in ihrer Welt nicht. Genauso wenig, wie sie die Sinnhaftigkeit hinterfragen, ein Shirt aus einem australischen Online Shop zu ordern, das einmal um die ganze Welt zu ihnen geflogen wird, am Besten innerhalb 48 Stunden. Die Welt der unbegrenzten Möglichkeiten, wieso also nicht nutzen. Aber dazu ein andermal mehr, zurück zu mir. Wenn sich nämlich so ein Greenhorn wie ich zu einem Flug aufmacht, erlebt es mit höchster Wahrscheinlichkeit erst mal sein Wunder. Es wird nämlich vermutlich nicht mit den anderen Passagieren abheben. Die meisten Airlines buchen inzwischen über, damit sie keine Verluste einfahren, das heißt, wer zuletzt und vielleicht auch noch am Schalter eincheckt, hat verloren. Und das sind natürlich nicht die mit allen Wassern gewaschenen Vielflieger, die selbstverständlich online einchecken und einen Riesenaufstand fabrizieren, wenn man ihnen erzählt, sie seien STAND BY und könnten eventuell nicht mitfliegen. Wer am lautesten schreit, kommt mit, den anderen wird ein späterer Flug und ein Reisegutschein angeboten. Wohl dem, der dann keinen Anschlussflug erreichen muss. Ich bin also wieder nach Hause gegangen und bin am nächsten Morgen geflogen – was ich mit meinem Reisegutschein mache, weiß ich noch nicht. Von meinen drei beruflichen Inlandsflügen, die ich an diesem Tag antrat, hatte der zweite eineinhalb Stunden Verspätung und für die Strecke des Dritten hätte ich mit dem Auto zweieinhalb Stunden gebraucht. Das hat für mich alles nicht so recht Sinn gemacht. Aber meinen Horizont habe ich immerhin erweitert und weiß jetzt: immer online einchecken , das geht ganz leicht auf der Seite der Airline. Aber ob das noch so sein wird, wenn ich nächstes Mal fliege, das weiß ich nicht. Am Besten frage ich dann vorher jemanden, der sich damit auskennt und über meinen Erlebnisbericht gerade nur müde lächeln kann. Vielleicht hilft die kleine Episode aus meinem Leben irgendjemandem, planmäßig an seinem Reiseziel zu landen. Das würde mich freuen 🙂

Mama Taxi – ohne mich!

Letzte Woche versuchte ich einen neuen Termin für den Instrumentalunterricht meines Kindes mit der Mutter des Mädchens zu vereinbaren, mit der er Unterricht hat. Ein völlig sinnloses Unterfangen, wie sich bald herausstellte, wohnt die Familie doch in einem Stadtteil von Nürnberg, der so schlecht an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden ist, dass das Mädchen darauf angewiesen ist, von ihrer Mutter gefahren zu werden, die wiederum aber auch deren Bruder zu dessen Freizeitaktivitäten fahren muss und das zum ohnehin langen Unterricht am Gymnasium – kurzum, es war schlichtweg unmöglich, den Termin zu verlegen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mich meine Eltern zu meiner Schulzeit jemals irgendwo extra mit dem Auto hingefahren hätten. Ob nun zum Sport, zum Instrumentalunterricht oder zu sonst einem Hobby, ich fuhr im Sommer mit dem Rad, im Winter mit dem Bus, wie vermutlich die Mehrzahl meiner Altersgenoss(inn)en in der Kleinstadt. Aus die Maus, das war einfach so. Vermutlich aus dieser Selbstverständlichkeit heraus war es mir von Anfang an wichtig, dass sich auch meine Kinder baldmöglichst autark von mir fortbewegen können. Klar, wir wohnen auch so, dass das geht. Kindergarten und Schule sind zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in etwa 20 Minuten zu erreichen und auch alle anderen Aktivitäten haben eine gute Bus oder U-Bahn Verbindung. Wo es geht, fahren wir Fahrrad, was zur Folge hatte, dass ich mit meinem kleinen Sohn immer wieder irrwitzige Diskussionen führen musste, wenn ich ihn direkt auf dem Rückweg vom Arbeiten mit dem Auto vom Kindergarten abholte. Er kann Autofahren einfach nicht leiden. Bei manchen Müttern scheint es allerdings fast so, als gäbe der Stress, den sie als chauffierende Wesen erfahren, ihrem Leben erst Sinn. Zwar nervt es sie vollends, ihre talentierten Kinder von Hobby A zu Hobby B zu fahren, sie tun aber auch rein gar nichts dazu, ihren Kindern diese Verantwortung abzugeben. Letztens erzählte mir eine Dreizehnjährige, sie könne an diesem Tag ihre Freundin nicht mehr besuchen, weil sie niemand fahren könne. Ich fragte nach, wieso sie nicht mit der U-Bahn fahre. Mit großen Kulleraugen erklärte sie mir, dass das auf keinen Fall gehe, da sie sich auf jeden Fall verfahren werde, das mache sie immer. Diese Begründung ließe ich vermutlich gelten, wohnten wir in München, Berlin oder Paris. Aber in Nürnberg gibt es genau 3(!) U-Bahnlinien. Das zauberte mir dann doch ein kleines Schmunzeln auf die Lippen und ich musste mich wundern, dass sie mit dieser Tour zuhause durchkam. Tja, jedem das Seine. Mir würde ein bisschen Landleben auch gut zu Gesicht stehen, aber für mich ist das nichts mit dem Chauffieren. Da warte ich lieber noch. Vielleicht klappt es ja, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Sie können mich dann gerne besuchen – natürlich auch mit dem Auto.

Is nich alles schön im Leben

vom-ende-der-einsamkeit-9783257069587Im Urlaub habe ich das Buch „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells gelesen und es hat mich noch lange danach beschäftigt. Es erzählt davon, welch unterschiedliche Strategien drei Geschwister, deren Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen, entwickeln, um mit diesem tragischen Verlust fertig zu werden. Wirklich aufgearbeitet wird er eigentlich nie und so reichen seine Folgen weit in das Leben der inzwischen Erwachsenen hinein. Ich habe meine Mutter im Alter von zwölf Jahren verloren, nicht plötzlich, aber doch ziemlich unvorbereitet. Man möchte Kinder nicht belasten und spricht deshalb mit ihnen oft nicht über Krankheit und Tod, ganz nach dem Motto, was man nicht ausspricht, ist auch nicht da. Aber man kann Kinder nicht vor dem Schmerz bewahren, man kann sie höchstens mit ihm allein lassen. Lange Zeit nach dem Tod meiner Mutter habe ich in einer Buchhandlung ein Buch entdeckt ( dessen Titel ich leider nicht mehr kenne), in dem sich eine an Krebs erkrankte Mutter gemeinsam mit den Kindern auf ihren Tod vorbereitet und mit ihnen ein Erinnerungskästchen füllt, das sie nach ihrem Tod in die Hand nehmen können, wenn sie traurig sind und die Mutter vermissen. Etwas, das ihnen über den Tod hinaus bleibt, eine Verbindung und gemeinsame Erinnerung. Ich fand diesen Weg wunderschön und hätte mir auch so eine Vorbereitung und Hilfestellung gewünscht. Aber wer kennt sich schon aus mit dem Sterben? Der plötzliche Tod lässt sich natürlich überhaupt nicht vorbereiten, aber anders als bei Benedict Wells, kann man Kinder zumindest danach unterstützen, ihn aufzuarbeiten. Die drei Geschwister seines Romans kommen nach dem schweren Schicksalsschlag ins Internat und werden mit ihren Gefühlen fast völlig allein gelassen. Kinder sind nicht blöd, sie sind fühlig. Solltet ihr in eurer Familie mit Krankheit und Tod konfrontiert werden, gebt ihnen Antworten auf ihre Fragen, auch wenn ihr selber Angst habt vor dem, was da kommen mag. Natürlich altersgerecht und mit der Souveränität des Erwachsenen. Nehmt die Kinder mit auf diese Reise, soweit das möglich ist. Dann werden sie danach vielleicht leichter wieder ins Leben zurück finden.

 

„Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells,

Diogenes Verlag,  ISBN-13: 9783257069587