Es gibt ja diese ewige Diskussion um die richtige Größe eines Penis. Ein weit überschätztes Thema wie ich finde, handelt es sich hierbei doch um ein einfaches Schlüssel & Schloss-Prinzip, das heißt Penis und Vagina sollten in ihren Ausmaßen halbwegs kompatibel sein und das war es dann auch schon. Weitaus komplizierter gestaltet sich das Verhältnis von Vase zu Blumen, wie ich finde. Obwohl mir eine reichhaltige Auswahl unterschiedlichster Vasen zur Verfügung steht, suche ich meistens vergebens. Stimmt die Höhe der Vase im Verhältnis zur Schnittlänge des Straußes ist mit Garantie der Umfang der Vase zu groß oder zu klein. Oder eben umgekehrt. Oder sie ist konkav, wenn sie geradlinig sein müsste, ihre Öffnung passt nicht oder die Farbe passt nicht zu den Blüten. Das Thema lässt an Komplexität keine Wünsche offen. Und ließe mich verzweifeln, wenn ich es dann mit der Perfektion im Haushalt doch nicht ganz so genau nähme. Sonst könnte ich mich jetzt nämlich noch über Brotzeitboxen auslassen, die immer größer als ein Brot sind, deren herausnehmbare Trennwände wie von Zauberhand nach zwei Wochen verschwunden sind und nach drei Monaten nicht mehr richtig schließen oder sowieso einfach weg sind. Ach, der Penis des Mannes. Wenn alles doch so einfach wäre.
Weltkultur statt Leitkultur
Über Wut, Aktion statt Resignation und die Geburt eines Hashtags
Wir schreiben das Jahr 2017 und der letzte Weltkrieg ist seit über siebzig Jahren vorbei.
Und doch scheint es, als hätte die Welt nichts aus alledem gelernt. Als wären sie nicht schlauer geworden durch die Ereignisse der Vergangenheit, entscheidet sich die Mehrheit der Amerikaner für Trump, die Mehrheit der Briten für den Brexit, immerhin 33,9 % der Franzosen für Le Pen, unfassbare 49,7 % der Österreicher für Norbert Hofer und immer mehr Deutsche für die AfD: Im Superwahljahr 2017 sind sie in alle drei neu gewählten Landtage eingezogen und sitzen in insgesamt dreizehn Parlamenten. Jeder Sitz einer zuviel.
Thomas de Maizière: „Wir sind nicht Burka“
Und was macht die sogenannte Mitte dagegen? Nichts – oder zumindest nichts, das wirken würde. Stattdessen ist die rechte Rhetorik der CSU-Politiker von der der AfD nicht mehr zu unterscheiden und vor drei Wochen fühlte…
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An alle Mütter…

….ein kleiner Blumengruß für durchwachte Nächte und durchgetaktete Tage, für verpasste Konzerte und durchgestandene Kinderkrankheiten, für das Durchhalten und immer wieder Neuversuchen, für das Allesinfragestellen und all die großen und kleinen Sorgen. Und einfach, weil es toll ist, Mama zu sein.
Eure Ella.
Alter Sack neuer Trend
Mode ist ja ein schnelllebiges Geschäft.
Modemarken sind wirtschaftliche Großkonzerne und tun alles um sich schnell weiterzuentwickeln, kostensparend zu produzieren und Verkaufszahlen zu steigern.
Ein Trend jagt den nächsten. Kollektionen gibt es nicht mehr nur 2 mal im Jahr – nein die trendigen Labels müssen quasi täglich neue Outfits herausbringen um erfolgreich zu bleiben. Diese Wirtschaftskonzerne lassen sich immer neue Ideen einfallen, um nicht ins Abseits zu geraten und um immer mehr Umsatz zu generieren. Kooperationen mit verschiedenen Designern, teure Werbung, möglichst frische neue Ideen, die noch keiner hat! Innovativ muss man sein!
Umso erstaunlicher beobachte ich im Moment einen Trend:
Die Wiederauferstehung der Rucksäcke mit dem Fuchs.
Als ich vor einigen Monaten jemanden mit einem Fjällräven Kanken Rucksack sah, dachte ich noch „Ach guck mal, da hat einer seinen alten Rucksack rausgekramt, dass der so viele Jahre überlebt hat!“
Mittlerweile sind die wieder unglaublich im Trend und sie sehen original genau so aus, wie in meiner Schulzeit vor 30 Jahren! Nur ein paar neue Farben gibt es davon.
Da soll noch mal einer sagen, man bräuchte immer neue Ideen, um erfolgreich zu bleiben. Wie hat die Marke es wohl geschafft, ein völlig in Vergessenheit geratenes Produkt, ohne es zu verändern zu einem Wahnsinnstrend zu machen?!
Internetportale und ihre kleinen Häkchen
Letztes Jahr übernachtete ich beruflich in einem wunderschönen kleinen Hotel, wie ich es gerne „Schriftstellerhotel“ nenne. Eine Gründerzeitvilla mit hohen Decken und dunklen Böden, bei deren Betreten man sich sogleich irgendwie hochherrschaftlich fühlt. Der Frühstücksraum war so liebevoll mit unzähligen selbstgemachten Marmeladen, Müslisorten und anderen Leckereien in Gläsern und Schüsselchen dekoriert, dass mir das Herz aufging. Leider erzählte uns der Hausherr, dass Ende des Jahres Schluss sei mit ihrem Familienbetrieb. Sie könnten dem Preisdruck nicht mehr standhalten, den die unzähligen Buchungsportale erzeugen und an die sie 10% oder mehr des Übernachtungspreises abführen müssten – viel Geld für einen kleinen Betrieb. Verärgert erzählte er, wie manche Gäste, die bereits auf der Türschwelle des Hotels stünden, die Übernachtung noch schnell online buchten, ohne darüber nachzudenken, dass dieser eine Klick das Hotel einen Teil ihrer Einnahmen kostet. Verbraucherparadies Internet. Mit den gleichen Problemen sieht sich die Gastronomie konfrontiert, die sich Lieferdiensten wie beispielsweise lieferando oder eGourmery anschließen. Zwar können die Betriebe mehr Umsatz generieren, indem sie einen größeren Kundenkreis erschließen, andererseits müssen sie noch enger kalkulieren, da sie einen Teil des Umsatzes an den Lieferdienst abgeben müssen. Viel Luft zum Geldverdienen bleibt da nicht. Beispiele ließen sich an dieser Stelle unbegrenzt fortsetzen, die „Großen“ verdienen eigentlich immer auf Kosten der „Kleinen“, sei es ein Liefergigant wie „Amazon“, der von seinen Händlern Provision verlangt oder der Landwirt, der dem Discounter besondere Konditionen einräumen muss, damit wir billig einkaufen können. Darüber sollten wir uns bewusst sein, wenn wir beim nächsten „Schnäppchen“ zuschlagen und vielleicht ab und an einfach den direkten Weg suchen.
Buchtipp: Rabenfrauen
Wer über die Feiertage etwas jenseits von Süßkram verschlingen möchte, sollte sich schnell noch diesen Roman besorgen. Anja Jonuleit erzählt in „Rabenfrauen“ die Geschichte der Freundinnen Ruth und Christa, beginnend in den 50er Jahren. Als eine freichristliche Gemeinschaft unter dem Prediger Paul Schäfer ein Zeltlager in ihrem Heimatdorf veranstaltet, verliebt sich die 17jährige Christa in eines der Mitglieder. Während Ruth die Vorgänge in der Gemeinschaft bald zu hinterfragen beginnt, verliert sie Christa trotz wiederholter Bemühungen an die Sekte, die später traurige Berühmtheit unter dem Namen Colonia Dignidad erlangen wird. Angefangen mit dem scheinbar harmlosen Besuch des Jugendzeltlager bis hin zur völligen Unterordnung, Missbrauch und Folter in der Kolonie in Chile wird faszinierend beschrieben, wie es zu solch einer Abhängigkeit und Unterwerfung unter so einen charismatischen Menschen überhaupt kommen kann. Die Zeitstränge wechseln zwischen der Geschichte der jungen Frauen und dem fortgeschrittenen Alter, in dem sich Ruth noch immer fragt, ob sie wirklich alles ihr Mögliche getan hat. Wird sie doch auf einmal von einer ganz anderen Seite mit ihrer Vergangenheit konfrontiert….. ein spannendes Buch, das ich kaum zur Seite legen konnte.
Anja Jonuleit „Rabenfrauen“
ISBN-13: 9783423261043 dtv Taschenbücher
Generation Smartphone
Wir sind die erste Generation von Eltern, deren Kindern mit dem Smartphone aufwachsen – zunächst mit unserem, spätestens in der 5.Klasse meist mit dem eigenen und das beeinflusst ihr Aufwachsen nachhaltig. Ich habe den Eindruck, dass sich viele Eltern, uns eingenommen, von der neuen digitalen Welt und ihren Bedürfnissen einfach mitreißen lassen, ohne wirklich zu hinterfragen, ob wir da mitmachen wollen, fortwährend unter Druck gesetzt von den angeblichen Erfordernissen des digitalen Zeitalters. Es scheint normal zu sein, dass alle den ganzen Tag auf ihre Smartphones starren. Aber ist es richtig, nur weil es die Mehrheit tut? Dabei sind eigentlich sehr viele Eltern nicht glücklich damit, dass die digitalen Medien solch einen großen Einfluss auf das Leben ihrer Kinder haben. Aber trotzdem machen die meisten mit, anstatt sich zusammen zu setzen und in aller Ruhe zu hinterfragen: Was wollen wir unseren Kindern mitgeben? Wie wollen wir leben? Welchen Nutzen und welchen Schaden bringt die Technik? Es fehlen uns in diesem Bereich die Vorbilder und wir müssen selber Standards setzen, die wir für richtig halten und die uns nicht von außen aufgedrängt werden. Wir brauchen mehr Entschlossenheit, Grenzen zu setzen und müssen diese auch selbst leben. Mädchen sind bekanntlich meist anfälliger für die sozialen Netzwerke, Jungen meist für Computerspiele. Einen unheimlichen Sog üben beide Bereiche aus, manche Kinder sind sicherlich stärker suchtgefährdet als andere, aber auf jeden Fall führt die intensive Beschäftigung mit dem Smartphone dazu, dass Kinder kaum mehr Langweile und Auszeiten haben, die dabei helfen, nachzudenken, sich zu spüren und Interessen zu entwickeln. Ich möchte aus einem Interview mit dem Hirnforscher und bekennenden Computerhasser Manfred Spitzer mit den Nürnberg Nachrichten vom 18.03.2017 zitieren. Auf die Frage, wie Eltern ihre Kinder an digitale Geräte heranführen sollten, antwortete er:
„ Gar nicht. Man muss die Kinder stattdessen so lange es irgend geht davor schützen. Was wir alle immer vergessen: Digitale Geräte schaden der Gesundheit. Sie verursachen Haltungsschäden, Dickleibigkeit, einen hohen Blutdruck, Depressionen und Angstzustände. Außerdem erzeugen sie in einem hohen Ausmaß Sucht. Wie ich meine Kinder an ein Suchtmittel, das zudem deren Gehirnentwicklung beeinträchtigt, „heranführen“ kann, ist deshalb die falsche Frage. Wir sollten sie vielmehr nicht „anfixen“ (wie man das bei Drogen nennt)! Zudem sollten Eltern bedenken: Ich gebe doch nicht meiner 13-jährigen Tochter unbegrenzten Zugang zum größten Rotlichtbezirk und zum größten Tatort der Welt. Das tue ich aber, wenn ich ihr ein Smartphone schenke.“
Diese Ansicht mögen viele für radikal halten, aber er liefert mal ganz andere Argumente, als das ewige „Lisa, David und Marvin dürfen aber viel länger!“. Und das hilft mir, klarer bei dem zu werden, was ich für richtig halte.
Wer das ganze Interview lesen möchte, findet es auf: http://www.nordbayern.de/politik/digitale-medien-verleiten-zur-oberflachlichkeit-1.5890818
Aufklärung für Anfänger Teil 2
Das Schöne daran, Gedanken in die Welt zu streuen, ist, andere Gedanken wieder zurück zu bekommen. So auch in diesem Fall geschehen. Jetzt weiß ich, dass das mit der Aufklärung total einfach ist, denn es gibt die Sendung „Du bist kein Werwolf“, die jeden Sonntag um 20.10h und 20.35h auf KiKa läuft. Damit das Ganze nicht mit dem Tatort kollidiert, gibt es natürlich alle Folgen und Einzelteile auch online. Da wird kein Blatt vor den Mund genommen. Christine Henning und Ralph Caspers, wohl bekannt aus der „Sendung mit der Maus“ plaudern locker flockig über Vorhaut, Samenerguss und Schamlippen ohne auch nur ein bisschen rot zu werden. Herrlich. Es geht natürlich nicht nur um Anatomie, sondern auch um Beziehungen, Selbstversuche und andere Themen, die Teenager bewegen. Ob die Kids so eine Folge allerdings mit ihren Eltern zusammen anschauen wollen, wage ich zu bezweifeln.
Mehr infos unter: http://www.wdr.de/tv/werwolf/index.php5
Aufklärung für Anfänger
Auf einmal ist es soweit. Es ist an der Zeit, mein Kind aufzuklären. Etwas, von dem ich mir nie hätte vorstellen können, dass es mir widerfährt, ist eingetreten: das ganze Thema ist mir megapeinlich.„Also, liebes Kind, Du wirst jetzt demnächst Deinen ersten Samenerguss haben und das ist total okay so.“ Hä? Als mein Vater mich mit dreizehn Jahren zu sich aufs Sofa zitierte, um mich aufzuklären, sagte ich nur: „Du, lass mal, ich weiß schon Bescheid, das ist bisschen spät.“ Meine Freundinnen, Bravo und ich hatten ganze Arbeit geleistet. Also – früher anfangen. Aber mit einem 11jährigen, der sich schon bei dem Wort Mädchen errötend unter der Bettdecke versteckt, über Geschlechtsverkehr zu reden, ist irgendwie absurd. Naja, ich werde wohl auf jede Gelegenheit lauern, um ganz nebenbei, natürlich und unauffällig die ein oder andere Information einzustreuen, vielleicht beim Pflanzen von Blümchen oder dem Beobachten von Bienchen und vielleicht mal so gucken, was es für Sachbücher gibt. Oder ihm ein paar Bravos hinlegen. Liebes Dr. Sommer-Team, das hat doch schon immer funktioniert irgendwie…..
Mutmachzeilen
Es gibt inzwischen leider viele Menschen, die sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aussprechen und Stimmung gegen Flüchtlinge machen. Und es gibt viele, die jetzt schon im Niedriglohnsektor beschäftigt sind und sich ernstzunehmende Sorgen wegen der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt machen. Es gibt Menschen, die sich von Berufs wegen oder ehrenamtlich so einsetzen, dass es gelingt, Flüchtlinge zu integrieren. Und es gibt viele Menschen, die sich eigentlich gerne für die Integration von Flüchtlingen engagieren würden, es aber nicht tun, weil sie sich nicht in der Lage sehen neben Job, Familie, Haushalt und Hobby genug Zeit für die ehrenamtliche Arbeit aufzubringen. Weil wir oft zwischen ganz oder gar nicht entscheiden. Dabei kann in diesem Fall „ein bisschen“ ganz viel bewirken. Denn für jemanden, der nichts hat, ist ein bisschen unter Umständen ganz schön viel. Es gibt inzwischen maßgeschneiderte Aushänge von Städten und Kommunen, in denen jemand für die Nachhilfe, für die Wohnungssuche oder für eine Familienpatenschaft gesucht wird. Wir können sogar zwischen Stadtteil, Geschlecht, Alter und Herkunftsland auswählen. Wieso also nicht einfach jemanden suchen, der zu den eigenen Bedürfnissen ganz gut passt und so möglichst einfach integriert werden kann. Jemanden, den wir einfach zum nächsten Ausflug in den Zoo mitnehmen können oder zu einer kleinen Wanderung. Ein Gespräch mit Deutschsprachigen hilft den Geflüchteten, die neu zu erlernende Sprache zu üben, da sie in den Unterkünften ja meist nur mit Landsleuten oder anderen Nationalitäten zusammen sind. Die Geflüchteten fangen hier bei Null an. Wir wissen, wie schwierig es oft schon für Schüler(innen) mit qualifizierendem Abschluss der Mittelschule ist, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Die Menschen, die zu uns kommen, waren manchmal nur wenige Jahre in der Schule und beherrschen unsere Sprache nicht- ganz klar also, wie fast aussichtslos es zunächst einmal ist, dass so jemand eine Chance auf unserem Arbeitsmarkt bekommt. Und so berechtigt auch die Ängste der Deutschen, die ebenfalls keine Qualifikation mitbringen. Damit Integration gelingen kann, ist es wichtig, dass wir alle, die dahinter stehen, Menschen in einer Notlage bei uns aufzunehmen, auch mithelfen. Unsere wichtigste Qualifikation ist unsere Sprache. Wir müssen nicht reich sein, nicht körperlich fit und nicht studiert. Wir haben so viel zu geben und können auf diese Weise aller Stimmungsmache und Propaganda rechter Parteien am Besten Einhalt bieten. Traut Euch. Es gibt viel Unterstützung sozialer Einrichtungen, die Eure Fragen beantworten und auch nach dem ersten Kennenlernen für Euch da sind.
Tauschbörse!
Am Mittwoch ist es wieder soweit. Wer sich gerne mal wieder von guten, aber doch nicht mehr benötigten Schätzchen wie Klamotten, Spielen, Büchern oder anderem trennen möchte und dafür vielleicht das ein oder andere neue Schätzchen entdecken möchte, hat dazu nächste Woche Gelegenheit. In Neunkirchen am Sand, Nahe der Ausfahrt A9/Lauf Nord gibt es zum zweiten Mal das Frauenzimmer unter dem Motto „Tausch Dich glücklich“. Kinder sind herzlich willkommen und haben diesmal sogar ein eigenes kleines Spielzimmer. Ich freue mich schon darauf und finde es klasse, dass Anke so eine unermüdliche Organisatorin ist. Danke dafür!

Sprengelschule,Waldorf, Jena-Plan oder Montessori? Welches ist die richtige Schule für mein Kind?
Das sind doch die, die ihren Namen tanzen, ist die sicherlich meist gehörte Assoziation zu Waldorfschülern. Oft geht ein leicht spöttisches Lächeln mit dieser recht einfachen Beschreibung der Eurythmie einher, die eines und vermutlich das Bekannteste von vielen Unterrichtsfächern an Rudolf-Steiner-Schulen ist. Es kursieren wahrscheinlich zu wenigen Dingen so viele Halbwahrheiten wie zu alternativen Schulformen. Doch werden diese gerade immer attraktiver, sind doch zahlreiche Eltern mit unserem Schulsystem sehr unzufrieden und suchen andere Wege. Auch in Nürnberg gibt es eine Jena-Plan, eine Rudolf-Steiner und eine Montessori-Schule. Ich kenne inzwischen einige Eltern und Schüler(innen), vor allem an den Grundschulen und habe selbst ein Kind an der Montessori-Schule, so dass ich mir ein Bild machen konnte und hier einmal grundlegende Unterschiede aufzeigen möchte, um so vielleicht ein bisschen Klarheit zu schaffen, ob eine diesen Schulformen für ein Kind interessant sein könnte.
Die Rudolf-Steiner- oder Waldorf Schule ist eine Gesamtschule, an der man alle gängigen Schulabschlüsse machen kann und für mich die Schulform mit dem größten „Nest“- Charakter. Der/die Klassenlehrer(in) begleitet die Kinder nach Möglichkeit die ersten 8 Schuljahre, der Klassenverband ist fest, da auch kein Kind sitzen bleiben kann. Die Kinder lernen gemeinsam im Epochenunterricht in einem Zyklus von etwa drei Wochen täglich zwei Stunden eines der Fächer Deutsch, Geschichte, Mathematik oder Naturwissenschaft. Nach diesem Zeitraum kommt ein anderes Fach an die Reihe. Dies soll ermöglichen, sich in ein Thema vertiefen zu können. Der Tag und das Jahr sind stark rhythmisiert und viele wiederkehrende Rituale geben Struktur und Sicherheit. Neben dem normalen Fachunterricht lernen die Kinder von der 1.Klasse an zwei Fremdsprachen( meist Englisch und Französisch), aber in einer sehr spielerischen und musikalischen Form. Zudem haben künstlerische und handwerkliche Arbeiten eine große Bedeutung und Jungen wie Mädchen kochen, sägen und nähen gleichermaßen. Es gibt keine Zensuren und das Lernen ist den unterschiedlichen Entwicklungsstufen in Kindheit und Jugend angepasst. Ziel der Erziehung ist die innere menschliche Freiheit.
Die Jena-Plan-Schule ist dagegen für mich die freieste dieser drei Schulformen. Sie ist eine Ganztagsschule. Im Fokus dabei sind auch die Eltern, denn sie müssen sich sogar einem Bewerbungsgespräch unterziehen. Denn: Die Schule möchte eine Familienschule sein, wo Schule und Elternhaus ineinander greifen, das Klassenzimmer eine „Schulwohnstube“ ist, ein Ort mit guter Atmosphäre, an dem auch mal die Eltern mitarbeiten und Mitverantwortung übernehmen. Die Klassen sind von der 1. bis zur 4.Klasse altersgemischt, die Kinder sollen gegenseitig voneinander lernen und sich unterstützen. Ein wichtiges Element im Schulalltag ist das Gespräch im Kreis, wo Probleme in der Gruppe angesprochen werden sollen, ein Austausch stattfindet und demokratische Entscheidungen getroffen werden. Im Kursunterricht werden ähnlich wie an der Regelschule Grundkenntnisse vermittelt, die dann als Grundlage für den fächerübergreifenden und altersgemischten Kernunterricht dienen. Dort führt der Lehrer in ein Thema ein und begleitet dann den selbständigen Arbeitsprozess der Kinder. Oft werden in diesem Rahmen auch außerschulische Projekte durchgeführt, an denen die Kinder dann oft eine ganze Woche arbeiten, um sie schließlich zu präsentieren. Zu diesem Anlass gehören auch regelmäßig stattfindende Fest, die wechselweise Kinder und Lehrer organisieren. Das Vorstellen toller Projekte spornt die Kinder an, auch ganz ohne Noten. Statt dessen gibt es Arbeits- und Leistungsberichte und die Kinder üben Selbstkontrolle und beurteilen sich gegenseitig. Eine Schule für kleine „Macher“ und Freigeister.
Die Montessori-Schule hat einen Leitsatz, der heißt „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Das bedeutet, dass die Kinder dort abgeholt werden, wo sie gerade stehen. Durch die sogenannte vorbereitete Umgebung stehen dem Kind genau die Materialien zur Verfügung, die ihm helfen, das zu lernen, für das es sich gerade interessiert. Der/die Lehrer(in) präsentiert ihm das Material, mit dem es dann alleine oder mit anderen Kindern in der Freiarbeit arbeiten kann. Materialien bieten oft haptisches oder visuelles Erleben und auch eine Lösung zur Selbstkontrolle. Die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes erfordert viel Dokumentation und Aufmerksamkeit von Seiten des/der Lehrers/in, ermöglicht es aber auch, Kinder unterschiedlichster Begabungen zu fördern -eine „Schule für ALLE“. Der Austausch zwischen Eltern und Lehrern ist dabei sehr wichtig, um Probleme des Kindes in einzelnen Bereichen frühzeitig zu erkennen und Lösungswege zu finden. Eigentlich ist die Montessori-Pädagogik nicht für einen Schulwechsel nach der 4.Klasse ausgelegt, denn dieser torpediert das Konzept des eigenen Tempos und Zeitfensters der Kinder. Diesem ist auch die Altersmischung von der 1.- bis zur 4.Klasse geschuldet, die nach Maria Montessori eigentlich von der 1. bis zur 3.Klasse und von der 4. bis zur 6.Klasse gehen sollte. Die Altersmischung ermöglicht es den Kindern, je nach eigenem Stand bei den Großen zuzugucken oder mit den jüngeren Kindern noch mal etwas zu wiederholen. Wichtig ist in der Montessori-Pädagogik auch die kosmische Erziehung, die in wiederkehrenden Erzählungen die großen Zusammenhänge der Welt erklärt und somit dem Kind helfen soll, seinen Platz im „Großen Ganzen“ zu finden, aber sich auch seiner Verantwortung als deren Teil bewusst zu werden. Ein anderer wichtiger Baustein ist die Elternarbeit. Sie ist auf eine bestimmte Stundenzahl festgelegt und kann in vielen verschiedenen Arbeitsgruppen und Bereichen geleistet werden, so dass jeder seine eigenen Talente und Neigungen einbringen kann. An Montessori-Schulen gibt es ebenfalls keine Noten, dafür Gespräche und Dokumentationen zum individuellen Entwicklungs- und Lernprozess.
Ich denke, dass sich manche Kinder an einer Waldorf – Schule wohler fühlen dürften, als an einer Montessori- oder Jena-Plan und umgekehrt. Was aber wohl allen Schulen, staatlichen, städtischen wie privaten gemein ist, ist, dass der Spaß an der Schule und die Freude am Lernen ganz viel mit dem Lehrer oder der Lehrerin zu tun haben und da finden sich Gute wie weniger Gute an jeder Schule. Das nimmt vielleicht ein wenig Last von den Schultern der Eltern, die gerne alles richtig machen wollen.
Hurrah!
Heute möchte ich Euch ein ganz besonderes Buch ans Herz legen, das ein ganz besonderer Mensch fotografiert hat und bei dem ich ein wenig mitgebastelt und gezeichnet habe: das Experimente-Buch, das im klein & groß Verlag erschienen ist. Mit viel Liebe zum Detail hat Jens Wegener zwölf Experimente mit Hilfe kleiner Figuren wie dem Regenwurm, dem Schutzmann oder dem Streichholz durchgeführt und fotografisch so festgehalten, dass man gleich Lust bekommt, selber loszulegen. Mit dem coolen Layout ist es wirklich ein rundum schönes Buch geworden, wie ich finde.
https://www.kleinundgross-verlag.de/mach-und-sachbuch/8/das-experimente-buch
Außerdem sind in dem neu gegründeten Nürnberger Verlag noch andere tolle Kinderbücher wie „Das Vier-Farben-Land“ oder „Tom holt den Mars zurück“ erschienen. Guckt euch mal um.
Mensch und keine Maschine
„Ich bin ein Mensch und keine Maschine“ von Tim Bendzko ist einer von zahlreichen aktuellen Songs, die von der Sehnsucht erzählen, auszubrechen aus dem Funktionieren müssen und Leistung bringen und dem Wunsch, als Mensch wahrgenommen zu werden. Auch der stets um aktuelle Themen bemühte Tatort hat sich kürzlich in der Folge “Schock“ mit dem Leistungsdruck unter Student(inn)en auseinander gesetzt, die sich nur mit Hilfe von Medikamenten am Laufen halten und am gesellschaftlichen Anspruch unserer heutigen Welt und am gleichzeitigen Fehlen von irgendeiner Sinnhaftigkeit ihres Tuns zu Scheitern drohen. Schüler(innen) flüchten sich mit Hilfe psychosomatischer Erkrankungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit in eine Auszeit von Lernen müssen und Bewertet werden. Viele von uns spüren, dass die wichtigen Dinge im Leben durch unsere Arbeitswelt viel zu kurz kommen und der Alltag auf ein Abklopfen von Aufgaben und Erledigungen reduziert ist. Früher habe ich mich, wenn ich viel arbeiten musste, damit getröstet, dass chinesische Wanderarbeiter(innen) ihre Kinder genau einmal im Jahr zum Neujahrstag sehen, während diese die übrige Zeit im besten Fall bei ihren Großeltern leben. Ich dachte, ich hätte kein Recht, die Umstände zu bemängeln, sind andere Eltern doch oft in einer weitaus misslicheren Lage. Gleichzeitig regen sich doch immer wieder Zweifel an diesem System, das Kinder in unseren Alltag reinpresst und viel zu wenig Zeit zum gemeinsamen Nichtstun lässt. Dieser Alltag verändert Kinder und lässt sich nicht mit unserer Kindheit der Freiräume und des Sich selbst überlassen Bleibens vergleichen. Unsere Kinder leben in einer ganz anderen Welt. Manche scheinen die Herausforderungen unserer Zeit gut zu meistern. Sie konnten die viel zitierte Resilienz entwickeln, die psychische Widerstandskraft des Menschen. Kinder aber, die wenige dieser Fähigkeiten wie Selbstwertgefühl, Bewältigungsstrategien, Gefühlsbewusstsein oder Eigenaktivität entwickelt haben, sind damit schnell überfordert und man wünschte ihnen manchmal ein Dasein auf einem anderen, entschleunigten Kosmos. Erziehung ist immer Herausforderung und ein ständiges Hinterfragen von Richtig oder Falsch. Denn natürlich wollen wir alle starke Kinder ins Leben schicken, die Schwierigkeiten gut meistern können und mit Zuversicht durchs Leben gehen. Auch durch das Heutige. Aber das gelingt nicht immer. Es bleibt ein Drahtseilakt, die richtige Balance zwischen Arbeiten und Elternsein zu finden. Und das Monster der Anforderungen unserer Wettbewerbsgesellschaft vor der Haustür zu lassen. Ich wünsche mir, dass die Stimmen wahrgenommen werden und es irgendwann wieder andere Lieder geben wird. Und ein Elfjähriger sich nicht in „ Ich bin ein Mensch und keine Maschine“ wiederfindet.
Wer mehr über die Resilienz erfahren möchte, findet hier eine ganz gute Zusammenfassung: http://www.kindergartenpaedagogik.de/1123.html
Französisch mal anders.
Schüler(innen) der 6.Klassen am Gymnasium lernen ja bereits die zweite Fremdsprache und insofern sie sich nicht für Latein entschieden haben, bekommen sie es meist mit Französisch zu tun. Da das reine Vokabel lernen nicht immer höchste Freude bereitet, habe ich etwas auf Youtube gestöbert und meinem Kind französischen Hip Hop präsentiert- und der ist teilweise echt richtig gut. Zum Glück sind die Sprachkenntnisse ja noch nicht so gut, dass sie die klassischen Gangsta Texte verstehen und auch so manches Video ist definitiv nicht für die Altersgruppe geeignet. Aber zum Anhören sind die Songs definitiv richtig cool und verpassen der Sprache ein cooles Image, also beste Voraussetzung, sich ein bisschen reinzuhängen. Anbei der Lieblingssong meines Kindes und ein paar andere Songs, die wir mögen.
- Stromae – Formidable
- Sexion d`Assaut – Avant quèlle parte / Désolè
- Maitre Gims- Est-que tu m`aimes?
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