Vor kurzem stand ich bei H&M mit einem Berg Klamotten an der Kasse, als mir eine Spendenbox für Unicef-Bildungsprojekte auffiel. Eigentlich ja eine schöne Sache. Einfach Geldbeträge aufrunden und schon können ein paar arme Kinder in Bangladesch eine Schule besuchen. Da stand ich nun mit meinen geschätzt 15 Klamotten für 160,- € und betrachtete die kleinen Schulmädchen auf der Sammelbox. Und empfand diese Situation als Zynismus in Reinform. Schließlich sorge ich mit meinem Einkaufsverhalten erst dafür, dass viele dieser Kinder auf Grund der niedrigen Löhne ihrer Eltern in Textilfabriken überhaupt arbeiten gehen müssen und nicht in die Schule gehen können. Um mein Gewissen rein zu waschen, kann ich dann ein paar Cent in die Sammelbox werfen. Das Bild des mittelalterlichen Ablasshandels drängte sich mir auf. Ich sündige, indem ich alles verdränge, was ich über die Ausbeutung der Arbeiter(innen) weiß und kaufe mich frei, um trotzdem in den Himmel zu kommen. Und was ist mit H&M? Sie sind Teil des Systems, das die Menschen in Bangladesch ausbeutet. Ist es da nicht einfach nur zynisch, bei einem Gewinn nach Steuern im Jahr 2013 von 1924,4 Millionen Euro (laut de.statista.com) in den Filialen 158436,77€ Spendengelder (2013) von seinen Kunden einzusammeln, anstatt Löhne der Arbeiter(innen) zu erhöhen und Arbeitsbedingungen wirklich zu verbessern? Dann bräuchte es nämlich erst gar keine Sammelboxen, die vor allem der Imagepflege dienen, an der Lebenssituation der Kinder aber nur wenig ändern. Natürlich bekämen auch wir Verbraucher das zu spüren und müssten den ein oder anderen Euro mehr bezahlen und somit auch auf das ein oder andere Kleidungsstück verzichten. Weiterlesen
Archiv des Autors: Ella
Einfach eine Knallerfrau
Dass ich von Martina Hill bislang keinerlei Notiz genommen habe, ist allein der Tatsache geschuldet, dass ich so gut wie kein Fernsehen schaue, ganz zu schweigen von Comedy im TV. Sonst hätte mich die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin & Comedy Preisträgerin, die einigen von Euch als Heidi-Klum Imitatorin aus „Switch Reloaded“ bekannt sein dürfte, schon lange in ihren Bann gezogen. Ich bin ihr erst jetzt beim Zappen bei den „Knallerfrauen“ begegnet und ich sage Euch: herrrrlisch!!! Der blonden 40-jährigen ist nichts peinlich und so steht ihr attraktives Äußeres oft in krassem Gegensatz zu ihrem Verhalten. Ohne sich hinter einer witzigen Maske verstecken zu müssen, treibt sie Alltagssituationen ins Absurde und hält uns den Spiegel vor. Klar, dass auch mal ein Sketch hinten runter fällt, aber ansonsten die perfekte Unterhaltung, um sich am Freitag Abend so richtig wegzuschmeißen.
„Knallerfrauen“, freitags ab 22.45h auf Sat.1
Guckt mal rein:
http://www.sat1.de/tv/knallerfrauen/video/36-schwere-geburt-clip
Boni von bonus(lat.): gut, vortrefflich, tüchtig, ehrbar, tugendhaft
Unsere Banken müssen Geld einsparen und so erheben bald einige Institute 99 Cent für eine Überweisung, die nicht online getätigt wird. Für Senioren, die sowieso über wenig Rente verfügen, oder andere Menschen mit geringem Einkommen eine echte Belastung. Und für mich auf jeden Fall eine Form der Diskriminierung. Werden Menschen doch dafür bestraft, dass sie beispielsweise aus Altersgründen den Anschluss ans digitale Zeitalter verpasst haben oder einfach aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sind, ihre Bankgeschäfte auf diese Art zu erledigen. Ein Überweisungsformular lässt sich mit Hilfsmitteln auch von Menschen mit Handicaps ausfüllen, bei einer Online Überweisung ist das schwierig. Aber auch wenn ich meine Bankgeschäfte dem Internet einfach nicht anvertrauen möchte, hat das seine Berechtigung. Es gibt schließlich genügend Sicherheitslücken, die das Online Banking unsicher machen, vor allem, wenn man nicht über einen eigenen Computer verfügt und seine Bankgeschäfte an fremden Rechnern tätigen müsste. Mir ist klar, dass eine Bank kein Wohlfahrtsverband ist. Trotzdem fände ich es mehr als angebracht im Rennen um die höchsten Boni und Profite ein Mindestmaß an Menschlichkeit walten zu lassen. Schließlich dürfen wir in harten Zeiten ja auch mit unseren Steuergeldern die Karre aus dem Dreck ziehen. Dafür erwarte ich, dass meine Großmutter ihr Geld am Schalter gebührenfrei ausgezahlt bekommt und ihre Überweisungen in Papierform ohne zusätzliche Gebühren bearbeitet werden. Wirklich wehren kann man sich im Augenblick kaum gegen die Gebühren. Es lohnt allerdings laut Stiftung Warentest unter Umständen, die Bank jetzt anzuschreiben und darauf hinzuweisen, dass man die Regelung für unwirksam hält und sich vorbehält, Gebühren zurückzufordern, sollten sie später von einem Gericht als rechtswidrig erklärt werden. Dann kann man sie später leichter wieder einfordern. Inwiefern es Sinn macht, die Bank zu wechseln, wird sich wohl leider erst zeigen, wenn man sieht, wie viele Geldinstitute sich den Erhöhungen der Gebühren anschließen werden.
„Wenn sie klein sind, gehören sie einem noch ganz!“
Diesen Satz habe ich oft gehört, als ich noch ganz kleine Kinder hatte. Oft noch mit dem Zusatz: „Genieß die Zeit!“ Als junge Mutter, die ich unter schlaflosen Nächten und Freiheitsentzug litt, konnte ihn nie so recht verstehen und wollte ihn auch nicht verstehen, hat er sich doch sehr egoistisch angehört. Inzwischen ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich selbst dieser Kleinkinderzeit ein wenig nostalgisch nachblicke. Der Zeit, in der einfach alles gut ist, wenn Mama da ist. Und man sich manchmal doch nichts mehr wünscht, als nicht aufgefressen zu werden von dieser Liebe. Der Zeit, in der das Kind sich jederzeit in den Arm kuscheln kann, weil es noch hinein passt. Später weiß man nicht wohin mit den Gräten. Überall hängt was raus und das Kind droht dauernd runterzurutschen. Der Zeit, in der das Kind nicht mit sich in Konflikte kommt, wenn es ein paar Schmuseeinheiten braucht. Jetzt muss ich viel aufmerksamer sein, um diese raren Momente zu erkennen. Muss es aushalten können, wenn andere Menschen wichtiger sind als Mama. Und muss mich darin üben, Stimmungsschwankungen nicht persönlich zu nehmen. Ich sage Euch, junge Mütter: „Genießt die Zeit. Jetzt gehören Sie euch noch ganz!“ Und bis Ihr den Satz verstehen könnt, habt ihr auch die schlaflosen Nächte vergessen. Versprochen.
Gott und die Welt
Von der Sammelleidenschaft
Es gibt ja ganz klassische, eher etwas angestaubte, aber doch oder gerade deswegen gesellschaftlich akzeptierte Sammelleidenschaften, wie das Briefmarkensammeln oder das Sammeln von Merklin-Modelleisenbahnen. Eine Schreckensvision für jede Mutter eines bahnbegeisterten Sohnes, diesen mit Mitte dreißig immer noch mit leuchtenden Augen allein vor der Modellbahnanlage im Eisenbahnmuseum zu wähnen. Aber gut, auch solche muss es geben. Oder das Sammeln von Puppen oder Teddybären. Betritt man die Wohnung einer solchen meist weiblichen Sammlerin müssen Besucher generell ihren Kaffee im Stehen trinken, sind doch alle Sitzplätze bereits besetzt. Freude bereitet dem Sonntagsausflügler auch der Blick ins Fenster, denn auf dem Fenstersims tummeln sich an die tausend Püppchen jeder Größe und Haarfarbe, mit wenigem und üppigem Haar, einem oder zwei Augen, gleiches gilt übrigens auch für Arme und Beine, liebevoll umrahmt von einer Spitzengardine. Ja, so ist das. Ich für meinen Teil gehöre eher zu den anonymen Teesammlerinnen. Ich kann nicht anders. Jedes Mal nehme ich mir vor, erst mal einige der gut dreißig Sorten zu trinken, bevor ich wieder zugreife. Aber ich schaffe es nicht. Aber sie heißen ja auch so entzückend: “Tut Dir gut“, „Wonnemund“, „Schleckerließchen“ „Relax Dich fit“- da haben all die hoch dotierten Texter einen guten Job gemacht- jedenfalls falls es sich bei mir um eine repräsentative Zielgruppe handelt. Auch mein Mann ist eher ein Randgruppensammler- er kann nicht an „Italienischen Kräutern“ vorbei- und zwar an immer denselben. Sie könnten ja eines Tages ausgehen. Und so kauft er und kauft und jedes Mal, wenn ich denke, ich schaffe es, die Packungen auf zwei Stück zu reduzieren, stehen wieder vier da. Bei uns gibt es nur noch Italienische Kräuter-Gerichte, um der Flut Herr zu werden.
Da ist doch die Sammelleidenschaft des kleinen Kindes praktischer. Er kann an keinem Stecken vorbei. Jeder Ausflug in die Natur (das kann auch ein kleiner Grünstreifen zwischen zwei Fahrstreifen sein, wir sind da nicht wählerisch), verspricht Herzensglück. Es wird mitgeschleppt, was geht, vom Ästchen bis hin zum Baumstamm, alle müssen mit. Gott sei Dank haben wir einen Ofen, sonst lebten wir in einer Holzhütte.
Da wir die Lektion über die glückliche Partnerschaft gelernt haben, wissen wir, dass wir einander mit Toleranz begegnen sollten. So kochen wir uns ab und an einen Tee über dem Feuer und würzen ihn mit italienischen Kräutern. Augen zu und durch.
Hallo 2015!
Na, habt ihr gute Vorsätze fürs neue Jahr gefasst? Ich zumindest keine, die ich nicht schon 2014 und 2013 gehabt hätte, wie beispielsweise weniger Lebensmittel wegzuschmeißen. Mit Brot gelingt mir das inzwischen ganz gut und das liegt eindeutig an einer Reihe einfach guter Brotrezepte. An Wintertagen etwas zum Aufwärmen: Brotsuppe- auch wenn sie manchmal etwas gewöhnungsbedürftig aussieht. Gut geeignet auch für kräftigere Brotsorten wir Roggenbrot. Mindestens genauso lecker die süße Alternative: Ein Brotauflauf mit Äpfeln und Vanillesoße, ein klassisches Weißbrot Rezept. Und sobald die Tage wieder etwas wärmer werden, gibt es Brotsalat mit Kapern.
Hier erst mal der Link zum Brotauflauf mit Äpfeln aus der Schrot & Korn:
http://schrotundkorn.de/rezepte/lesen/brot-auflauf-mit-apfeln-und-vanillesosze-11-2014-.html
Geprüft und für lecker befunden!
Endlich Weihnachten
Das Schönste an Weihnachten ist für mich, wenn alles vorbei ist. Also, das Vorher. Das noch alles erledigen wollen, vorbereiten, Karten schreiben, Geschenke besorgen. Und dann kommt das Schönste: einfach frei. Ruhe. Keine Termine. Mit Freunden und Familie zusammen sein. Eine gute Zeit. Darauf freue ich mich. Und die wünsche ich Euch auch!
Bittere Schokolade
„Die Zeit“ vom 17.Dezember titelt mit (Zitat):
„Bittere Schokolade
Zur Weihnachtszeit klingeln die Kassen der Süßwarenindustrie.
Kaum einer weiß, auf wessen Kosten Ferrero und andere Hersteller an ihre Zutaten kommen.“
(Zitat Ende)
Hochgeschätzte Zeitredaktion, dem muss ich leider widersprechen. Es geht um Kinderarbeit. Um die Lebenswirklichkeit der Kinder auf den Plantagen, die nicht weiter von der glücklichen Kindheit entfernt sein könnte, die uns die Großkonzerne in ihrer Werbewelt suggerieren wollen. Ich bin davon überzeugt, dass alle, die auch zumindest gelegentlich „Die Zeit“ lesen schon von Kinderarbeit auf Kakao-, Kaffee oder sonstigen Plantagen gehört haben. Da macht ihr es uns verdammt leicht. Aber wir sollten uns nicht mit der selektiven Verdrängung von Unschönem abfinden. Im Gegenteil, es liegt an uns, neue Traditionen zu schaffen.
Wir sind mit all den Klassikern wie Kinderschokolade, Hanuta oder Duplo groß geworden und verbinden Kindheit mit so mancher dieser leckeren Süßigkeiten. Deshalb fällt es schwer, auf Fairtrade-Produkte umzustellen, sind wir doch Jahrzehnte lang konditioniert worden. Für unsere Kinder können das aber ganz andere Produkte werden. Es liegt an uns, diese Kette zu durchbrechen. Unsere Kinder werden sich in zwanzig Jahren mit Wehmut an den Rapunzel “Milch Michl“, den Alnatura „Weihnachtsmann“ oder Gepa Schokoriegel erinnern, wenn es die Produkte sind, die ihnen in ihrem Alltag begegnen. Mit Nichtwissen kann sich da schon lange niemand mehr herausreden.
Aus dem Leben
Die Eltern sitzen mit ihrem Kind am Mittagstisch und bemängeln dessen schlechte Tischmanieren.
Die Mutter: „Stell Dir einfach vor, Du würdest mit jemandem am Tisch sitzen, den Du richtig toll findest und möchtest Dich von Deiner besten Seite zeigen.“
Das Kleinkind überlegt einen Moment und fragt dann: „Von vorne oder von hinten?“
Weihnachten mit Bolle
Ja, a
uch ich kann mich ihr nicht entziehen, der Weihnachtszeit. Jahr für Jahr versuche ich, das Beste draus zu machen. ich bemühe mich, eine gute Mutter zu sein und den Kindern eine schöne Zeit zu bereiten. Da gehört es natürlich auch dazu, Weihnachtsgeschichten vorzulesen. Aber ehrlich gesagt landen die meisten Sammelbände wie „Weihnachten in Nordsibirien“, „Märchenzarte Weihnachten“, „Die besten Weihnachtsgeschichten allerberühmtester Autoren“, „Weihnachten mit Manni & Tanni“ und wie sie nicht alle heißen, nur kurz angelesen auf dem Dachboden. Der Funke springt einfach nicht so recht über. Ganz anders bei „Weihnachten mit Bolle“ von Mirjam Müntefering. Die Geschichte einer Freundschaft zwischen dem an einem Parkplatz ausgesetzten Hund Bolle und Hannes, der außer seinem alten Fahrrad und den Sachen, die er am Leibe trägt, nicht viel hat, zieht Leser und Zuhörer sofort in ihren Bann. Es geht (mal wieder) um die wahren Werte des Lebens, um Freundschaft und vor allem um den Sinn von Weihnachten. Und das ist doch schon mal fantastisch, wenn ich das nicht selbst erklären muss. Ein Buch für große vorweihnachtliche Gefühle- nicht nur für Hundefreunde!
„Weihnachten mit Bolle“ von Mirjam Müntefering
ISBN-978-3-431-3868-2
Untierchen

Wimmelt es bei Euch zu Hause auch nur so vor ja,gleichs und nur nochs– diesen possierlichen Tierchen, denen die Unverwüstlichkeit einer Kakerlake eigen zu sein scheint? Die immer dann in Erscheinung treten, wenn ich mit einem Anliegen an meine Kinder herantrete. „Ja, gleich… ich muss nur noch….!“, kommen sie aus dem Kinderzimmer. Wie erschrak ich, als jüngst die beste Freundin meines Sohnes just das tat, was ich verlangte, kaum noch, dass ich den Satz ausgesprochen hatte. Eine Verhaltensweise, die jedoch, wie ich erfahren durfte, allein der Tatsache geschuldet war, dass es sich nicht um mein eigen Fleisch und Blut handelte und dass sich mein Sohn anderenorts genauso verhalte. Ein Trost? Ich weiß nicht. Lieber wäre mir ein probates Mittel, um diese kleinen Untierchen loszuwerden. Wo sie doch nicht mal vor meinem Schreibtisch haltmachen.
Das andere Geburtsgeschenk
Ich habe zu
meinem 40.Geburtstag eine 40 Jahre alte Flasche Wein geschenkt bekommen. Wow. So eine Flasche ist bestimmt ganz schön teuer und schwierig zu besorgen. Das hat mich wirklich beeindruckt und ich habe mich gefragt, wieso man es nicht zur Tradition machen könnte, Kindern zur Geburt eine richtig gute Flasche Wein zu schenken, anstelle des siebenundzwanzigsten Strampelanzuges. Wiederholt man diesen Habitus Jahr für Jahr, man stelle sich vor, was das für eine Party zum 18. Geburtstag sein könnte! Eine illustre Runde schwelgt im Rausch excellenter Bordeauxs oder Merlots anstatt sich mit banalen Alkopops oder Schnaps zu bedröhnen. Wenn das kein Beitrag zur Geschmacksbildung junger Menschen ist. Ob sich diese Idee gesellschaftlich etablieren lässt – ich weiß es nicht. Mir gefällt sie irgendwie.
Für alle Eltern, bei denen es gerade nicht so rund läuft
Also, wenn es daheim so richtig gut läuft, dann bin ich zufrieden. Mit mir. Mit meinem Mann. Unserem Erziehungsstil. Aber wehe, wenn nicht, dann stelle ich alles in Frage, aber auch wirklich alles. Dann finde ich, ich arbeite zu viel, ich beschäftige mich zu wenig mit den Kindern, ich erfülle ihnen zu viele Wünsche, unser Leben überfordert sie, wir verlangen zu wenig, wir vernachlässigen unsere Beziehung und wir müssen unbedingt jemanden fragen, der sich damit auskennt. Kurzum: wir haben es vermasselt.
Dann ist mal wieder die Zeit gekommen, sich mit anderen Eltern gleichaltriger Kinder auszutauschen. Und zwar so lange, bis das befreiende: „Du, bei uns ist das genauso!“ kommt. Denn dann weiß ich wieder– wir sind nicht allein! Was ungemein entspannt. Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels. Praktisch natürlich, wenn es gleich ein paar supereinleuchtende Lösungsansätze gratis dazu gibt. Inzwischen haben wir schon so manches Tal durchwandert und wissen, dass sich einiges wieder ganz von alleine zurecht rückt und vieles nur so eine Phase ist. Und dass es danach wieder so richtig rund läuft. Bestimmt!!!!!
Wer gerade keine passenden Freunde oder Eltern zur Hand hat, findet andere Sichtweisen und Lösungsideen in dem Buch „Kinder fordern uns heraus“ von Rudolf Dreikurs.
ISBN-13: 978-3608945393
Freitagabend
Es gibt sie noch, die Kinder, die Briefmarken sammeln, im Jahr 2014. Ich hätte das nicht gedacht. Bei meinem Kind beschränkte sich die Sammelleidenschaft allerdings auf das Aufbewahren der großväterlichen Briefmarken auf abgerissenen Briefumschlägen in einer unauffälligen Ecke des Schrankes. Ja, bis zu dem Tag, als ein Freund mit derselbigen Sammelleidenschaft zu Besuch kam. Die Zwei spielten ruhig und friedlich, was mir vielleicht zu denken hätte geben können. Denn es bot sich mir ein Bild des Grauens, als ich meinen Schreibtisch verließ, um ein gewisses Örtchen aufzusuchen. Die gesamte Kollektion von Briefmarken war zwecks optimierten Briefumschlagablöseprozesses in der gefüllten Badewanne versenkt worden, wo sie jetzt zu Tausenden vereinzelt herumschwammen und vor der erneuten Anhaftung am Badewannenrand bewahrt werden mussten. Dieser Freitagabend lief anders als geplant. In stiller Trautheit fischten wir mehrere Stunden lang Briefmarken aus dem Wasser und legten sie zum Trocknen auf Zellstoff aus. Da sage mal einer, die Kinder säßen nur vor dem Computer.

