Normalerweise habe ich altersgemäß nicht mehr so oft mit werdenden Eltern zu tun, aber vor einigen Tagen unterhielt ich mich dann doch einmal mit einer jungen Frau im fünften Monat, die mich fragte, was denn so wirklich wichtig sei, wenn man ein Kind bekomme. Das Erste, was mir einfiel, war eine gute Hebamme. Denn die kennt sich wirklich aus und kann bei Problemen sofort unterstützen und vor allem Ängste nehmen. Das Zweite, was mir damals gut getan hat, war, Finger von Ratgebern wie „Oh je, ich wachse“ zu lassen, in denen steht, was mein Kind gerade alles können sollte und statt dessen nur dann in einem Ratgeber meines Vertrauens nachzuschlagen, wenn ich gerade irgendwie überfordert war mit dem Verhalten meines Kindes. Dann war mein Nachschlagewerk der Klassiker „Babyjahre“ von Remo H. Largo. Denn in diesem Buch geht es nicht darum, was mein Kind wann können sollte, sondern es erklärt das Verhalten und die Bedürfnisse von Babies in all ihrer Vielfalt, um sie besser zu verstehen und darauf reagieren zu können. In diesem Moment weiß man: „Ich bin nicht allein!“ – und das hilft in schwierigen Phasen oft schon viel. Tja, und als Drittes der Tipp für alle Lagen des Lebens: Weniger ist mehr, auch bei der Erstausstattung. Steht sonst nur so viel rum. Viel Glück, liebe Aline.
„Babyjahre“ von Remo Largo, Piper, ISBN 978-3-492-25762-6
Und wer auch schon aus den „Babyjahren“ heraus ist, kann sich den Artikel der Zeit-Redakteurin Alard von Kittlitz über Remo Largos neues Buch „Das passende Leben“ durchlesen, das ist dann wieder eher was für die Meedchen (und Jungs) von gestern.
http://www.zeit.de/2017/32/babyjahre-remo-largo-buch-gebrauchsanweisung-kinderarzt
„Das passende Leben“ von Remo Largo, S.Fischer, ISBN-13:9783103972740

Als ich vor einiger Zeit mit einem Vater dreier pubertierender Kinder arbeitete, erklärte mir der handfeste Kerl voller Überzeugung, dass er nur noch Haarseife verwende, denn die Berge von Shampoo- und Duschgelflaschen einer fünfköpfigen Familie seien schlichtweg nicht zu verantworten. Und er ist keineswegs ein Öko. Ich lasse mich ja immer gerne von anderen Menschen inspirieren und fand seine Argumentation so schlüssig, dass ich wenige Tage später einen Seifenladen aufsuchte, um mir meine erste Haarseife zu kaufen. Das ist sie. Und sie funktioniert wunderbar. Kurz in den nassen Händen aufschäumen, in den Haaransatz einmassieren und wieder auswaschen. Spart Verpackung, ist für Reisen überaus handlich und riecht und wäscht genauso gut wie ein herkömmliches Shampoo. Dieses kleine Seifenstück soll für 80-100 Haarwäschen reichen und spart somit etwa 3-4 Plastikflaschen ein. Irgendein Argument dagegen?

Es gibt ja diese ewige Diskussion um die richtige Größe eines Penis. Ein weit überschätztes Thema wie ich finde, handelt es sich hierbei doch um ein einfaches Schlüssel & Schloss-Prinzip, das heißt Penis und Vagina sollten in ihren Ausmaßen halbwegs kompatibel sein und das war es dann auch schon. Weitaus komplizierter gestaltet sich das Verhältnis von Vase zu Blumen, wie ich finde. Obwohl mir eine reichhaltige Auswahl unterschiedlichster Vasen zur Verfügung steht, suche ich meistens vergebens. Stimmt die Höhe der Vase im Verhältnis zur Schnittlänge des Straußes ist mit Garantie der Umfang der Vase zu groß oder zu klein. Oder eben umgekehrt. Oder sie ist konkav, wenn sie geradlinig sein müsste, ihre Öffnung passt nicht oder die Farbe passt nicht zu den Blüten. Das Thema lässt an Komplexität keine Wünsche offen. Und ließe mich verzweifeln, wenn ich es dann mit der Perfektion im Haushalt doch nicht ganz so genau nähme. Sonst könnte ich mich jetzt nämlich noch über Brotzeitboxen auslassen, die immer größer als ein Brot sind, deren herausnehmbare Trennwände wie von Zauberhand nach zwei Wochen verschwunden sind und nach drei Monaten nicht mehr richtig schließen oder sowieso einfach weg sind. Ach, der Penis des Mannes. Wenn alles doch so einfach wäre.
Thomas de Maizière: „Wir sind nicht Burka“ 