Ja, wir kennen sie alle, die klugen Sprüche und oft genug gehen sie uns ganz kräftig auf den Geist. Einen wahren Kern haben sie trotzdem leider oft. So wie auch dieser. Während sich Zahnungsprobleme, Blähungen und Schürfwunden bei Babys und Kleinkindern meist schnell diagnostizieren lassen und man sich umgehend der Problemlösung widmen kann, geht es bei älteren Kindern meist um weniger leicht zu behebende, geschweige denn überhaupt zu erkennende Probleme, deren Ursache oft in der Familie selbst liegen. Denn bei allem Wohlwollen, das werdende Eltern in ihre Familienplanung einbringen, nimmt doch jeder seine eigene Geschichte in die neue Familie mit. Und mitunter sogar die seiner Eltern und Großeltern. Man nennt das Transgenerationalität, die Übertragung unverarbeiteter Ereignisse auf nachfolgende Generationen. Aber mal von diesem Aspekt abgesehen, können wir schon unseren eigenen Erlebnissen als Kind, der Rolle, die wir in unserer Familie hatten und unseren Strategien, zu überleben, nicht entkommen. Und sie produzieren Erwartungen an unsere Kinder und Enttäuschung, wenn diese nicht erfüllt werden. Und dann passiert bei allem Wohlwollen das, was einem Kind große Probleme machen kann: es wird nicht gesehen. Vielleicht wird viel Aufheben um seine Leistungen gemacht, vielleicht wird es gut versorgt, sein Wesen aber wird nicht wahrgenommen. Und dagegen wird es sich wehren und Strategien suchen. Eine davon ist es, negativ aufzufallen. Denn es ist besser, unter diesem Vorzeichen wahrgenommen zu werden als gar nicht. Andere Kinder wählen den Weg der absoluten Angepasstheit und wieder andere entwickeln vielleicht ein selbstdestruktives Verhalten, um darauf aufmerksam zu machen, das etwas in ihrem System nicht stimmt. Und dann sitzt man da als liebende Eltern und wundert sich, was da schief gegangen ist und wie das passieren konnte. Eine Familienberatung, die sowohl Städte und Gemeinden, als auch Einrichtungen wie die Caritas oder andere Sozialverbände anbieten, kann in so einer Situation helfen, unguten Verhaltensmustern auf die Spur zu kommen und noch mal von vorne anzufangen. Quasi die Reset-Taste zu drücken und dem Kind eine neue Chance zu geben, anstatt es nur noch als Problem zu betrachten. Denn eigentlich wollen Kinder kooperieren und ihr Verhalten macht Probleme innerhalb der Familie sichtbar, die man sonst zu übersehen sucht. Wer etwas besser verstehen möchte, warum Kinder bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legen, was sie bedeuten und warum es so wichtig ist, seinem Kind mit leuchtenden Augen zu begegnen, kann mal in Jesper Juuls „Dein kompetentes Kind“ hineinlesen. Eine andere Perspektive hilft auf jeden Fall oft, wieder klarer zu sehen und dann auch wieder nach vorne sehen zu können und neue Pfade einzuschlagen. Zwar gibt es kein Pflaster für große Sorgen, aber doch Mittel und Wege.
Buchtipp: Jeper Juul „Dein kompetentes Kind“
- ISBN-13: 9783499625336
Da ist sie wieder – die Einladung zum Kindergeburtstag. Aber was schenken? Die 549.Legopackung? Eine super Alternative ist die CD Kuckuck, Krake, Kakerlake von Bibi Dumon Tak, empfohlen ab 8 Jahren, die aber auch jüngeren, wortgewandten Kindern Spaß macht. Ganz ohne naturwissenschaftliche Sachlichkeit, dafür mit viel Witz und aus sehr menschlicher Sicht werden hier verschiedene Tiere und ihre ganz außergewöhnlichen Fähigkeiten und Eigenheiten vorgestellt. Und das von 12 hochkarätigen Sprechern und Sprecherinnen, die auf ihre ganz eigene Weise Famoses von Faultier, Hamster oder Seepferdchen zu erzählen wissen. Und weil Kinder und Erwachsene von den kleinen Episoden nicht genug bekommen können, gibt es die Nachfolger CD Eisbär, Elch und Eule, die die seltsamen Bewohner von Nord- und Südpol genauer beleuchtet.

Wir haben dies Jahr erstmals einen Familienkalender geschenkt bekommen. Eigentlich nichts wirklich Neues, so ein Kalender, aber wir hatten tatsächlich noch nie einen. Und ich muss sagen – bitte nie mehr ohne. Meine äußerst unflexiblen Kinder können sich endlich rechtzeitig auf das einstellen, was so an Terminen in der nächsten Zeit ansteht, vom Zahnarzt bis zum Besuch des besten Freundes. Sie wissen, wann ich arbeiten muss und wann vielleicht die Tagesoma kommt. Mit einem Satz: sie fühlen sich in die Planung miteingeschlossen, anstatt vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Eine einfache Maßnahme mit hoher Zufriedenheitsgarantie – schwer zur Nachahmung zu empfohlen!
Noch ist ja alles soweit ganz gut in Schuss, sieht man mal von so ein paar Mängeln ab wie der unzureichenden Sehleistung, die das Leben aber ja durchaus auch angenehm weichzeichnen kann. Angst, ich könne zum Zeitpunkt der Organentnahme noch nicht wirklich tot sein, hatte ich eigentlich nie, gehöre ich doch eher weniger zu jenen Abenteurern, die Länder bereisen, wo man das mit der Freiwilligkeit und dem Zeitpunkt des Ablebens vielleicht nicht so ernst nehmen könnte. Es gibt nur eine Ausnahme, die ich jedes Mal ganz dick vermerke: ich möchte auf keinen Fall der Wissenschaft überantwortet werden. Sozusagen nicht über meine Leiche. Und daran ist einer meiner Exfreunde Schuld. Ich weiß nicht, was seine Intention war, mich in einen Anatomiesaal mitzunehmen, in dem angehende Mediziner lernten, Leichen zu präparieren. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht mehr, warum ich überhaupt mitgekommen bin. Diese Frage stellte ich mir damals erst, als ich inmitten der leblosen Körper stand und mich dieser unangenehme Geruch in sich aufnahm. Sicher, als angehende Maskenbildnerin hatte auch ich mich mit Anatomie beschäftigt und wir hatten das ein oder andere unappetitliche Präparat menschlicher Missbildungen studiert, aber ich hatte definitiv nichts in diesem Saal zu suchen. Die Student(inn)en versuchten locker zu sein und übten sich an ihren ersten Scherzen im unverkrampften Umgang mit dem Tod. Treue Tatortkonsument(inn)en wissen, dass der Umgang mit einer Leiche etwas ganz Natürliches sein kann, der dem geübten Pathologen weder Appetit noch Laune verdirbt. Aber Scherze und Indiskretionen auf meine Kosten, wehrlos in einer Formaldehydwolke aufgebahrt, ohne mich, Leute. Vielleicht wäre das die richtige Verwertung für einen Exhibitionisten. In seinem Organspendeausweis müsste vermerkt sein: ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken. Endlich könnte er sich in seiner ganzen Pracht präsentieren und täte damit zumindest einmal in seinem Leben etwas Gutes.
Kinder lieben Reime. Und die aus dem „ABC der Schadenfreude“ ganz besonders, denn sie sind so richtig schön gemein. Hier ein paar der Reime, die nicht nur Kindern eine diebische Freude bereiten: