Urlaubsvorbereitung

Bei den Urlaubsvorbereitungen in diesem Jahr habe ich mich wehmütig an die Zeit zurückerinnert als ich noch alleine war. Am Abend vor Abreise anfangen zu packen, damit um ein oder zwei Uhr nachts fertig sein und müde aber voller Vorfreude ins Bett fallen – für eine kurze Nacht, aber egal, im Urlaub wird ja ausgeschlafen.

Jetzt, mit Mann und zwei Kindern, gehen dem heißersehnten Urlaub erstmal organisatorische und logistische Höchstleistungen voraus! Während ich früher zweimal waschen musste (einmal hell und einmal dunkel), wasche ich jetzt gefühlte 30 Mal bevor dann auch wirklich alles sauber ist, was wir brauchen. Was ich früher bei anderen immer abschätzig belächelt habe, habe ich diesmal tatsächlich selbst gemacht: Ich habe Listen geschrieben, was noch alles zu tun ist und was mitgenommen werden muss! Zuviel schwirrt mir im Kopf rum, dass ich tatsächlich, wenn mir wieder etwas Neues einfällt, das ich noch erledigen muss, die drei vorherigen Dinge schon wieder vergessen habe. Kofferpacken mit Kindern sieht dann so aus: Ich lege alles schön gefaltet und ordentlich in den Koffer – Kind muss alles rausziehen, wegbringen oder unbedingt jetzt die Badehose und den Sonnenhut anprobieren. Ich lege das Kuscheltier auf den Koffer und sage dem Kind eindringlich „Das muss jetzt hier liegen bleiben, sonst vergessen wir es noch!“ – Kind nickt verständig und trägt ungerührt das Tier weg, das wir am Ende dann natürlich vergessen haben. Dann packt der Mann seine Sachen und findet garantiert irgendwas nicht! Es ist einfach weg, verschwunden. Die Stimmung sinkt, ich sehe die Panik in seinen Augen und muss das, was ich gerade mache unterbrechen, um beim Suchen zu helfen. Warum können Männer eigentlich nie richtig hinsehen oder auch mal was hochheben oder zur Seite schieben, um auch mal drunter oder daneben zu suchen!!! Gut, da ist es doch wieder aufgetaucht, Mann ist beruhigt, aber ich langsam genervt.  Na, das um eins oder zwei ins Bett fallen ist immerhin geblieben. Und die Vorfreude kommt dann spätestens wenn wir im Auto sitzen wieder.

ANNENMAYKANTEREIT.

AnneMayKantereitIch habe mich in ihre Songs verliebt, als wir durch schwedische Landschaften sausten und ich auf dem Beifahrersitz das Songbook in den Händen hielt. So gute Texte, genial in die Melodie gegossen, Gefühl auf den Punkt. Da ist diese rauchige Stimme, die in zwanzig Jahren Kneipe entstanden zu sein scheint und die die Kraft von reichlich Lebenserfahrung besitzt. Mit der ist es aber gar nicht so weit her. Die Kölner Jungs sind alle erst Anfang 20. Und so erzählen ihre Songs von dem jungen Leben, Fernbeziehung und Liebeskummer. Bei mir alles schon ganz schön lang her, aber ich verstehe jedes Wort. Einfach gut.

Guckt mal rein, auch wenn ich finde, dass die Songs von „WIRD SCHON IRGENDWIE GEHEN“ ohne optische Ablenkung fast noch besser kommen.

http://annenmaykantereit.com/

Phasen

Den meisten Eltern ist, bevor sie sich auf das „Abenteuer Kind“ einlassen, wohl bekannt, dass sie sich während der meist mehrere Jahre andauernden Trotzphase ihres Zöglings auf – nennen wir es – sich wiederholende Unannehmlichkeiten einstellen müssen, ebenso wie in den Jahren der Pubertät, während der den treu sorgenden Elternteilen mit größter Wahrscheinlichkeit ein rauer Wind entgegen blasen wird. Dass aber auch die Zeit dazwischen von größter Sensibilität gepaart mit eruptionsartigen Ausbrüchen geprägt ist, wird mitunter verschwiegen. Mir schwant langsam, dass das Kind eine einzige Phase ist.

Schneller Rat ist leicht zu haben

Man bekommt im Laufe seines Lebens ja viele Ratschläge – gute und schlechte, gefragt und ungefragt. Aber wenn man Kinder hat, scheint plötzlich jeder in deiner Umgebung Erziehungsspezialist zu sein und seinen reichen Wissensschatz kundtun zu müssen. Im besten Fall sind es Freunde oder Verwandte, die tatsächlich aus eigener Erfahrung sprechen. Ich selbst nehme mich davon nicht aus. Auch ich gebe meine Erfahrungen gerne und freigiebig an befreundete Mütter weiter. So hat zum Beispiel das „Schreien lassen“ bei meiner Tochter, die mit einem dreiviertel Jahr nachts immer öfter aufwachte und nicht einschlafen wollte, so schnell so gut funktioniert hat, dass ich diese Methode immer gerne weiterempfehle.

Besonders nervig sind die ungefragten und meist nicht sehr hilfreichen Ratschläge von völlig Fremden. Man muss nur mal mit schreiendem Baby in der U-Bahn fahren. „Das hat bestimmt Hunger“ sagen einem da Menschen, die man noch nie gesehen hat, mit vorwurfsvollem Gesicht! Danke auch, als ob es nicht auch andere Gründe gäbe, warum ein Baby schreien kann. Und wenn es tatsächlich Hunger hat, weiß die Mutter das am allerbesten und wartet nur darauf, schnell auszusteigen und nach Hause zu eilen um endlich stillen zu können.

Ein besonders skurriler Rat, den man tatsächlich von Fachleuten bekommt, ist Säuglingen, denen man ja noch nicht die Nägel schneiden soll, diese einzuspeicheln und abzukauen!!! Kann das wirklich wahr sein? Also mal abgesehen von dem Einspeicheln (wie lange soll ich denn da mit meinem bakterienverseuchten Speichel auf der kleinen Hand rumlutschen?) – wie soll das bitte funktionieren? Ein Zahn von mir ist doch schon mindesten fünfmal so groß wie so ein kleiner Nagel! Wie soll ich denn mit zwei von den Riesendingern das Mininägelchen überhaupt zu fassen kriegen geschweige denn zwei Millimeter davon abknabbern ohne dass ich das kleine Fingerchen annage!

Also an gutgemeinten Tipps mangelt es einem als Mutter sicher so gut wie nie. Oft möchte man diese tatsächlich auch, weil man mit kleinen Kindern immer wieder Situationen ausgesetzt ist, zu denen man keine passende Lösung findet. Aber häufig musste ich feststellen, dass selbst gute Ratschläge nicht immer funktionieren, weil Kinder oft einfach zu unterschiedlich sind. Worauf ein Kind anspringt, funktioniert bei dem anderen nicht. Oder es klappt zweimal, aber beim dritten Mal plötzlich nicht mehr. Letztendlich hilft wohl nur ausprobieren und deshalb sind die vielen Ratgeber da gar nicht so schlecht. Aber bitte nicht von Wildfremden – euren Rat will ich wirklich nicht hören!

Die Lebenserhalter

Ein Bekannter erzählte mir letztens, das schwerste am Schreiben seines Buches für die Habilitation sei es, kein Feedback zu bekommen. Er sitze jahrelang zu Hause, ohne dass jemand etwas von dem mitbekomme, was er tue- mit Ausnahme seiner Frau. Und ich konnte ihn gut verstehen. Ich zehre auch sehr davon, wenn mir jemand Rückmeldung auf einen Blogbeitrag gibt, sei es im persönlichen Gespräch oder durch ein like, einen neuen follower oder einen Kommentar. In dem Moment weiß ich, hey, da kommt was an von dem, was ich mir denke. Dann weiß ich, es macht Sinn. Ich habe eine Freundin, die mir nach jedem Treffen ein kurze Mail schreibt, in der sie sich für die gute gemeinsame Zeit bedankt. Ich freue mich jedes Mal riesig. Und auch meine Schwester schickt oft eine SMS hinterher, wenn wir nach einem Besuch wieder auf der Autobahn sind. Da steht dann so was, wie es war schön mit Euch. Ich bin da leider nicht so gut drin. Und deshalb schicke ich jetzt mal ein Danke in die Welt, an all die aufmerksamen Menschen und Freunde, die mich am Leben erhalten!

Von kleinen Helfern und großen Verweigerern

In den frühen Lebensjahren eines Kindes gibt es ein Zeitfenster, in dem es alles selber machen will. Anziehen, Tisch decken, Spülmaschine ausräumen. Was wir Eltern ja an und für sich wünschenswert finden, stellt uns im durchgetakteten Alltag oft vor große Probleme. Aus Zeitmangel ( „Wir müssen jetzt aber wirklich los, sonst kommen wir zu spät in die Kita…zur Arbeit…zum Kinderturnen…zum Kindergeburtstag…zum Kinderarzt…zum Musikgarten usw..!“) oder aber aus Sorge um das Meissener Porzellan und/oder das Kindeswohl ( es könnte stolpern und sich an einer Scherbe schneiden! ), gewöhnen wir ihm dieses Bedürfnis oft schnell wieder ab. In der Pädagogik spricht man von „Entmutigen“. Das Kind zieht sich in die Passivität zurück und lässt sich künftig anziehen, seine Schuhe binden, den Teller hinstellen, kurzum: es lässt sich bedienen. Wird das Kind dann allmählich zum Teenager, müssen wir entsetzt feststellen, dass es sich überhaupt nicht im Haushalt engagiert und jede Aufforderung zur Mithilfe als Zumutung empfindet. Bemüht, das Versäumte nachzuholen, konstruieren wir Haushaltspläne und verzweifeln tagtäglich an der Aufgabe, erlernte Verhaltensmuster zu durchbrechen. Tja, was soll ich sagen, selber schuld. Also, die, die ihr noch Kleinkinder habt, lasst es auf einen Versuch ankommen: Streicht ein paar Termine, lasst sie Teller und Gläser herunterschmeißen, was das Zeug hält, Schuhe verkehrt herum anziehen, zu spät kommen und die Küche beim Mithelfen verwüsten. Bezieht sie mit ins Leben ein und sie werden stolz ihre Aufgaben übernehmen. Wahrscheinlich. Zumindest vielleicht, bis sie Teenager sind. Und mal ehrlich, was sind dagegen ein paar kaputte Teller?

Kinostart: About a girl

Filmplakat about a girlDie Nürnberger Produktionsfirma Imbissfilm der zwei wirklich netten Jungs Michael Stehle und Martin Rehbock haben sich bisher „nur“ mit Kurzfilmen einen guten Namen gemacht. Jetzt haben sie ihren ersten Kinofilm produziert und der läuft kommenden Donnerstag an. Die Zuschauerzahlen der ersten Tage entscheiden darüber, in wie vielen Kinos ein Film gezeigt wird. Also, Babysitter anrufen und nichts wie hin! Ein paar Auszeichnungen hat der Film übrigens schon und Heike Makatsch ist auch mit dabei. „Ein Film der bösen, der schlagfertigen, der morbiden Dialoge“, wie die Welt schreibt. Na dann, viel Spaß!

Teaser und Inhalt unter: about a girl

Buchtipp für die Sommerferien:

Latte-Igel-WassersteinFür mich ist es inzwischen Tradition, vor den heiß ersehnten Sommerferien ein schönes Vorlesebuch auszusuchen und das wird bei uns dies Jahr „Latte Igel und der Schwarze Schatten“ sein. Die erste Geschichte „Latte Igel und der Wasserstein“ schrieb der finnische Autor und Lyriker Sebastian Lybeck bereits 1958 und steht sprachlich einer Astrid Lindgren oder einem Erich Kästner in nichts nach. Der Wald, in dem Latte Igel mit seinen Freunden lebt, ist durch großen Wassermangel davon bedroht, zu Grunde zu gehen. Der Rabe Korp erzählt Latte Igel von dem wundersamen Wasserstein, aus dem ohne Unterlass Quellwasser sprudelt. Der Bärenkönig Bantur hat ihn in seinen Besitz in den finsteren Nordwald gebracht. Ihn zurückzuholen, würde den Wald retten. So macht sich der kleine Igel auf den gefährlichen Weg durch das Gebiet der Wölfe und Luchse, obwohl er nicht gerade der geborene Superheld ist. Man taucht beim Lesen sofort in die Welt des Latte Igel ein. Die sprachlichen Bilder sind ganz klar, man kann den Wald fast riechen und fühlen. Die Kinder, die sich mit dem kleinen Igel auf die Reise machen wollen, müssen also schon ein wenig mutig sein. Aber dann lieben sie dieses spannende Buch und können es kaum erwarten, zu hören, wie das Abenteuer weiter geht. Auch der zweite Band „ Latte Igel reist zu den Lofoten“ kann diese Erwartungen erfüllen. Ein Buch, für das Kinder eher ins Bett gehen, damit sie beim Vorlesen endlich erfahren, ob es Latte Igel und seinen Freunden gelingen wird, die kleine Elfe Kirivi aus den Fängen des Adlers Groff zu befreien. Den dritten Band „Latte Igel und der Schwarze Schatten“ schrieb der Autor erst 2005, also fast 50 Jahre nach dem ersten Roman, nachdem er viele Jahre seine Frau gepflegt hatte und diese schließlich verstarb. Diese schmerzliche Erfahrung hat auf diesen Band abgefärbt. Latte Igel ist alt geworden und müde. Er wird in eine Parallelwelt gezogen, in der alles grau ist und ihn seine Freunde nicht mehr erkennen. Der kleine Igel schafft es jedoch, sich aus seiner Lage zu befreien und in seine Welt zurückzukehren. Eine Erfahrung, die viele Menschen nach einem solchen Verlust durchleben. Das ist kein Sommerbuch? Ich finde, der Schatten gehört zur Sonne. Und bin gespannt, wie Latte Igel diese mehr als schwierige Aufgabe bewältigen wird. 2012 hat Sebastian Lybeck schließlich mit dem Illustrator Daniel Napp das wunderschöne Bilderbuch „ Ein großer Tag für Latte Igel“ herausgebracht, in dem Latte Igel seinen Geburtstag auf einer Reise quer durch den Wald mit all seinen Freunden feiert. Happy end? Mal sehen, ob uns Sebastian Lybeck noch eine Fortsetzung schenken wird.

Sebastian Lybeck: Thienemann Verlag

„Latte Igel und der Wasserstein“ ISBN-13: 978-3522180511 ab ca. 6 Jahre

„Latte Igel reist zu den Lofoten“ ISBN-13: 978-3522182836

„Latte Igel und der Schwarze Schatten“ ISBN-13: 978-3522180528

„Ein großer Tag für Latte Igel“ ISBN-13: 978-3522437141 ab ca. 4 Jahre

Alte Mama

In vieler Hinsicht bin ich eigentlich ganz zufrieden, dass ich nicht sehr jung Mutter geworden bin. So habe ich nicht das Gefühl dass ich etwas verpassen würde, weil ich ja viele Jahre immer das machen konnte, was ich wollte. Mit Ende dreißig wusste ich, dass die Abende in Kneipen und Clubs zu verbringen auf Dauer auch keine Erfüllung bringt. Auch wenn sowas jetzt schon ein bißchen häufiger sein könnte, vermisse ich es im Grunde selten. Von Verwandten oder Freunden, die schon früher Eltern wurden, hat man doch schon eine ungefähre Ahnung was einen erwartet. Zwar kann man sich die Veränderungen, die ein Kind für das eigene Leben bedeutet, nicht wirklich vorstellen, aber man ist zumindest darauf gefasst, dass es ein bedeutender Einschnitt sein wird. Man hat sozusagen durch andere Erfahrungen gesammelt, aber genau da liegt auch die Schwierigkeit einer „alten“ Mama. In all den Jahren, in denen man andere Eltern beobachtet, Folgen der Supernanny gesehen und sich über unerzogene Kinder und noch mehr über ihre unmöglichen Eltern aufgeregt hat, haben sich gewisse Vorstellungen ausgeprägt, wie man selbst als Mutter sein will, wie die Erziehung wohl gut funktionieren und wie man es selbst besser machen könnte als die anderen. Wenn das dann in der Wirklichkeit nicht so läuft wie gedacht, fehlt einem -also zumindest mir- leider oft die nötige Gelassenheit. Sich einzugestehen, dass man sich getäuscht hat und einfach etwas anderes zu probieren fällt schwer. Ich weiß mit 25 hatte ich keine genauen Erziehungsvorstellungen, hätte sicher weniger Erwartungen mich gehabt und deshalb viele Situationen auch lockerer genommen als jetzt. Diese Unbeschwertheit versuche ich mir jetzt zumindest ein bißchen wieder anzueignen – für mich, aber vor allem auch für meine Kinder!

Facebook, Twitter, Instagram , Google+, You tube, tumblr, pinterest, Xing – und wo bleibe ich?

Während sich unsere Großeltern im Laufe ihres Älterwerdens nur daran gewöhnen mussten, dass Telefone zunächst keine Wählscheiben mehr hatten, dann keine Schnur und man sie schließlich überall mit hinnehmen konnte, mussten sich unsere Eltern der Herausforderung des Internets stellen, wollten sie nicht vorzeitig zum alten Eisen gehören. Mit welchen Herausforderungen wir einmal konfrontiert sein werden, mag ich mir gar nicht vorstellen, teilt sich doch bereits jetzt die Gesellschaft in die Gruppe der begeisterten Internetnutzer, die bei Facebook, Twitter oder Instagram zu Hause sind und in die „Verweigerer“, für die es das höchste Maß an Anpassungsbereitschaft ist, einen E-Mail Account zu haben. Die nicht wissen, was ein Blog ist und Angst davor haben, auf Facebook zu erscheinen, sollten sie auf ein falsches Feld klicken. Ursache für die weite Bandbreite an Nutzungsbereitschaft ist sicherlich oft der Beruf, denn der ist meiner Meinung nach einer der Hauptgründe jenseits der dreißig, sich mit Social Media und den ständig neuen Plattformen auseinandersetzen zu müssen – oder eben auch nicht. Wer im weitesten Sinne mit PR zu tun hat, kommt nicht um Social Media herum. Als kleiner Ein-Mann(Frau)-Betrieb kann man das Füttern der verschiedenen Netzwerke und Plattformen allerdings kaum mehr stemmen, auch wenn Posts inzwischen automatisch auf verschiedene Plattformen gestreut werden können. Größere Firmen haben heute fast alle zusätzliches Personal, das sich ausschließlich um zeitlich perfekt abgestimmte Posts, Tweets und Pins kümmert. Was vor gefühlt sieben Jahren massentauglich mit „like mich auf Facebook“ begann, sieht inzwischen aus wie eine Werkzeugpalette im Photoshop: Facebook, Twitter, Instagram , Google+, You tube, tumblr, pinterest, Xing und jeden Monat ein neues Tool. Wer nicht muss, ist meist froh, nichts damit zu tun zu haben und hat oft wenig Ahnung, worum es dabei geht. Und so teilt sich die schöne, neue Welt, schon lange, bevor wir alt geworden sind. Fakt ist, dass technische Entwicklungen immer schneller fortschreiten und wer nicht mithält, ganz schnell draußen ist. Ältere Rechner funktionieren nicht mehr mit neuer Software, der ältere Drucker nicht mehr mit dem neuen Rechner. Ich selber bin schon lange nicht mehr in der Lage, Telefon- und Internetleitungen anzuschließen und ein funktionierendes System aus Rechnern und Festplatten einzurichten. Ich synchronisiere weder verschiedene Endgeräte, noch nutze ich die Cloud. Ich bin eben eine aus der Grauzone. Noch lange, bevor ich grau geworden bin. Wo ich in zwanzig Jahren sein werde, liegt außerhalb meiner Vorstellungskraft.

Würde ich diesen Artikel „Europa“ nennen, würde ihn keiner lesen

Was man von der Europapolitik so mitbekommt, ist ja nicht gerade ein Glanzstück. Die scheinbar unlösbaren Probleme mit Griechenland in Dauerschleife und das Versagen, sich auf eine europäische Flüchtlingspolitik zu einigen und die Unterbringung der in Italien und Griechenland ankommenden Flüchtlinge gemeinsam zu schultern, werfen kein gutes Licht auf die EU. Jedes Land scheint sich selbst am nächsten und der europäische Gedanke manchmal Lichtjahre entfernt. Aber dann gibt es da so heimlich, still und leise den ein oder anderen Gesetzentwurf des europäischen Parlaments und dessen Umsetzung, bei dem ich mir denke, das macht ihr wirklich gut. Die europaweite Abschaffung der Glühbirne hat noch so manchen vor den Kopf gestoßen, empfanden doch viele das Gesetz, wie das Eigenheim zu beleuchten sei, als Eingriff in die Privatsphäre. Aber es ist nun leider mal so, dass wir Menschen ein bequemes Völkchen sind und wider besseren Wissens gerne an alten Gewohnheiten festhalten und manchmal zu unserem Glück gezwungen werden müssen, zu träge sonst der Apparat. Jetzt geht es beispielsweise der Plastiktüte an den Kragen. Viele von uns wissen um den im Nordpazifik treibenden Plastikteppich einer Ausdehnung, die der zweifachen Fläche Deutschlands entspricht. Dennoch gehört der gute alte Einkaufskorb zu einer aussterbenden Gattung und alle bereits erworbenen Stoffbeutel liegen meist daheim, wenn wir noch spontan nach Feierabend etwas einkaufen gehen. Jetzt hat die EU beschlossen, dass der Pro-Kopf Verbrauch von etwa 200 Tüten pro Person und Jahr reduziert werden muss. Ein Weg dahin: die Abschaffung kostenloser Plastiktüten an den Kassen. Wir werden per Gesetz erzogen und das wird Zeit. Auch das Gesetz, dass es ab 2017 einheitliche Ladekabel für Handys, Tablets und Smartphones geben soll, ist einfach nur gut und sinnvoll. Leicht vorstellbar, wie viel Elektroschrott dadurch vermieden werden kann, tummeln sich bei den meisten von uns daheim sicherlich fünf verschiedene Ladekabel längst ausrangierter Handys. Wir hätten aber wohl bis in alle Ewigkeit warten können, bis die Industrie diese Idee in Selbstverpflichtung umgesetzt hätte, geht ihr doch dadurch eine lukrative Einnahmequelle verloren. Und jetzt hat der EU – Ministerrat auch noch für die Abschaffung der Roaming-Gebühren bis 2017 gestimmt. Wunderbar, wenn ich mir keine Gedanken mehr über meine Telefongebühren machen muss, ob ich nun zu Hause, in Italien oder Frankreich bin. Da steht doch einer nahezu grenzenlosen Kommunikation mit unseren europäischen Nachbarn quasi nichts mehr im Weg und vielleicht klappt es dann auch mit der Verständigung bei den ganz großen Themen besser. Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass da einige sinnvolle Dinge passieren, ganz ohne mein Zutun und manchmal scheinbar der Zeit voraus. Vielleicht ist das mit Europa doch besser als sein Image.

„Roots & Flügel“

MellowMark_Roots-und-Fluegel_CoverMellow Mark`s neues Album „Roots & Flügel“ ist da- starke Reggae/ Hip Hop Songs mit unbequemen Inhalt. Mellow Mark bleibt seinen politischen Wurzeln treu und singt massiv gegen soziale Missstände an. Für ihn sind Menschen unterschiedlichster Herkunft und Glaubensrichtungen eine Familie, diese Botschaft trägt er in die Welt. Und ich finde, in dieser Zeit, wo neue Feindbilder aufgebaut werden, rassistische Übergriffe wieder stark zunehmen und Stimmung gegen Asylsuchende gemacht wird, ist das ein sehr wichtiges Bekenntnis. Jedes zehnte Kleinkind wächst laut „heute“- Journal weltweit in Kriegsgebieten auf und wir haben Angst um unseren Wohlstand, wenn Flüchtlinge unsere Hilfe suchen. Also, Zeichen setzen, die Fenster aufmachen und ganz laut Mellow spielen!

Das Album gibt`s dort: http://www.mellowmark.de/shop

Und hier eine Kostprobe aus „Roots & Flügel“:

Härtet Eure Kinder ab!

Und ich meine damit nicht, sie, wie wohl in seltenen Regionen Russlands üblich, direkt nach der Geburt ins Eismeer zu tauchen. Nein, härtet sie dahin gehend ab, dass nicht nur sie Bedürfnisse haben, sondern auch ihr, die Eltern! Schleppt sie auf jedes Fest mit, zu dem ihr eingeladen werdet, nehmt sie zum Shoppen mit und auf Festivals. Wir haben das nämlich irgendwie total vergeigt und dauernd Rücksicht genommen. Die Kinder bleiben lieber zu Hause? Gut, dann nehmen wir einen Babysitter- ist ja sowieso stressfreier. Und überhaupt, die Woche ist schon so voll, da kann ich ja die eine kleine Unternehmung für mich auch noch streichen. Und was kommt dabei raus? Wenn ich jetzt zu meinen Kindern sage: „Ich möchte heute Abend auf das Straßenfest, das ist bestimmt ganz nett!“, schauen mir rollende Augen aus langen Gesichtern entgegen, deren Mündern ein ächzendes Stöhnen und ein „Och, Mann!“ entfährt. Es folgt eine mindestens dreißigminütige Diskussion, in deren Verlauf ich alle Register der Überzeugungskunst ziehen muss und mir jegliche Lust vergeht. Im Anschluss verfluche ich mich, den Abend nicht gleich ohne Kinder geplant zu haben. Aber, Mensch, das geht auch ins Geld und außerdem kann man ja auch mal was zusammen machen. Wenn wir es dann nach großem Streit und Tränen geschafft haben, das Haus zu verlassen, wird es meistens eine gute Sache. Aber die Nerven, die mich das gekostet hat, hätte ich mir gerne gespart. Also, in diesem Sinne, ein schönes Wochenende und macht auf jeden Fall etwas, auf das ihr „Großen“ Bock habt.