Das wünsche ich Euch für 2026!

In den letzten Wochen habe ich mich mit dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigt. Diese sollte man für seine Kinder am besten bereits zu Schulzeiten abschließen, weil sie zu diesem Zeitpunkt meist noch nicht so viel Blessuren davongetragen haben, die bei der Versicherung anzugeben sind. Also zumindest glaubt man das, solange man die elektronische Patientenakte noch nicht angesehen hat. Dort sind nämlich neben jedem Arztbesuch wegen einer Erkältung, der Zahnspange oder einem verknacksten Fuß auch alte Diagnosen oder Punkte aus Anamnesegesprächen vermerkt, die in der frühen Kindheit stattgefunden haben. Gruselig. Das Ablehnen der EPA macht also in einigen Fällen Sinn. Ein Anruf bei der Krankenkasse genügt. Naja, aber dies nur so nebenbei. 

Jedenfalls habe ich bei meiner Beschäftigung mit diesem Thema herausgefunden, dass Grund Nr.1 für eine Berufsunfähigkeit nicht etwa Unfälle oder Herzerkrankungen sind. Nein, mit 35% führen die psychischen Erkrankungen die Tabelle der Ursachen an. Diese Zahl hat mich überrascht, obwohl sie die persönlichen Erfahrungen in meinem Umfeld widerspiegelt. Wie erschreckend für den Zustand unserer Gesellschaft. Besonders Menschen in der Mitte des Lebens scheint manchmal die Kraft auszugehen im täglichen Kampf mit dem Leben. Auch das belegen leider die Statistiken. 

Es macht auf jeden Fall mal wieder deutlich, wie wichtig es ist, dass wir uns um uns und unsere Psyche kümmern. Dass wir uns verbinden und Glücksmomente in Gemeinschaft erleben. 

Meine Highlights im vergangenen Jahr waren die Schwimmbadbesuche mit zwei Freundinnen. Wenn wir unter der Dusche stehen und uns über irgendwelche Dinge schlapplachen, fühle ich mich wieder wie dreizehn. Es fühlt sich so gut an, mit über 50 so ausgelassen sein zu können. Aber auch wenn ich allein zuhause bin und hemmungslos drauflos singe, spüre ich, wie die Freiheit von Scham und Angst neue (Resonanz)räume öffnet. Ich saß/stand in den letzten Wochen tatsächlich bei zwei Konzerten in der ersten Reihe. Hat sich so ergeben und war echt cool. Einmal hat mich sogar mein jüngerer Sohn begleitet, der es auf einmal nicht mehr so schlimm findet, was mit Muttern zu unternehmen. Kraft Tanken und Momente sammeln, die widerlegen, dass Menschen nur noch an sich und ihren Vorteil denken, aggressiv und rücksichtslos sind. Das empfinde ich als wichtige gesellschaftliche Aufgabe.

Und das wünsche ich Euch fürs neue Jahr. Saugt die positiven Begegnungen auf, schreibt sie vielleicht sogar auf, versucht, andere zum Lächeln zu bringen und füllt Eure Herzen mit Licht für dunklere Stunden. Ich habe vor einem guten Jahr ein Schreibbuch angefangen, das ich „365 Tage Dankbarkeit“ genannt habe. Noch ist es nicht voll, aber jede einzelne der kleinen Anekdoten zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht.

Hier eine kleine für Euch mit einer Umarmung fürs neue Jahr:

Ich stehe mit einem Stapel Bücher an der Kasse der Buchhandlung.
„Wird wohl bis Freitag reichen.“, lächelt mich der Verkäufer an.

Nichts für mich

Das erste Mal passierte es, als ich vor einigen Jahren für unseren Familienurlaub einen kleinen Segelturn in Kroatien buchen wollte. Ich glaubte, nicht richtig zu sehen, als ich auf Angebote stieß, die sich ausschließlich an Personen unter 45 Jahren richteten. Wie jetzt? Ich und zu alt? Kann nicht sein. 

Inzwischen passiert mir das ständig. Allerdings braucht es keine explizite Altersbeschränkung. Die Bildsprache genügt vollends, um mich spüren zu lassen, dass nicht ich gemeint bin. Hippe Dreißigjährige vollführen formvollendet ihre Asanas im Gegenlicht, so dass ich die Räucherstäbchen fast schon riechen kann. Vermutlich hat die Hälfte von ihnen bereits die kleine Ausbildung zur Yogalehrerin absolviert. Oder Menschen bemalen einträchtig in trendiger Location Keramik zwischen dekorativem Grünzeug, das echte Naturverbundenheit zum Ausdruck bringt. Zusammen mit cooler Graphik in passender Schrift auf sanftem Pastell – die perfekte Inszenierung auf Instagram, exakt zugeschnitten auf eine Generation, für die es normal ist, dass alles, was sie tun, „instagramable“ ist. Also tolle Location, gutes Licht, schöne Deko und bestenfalls attraktive Menschen. Schon schön irgendwie. Für mich könnte es ein wenig hemdsärmeliger sein, nicht ganz so perfekt, auch wenn ich weiß, dass jeder schlecht gemachte Folder seinerzeit mehr Zeit benötigt hat, als es heute ein cooler Post tut, der ratzfatz mit einem intuitiven Layoutprogramm entworfen wurde. Ich habe inzwischen ja auch ein paar Falten und bin nicht mehr so glatt. Wenn meine Umgebung ähnlich verknautscht ist, entlastet mich das.

Dass ich jetzt öfter nicht gemeint bin, liegt natürlich auch daran, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Zielgruppe und Anbietern gibt. Es ist eine neue Generation herangewachsen, die Lust und Energie hat, coole Events aus der Taufe zu heben, und neue Wirkungskreise sucht und findet. Und diese zieht wiederum ein Publikum an, dass sich eher aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis generiert als aus dem ihrer Eltern. Und schon erhöhe ich den Altersdurchschnitt und fühle mich ein klein wenig fehl am Platz, wenn ich zwischen diesen lässig schönen Menschen verweile. Ich finde diese breit gefächerten Angebote, sich kreativ auszuleben mit der Garantie, dass dabei auch noch etwas Vorzeigbares herauskommt, großartig. Und eigentlich würde ich gerne alles einmal ausprobieren, wäre es nicht manchmal so anstrengend, mich zu integrieren. Die Generationen Y/Z haben andere Themen als ich. Statt Menopause, Miniskus und Scheidung, Kleinkinder, Hochzeit und Shopping. Und manchmal versuchen sie erst gar nicht, mich ins Gespräch einzubinden. So als gäbe es mich gar nicht. Klar, ist ja bei mir schon alles vorbei. Und vielleicht will ich auch gar nicht wissen, dass man Partner zur Zeit am besten bei Lauftreffs kennenlernen kann und dass die Smartwatch ihnen heute morgen gesagt hat, dass sie schlecht geschlafen haben.

Mein Weg ist jedenfalls vorgezeichnet. Ich werde mir in nicht allzu ferner Zukunft eine Seniorengruppe suchen. Da gehöre ich mal wieder zu den Jungen, das stelle ich mir entspannend vor. Einfach mal nicht verzweifelt mithalten müssen, sondern mich relaxed zurückzulehnen. Mich jung und sexy fühlen, auch wenn das bekanntlich nicht alles ist.

Als ich letzte Woche in der Stadt war, hat mich so ein junger Kerl vom Stand der Gewerkschaft angequatscht:

„Arbeiten Sie noch?“, fragte er.

„Das war die falsche Frage.“, antwortete ich. Und ging weiter.

„Wieso?“, rief er mir ratlos nach. Eine kleine Denksportaufgabe, die ihn noch ein Weilchen beschäftigt haben dürfte.

Mein erstes Mal habe ich also jetzt hinter mir. Rentnerin mit 51. Der zweite große Einschnitt, nachdem ich mit 18 das erste Mal auf der Straße gesiezt wurde. Der Schmerz vergeht. Das Lachen bleibt.

Was Du heute kannst besorgen…

Eigentlich bin ich ein eher umtriebiger Mensch. Ich mag es, wenn ich beschäftigt bin. Viele Jahre stellte sich die Frage nach dem Innehalten für mich nicht. Inmitten von Beruf, Kinderfürsorge und der Pflege sozialer Kontakte gab es schlichtweg keine Zeit dafür. Dann kam Corona. Zeitgleich nabelten sich meine Kinder mehr und mehr ab und es entstand wieder Raum für mich. Das Feedback, dass ich Mann und Söhne mit meiner ewigen Geschäftigkeit stresste und meine mentale Bedürftigkeit während dieser herausfordernden Zeit, bedeuteten den Beginn meiner Yogareise. Ich weiß inzwischen, dass es mir besser geht, wenn ich weniger mache. Wenn ich Ruhepausen zulasse. Und dass ich keine Angst davor haben muss, wenn meine Zeit nicht mit Programm vollgestopft ist. Ich kann mit mir allein sein, auch in der Stille. 

Manchmal sahen meine Tage so aus, dass ich an freien Tagen vom Joggen zum Einkaufen, Steuer fertig machen, Cafè mit einer Freundin, Kochen, Putzen, Yoga, etwas vom Schneider abholen, Telefondate mit der Schwester, nochmal Kochen, Wäsche zusammenlegen bis zum Blogschreiben durch den Tag gerauscht bin. Inzwischen versuche ich keine To Do Listen mehr zu führen oder mir – wenn unbedingt notwendig- drei Sachen davon auszusuchen. Eine Verabredung zum Sport oder mit Freundinnen am Tag tun mir supergut, mehrere davon arten eher in Stress aus. Aber, was macht man mit freier Zeit, wenn man darauf gepolt ist, permanent zu leisten und abzuliefern? 

Eine Antwort habe ich im Kümmern gefunden – um mich und die Dinge, die mich umgeben. Ich habe den schulmeisterlichen Spruch 

„Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“

für mich neu entdeckt. Die meisten von uns kennen diesen Sachverhalt: Briefe werden erstmal auf einen Stapel gelegt, Geschirr bleibt auf der Ablage vor der Geschirrspülmaschine stehen, die Klamotten warten nach der Reise tagelang im Koffer, ausgeräumt zu werden. Später. Es gibt erstmal Wichtigeres zu tun. Solltest Du Dich gerade nicht angesprochen fühlen – herzlichen Glückwunsch! „Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ ist der Gegenentwurf zur Prokrastination. Sich Zeitnehmen, auch für die kleinen Dinge des Alltags. Und Zeit habe ich inzwischen: Sitzen, Angucken, Räumen, Sortieren. Manchmal kommen mir dabei gute Ideen, manchmal genieße ich einfach das entspannte „Baseln“.

Als Kind war mir dieses Sprichwort jedenfalls verhasst, weil es mir natürlich immer dann nahe gebracht wurde, wenn ich gerade etwas besseres zu tun hatte, als unliebsame Pflichten zu erfüllen. Heute empfinde ich es nicht mehr als nervige Aufforderung zu Fleiß und Pflichterfüllung. Befreit man diesen Satz von seiner altmodischen Schale, könnte man ihn als Aufforderung deuten, im Hier und Jetzt zu leben, Raum für Achtsamkeit zu schaffen. Ich fühle mich wohl, wenn es aufgeräumt ist. Was liegt da näher, das Geschirr direkt wegzuräumen und die heruntergefallenen Krümel nach dem Essen gleich vom Boden zu entfernen? Ich werfe die Werbung direkt ins Altpapier, wenn ich sie aus dem Briefkasten geholt habe und hefte den Steuerbescheid ab, nachdem ich ihn mir in Ruhe angesehen habe. Was für ein himmlischer Zustand, keine Stapel fürs „Später“ aufzubauen und zu horten. Ich muss keine unliebsamen Überraschungen fürchten, weil ich Ordnung in meinem Leben schaffe.

Natürlich gibt es Situationen, in denen wir tatsächlich keine Zeit oder viel mehr Lust haben, uns direkt um etwas zu kümmern. Wenn wir gerade gemütlich mit Freunden am Tisch sitzen und uns gut unterhalten, können die Teller auch gerne stehen bleiben. In vielen Situationen ist es allerdings eine bewusste Entscheidung und vielleicht sogar Lebenseinstellung. Ich kümmere mich um mich selbst und meine Dinge. Das schärft das Bewusstsein für die Besitztümer, die mich umgeben sollen. Je weniger ich habe und je wertvoller es mir ist, umso lieber werde ich diesen Sachen meine Aufmerksamkeit schenken, sie pflegen, sortieren, aufbewahren oder neu anordnen. 

Ich kann die Bilder vom Ausflug am vergangenen Wochenende nochmal ansehen, die nicht so gelungenen direkt löschen und die anderen in einen Ordner packen, wo ich sie wiederfinden werde und vielleicht am Jahresende in einem Album abdrucken lasse. Ich habe Zeit darüber nachzudenken, was ich überhaupt machen will – mit meinen Fotos und vielleicht generell mit meinem Leben. Von manchem werde ich mich trennen, weil es mich eher belastet als es mir guttut. Ob es sich um Besitz oder Beziehungen handelt. Einfach mal sitzen und nachdenken, statt eine neue Serie streamen. 

Zugegebenermaßen ist das manchmal anstrengend, bisweilen aber auch sehr befreiend. Nicht jede Lebensphase lässt diese Entschleunigung zu, aber gerade in der Mitte des Lebens entstehen manchmal neue Freiräume. Und die erfordern bisweilen ganz neue Lebensentwürfe. Und manchmal wird es gut.

Petition gegen den Digitalzwang

Ich habe mich bereits in einigen Blogbeiträgen dazu geäußert, dass ich die zunehmende Digitalisierung in verschiedensten Lebensbereichen als diskriminierend empfinde. Man denke an das Deutschlandticket in rein digitaler Form, Banktransaktionen, die analog immer teurer werden oder die Authentifizierung mit Hilfe von Apps. Ob für ältere oder behinderte Menschen oder diejenigen, die lieber analog leben möchten, sollte es immer eine Alternative zu Smartphone oder Computer geben.

Zum Glück gibt es Menschen, die sich dafür einsetzen, dass das Recht auf ein analoges Leben im Grundgesetz verankert wird. Und zwar Menschen, die in der digitalen Welt super vernetzt sind. Der Verein Digitalcourage hat eine Petition gestartet, die auch auf Eure Unterschrift wartet:

https://civi.digitalcourage.de/recht-auf-leben-ohne-digitalzwang

Ich wünsche mir sehr, dass diese Petition Erfolg hat. Für die Teilhabe aller am Leben!

Weisheiten, über die ich im September gestolpert bin

Ich kann mit Podcasts üblicherweise wenig anfangen. Inzwischen ahne ich auch warum. Ich schätze, ich unterhalte mich lieber selbst mit Menschen, die mich interessieren und die mir am Herzen liegen als dem Gespräch irgendwelcher Unbekannten zuzuhören. Ausnahmen bestätigen hierbei die Regel. Die Gästeliste von Hotel Matze sollte mich allerdings schon vom Hocker hauen, sei es, weil ein Bela dabei ist, Harald Welzer oder Angela Merkel. Bei der Folge mit der Philosophin Barbara Bleisch bin ich leider eingeschlafen, was mit Sicherheit an der Uhrzeit lag und daran, dass ich als Beifahrerin sanft auf der Autobahn geschaukelt wurde. Was ich allerdings noch mitnehmen konnte, war folgende Botschaft: 

„ES MUSS NICHT IMMER ALLES GUT SEIN.“ 

Vielmehr ist es normal und vollkommen okay, dass es in Teilbereichen des Lebens nicht gut läuft. Wie entlastend, nicht immer nach dem perfekten Rundumglück streben zu müssen. Im Ernst- diese simple These hat mir gefallen.

„NIMM DIR JEDEN TAG 30 MINUTEN ZEIT, UM ZU MEDITIEREN. WENN DU KEINE ZEIT HAST, NIMM DIR EINE STUNDE.“ 

Wo ich über diesen Satz gestolpert bin, ist mir leider gerade entfallen. Aber diese buddhistische Weisheit, die in diversen Varianten kursiert, erinnert uns mit einem kleinen Lächeln daran, worum es beim Innehalten geht. Nämlich Innezuhalten, egal wie stürmisch die Zeiten sind.

Und dann lese ich seit drei Jahren in dem Buch „Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen“, das mir bei meinem ersten Yoga Retreat empfohlen wurde. (Kein Scherz, es heißt wirklich so). Der bekannte Meditationslehrer Jack Kornfield hat die Erfahrungen von Lehrenden und Lernenden verschiedenster Religionen mit ihrer Spiritualität zusammengetragen und somit steckt sehr viel Weisheit in diesem Buch. Da ich es nur in die Hand nehme, wenn ich bedürftig nach wegweisenden Worten bin, beginne ich immer wieder an einer anderen Stelle, so dass ich nach drei Jahren noch immer nicht auf der letzten Seite angekommen bin, was mich sehr glücklich macht. Jedenfalls hat mich folgender Dialog inspiriert:

Eine Nonne lebt mir elf weiteren in einer Ordensgemeinschaft. Sie mag alle bis auf zwei. Als sie sich bei einer befreundeten Nonne über die Beiden beschwert, fragt diese nach, was sie denn so aufrege.

Die Nonne sagt: „Die eine ist langsam und die andere denkt zu viel an sich.“

Die andere antwortet: „Nun, du solltest etwas langsamer werden und dich mehr um dich selbst kümmern.“

Diese Worte begleiten mich gerade, wenn ich mit Menschen zu tun habe, die mir ein gewisses Unwohlsein bereiten. Was kann und soll ich von Ihnen lernen? Wie kann ich vielleicht anders mit ihnen umgehen, als ich es in der Vergangenheit getan habe, ganz frei nach dem Motto „Jeder ist des anderen Buddha“. Jeder kann vom anderen lernen auf dem Weg zur Erleuchtung- naja, ganz so weit muss es ja nicht gehen.

So und zu guter Letzte möchte ich Euch, konsequenterweise als Nicht-Podcasthörerin, noch diesen einen ans Herz legen. Als Physiotherapeutin begleitet Theresa Wiebe viele Frauen mit einer Krebserkrankung. Diese Begegnungen haben sie inspiriert, den Podcast „Wendepunkt Leben“ zu starten, in dem Betroffene über ihren Weg mit der Erkrankung erzählen. Ich kenne Theresa von früher und mag ihre einfühlsame und positive Art, die viele Herzen öffnet. 

Seid von Herzen gegrüßt,

Eure Ella

Bestandsaufnahme

Ich möchte mich vorab bei Euch entschuldigen, dass dieser Beitrag nicht in den gewohnt kurzen Häppchen daherkommt, die ich sonst anzustreben suche. Denn meine eigene Aufmerksamkeitsspanne erschöpft sich online schnell durch allzu lange Texte. Aber diesmal muss ich etwas ausholen.

Manch eine(r) erinnert sich an die Kolumne „Mehr als 40“, aus der längst bei vielen von uns ein “Mehr als 50“ geworden ist und das zugegebenermaßen mit einigem Struggle. Ich selbst steuere gerade die Zielgerade zur 51 an. Zeit also zu hinterfragen, was sich in diesen letzten Jahren verändert hat. 

Da wäre festzustellen, dass mein so genannter Kulturbeutel deutlich an Umfang gewonnen hat. Neben diversen Cremes mit und ohne Lichtschutzfaktor, tummeln sich Pillen, Tropfen und Salben, manche unbedingt notwendig, andere für den Fall der Fälle in Zeiten einer gewissen Anfälligkeit für Eindringlinge jeglicher Art. Seit letztem Winter hat der Schal einen neuen Stellenwert in meinem Leben bekommen, gebar sich mein Hals auf einmal auch bei milderen Temperarturen und Fahrtwind sensibel. Wie ich das modisch lösen werde, weiß ich noch nicht, wollte ich doch niemals der Gattung der chronischen Halstuchträgerinnen zugerechnet werden. Meine Zähne werden schäbiger und dunkler und stehen damit im krassen Gegensatz zu all den gebleachten, perfekten Zahnreihen, die mich mehr und mehr umgeben. Zugegebenermaßen mutet es manchmal schon grotesk an, wenn ich bei meinem Gegenüber ausschließlich Zähne wahrnehme, weil sie so hell strahlen, aber ein wenig von ihrem Glanz würde ich gerne abbekommen. Das Smartphone hat sich unauffällig einen Rang in der Pole Position meines Lebens erobert, allem Gegensteuern zum Trotz. Bahnfahren, Wandern, Verabreden, Bezahlen, es hat sich auch an Detoxtagen unentbehrlich gemacht und so bemerke ich, wie ich viele dutzend Mal am Tag das Handy in die Hand nehme und prüfe, ob etwas in meinem Leben passiert sein könnte. Es liegt inzwischen zuhause am Esstisch ebenso wie am Tisch im Café mit Freundinnen, weil es immer etwas zu zeigen oder nachzusehen gibt. Dass wir Menschen uns so leicht unserer Freiheit haben berauben lassen, gefällt mir überhaupt nicht.

Und damit komme ich zu dem Punkt, der diesen Text etwas umfangreicher macht. Die Veränderungen im Außen schmecken mir weitaus weniger als die Zipperlein und Neurosen, die ich vielleicht in den letzten Jahren entwickelt habe. Letzthin musste ich beispielsweise mit Schrecken feststellen, dass man in einem bekannten schwedischen Möbelhaus, sowie bei einer französischen Sportartikelkette nur noch an Self-Service Kassen bezahlen kann. Bei neu eröffneten Supermärkten ist es sowieso schon gang und gäbe, dass auf Kassierer(innen) aus Fleisch und Blut verzichtet wird. Totschlagargument ist stets der Personalmangel. Aber wie diskriminierend ist das bitte? Ob für alte Menschen, Menschen mit Behinderung, einsame, überforderte oder altmodische wie mich. Das Gegenteil von Inklusion und einfach schrecklich. Schön, dass zumindest wenige Supermärkte, extra so genannte „Plauderkassen“ eingerichtet haben, damit das Zwischenmenschliche nicht vollkommen verloren geht. Ein kurzer Schnack, ein freundliches Lächeln und schon sieht der Tag anders aus. Ich mag das. Zugegebenermaßen erlebe ich leider in jüngster Zeit vermehrt Begegnungen der anderen Art, gereizt und konfrontativ, weil die Menschen am Anschlag zu sein scheinen. Manche Restaurants weisen sogar mit Schildern darauf hin, man möge dem Personal freundlich begegnen, weil man vielleicht sonst noch die wenigen Menschen vergrault, die den Job überhaupt noch machen wollen. Was läuft da falsch? 

Ich denke, wir Menschen sind überfordert von dem Tempo und der Komplexität dieser Zeit. Es tut uns nicht gut, von Informationen und Schreckensmeldungen überflutet zu werden, aber auch von Werbung, die uns suggeriert, wie wir sein sollen, was wir tun müssen und welchem Ideal wir zu entsprechen haben. Ich unterstelle den Big Playern, dass es sich um reines Kalkül handelt, die Menschen dazu zu bringen, sich um Shopping, Beautyroutinen und Nahrungsergänzungsmittel zu drehen, damit sich unser Hirn nicht mit Wichtigem beschäftigen kann. Mit dem, was wir wollen, was uns guttut und was auf dieser Welt verdammt schiefläuft. Sonst würden wir vielleicht endlich dafür sorgen, dass Social Media nicht mehr von wirtschaftlichen Interessen gesteuert wird, sondern im Sinne einer Weltgemeinschaft. Das würde so viel verändern!

Auch bei mir hat sich eine große Müdigkeit eingeschlichen, mich mit Politik und Gesellschaft auseinanderzusetzen. Dabei ist es wichtiger denn je, sich nicht taten- und willenlos von diesem Strudel mitreißen zu lassen, sondern sich gegen diese Entwicklungen zu wehren. Ich finde sie jedenfalls weitaus schlimmer als all meine Falten und Beulen, die in den letzten zehn Jahren dazugekommen sind. Bei einer Freundin ist mir das Buch „Du sollst nicht funktionieren“ von Ariadne von Schirach in die Hände gefallen, erstaunlicherweise schon 2014 erstmals veröffentlicht. Ich habe mich sehr wiedergefunden mit vielen Themen unserer Zeit, wie beispielsweise dem Appell, sich zu empören. Nicht abzustumpfen und zu resignieren. Aber auch damit, wie die Autorin schildert, was die Entwicklung mit Fokus im Außen mit jedem einzelnen und somit auch mit unserer Gesellschaft macht. 

Ich könnte vom Hundertsten ins Tausendste kommen und verbleibe an dieser Stelle doch mit meinem Vorsatz, mit mehr Bewusstsein und weniger Schicksalsergebenheit durchs Leben zu gehen. Und mal sehen, wie dann eines Tages das Resümee zu „Mehr als 60“ ausfallen wird, so mir diese Zeit gegeben werden mag und ich diesen Blog noch fortführe.

Seid herzlich gegrüßt,

Eure Ella

Gute Gespräche

Könnt ihr Euch an Situationen erinnern, in denen ihr richtig gute Gespräche mit Euren Kindern, dem Partner oder einer Freundin geführt habt?

Falls Euch jetzt Bilder von Autofahrten oder Spaziergängen in den Sinn kommen, ist das keineswegs Zufall. Denn gerade über Unangenehmes oder sehr Persönliches lässt sich bewiesenermaßen leichter sprechen, wenn sich zwei Menschen nicht direkt ansehen, sondern gemeinsam etwas Drittes betrachten, wie beispielsweise die Landschaft. 

Drei-Punkt-Gespräch nennt sich diese Situation und ich war sehr dankbar, als mir meine pädagogisch gebildete große Schwester letzthin die Theorie zu dem lieferte, was mir mein Bauchgefühl schon lange nahegelegt hatte. Ehrlich gesagt war es weniger meine Intuition als vielmehr die Erfahrungen, die ich als Teenager mit meinem Vater gesammelt hatte, die mich lehrten, dass bei ernsten Gesprächen von Angesicht zu Angesicht wenig mehr herauskommt als eine Vergrößerung der Gräben. Wenn er mich damals in sein Arbeitszimmer zitierte, weil ich mich entgegen seinen Vorstellungen verhalten oder tatsächlich etwas angestellt hatte, und ich ihm kleinlaut gegenübersaß, führte das meist zu hilflosem Schulterzucken, weil ich keine Antwort auf seine Fragen wusste, zu langem Schweigen, während ich mit meinen Gefühlen rang und nicht selten zu Tränen, weil ich mich so unverstanden fühlte. 

Aufgrund dieser unguten Erfahrungen wehrte ich mich dann auch als erwachsene Frau und Mutter gegen elterliche Gespräche am Küchentisch, um Probleme mit den Kindern zu klären. Allein schon die Vorstellung, dass ein Kind sich beiden Eltern gegenüber erklären sollte, fand ich überfordernd. Dennoch führten mein Mann und ich Jahrzehnte später exakt dieselbe Art von Gesprächen, wobei der Begriff Gespräch ihnen sicherlich nicht gerecht wird. Das Kind fühlte sich in die Enge getrieben, schwieg die meiste Zeit, das Sprechen mischte sich mit Tränen der Wut und Trauer. Herausgekommen ist nur Frust bei allen Beteiligten. Wie schön wäre es gewesen, hätten wir uns damals schon anders zu helfen gewusst.

Das beste Gespräch meines Lebens hatte ich mit meinem großen, eher schweigsamen Sohn, als ich entgegen meinen Gewohnheiten (ich gehe normalerweise sehr früh ins Bett) mit ihm um 23 Uhr zu einem Nachtspaziergang aufbrach, der damit endete, dass wir um halb zwei Uhr morgens Pommes in den Ofen schoben. Es war eine Nacht, in der ich meine Komfortzone verließ, um eines der selten offenen Fenster zu nutzen, die Nähe und echten Austausch erlauben. Natürlich lassen nicht alle im Raum stehenden Probleme zu, dass man auf die richtige Gelegenheit wartet, das ein oder andere aber schon.

Mal sehen, wann sich so ein Moment wieder einmal ergeben wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns dabei bewegen werden, ist ziemlich hoch.

You may say I´m a dreamer

Es wird dieser Tage wieder viel über Geld gesprochen, über den Bundeshaushalt und die Entscheidungen, wie der Kuchen aufgeteilt werden soll. Das Sondervermögen durchbricht diesmal das Prinzip, dass die Höhe der Einnahmen über die möglichen Ausgaben entscheidet. Und dass allein das Wirtschaftswachstum dafür verantwortlich ist, wie gut es uns geht. Und wehe dem, wenn es erneut stagniert oder gar zurückgeht. Mit Grabesmiene werden in den Nachrichten die Zahlen verlesen, die den Untergang unseres Wohlstands besiegeln. Ich könnte jedes Mal schreien. 

Denn, dass Wirtschaftswachstum gleich Wohlstand für alle bedeutet, hat sich schon längst als Milchmädchenrechnung entpuppt. Dass die Wirtschaft schon lange nicht mehr weiterwachsen sollte, bezeugt Jahr für Jahr der sogenannte Erdüberlastungstag, der in Deutschland erneut bereits Anfang Mai erreicht wurde. Ab diesem Tag schöpfen wir Ressourcen aus, die uns eigentlich nicht mehr zur Verfügung stehen. Sollte das nicht Grund genug sein für ein Umdenken in der Bewertung von Ökonomie? 

Die Idee der Postwachstumsökonomie ist nicht neu, bereits 2007 wurden erste Ideen dazu entwickelt. Die Notwendigkeit, das Wirtschaftssystem zu verändern, beruht auf der Tatsache, dass sich Wirtschaftswachstum und ökologische Schäden nicht entkoppeln lassen, so verlockend das klingen mag, wenn neue, grüne Technologien als Heilsbringer angepriesen werden. Es hat sich auch gezeigt, dass zunehmendes Wirtschaftswachstum weder zum Glücksgefühl des einzelnen führt noch Hunger und Armut weltweit bekämpft. Im Gegenteil, die Schere geht immer weiter auf zwischen den Superreichen und den Otto-Normalverbrauchern. 

Postwachstumsökonomie bedeutet nicht, auf alles zu verzichten. Es geht vielmehr um Entrümpelung des Zuviels. Wer kennt das nicht, dass zuhause Schränke, Keller oder Dachböden überquellen von Dingen, die sich nüchtern betrachtet oft als Ballast herausstellen? Oft wirkt es wie eine Befreiung, wenn man sich von Dingen trennt und dadurch Raum schafft. Raum für das, was einem wirklich wichtig und wertvoll ist. So kann das auch mit der Wirtschaft funktionieren: sich auf das Wesentlich konzentrieren, gute Produkte entwickeln statt ständig neuer Kollektionen. Statt unaufhörlich weiterzuwachsen zu müssen, solide wirtschaften. Damit das funktioniert, müsste jedoch die Politik umdenken und andere Anreize schaffen. So lange Neuverschuldung für Investitionen zum Erfolgskonzept gehört, ist es natürlich schwierig, mit dem zu planen, was bereits erfolgreich läuft. 

Natürlich bedarf es mehr für ein neues Wirtschaftsmodell, ein Umdenken im großen Stil, welches der Mensch im Allgemeinen leider nicht sonderlich schätzt. Mehr Regionalität, Reparaturen, Nachbarschaftshilfe, Tauschbörsen, u.v.m.

Seit Jahren warte ich auf den Politiker oder die Politikerin, die es wagt, auszusprechen, dass wir so nicht weitermachen können. Die eine Vision entwickelt, die Menschen mitreißt und dem Ende des Wachstums seinen Schrecken nimmt. Die aufzeigt, dass ein neues Wirtschaftsmodell Chancen bieten kann, unser Leben mit mehr Zufriedenheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gestalten. Natürlich kann dies nicht von heute auf morgen passieren und ich höre die Aufschreie derer, die jegliche Möglichkeit zur Veränderung wegen des globalen Wettbewerbs niedermachen. Und die Aufschreie derer, die ihre Pole-Position nur ungern aufgeben wollen. Die Aufschreie derer, die lieber an Altbewährtem festhalten und die Augen verschließen. Ihnen entgegne ich:

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one

(aus „Imagine“ von John Lennon, 1971)

Wie ein Dinosaurier

Ich verdiene meinen Unterhalt als Visagistin. Und fühle mich gerade wie einer der letzten Dinosaurier. Denn in meiner Branche herrscht Endzeitstimmung. Die ersten Werbekampagnen werden von KI generiert und so die Arbeit von Fotograf*innen, Assistent*innen, Stylist*innen und Visagist*innen ersetzt. Um zukünftige Drehs überflüssig machen und somit die Beschäftigung von Kameramännern und Frauen, Beleuchter*innen, Tontechniker*innen, Aufnahmeleiter*innen, Produzent*innen, Regisseur*innen usw., einzusparen, werden Avatare von Moderator*innen erstellt. Diese übernehmen dann die digitale Repräsentation der gefilmten Person, die in verschiedenen Online-Umgebungen genutzt werden kann, um damit ihre tatsächliche Präsenz unnötig zu machen. Die KI benötigt nur fünf Minuten Aufzeichnung, um den Avataren jeden beliebigen (von ChatGPT erstellten) Text in jeder beliebigen Sprache in den Mund legen zu können. Für die Rechenleistung benötigt sie etwa 30 Minuten. Ganz schön praktisch- und ganz schön gefährlich. Aber davon ein andermal. 

KI betrifft die Beschäftigung von Schauspieler*innen, Sprecher*innen, Musiker*innen oder Journalist*innen. Sie wurde kostenlos mit bereits Erschaffenem gefüttert, ohne Urheber*innen auf der ganzen Welt dafür zu entlohnen oder dafür zu entschädigen, dass ihre Arbeit dadurch überflüssig gemacht wird. Die rasant lernende KI wirkt sich aber auch auf die IT-Branche aus. Vor kurzem noch händeringend gesucht, sinken die (Verdienst-)möglichkeiten gerade so deutlich, dass sich manche Studierenden fragen, ob sie auf das richtige Pferd gesetzt haben. Die Entwicklung läuft so rasend schnell, dass sich in vielen Branchen Panik breit macht. 

Der Moment, als ich das Tempo begriffen habe, liegt jetzt zwei Jahre zurück. Ich bin damals durch ein tiefes Tal gegangen, als ich sah, wozu KI bereits fähig war. Mein Job wäre schneller überflüssig, als ich es je für möglich gehalten hatte. Inzwischen fühle ich mich als eine der letzten Zeitzeuginnen, die ihren Enkelkindern einmal berichten können wird, wie das damals war. Immerhin habe ich schon die Endzeit der Analogfotografie erlebt. Ich war noch dabei, als Polaroidfotos dem Fotografen Rückmeldung darüber gaben, ob seine Belichtung stimmte. Ich kannte noch das Labor, bei dem die belichteten Filmrollen geclipt wurden, um eventuell noch bei der Entwicklung nachjustieren zu können. Eine Blende mehr oder weniger war dann im Nachhinein noch drin. 

Ich habe keine Angst mehr und frage mich doch manchmal, ob meine Furchtlosigkeit an Naivität grenzt. Denn bislang war ich davon überzeugt, dass ich mit meinem gesunden Körper und meinen vielen Skills, die ich durch die Selbständigkeit erworben habe, jederzeit einen anderen, wenn auch schlechter bezahlten Job finden würde. Wenn ich allerdings manchen Gesprächen lausche, könnte mir bang werden wegen der Schar derer, mit denen ich mich bald vielleicht um dieselben Jobs rangeln könnte. Aber derzeit freue ich mich einfach über jede Produktion, bei der ich dabei sein darf und feiere diese Zeiten. Ich schätze meine Arbeit vielleicht noch viel mehr in dem Bewusstsein, dass es irgendwann vorbei sein könnte. 

Ein Art Director verriet mir letzthin, ich sei Teil der „wertvollen Generation“. Das sind die Menschen, die zwar vor der Digitalisierung aufgewachsen sind, aber noch jung genug sind, um (halbwegs) mit ihren Anforderungen Schritt halten zu können. Bei mir liegt die Betonung absolut auf halbwegs. Für uns ist es jedenfalls sicherlich einfacher mit den Veränderungen umzugehen als für junge Menschen, die gerade am Anfang ihres beruflichen Lebens stehen. Ihnen wäre etwas mehr Beständigkeit und Verlässlichkeit zu wünschen. Und auch, dass die Politik auf die Ängste der Menschen reagiert. Denn natürlich können wir uns glücklich schätzen, dass der Arbeitskräftemangel in bestimmten Bereichen von KI aufgefangen werden kann. Auf der anderen Seite wird es aber auch Verluste von Arbeitsplätzen in vielen Branchen geben. Und auch darüber muss man reden. 

Wir werden sehen, wie lang es dauern wird mit der „Endzeit“ unserer Branche. Lasse ich die Angst beiseite, fühlt sich die Entwicklung auch ein bisschen spannend an. 

…und morgen einen Marathon!

Auch, wenn es mir nicht so recht passt, muss ich zugeben, dass YouTube und andere Social-Media-Kanäle nicht ausschließlich schlechte Seiten haben. So kannte mein Sohn bereits eine Vielzahl von Fischen, deren Lebensräume und geeignete Köder, um sie zu fangen, bevor er überhaupt zum ersten Mal eine Angel in der Hand hielt. Der Angelschein war sozusagen nur noch Formsache. BROSEF, dem YouTube Angelgott, sei Dank!

Und es wäre eine glatte Lüge, zu behaupten, die regelmäßigen Exkursionen unserer Jungs in unwegsames, bergiges Gelände, hätten mit den gemeinsamen Familienwanderungen ihrer Kindheit zu tun. Naja, vielleicht am Rande. Der wahre Grund dafür liegt darin, dass sie tagtäglich online angefixt werden. Da rennen junge Burschen mal schnell einen Zweitausender hoch, laufen wochenlang Ultramarathons durch ferne Länder oder durchqueren mal eben einen riesigen See. Abenteuer pur, Superlativen am laufenden Meter. Was früher vielleicht nur eingefleischte Fans in Fachzeitschriften erfahren haben, erscheint heute pillepalle und für jede(n) machbar. 

Und genau darin liegt das Problem. Die sowieso schon hohe Risikobereitschaft von Jugendlichen wird befeuert, indem alles möglich scheint – und zwar sofort. Die Gefahren von Verletzungen und Spätfolgen, die durch mangelnde Vorbereitung und Selbstüberschätzung entstehen können, werden in Formaten, deren Fokus auf Unterhaltung und Spaß liegt, kaum thematisiert. Spaßbremsen haben vermutlich nicht ganz so viele Follower. Und welcher Teenager möchte sich schon damit auseinandersetzen, dass er als „alter Sack“ (O-Ton mein Kind für alle über ca. 35 Jahre) vielleicht einmal neue Kniegelenke brauchen könnte, wenn er es jetzt körperlich übertreibt? Der Präfrontale Cortex, der für Vernunft und Weitsicht zuständig ist, ist in diesem Stadium des Lebens bekanntlich noch recht spärlich ausgebildet. 

Es wäre aber auch falsch zu behaupten, dass sich die Jugendlichen ihren Vorhaben völlig blauäugig annähern. Sie sind nämlich gleichzeitig oft wahre Fitness-Pros. Wo wir früher unseren Puls mit dem Zeigefinger an der Halsschlagader zu spüren suchten, und dabei gebannt dem Sekundenzeiger der großen Sporthallenuhr folgten, sind unsere Kinder heute perfekt getrackt. Apps und Fitnessuhren messen den Puls, den so entscheidenden „Pace“ (die Durchschnittsgeschwindigkeit), sie zeichnen die gelaufenen Strecken und die Bestzeiten auf, um zu motivieren, sie mit der Community zu teilen und dadurch wiederum angespornt zu werden. Man kann sich Trainingspläne zusammenstellen lassen und deren Einhaltung einfordern. Die jungen Sportler*innen verfügen oft über ein breites Wissen rundum Trainingsmethoden und Fitness. Ob dieses Wissen fundiert ist, hängt vor allem davon ab, welche Inhalte ihnen der Algorithmus zuführt oder wem sie folgen. Die Feeds auf TikTok sind bei ihnen oft gespickt mit Videos rundum das Thema Ernährung. Das führt leider dazu, dass bereits Teenager zu Proteinpulvern, Kreatin und anderen Nahrungsergänzungsmitteln greifen, um ihre sportlichen (oder optischen) Ziele schnellstmöglich zu erreichen. Andererseits leben viele Jugendliche durch ihr Wissen auch sehr gesundheitsbewusst. Manche verzichten sogar auf Zucker und Alkohol, weil der Konsum ihrem Körper schaden könnte.

Ich sehe dem Ganzen mit einer Mischung aus Freude und Bangen zu. Freude, weil meine Kinder ihre Zeit nicht nur am Handy oder PC verbringen, sondern auch in der analogen Welt, in der Natur, mit Freunden. Sie erleben den Sonnenaufgang auf einem Gipfel, sie erfahren, dass im April auf dem Berg noch Schnee liegen kann, auch wenn die Webcam etwas anderes anzeigt, sie lernen, was man für Ausrüstung in der Natur wirklich benötigt, und dass das richtige Schuhwerk durchaus von Vorteil ist. Sie sammeln einen Schatz an wertvollen und beeindruckenden Erfahrungen, der sie durch ihr Leben begleiten wird. Und dennoch steht auf der anderen Seite das Bangen, weil ich darauf vertrauen muss, dass sie Gefahren richtig einschätzen, dass sie bei einem Wetterumschwung auch wirklich umkehren, dass sie den Weg nicht gehen, wenn er zu steil und abschüssig ist. Ich erinnere mich dann manchmal an meine Jugend, wo die Gefahren an ganz anderer Stelle zu umklippen waren. Im Nachtleben, bei der Neugier auf Drogen, im Rausch. Das lässt mich dann wieder meine Bedenken und Ängste relativieren.

Die Jugend ist eine gefährliche Zeit, eine Zeit des Ausprobierens und Wagens. Ich versuche, Ihnen meine Ängste nicht überzustülpen und dennoch auch Nein zu sagen, wenn es erforderlich scheint. Das ist die größte Herausforderung für mich. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Vielleicht sollte man diesen Vermerk und ein paar zusätzliche Fußnoten auch dem ein oder anderen YouTube Video hinzufügen.

Wenn die gute Laune flöten gehen will: Erobique

Heute habe ich mir die Zeit genommen, ein wenig in die Musik von Erobique hineinzuhören. Und da bin schnell auf die „Songs for joy“ gestossen. Der Titel ist Programm, ohne in irgendeiner Weise doof und banal zu sein, wie man mutmaßen könnte. Auch der Verdacht, es könne sich um Gospelmusik handeln, ist unbegründet. Die Musik von Erobique ist eindeutig 80er, gespickt mit funkigen und jazzigen Vibes, ein Muss für gute Laune beim Kochen, die nächste Party, den lauschigen Abend mit Freunden auf dem Balkon, oder whatever. Dass Carsten Meyer in etwa „unser“ Jahrgang ist, lässt sich nicht nur musikalisch erahnen, sondern auch wegen der Themen und Texte. Die meisten von euch kennen wahrscheinlich den Song „Urlaub in Italien“– ein Phänomen, dass dieser quasi mit einer einzigen Textzeile funktioniert und die Massen zum Tanzen und Mitsingen animiert. Da gibt es aber auch „Bert & Ernie„, das humorvoll die Gegensätze eines Paars auf die Schippe nimmt oder „Man muss uns nicht gekannt haben„, eine Hommage an die vielen verblichenen ewigen Lieben. Mir gefällt natürlich auch „Wenn ich könnte, würde ich singen„, ein Song, der feiert, was man liebt, entgegen aller Konventionen. Ich könnte jetzt weiter fortfahren.

Hört am besten in das Album Songs For Joy Auf Der Veddel rein:

Dass Carsten Meyer intelligente und gute Musik macht, hat er übrigens schon in zahlreichen, weltweiten Kollaborationen bewiesen. Er arbeitete sowohl als Komponist als auch als Musiker für Theater, Hörspiele und Fernsehserien. Falls ihr so begeistert seid, dass ihr ihn live erleben möchtet, hier findet ihr die Tourdaten:

https://tomprodukt.de/tourplan/#erobique

Dann mal viel Spaß beim Mitsingen & Tanzen!

Last Minute: Widerspruch gegen die Nutzung von Bildern auf Instagram/Facebook zum KI-Training

Es wäre vermutlich an mir vorbeigegangen, hätte ich nicht am Freitag im Radio davon gehört. Meta nutzt ab Dienstag Bilder und Texte, die in den vergangenen Jahren bei Instagram oder Facebook gepostet wurden, um seine KI zu trainieren. Wer das nicht möchte, kann noch bis einschließlich morgen, 26.05.25 dagegen Widerspruch einlegen:

Anleitungen zum Widerspruch und mehr Infos zum Thema gibt es hier:

https://www.zdf.de/nachrichten/ratgeber/meta-ai-facebook-instagram-whatsapp-widersprechen-100.html

https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/digitale-welt/meta-ai-bei-facebook-instagram-und-whatsapp-so-widersprechen-sie-95646

„Fun“Facts

Manche von uns nutzen liebend gerne Karten oder besser noch das Handy zum Zahlen. Sie feiern es, stets flüssig zu sein und ihre Ausgaben jederzeit übersichtlich einsehen zu können. Andere hadern mit dem schrittweisen Zurückdrängen des Bargelds und möchten keine digitalen Spuren beim Einkaufen hinterlassen. Ich befinde mich irgendwo in der Mitte. Verzichten möchte ich auf Bargeld jedenfalls nicht, auch, wenn das zunehmend schwieriger wird. Seit Februar können wir unseren Kaffee nach dem Bouldern nur noch mit Karte oder Smartphone bezahlen. Da fielen die Prinzipien zugegebenermaßen schnell der Begierde zum Opfer. Einen Realitätscheck durfte ich vergangene Woche machen. Als ich an einem Wochentag um 18.30h einen Bar-Einkauf bei H&M in Höhe von 200,-€ umtauschen wollte, sah mich die Verkäuferin ratlos an. In ihrer Kasse befanden sich gerade mal 100,-€. Die Store Managerin wurde herbeigerufen, um mit Ach und Krach aus der zweiten Kasse weitere 100,-€ zusammenzukratzen. Und das am Ende eines Einkaufstags! Es hat mich doch erstaunt, wie weit der Rückgang des bargeldlosen Zahlungsverkehrs bereits fortgeschritten ist.

Selbe Woche, andere Baustelle. Wer einen Arzttermin ausmachen möchte, hat entweder das Glück, ein funktionierendes Onlinebuchungssystem nutzen zu können, oder das Pech, dass man Termine noch immer telefonisch vereinbaren soll, aber niemals jemand abnimmt. Nach zehnminütigem Verbleib in der Warteschleife wird man mit dem Hinweis rausgekickt, die Leitungen seien überlastet. Natürlich gibt es noch zahlreiche grauenhafte Varianten mit computergenerierten Stimmen, die die falschen Fragen stellen und deren Konversation selten zum Ziel führt. Und mich auch noch in den Wahnsinn. Also wählte ich den vermeintlich idiotensicheren Weg und suchte zwecks Terminvergabe die Facharztpraxis direkt auf. Als ich mein Anliegen vortrug, erwiderte die freundliche Medizinische Fachangestellte, dass sie mir einen Termin im April 2026 anbieten könne. Mal ganz ehrlich, da kann ich doch gleich ein paar Stunden in der Warteschleife rumhängen, dann geht das Jahr wenigstens schneller um.

Es lebe das deutsche Gesundheitssystem!

Das Schönste im März

Heute möchte ich mit Euch teilen, was mir diesen Monat viel Freude bereitet hat. Da gibt es natürlich die ersten Knöspchen, viel Sonne und endlich hellere Tage. Aber das war bei weitem nicht alles…

Ganz vorne und ungeschlagen:

Sipandsing mit der unglaublich begabten und charismatischen Jazzsängerin Regina Heiss.

Die Idee: Singfreudige Menschen treffen sich an einem Sonntag nachmittag in einer Kneipe und studieren innerhalb von drei Stunden mehrstimmig einen Popsong ein, so dass dieser am Ende richtig gut klingt. Zwischendrin wird natürlich eifrig gesippt- also am Getränk genippt, was auch dringend nötig ist, um die Stimme zu ölen, wie ich feststellen musste. Ein großes Radler geht da weg wie nichts. An meinem Sipandsingsunday war Adeles „Rolling in the deep“ am Start. Reichlich zungenbrecherischen Text haben diese Strophen. Adele muss ziemlich sauer gewesen sein, als sie den Text geschrieben hat. Mir hat es jedenfalls riesig Spaß gemacht. Meine Sitznachbarin hat mir geholfen, an der vorhergesehenen Stelle wieder vom Bass in den zweiten Sopran zu finden. Alles ganz entspannt. Ein bisschen musikalisch sollte man schon sein, Notenlesen ist allerdings kein Muss. Wer also mal sippen und singen will, meldet sich am besten zum Newsletter an. Nur die Schnellsten bekommen einen Platz…

//www.reginaheiss.com/sipandsing

Popcorn spezial

Und manchmal kommt das Glück ganz unerwartet. Gestern war ich mit einer Freundin in the „The last Showgirl“ mit Pam Anderson und Jamie Lee Curtis- ein bisschen überbewertet, wie wir fanden. Vor der Vorstellung wollte ich mir noch ein Popcorn holen. Aber welches? Süß? Oder salzig? Oder doch süß? Salzig? Süß? – ich wusste einfach nicht mehr, welches ich lieber mochte. Als ich an die Reihe kam, sagte ich einfach nur „Ein kleines Popcorn“, in der Hoffnung, der Verkäufer würde mir die Entscheidung abnehmen, indem er mir einfach die gängigste Sorte gäbe. Er aber fragte:“Süß? Oder salzig?“ Oh, nein. Und dann geschah das kleine Wunder: „Oder gemischt?“ Wie haben wir dieses Popcorn gefeiert und bei jedem Bissen nachgeschmeckt, welches es jetzt wohl war. Wenn sich Probleme nur immer so leicht lösen ließen…

3. Chili-Eier „SUN HOUSE“

Auch neue Entdeckungen kulinarischer Art machen mich immer wieder glücklich. Seit ich während der Fastenzeit einmal vegan gelebt habe, esse ich nur noch selten Eier. Aber heute morgen habe ich spontan dieses Rezept aus einem neuen Asien Kochbuch getestet, das ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Und ich sage Euch, einfach, aber superlecker:

2EL Butter in einer Pfanne erhitzen, 1 gehackte kleine rote Zwiebel, 1 frische fein gehackte Chilischote ( oder die entsprechende Menge getrocknete) und 2 zerdrückte Knoblauchzehen 5 Minuten bei mittlerer Hitze braten. Etwa 250g halbierte, kleine Tomaten samt 1/2 TL Salz zugeben und etwa 5 Minuten mitgaren, bis sie zerfallen und etwas eindicken. Mit einem Spatel drei bis vier kleine Mulden in der Tomatenmasse formen. Die Eier vorsichtig in die Vertiefungen aufschlagen und stocken lassen. Wenn das Eiweiß fast fest ist, 40g Cheddar über die Tomaten geben und schmelzen lassen. Am Ende soll das Eiweiß fest sein, das Eigelb aber noch flüssig. So verteilt es sich auf dem Teller mit den Tomaten. Lecker. Nach Gusto mit frischem Koriander bestreuen.

P.S. Ich habe das Rezept erst mal mit einem Ei getestet. Letztendlich muss man sehen, wieviele Mulden sich in den Tomaten formen lassen und muss die Menge entsprechend anpassen.

Und Achtung: Bei Chili immer erst mal mit etwas weniger anfangen als im Rezept angegeben!!!

Bime hat das Rezept gleich ausprobiert und mir ihre Bildern geschickt. Danke!!!:

Mal sehen, was der Monat noch so mit sich bringt. Auf jeden Fall reichlich Frühlingsgefühle…Was macht Euch gerade glücklich?

Buchtipp: Mats und Rea drehen am Rad der Geschichte, Band1 „Die Telefonzelle“ von Dorit Linke

Die Berliner Kids Mats und Rea landen durch Zufall in einer Zeitkapsel in Form einer alten Telefonzelle im Jahr 1985. Und zwar in einem Ferienlager in der DDR. Zunächst deuten nur die altmodischen Klamotten auf eine andere Zeit hin. Aber spätestens, als sie Peggy kennenlernen, die sich vor der Polizei versteckt, seit ihre Eltern nach einem gescheiterten Fluchtversuch in den Westen inhaftiert worden sind, wird den beiden klar, dass hier so einiges anders läuft, als sie es kennen. Selbstverständlich wollen Mats, Rea und die anderen Kinder Peggy helfen. Als sich aber die Umstände zuspitzen und die Zeitreisenden als Eindringlinge enttarnt werden, gerät ihre Rückkehr in die Jetztzeit in Gefahr. Die Kinder müssen sich schnell etwas einfallen lassen…

„Die Telefonzelle“ ist der Auftakt zu einer DDR Kinderbuch Reihe. Und für die war es an der Zeit, denn, was können sich Kinder heute noch unter der DDR vorstellen, außer vielleicht, dass es eine Mauer gab, die unser Land in zwei Teile getrennt hat? Dorit Linke, die selbst in der DDR aufgewachsen ist und 2023 für ihre politisch-literarische Bildungsarbeit mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt wurde, vermittelt jungen Lesenden einen Einblick in das Leben dort. Gemeinsam mit Mats und Rea können sie die Enge dieses Systems erahnen, in dem man nicht ohne Konsequenzen alles sagen konnte, was man dachte. Etwas, was nicht nur für Mats, der sich niemals den Mund verbieten lassen würde, nahezu unvorstellbar ist. Die Lesenden lernen ein System kennen, in dem es Spitzel gab, aber natürlich auch Menschen, denen man vertrauen konnte und die sich selbst in Gefahr begaben, um anderen zu helfen. Und dieses Wissen wird ganz nebenbei in einer actionreichen, kindgerechten Geschichte vermittelt. Für mich neu war, dass die Kinder und Jugendlichen in der DDR 1985 genau dieselben Hits gehört haben wie wir im Westen zu dieser Zeit. Ich dachte immer, das sei verboten gewesen. Duran Duran, Alphaville oder Madonna beispielsweise, die Musik im Buch ist ein verbindendes Element. So bleibt viel Platz für Gemeinsamkeit in dieser Geschichte, denn so wie Arschloch keine Hautfarbe hat, gab und gibt es eben im Osten wie im Westen solche und solche Menschen. Ein Buch, das nicht nur Kindern Spaß macht, sondern vielleicht auch Eltern oder Großeltern, die Erlebnisse ihrer Kindheit und Jugend teilen möchten- ganz ohne Ostalgie.

„Mats und Rea drehen am Rad der Geschichte“ , empfohlen ab 9 Jahren, erscheint im Selbstverlag über die Autorenseite. Dort findet man auch Infos zu Lesungen in Schulen: https://dorit-linke.de/out-now-mats-und-rea-drehen-am-rad-der-geschichte/

Und hier noch der Link zu einem Jugendbuch von Dorit Linke, das ich vor längerer Zeit vorgestellt hatte und das inzwischen sogar verfilmt worden ist: https://meedchenwargestern.com/2019/08/22/jugendbuchtipp-jenseits-der-blauen-grenze-von-dorit-linke/