Das homeschooling geht in die Verlängerung

Als vor zwei Wochen die Osterferien starteten, ahnte ich nicht, dass die Nachrichten, wie es mit der Schule (in Bayern) weitergehen würde, so frustrierend sein würden:

Es sei noch nicht sicher, ob alle Klassen bis Ende des Schuljahrs(!!!) wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren könnten, ließ der Kultusminister Michael Piazolo verlauten.

Meine Kinder besuchen weder eine Abschluss- noch eine Übergangsklasse, die bevorzugt beschult werden sollen. Allerdings sind sie keine Grundschüler mehr, was ihre Chancen vielleicht wiederum erhöht. Im worst case hieße es auf jeden Fall, dass sie jetzt fünf Monate (inklusive Ferien) keine Schule im klassischen Sinn mehr haben könnten. Was das bedeutet, wird mir spätestens morgen so richtig klar werden, wenn der Ferienschlendrian vorbei ist und ich sie wiederholt und mit Nachdruck zu Konzentration und Disziplin ermahnen muss, damit sie ihre Sachen erledigen.

Ich bin mir bewusst, dass wir privilegiert sind, weil wir in der Lage sind, unsere Kinder durch unsere elterliche Präsenz zu unterstützen (Arbeit gibt es gerade sowieso kaum für uns) und auch die technischen Möglichkeiten dazu haben. Wir haben keine fünf Kinder in einer 50 Quadratmeter kleinen Wohnung und sind deutsche Muttersprachler, was das home schooling deutlich erleichtert. Ich hoffe, auch das wurde in den Konzepten der Kultusministerien berücksichtigt, dass Kinder mit besonderem Förderbedarf bevorzugt wieder in die Schulen dürfen, in kleinen Gruppen und mit Abstand.

In manchen Schulen gab es Abfragen bei den Eltern, was gut gelaufen ist und wo es Änderungsbedarf gibt. Eine gute Idee für den Austausch zwischen Schule und Zuhause, leider fand das nur vereinzelt statt. Schade. Mal sehen, was sich nach den Ferien in den Abläufen professionalisieren wird, ich hege da noch eine gewisse Hoffnung auf Besserung. Ich bin nun mal Optimistin und kann nicht anders.

Allen Eltern, die diese Herausforderung meistern müssen, wünsche ich auf jeden Fall weiterhin viel Kraft und Durchhaltevermögen!

Bleibt gesund, Eure Ella

Happy easter, world!

Osterei_Erde

Das ist das ungewöhnlichste Ostern, das wir alle jemals gefeiert haben – viele wären jetzt im Urlaub, andere mit den Großeltern zusammen. So aber bleiben wir alle zu Hause, ob als Familie oder allein und tasten uns von Tag zu Tag vor, warten auf neue Informationen und darauf, wie es weitergehen soll. Im Umgang mit Corona reagieren wir sehr unterschiedlich, manche haben große Angst, andere scheinen die Krise eher auf die leichte Schulter zu nehmen. Das führt manchmal zu gegenseitigem Unverständnis. Wie man so eine Situation meistert, konnten wir eben nie üben. So schlecht scheinen wir es aber nicht zu tun, denn wir erleben tagtäglich viel Solidarität, Fürsorge und und Achtsamkeit unter den Menschen. Und die Welt rückt ein wenig näher, Corona verbindet aufgrund derselben Sorgen alle Menschen, wenn auch die Möglichkeiten, dem Virus zu begegnen, sehr unterschiedlich sind. Wir Deutschen als reiche Demokratie haben es da mal wieder gut erwischt.

Ostern ist für mich ein Symbol der Hoffnung, des Neuanfangs, dass wir nicht vergessen, was uns hat zusammenrücken lassen, und nicht dort weitermachen, wo wir aufgehört haben, wenn irgendwann hoffentlich wieder ein normales Leben möglich sein wird.

Ich wünsche Euch trotz aller Sorgen frohe Ostern und sende ein paar positive Gedanken in die Welt.

Eure Ella

Buchtipp: Dirk und ich

Anstatt darüber zu jammern, dass ich meine Freundinnen nicht sehen kann (hört mir bitte auf mit skype und Co), möchte ich euch einen vergnüglichen Buchtipp unterbreiten.

„Dirk und ich“ von Andreas Steinhöfel ( ja, der von Rico, Oskar und all sowas)

Dirk und ich

Als ich mir vor ein paar Jahren nochmals ein paar Folgen von „Luzie, der Schrecken der Straße“ angesehen habe, wurde mir erst so richtig klar, in welcher Freiheit wir ( so grob die Jahrgänge zwischen 1960-1980) aufgewachsen sind. Die kleine Luzie war eigentlich unentwegt allein zu Hause und hatte entsprechend viel Zeit, mit ihren Freunden Friedrich und Friedrich, zwei bunten Knetmassemännchen, Unfug anzustellen. Heute würde unter diesen Umständen innerhalb kürzester Zeit das Jugendamt vor der Tür stehen, deshalb gibt man die Kinder ja zur Betreuung in Kita oder Hort.

Hier eine kleine Impression:

https://www.youtube.com/watch?v=sEbg1JahzYY&list=PLoSvj7cEeg_ErJL0j3K60052PqHhwG1an&index=3

Genauso anarchistisch liest sich manchmal „Dirk und ich“, ein Band mit Kurzgeschichten des bekannten Kinder-und Jugendbuch Autoren Andreas Steinhöfel (Jahrgang` 62) über seine Kindheit, das bereits 1991 erstmals veröffentlicht wurde. Also ein Oldie, but goldie. Wenn er von seinem Kindergeburtstag erzählt, an dem sich die Kinder Spaghetti mit Tomatensoße in die Haare schmierten oder ihr Gesicht in den Spaghettitopf tauchten, während seine Mutter begeistert dabei zusah oder sich seine Eltern auf dem Campingplatz eine handfeste Klopperei mir den Nachbarn lieferten, hat sich nicht nur mein Sohn gefragt, ob das wirklich wahr sein kann. Ich nehme an, die Geschichten sind an ein oder anderer Stelle ein wenig überzogen. Der erwachsene Leser weiß trotzdem oft genau, wovon Herr Steinhöfel berichtet. Es sind die vielen, kleinen Details, die eine andere Ära heraufbeschwören. Die Zeit, in der sich Kinder noch selbst überlassen waren und diese Freiheit völlig normal war. Die Zeit, In der es bisweilen feuchtfröhlich wurde, wenn die Verwandtschaft oder Nachbarn zu Besuch kamen und Kinder ihre Streitigkeiten noch auf dem Schulhof selbst austrugen.

Ein herrliches, manchmal bizarres Lesevergnügen für Eltern und Kind(er). Und Humor ist gerade überlebenswichtig, finde ich. Haltet durch und bleibt gesund!

Andreas Steinhöfel „Dirk und ich“

Verlag Carlsen  ISBN 978-3-551-35127-2

#Corona und die Ungerechtigkeit der Hausaufgaben

Anbei ein Link zu dem Beitrag über #Corona und die Ungerechtigkeit der Hausaufgaben

von dem Blog Die Überläuferin von Johanna Schuhmacher.

Der Beitrag beschäftigt sich mit dem, was mir gestern auch von einer Lehrerin an der Mittelschule berichtet wurde, die sehr ungleichen Bedingungen der Schüler*innen. Vielen steht daheim kein Computer oder Tablet mit funktionierendem Internet zur Verfügung, geschweige denn ein Drucker, das heißt, sie konnte ihren Schüler*innen lediglich vor der Schulschließung Arbeitsmaterial mit nach Hause geben, ansonsten ist der Kontakt eher schwierig. Bei weiterem homeschooling sollte -soweit irgendwie möglich-  für mehr Chancengleichheit gesorgt werden. Könnte man einzelnen Schüler*innen Schultablets ausleihen oder sie Computerräume in der Schule nutzen lassen? Vor allem für Abschlussklassen sollten bestmögliche Bedingungen geschaffen werden, damit nicht die Lebensumstände darüber entscheiden, welchen Abschluss die Jugendlichen machen. Es gibt noch viel an Organisation zu leisten und bin gespannt, wie es am 20.04.weitergeht.

Jetzt bin ich erstmal froh, dass Ferien sind und zumindest dieser Stress zu Hause wegfällt. Eine gute Zeit Euch!

Home schooling und eine mögliche Verlängerung

So, die zweite Woche Home Schooling nähert sich dem Ende. Mein Großer wird heute erstmals online zwei Unterrichtsstunden haben, juhuu! Ansonsten ist mein Resümee: sollte es das gewesen sein, okay, das lässt sich irgendwie verkraften mit all seinen Improvisationen und Ungereimtheiten. Sollte das home schooling allerdings in die Verlängerung gehen, sollte es auch definitiv besser laufen:

Es muss einen einheitlichen Kanal geben.

Egal, ob die Aufgabenverteilung durch eine einzige (!) E-Mail des/r Klassenlehrers/in mit einem Wochenplan stattfindet oder ausschließlich durch Internet Plattformen wie Mebis. Klare Strukturen sind notwendig. Bitte keine E-Mails Flut mehr mit verschiedensten Infos und Anhängen und bitte auch kein E-Mail/Mebis Mix, das würde vieles erleichtern.

Feste Abgabetermine und Kontrollen durch die Lehrkräfte.

Wo bei jüngeren Kindern vielleicht noch die Autorität der Eltern greift, versuchen sich manche Pubertiere durchzumogeln, wo es geht. Wenn es dann keine festen Abgabetermine gibt und nicht kontrolliert wird, ob die Hausaufgabe überhaupt gemacht wurde, sind die Druckmittel zu Hause begrenzt. Die Lehrkräfte müssen gar nicht alles korrigieren, sie können später Lösungsblätter ausgeben, aber sie sollten definitiv die Abgabe der Hausaufgabe einfordern.

So, das wären meine bescheidenen Wünsche im Falle einer Verlängerung. Eigentlich wünsche ich mir aber natürlich, dass die Schule bald wieder weitergehen wird und wir komplett vom Homeschooling erlöst werden. Ich muss jetzt Schluß machen und mich um die Schule kümmern. Vielleicht trinke ich noch schnell einen Schnaps oder werfe Baldrian ein. Besser ist es…

Danke, Sonne!

Bei allen Schwierigkeiten, in denen wir gerade stecken, möchte ich anmerken, welch große Mühe sich das Wetter gerade gibt, uns bei Laune zu halten und Kraft zu spenden. Heute war wieder einer der zahlreichen Morgen in den letzten beiden Wochen, an dem mich kräftige Sonnenstrahlen direkt nach dem Aufwachen überaus freundlich begrüßt haben. Bei klirrender Kälte habe ich draußen ihre Kraft gespürt und tiefe Dankbarkeit empfunden. Welch Segen, man mag sich nicht vorstellen, welche Auswirkungen es hätte, wenn jetzt noch graue Nebelschwaden und Regen die zu Hause Isolierten umgeben würde. Die Sonne schenkt Hoffnung. Danke!

Morning Yoga

Guten Morgen!

In diesen Zeiten fit zu bleiben, erfordert ja etwas Selbstdisziplin. Ich habe jetzt für mich ein kurzes ( 18 Min.) Yoga-Video gefunden, nach dem ich mich gut gedehnt und trainiert fühle, das aber gemächlich genug ist, um es direkt nach meinem Kaffee zu absolvieren, später am Tag bekomme ich es nämlich nicht mehr gebacken. Es eignet sich für Menschen mit einer gewissen Grundbeweglichkeit.

Viele Fitness- und Yogastudios oder auch Vereine sind ja jetzt mit Kursen online gegangen und ich freue mich sehr, dass mein Studio 3 dabei ist. Da gibt es dann auch Yoga mit weitaus weniger Verrenkungen, Faszien- und Körpertraining mit lieben Menschen, viel Herz und ohne Chichi.

https://www.youtube.com/channel/UCKhMC4C9vTgJHAxFHmrufdg

Vielleicht ist was für Euch dabei.

Bleibt gesund,

Ella