Auf der Insel der Glückseligen

Momentan scheint es mir reichlich banal, angesichts der äußerst brisanten Weltlage, aus meinem persönlichen deutschen Wohlstandsnähkästchen zu plaudern. Schließlich hat die Welt gerade ganz andere Sorgen- Kriege, Flüchtlingsströme, der Terror des Islamischen Staates und Ebola halten die Welt in Atem. Zumindest die Welt der betroffenen oder unmittelbar benachbarten Staaten.

„Ebola ist in Europa angekommen“- ließen die große Tageszeitungen vor einiger Zeit verlauten. Ja, ist denn Ebola in Europa schlimmer als in Afrika? Weil sie in Afrika ja sowieso an Unterernährung oder Aids sterben? Eine Seuche mehr- was geht es uns an. Aber jetzt bei uns, das macht dann doch etwas nervös. Ich gebe zu, ich schaue manchmal einfach einige Tage keine Nachrichten mehr- manchmal, wenn ich die Bilder nicht mehr sehen will, die so bar jeder Hoffnung sind. Da gehen Menschen für ihre politischen Überzeugungen, für ihre Hoffnung auf Veränderung im arabischen Frühling in den Tod. Aber nichts scheint sich so einfach zum Guten zu wenden. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen bezahlen ihr Engagement mit dem Leben. Und wer sind die freiwilligen Helfer, die sich ohne Angst um ihr eigenes Leben für andere einsetzen? Würde ich das tun? Me, myself and I? Und dann quatscht Herr Gabriel in den Nachrichten vom schwächeren Wirtschaftswachstum in Deutschland wegen der schlechten Weltkonjunktur und ich möchte schreien, dass die Politik so tut, als könnten wir immer so weiter machen mit unserem Wirtschaftsmodell.

Wir schauen so lange weg, bis wir nicht mehr können. Und ich sehe es jetzt, das Festzelt auf dem Sportplatz einer Schule. Flüchtlinge sind dort untergebracht, ebenso in einem ehemaligen Möbelhaus. Gemeinden müssen binnen weniger Tage leerstehende Gewerberäume und Schulen zu Flüchtlingscamps umfunktionieren- getragen meist von freiwilligen Helfern. Ich merke, dass ich da genauer hinschauen und helfen möchte. Und dass dieses Weihnachten, dessen Vermarktung sich wieder in allen Geschäften breit gemacht hat und zum massenhaften Konsum aufruft, anders sein muss als die Weihnachten davor. Wir brauchen nichts. Und wir haben viel zu geben.

Der Spagat oder warum Kind und Karriere manchmal doch nicht so leicht ist

Kind und KarriereGenerell finde ich, dass (Klein-)kinder und Arbeiten einfach nicht zusammenpassen. Und das sage ich, obwohl ich einen Job habe, der mir Spaß macht und ich schon immer mein eigenes Geld verdient habe. Klar, manchmal ist Arbeiten wesentlich entspannter als ein Tag im Kreise der Lieben, aber die anstehenden Aufgaben werden ja nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Dass ich dieser Worte fähig sein könnte, hätte ich als Jungmutter nicht glauben können, fiel es mir doch sehr schwer, mich mit dieser neuen Rolle zu identifizieren. Der Beruf war immens wichtig, um mich als normale Frau ohne „Handicap“ zu fühlen. Hausfrau und Mutter? Ich doch nicht. Das änderte sich spätestens mit Kind Nummer 2. Zwei Kinder in Kindergarten, Schule, zu Freunden und Hobbies zu bringen, erfordert schon recht aufwendige logistische Planungen, das Führen des Haushalts und diverse freie Projekte hätten mir zum Zeitvertreib völlig gereicht. Aber so einfach ist es ja nicht. Weiterlesen

Und wieder schreit der Frieder

Die „Frieder“ – Bücher von Gudrun Mebs sind ja schon lange kein Geheimtipp mehr, trotzdem möchte ich sie gerne empfehlen, weil ich sie, ganz abgesehen davon, dass das Vorlesen viel Spaß macht, für eine wunderbare Erziehungshilfe halte. Das mag manch eine(r) unbegreiflich finden. Denn zunächst einmal verhält sich die Oma, die mit dem etwa sechsjährigen Frieder zusammen lebt, pädagogisch völlig daneben. „Ja, lässt Du mich gleich los, Rotzbub“ ist stets ihre erste Reaktion, wenn der Bub mal wieder was von ihr will. Ist ja auch mehr als verständlich, schließlich bügelt sie gerade, strickt, kocht oder erledigt, was sie eben so zu erledigen hat. Da will man eben nicht auf der Stelle Wüste spielen, Wände streichen oder als Roboter durch die Wohnung steuern. Doch dafür hat Frieder gar kein Verständnis und versucht mit allen Mitteln die Oma dazu zu bewegen, seinen Wünschen nachzugeben. Und das geht meistens nicht gut. Weiterlesen

Wir sind schön!

Jetzt habe auch ich mich in den Reigen der Frischvierziger eingereiht und stelle fest: Alles, was ich bis 39 nicht geschafft habe, wird vermutlich mit keinem weiterem Tag leichter werden. Nämlich: mich wegen meines Geistes und meines Wesens jenseits aller Äußerlichkeiten zu lieben. Seit Jahren versuche ich in vollem Bewusstsein der physikalischen Abbauprozesse, dem Äußeren nicht all zu viel an Beachtung zu schenken, wollte ich doch nicht sehenden Auges ins Verderben laufen. Aber sind wir Mädels nicht darauf getrimmt? Zu gefallen? Schön zu sein? Jung zu sein?

Ungezählt viele schöne Frauen habe ich all die Jahre getroffen, die nur ihre Makel sahen, nicht aber ihre zumindest dem westlichen Schönheitsideal entsprechende, objektive Attraktivität. Zufriedenheit – Fehlanzeige. Und so viele Frauen meines Alters treffe ich, die ich wunderschön finde, einfach wegen ihres Wesens, ihrer Besonderheit, weil sie mich beeindrucken mit ihrem Geist und ihrem Witz, die aus allen Reihen und Idealen tanzen und genau deshalb schön sind. Man nennt das wohl Persönlichkeit.

Mich mit diesen liebenden Augen zu sehen, wünsche ich mir für mein neues Lebensjahrzehnt. Und hängende Wangen, Brüste und Pigmentflecken als das zu nehmen, was sie sein sollten: Eine unbedeutende Kleinigkeit in einem wunderbaren Ganzen.

Mädels, lasst uns die richtige Brille aufsetzen!

Schulanfang

Viele von Euch haben die letzten Wochen dem Schulanfang ihrer Kinder entgegengefiebert. Ein neues Kapitel beginnt. Mit Wehmut verabschiedet sich so manche(r) von der unbeschwerten Kindergartenzeit und sieht mit banger Hoffnung der Schulzeit entgegen.

Ich möchte Euch Mut machen, Eure Kinder loszulassen und Ihnen das Zutrauen zu geben, ihren Schulranzen allein tragen zu können und auch ihren Schulweg nach einigen Wochen oder Monaten alleine meistern zu können. Denn es ist wichtig und richtig für die Kinder, diese Aufgaben selber zu meistern – auch wenn sie ja noch so klein sind. Denn „Alleine Meistern“ schafft Selbstvertrauen.

Mich selbst hat damals ein Gespräch mit einer Bekannten aufgeweckt. Die Familie wohnte gut 15km von der Schule entfernt auf dem Land. Und obwohl die Mutter exakt denselben Weg zur Arbeit hatte, wie das Kind zu seiner Schule, ließ sie es mit dem Schulbus fahren, während sie die Strecke mit dem Auto zurücklegte. Weil es eben Sache des Kindes ist, zur Schule zu kommen. Manch eine(r) mag das total blöd finden, mich hat diese Konsequenz beeindruckt, weil ich die Motivation des Handels nachvollziehen konnte. Und weil ich selber beobachte, wie wichtig diese Eigenständigkeit für die Kinder ist.

Vieles ist heute komplizierter geworden, die Wege sind manchmal länger, es gibt U-Bahnen und gefährliche Kreuzungen. Aber meistens gibt es auch Lösungen. Ein anderes Schulkind auf dem Weg. Schritt für Schritt. Nur die Bereitschaft muss da sein, die Kinder ihre eigenen Wege gehen zu lassen.

Im tiefen Wald – die zweite Urlaubsgeschichte

Im letzten Sommer entdeckten wir einen winzigen Zeltplatz in den Pyrenäen und da unser Bus für die kleinen, sich dorthin schlängelnden Pfade zu groß war, mieteten wir eine tipiähnliches Zelt für eine Nacht. Die pure Idylle. Berge, Obstbäume und ein kleines Flüsschen. Nach einem tiefenentspannten Tag, legten wir uns zur Ruhe. Die Kinder waren schon längst entschlummert, als mein Mann mir zuraunte: „Hast Du das gehört? Das klingt fast, als würde etwas auf einem Knochen herumbeißen.“ „ Ach, was Du hörst.“, erwiderte ich leichthin und versuchte, zu schlafen. Es dauerte nicht lange, als auch ich dieses Knacken vernahm. Während wir konzentriert versuchten, das Geräusch einzuordnen, erschien ein riesiger Schatten an der Zeltwand und in diesem Moment stiessen wir wie aus einem Mund aus: „Wildschweine!!!“ Sie kauten auf herabgefallenem Steinobst herum. Direkt um unser Zelt herum und es waren viele. 1000 Gedanken schossen mir durch den Kopf. Was, wenn sie das Brot röchen, das direkt auf der Innenseite der Zeltplane lag. Welchen Schutz böte das Zelt? Sollte ich das Brot rauswerfen oder würde sie das erst anlocken? Wir hatten rein gar nichts zu unserer Verteidigung dabei. Das Waschhaus lag weit entfernt. Die Geräusche ebbten ab. Gespannte Stille. Hoffen. Dann erneutes Knacken. Schatten. Ganz nah. Bangen. Irgendwann nach gefühlten Stunden sagte mein Mann leise: „ Weißt Du, ich glaube, das ist wie in Afrika. Die Löwen kommen auch nicht ins Zelt.“ Dann schliefen wir ein.

Londonstory – eine Urlaubsgeschichte

So kam es, dass ich eines Tages in der großen Weltstadt London eintraf, einer Freundin sei Dank, die dort hingezogen war. Da sie jedoch schwer beschäftigt war, begann ich meine Stadterkundung an einem Samstagmorgen ganz alleine, bewaffnet mit ihren Empfehlungen und der Busverbindung auf einem DinA4 Blatt. Ein Doppeldeckerbus sollte mich von Hackney ins Stadtinnere transportieren, um dort die verschiedenen Sehenswürdigkeiten und places to be aufzusuchen. Da saß ich nun voll der gespannten Vorfreude in der Linie 35, als es nicht lange dauerte, bis meine Blase kundtat, sie wolle den morgendlichen Kaffee wieder loswerden. Das Thema ließ sich noch weitere 15 Stationen ignorieren, dann verging mir langsam die Zuversicht. Weit und breit keine U-Bahn Station, die es mir ermöglichen sollte, schneller zu einem der ausgewählten Ziele zu gelangen. Ich begann die Größe Londons zu ermessen und beschloss, meine Mittagspause vorzuziehen und zuerst ein Cafe am Convent Garden aufzusuchen, um meinen Lunch einzunehmen und natürlich vornehmlich zu urinieren. Der Verzehr eines riesigen Tellers Suppe und eines Earl Greys führten dazu, dass mich das Blasenthema schon bald erneut auf meiner Sightseeingtour einholte. Ich versuchte gerade, gelassen über die Portobello Road in Notting Hill zu schlendern, als es erneut ungemütlich wurde. Ich startete zwei zögerliche Versuche, Cafes aufzusuchen, doch fand ich dort nicht das, was ich suchte. Keine öffentliche Toilette weit und breit. Kein anderer Mensch, der allein über einen Flohmarkt bummelte. Weitgelaufen und moralisch geschwächt, entschied ich mich, zum Buckingham Palace zu fahren. Dort müsste ich Zuflucht finden- eine Parkbank, eine Toilette und einen Kaffee. Ein bisschen Ruhe, das war alles, was ich mir für den Moment wünschte. Und so geschah es. Direkt am Ausgang der Metro befand sich gut ersichtlich eine öffentliche Toilette, direkt gegenüber ein Starbucks. Der Weg in den Park war ausgeschildert und dort stand direkt eine Parkbank. Voll überschäumender Freude eilte ich auf die Bank am Rande des Green Parks zu, setzte mich mit meinem Kaffee und leerer Blase und lehnte mich entspannt zurück- als es im selben Moment anfing, zu regnen. Aber nein, ich war bereit, diesen Moment wollte ich mir nicht verderben lassen. Ich zückte meinen Schirm und schwellte die Brust, war ich doch trefflich vorbereitet auf diese Situation. Haha. Aber da, was war das? Ein Mann. Er stellte sich direkt unter den Baum vor mir und sah mich an. Und seine Hand glitt in seine Hose und begann lustvoll, an seinem Gemächt zu spielen. Da ging ich dann doch dahin, mit meinem Kaffee und dem Schirm und dem Gefühl, das könne doch alles nicht wahr sein.

Endlich Ferien!

Jetzt haben wir es auch in Bayern geschafft. Der letzte Schultag ist da!!!!

Eine wunderschöne Urlaubslektüre für Kinder ab ca. 6 Jahren ist das Buch „Frederico Oktopod und Tünne Tintenfisch“ von Adolf Himmel aus der Zeit Kinder- Edition. (Leider ist es meines Wissens nur noch aus zweiter Hand erhältlich, was aber heute bei den großen Buchversendern kein Problem mehr ist.)
FredericoDie Geschichte handelt von der ganz besonderen Freundschaft zwischen dem sechsjährigen Antonio und dem Tintenfisch Oktopod, die sich anfreunden, nachdem Antonio auf der Urlaubsinsel Benafim niemanden zum Spielen findet und sich mit Schnorchel und Taucherbrille aufmacht, das Meer zu erkunden. Es macht Spaß, zu lesen, wie sie die Probleme, die sich aus dieser ungewöhnlichen Konstellation ergeben, gemeinsam lösen und welche Abenteuer sie erleben. Das Buch duftet nach Sonne und Meer und bringt uns zum Schmunzeln. Spannung ist natürlich auch dabei. Also, alles was ein gutes Buch so braucht.

Viel Spaß beim Lesen und schöne Ferien!

ISBN 3-938899-08-5

What about april?

Der Juli ist, was die Fülle an gesellschaftlichen Verpflichtungen angeht, das sommerliche Pendant zum Dezember. Während wir im Dezember von einer Weihnachtsfeier zur nächsten hetzen, geben wir uns im Juli auf den Sommerfesten der Schule, des Kindergartens, der Musikschule, des Sportvereins, des Bund Naturschutzes und der Nachbarschaft die Klinke in die Hand. Es gibt Festivals, Sommernachtskino und Konzerte – auf die wir mal wieder nicht kommen werden. Denn auch beruflich steppt der Bär, wollen doch alle noch ihre Aufträge vor der großen Ferienwelle abwickeln. Es vereinen sich berufliche und private Fremdbestimmung zu einer unaufhaltsamen Verpflichtungslawine. Da bleibt weder Zeit für spontane Freibadbesuche, noch für das Abhängen im Park oder das Sichtreibenlassen in lauen Sommernächten. Feste sind ja echt schön und wichtig, aber wieso könnt ihr nicht mal im April feiern? Das ist doch eine echte Challenge, Sommer kann ja jeder. Wer es dann schafft, trotz Regen oder Schnee eine unvergessliche Sause zu machen, kann sich nachhaltiger Anerkennung gewiss sein.

Lieber nicht.

Bananenbox

Die Bananenbox machte den Anfang aller Artikel, die Eltern eigentlich nicht brauchen, aber irgendwie doch wahnsinnig praktisch sind. Aber beim besten Willen- Bananenbox geht ja nun gar nicht. Es folgten Haarwäschebecher, Trinkflaschenabtropfständer, Mückenschmerzstiller und Seifenspender mit Bewegungssensor. Mal ehrlich, wenn ich all diese Dinge haben sollte, die mir das Leben erleichtern, müsste ich sofort in ein Schloss mit 17 Zimmern ziehen. Oder Produkte zum Thema Schwimmenlernen: Während es früher genau den einen Artikel Schwimmflügel gab, konkurrieren heute Schloris, Schwimmscheiben, Bauchgurt, Schwimmweste und der Ganzkörperschwimmanzug um meine Kaufkraft. Aber es geht ja nur darum, uns Eltern das Leben zu erleichtern. Auch den Kindern wird jegliche Unannehmbarkeit und Eigenleistung abgenommen. Das Kind von heute baut keine Höhle mehr aus Kissen und Decken, nein, diese könnte instabil sein. Es muss das Spielhaus aus Karton sein. Aus Karton wohlgemerkt, nicht ein Karton. Dass das Bauen und Erfinden eigentlich viel mehr Spaß macht, als das Spielen danach, haben die Kindermühe- und Frustrationsabnehmer dabei völlig vergessen. Ein Beispiel von vielen. Liebe Marketingexperten und Produktdesigner, danke für Eure Mühen, aber ich möchte lieber nicht.

Abschalten

Ich habe ja im Allgemeinen eher wenige Marotten, aber eine ist sicherlich, dass ich eine instinktive Abneigung gegen den Mainstream habe. Ich meide kategorisch Blockbuster und Bestsellerlisten. Nur einem bin ich wirklich verfallen- und das ist Martin Suter. Wo ich normalerweise spätestens nach zwei Büchern aufhöre, zum selben Autoren zu  greifen, habe ich von ihm bereits sage und schreibe acht Bücher gelesen. Und ich fand tatsächlich fast alle toll. Und so passierte es, dass ich zu seinem neuen Spiegel-Bestseller griff namens „Abschalten- die Business Class macht Ferien“. Der Klappentext klang interessant und so nahm ich ihn mit nach Hause. Doch was für eine Enttäuschung- eine Aneinanderreihung kurzer Episoden aus dem Leben des erfolgreichen Geschäftsmannes. Dachte ich. Doch dann hatte ich, kurz nachdem ich zu lesen begonnen hatte, einen Job, bei dem ich mit eben so einem zu tun hatte und es war wie damals beim Klaviervorspiel, als mir meine Mutter sagte, ich solle mir vorstellen, es säßen lauter nackte Professoren im Publikum. Die Bilder zogen vor meinem geistigen Auge dahin und ich ertappte mich bei dem ein oder anderen unkontrollierten Grinsen. Denn die Texte sind böse und gemein und holen die Führungselite von ihrem Thron. Wer also ein Vorstellungsgespräch oder einen wichtigen Termin mit einem Vorgesetzten plant und seine Belange ganz gelassen vertreten möchte, möge ihn kaufen. Herrlich herzerfrischend!

Weltmeisterschaft, die Zweite

Also, so ein WM-Spiel ist ja schon spannend, aber so richtig in Fahrt komme ich, wenn ich wochenends am Spielfeldrand stehe, und der Mannschaft meines Sohnes zusehe. Ich bin nämlich jetzt das, was ich nie werden wollte- Fußballmama. Immerhin trage ich (noch) kein T-shirt, das mich als diese ausweist und ich bin auch nicht bei jedem Spiel dabei. Aber wenn, dann benehme ich mich einfach grauenvoll und brülle, was das Zeug hält. Denn es ist ja so einfach- draußen am Spielfeldrand. Der totale Überblick. Ich weiß in jeder Sekunde, wer wann wie und wohin passen, laufen und schießen müsste, um den Sieg davonzutragen. Nur hören sie einfach nicht, die Jungs. Und so gedenke ich unserer Nationalmannschaft. Unser Fachwissen mag mit Ihnen sein. Laufen müssen sie selber.

Übrigens: Im nächsten Weltladen oder unter http://www.gepa-shop.de/handwerk-und-mehr/faire-balle.html gibt`s richtig schöne, gute und faire Fußbälle.

Wir sind Weltmeister!

Als Deutschland 1990 Weltmeister wurde, war ich zwar mittendrin, aber nicht dabei. Ich weiß noch, wie ich einen Fan emotionslos fragte, ob er wohl selbst mitgespielt habe, nachdem er mir ein strahlendes „Wir sind Weltmeister!“ entgegengegrölt hatte. Sage und schreibe 24 Jahre später ist das ganz anders. Ich habe mich auf die WM gefreut und hoffe, dass die deutsche Nationalmannschaft noch das ein oder andere Spiel meistern wird. Denn WM ist kollektive Auszeit. Einfach mal alles stehen und liegen lassen, Freunde und Nachbarn treffen, draußen sitzen und gemeinsam fiebern. Bitte mehr davon!

Druck

Faire Kleidung

Ich habe die Tage einen Artikel gelesen, der bereits im Mai in der Schrot &Korn erschienen ist. Es ging mal wieder um die faire Produktion von Kleidung, ein Thema, mit dem ich mich schon lange beschäftige. Und obwohl die Arbeitsbedingungen in Bangladesch oder anderswo zum Himmel stinken, kaufe auch ich zum Großteil noch munter weiter ein bei den großen Ketten, wo die schnelle Mode zum kleinen Preis zu haben ist. Die High Class Label machen  ja bei den Produktionsbedingungen leider auch meist keinen Unterschied. Und es ließe sich so leicht ändern:

In Bangladesh liegt der gesetzliche Mindestlohn für 48 Stunden Arbeitszeit pro Woche bei 68,- Euro im Monat. Ein existenzsichernder Lohn, von dem die Arbeiter(innen) leben könnten, läge allerdings bei 240,- Euro.

Die Kampagne für saubere Kleidung hat berechnet, dass alle mit einem T-Shirt verbundenen Arbeitslöhne 18 Cent ausmachen. Ein viermal höherer Lohn würde also mit 72 Cent zu Buche schlagen. Das wären gut 50 Cent mehr. Da die Aufschläge der Händler prozentual berechnet werden, müsste der Endverbraucher zwei bis drei Euro (!!!!!) mehr bezahlen.

(Zitat Schrot & Korn 05/14 „Wer näht mein Öko-Shirt?“von Leo Frühschütz)

Das ist für die meisten von uns peanuts. Also, bitte kauft weniger – und öfter fair.

 

Die Plattform für das Online-Bestellen von Fairtrade-Mode: www.avocadostore.de

Infos zur Kampagne und beispielsweise Tips,wo Abiturient(innen) faire Abishirts beziehen können: www.saubere-kleidung.de

Supercoole hoodies & Co unter: http://de.dawanda.com/shop/kenpanda

Eine tolle Firma nicht nur mit Hanfmode: www.hempage.de

länger hell, die Zweite

Meine liebe Couca,

das Problem, dass wir abends nicht so lange im Biergarten sitzen können, weil unser Kind ins Bett muss, ist uns überraschenderweise fremd. Und hat auch eigentlich überhaupt nichts mit uns zu tun. Die Kinder haben sich von Anbeginn ihres Daseins dazu entschieden, sommers wie winters völlig unterschiedliche Schlafgewohnheiten zu pflegen. Während sie im Winter friedlich um 8 Uhr abends im Bett zu liegen pflegen, geht im Sommer vor 22 Uhr überhaupt nichts. Zu hell, zu aufregend, zu sommer. Wie sie das die Saison über verkraften, ohne tagsüber zusammen zu brechen oder übellaunig zu werden, frage ich mich manchmal schon. Aber ich schweige dann und genieße. Cin Cin, meine Liebe….