Buchtipp für die Kleinen

Viel zu entdecken für die ganz Kleinen gibt es in dem Bilderbuch „Was raschelt denn da?“ (ab 2 Jahren). Waldtiere und Elfen tummeln sich hier auf wunderschönen Bildern, begleitet von kurzen Texten, die die kleinen Zuhörer nicht ungeduldig werden lassen. Außerdem können die Kinder auf jeder Seite mehrere Türchen öffnen, hinter denen weitere Überraschungen warten. Geschenktipp mit „Leuchtende Augen – Garantie“!

Was raschelt denn da? von Daniela Drescher, Verlag Urachhaus ISBN-13: 978-3-8251-7784-3

Der Spagat oder warum Kind und Karriere manchmal doch nicht so leicht ist

Kind und KarriereGenerell finde ich, dass (Klein-)kinder und Arbeiten einfach nicht zusammenpassen. Und das sage ich, obwohl ich einen Job habe, der mir Spaß macht und ich schon immer mein eigenes Geld verdient habe. Klar, manchmal ist Arbeiten wesentlich entspannter als ein Tag im Kreise der Lieben, aber die anstehenden Aufgaben werden ja nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Dass ich dieser Worte fähig sein könnte, hätte ich als Jungmutter nicht glauben können, fiel es mir doch sehr schwer, mich mit dieser neuen Rolle zu identifizieren. Der Beruf war immens wichtig, um mich als normale Frau ohne „Handicap“ zu fühlen. Hausfrau und Mutter? Ich doch nicht. Das änderte sich spätestens mit Kind Nummer 2. Zwei Kinder in Kindergarten, Schule, zu Freunden und Hobbies zu bringen, erfordert schon recht aufwendige logistische Planungen, das Führen des Haushalts und diverse freie Projekte hätten mir zum Zeitvertreib völlig gereicht. Aber so einfach ist es ja nicht. Weiterlesen

Singt, Mütter, singt! Ein Plädoyer

Warum haben eigentlich so viele Eltern immer Hemmungen, ihren Kindern etwas vorzusingen? Wie oft höre ich den Satz „Nein, ich kann aber nicht singen“.

Liebe Mütter (und natürlich auch Väter!), ihr müsst euch hier ja keiner musikalisch ausgebildeten Kritikerschar stellen, die jeden falschen Ton erkennt, bei jedem Kratzen im Hals die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und euch dann nicht zum Recall einlädt.

Nein, das ist EUER KLEINES KIND, dem ihr eine Riesenfreude macht, wenn mit ihm zusammen oder auch alleine für sie oder ihn etwas singt. Ihr könnt hier die Freude am eigenen Ausdruck, am Gestalten vermitteln und einfach zusammen fröhliche Momente erleben.    Das kann man nicht durch das Vorspielen einer CD ersetzen und dazu braucht man auch keinen Musikkurs mit ausgebildetem Lehrer.

Oder wollt ihr eure Kinder zu Perfektion erziehen? Sollen sie sich etwa nur Dinge trauen, die sie fehlerfrei beherrschen?

Also, auf ihr Mütter und Väter, singt, krächzt, jault und quietscht und habt Spaß dabei!

Und wieder schreit der Frieder

Die „Frieder“ – Bücher von Gudrun Mebs sind ja schon lange kein Geheimtipp mehr, trotzdem möchte ich sie gerne empfehlen, weil ich sie, ganz abgesehen davon, dass das Vorlesen viel Spaß macht, für eine wunderbare Erziehungshilfe halte. Das mag manch eine(r) unbegreiflich finden. Denn zunächst einmal verhält sich die Oma, die mit dem etwa sechsjährigen Frieder zusammen lebt, pädagogisch völlig daneben. „Ja, lässt Du mich gleich los, Rotzbub“ ist stets ihre erste Reaktion, wenn der Bub mal wieder was von ihr will. Ist ja auch mehr als verständlich, schließlich bügelt sie gerade, strickt, kocht oder erledigt, was sie eben so zu erledigen hat. Da will man eben nicht auf der Stelle Wüste spielen, Wände streichen oder als Roboter durch die Wohnung steuern. Doch dafür hat Frieder gar kein Verständnis und versucht mit allen Mitteln die Oma dazu zu bewegen, seinen Wünschen nachzugeben. Und das geht meistens nicht gut. Weiterlesen

Wir sind schön!

Jetzt habe auch ich mich in den Reigen der Frischvierziger eingereiht und stelle fest: Alles, was ich bis 39 nicht geschafft habe, wird vermutlich mit keinem weiterem Tag leichter werden. Nämlich: mich wegen meines Geistes und meines Wesens jenseits aller Äußerlichkeiten zu lieben. Seit Jahren versuche ich in vollem Bewusstsein der physikalischen Abbauprozesse, dem Äußeren nicht all zu viel an Beachtung zu schenken, wollte ich doch nicht sehenden Auges ins Verderben laufen. Aber sind wir Mädels nicht darauf getrimmt? Zu gefallen? Schön zu sein? Jung zu sein?

Ungezählt viele schöne Frauen habe ich all die Jahre getroffen, die nur ihre Makel sahen, nicht aber ihre zumindest dem westlichen Schönheitsideal entsprechende, objektive Attraktivität. Zufriedenheit – Fehlanzeige. Und so viele Frauen meines Alters treffe ich, die ich wunderschön finde, einfach wegen ihres Wesens, ihrer Besonderheit, weil sie mich beeindrucken mit ihrem Geist und ihrem Witz, die aus allen Reihen und Idealen tanzen und genau deshalb schön sind. Man nennt das wohl Persönlichkeit.

Mich mit diesen liebenden Augen zu sehen, wünsche ich mir für mein neues Lebensjahrzehnt. Und hängende Wangen, Brüste und Pigmentflecken als das zu nehmen, was sie sein sollten: Eine unbedeutende Kleinigkeit in einem wunderbaren Ganzen.

Mädels, lasst uns die richtige Brille aufsetzen!

Kürbiszeit

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Zwar gibt es sie mittlerweile fast das ganze Jahr, aber so richtig lecker schmecken die bunten Kürbisse doch erst im Herbst. Eins meiner Lieblingsgerichte, weil super-einfach und sehr lecker: Hokkaido aus dem Ofen.

Hokkaido in Scheiben schneiden, auf ein Blech legen, mit etwas Öl beträufeln und salzen. Bei 180 Grad etwa 20-30 Minuten und als Beilage, Vorspeise oder einfach so genießen! Eine besondere Note kann man dem Gericht geben, wenn man ein besonderes Würzsalz, wie z.B. Curry- oder Chili-Salz verwendet. Mmmmhhh lecker!

Noch eine Urlaubsgeschichte

Meine Urlaubsgeschichte ist schon einige Jahre her.

Ich war Anfang dreißig, das Ende meiner ersten Ehe war eineinhalb Jahr her, ich war mit einer Freundin auf Sardinien und bereit für neue Abenteuer. Nachdem wir uns die erste Woche in einem kleinen Ort im Süden der Insel gut erholt und knackig gebräunt hatten, verbrachten wir die zweite Hälfte des Urlaubs im Nordosten, wo wir die die letzten Tage unserer Ferien noch ausgelassen feiern wollten. Dazu fuhren wir abends ins nahegelegene Porto Rotondo, ein Ort voller Clubs und Touristen in Sommer- und Partylaune.
Ich wollte unbedingt in den angesagten „Country Club“, von dem ich vorher schon gehört hatte: Eine ganz in Weiss designte Open Air-Anlage mit Swimming Pool, mehreren Tanzflächen und vor allem bestimmt ganz coolen und reichen Leuten! Der Eintritt in diese Clubs war allerdings – genauso wir die Getränke – enorm teuer, man konnte jedoch die Hauptstraße des Ortes entlang flanieren und erhielt dort, vor allem als Frau, von Promotern oft Freikarten. Am ersten Abend ignorierten uns die Leute des Country Clubs leider komplett und wir verbrachten den Abend in einer anderen Disco. Am zweiten Abend hatte wir mehr Glück, wir bekamen die begehrten Karten und uns fehlte nur noch eine Mitfahrgelegenheit in den etwas außerhalb auf einem Hügel gelegenen Club.
Alles schien perfekt als meine Freundin einen jungen Italiener (mit Auto) kennenlernte, der mit ein paar Freunden – alle Anfang zwanzig – unterwegs war. Er war auch gleich davon angetan mit uns in den Country Club zu fahren, als plötzlich einer seiner Freunde auftauchte und aufgeregt erzählte, dass DJane Gianna (Name von der Redaktion vergessen und deshalb neu erfunden), eine in Italien scheinbar bekannte Person, hier wäre und gleich in irgendeinem Club auflegen und strippen würde!!! Ich geriet ein wenig in Panik, als ich die leuchtenden Augen der Jungs sah und tatsächlich ließen sie sich nicht mehr davon abbringen, diese DJane strippen zu sehen und überzeugten schließlich meine Freundin davon, mit Ihnen zu diesem aufregenden Event zu fahren. Da ich auch kein Spielverderber sein wollte, gab ich schließlich nach und meinen Traum vom Club in Weiß auf und wir fuhren zu einer nicht besonders großen und auch nicht besonders schönen Disco, die, wie zu befürchten war, vor allem mit jungen männlichen Gästen, alle etwa zehn Jahr jünger als wir, gefüllt war.
Nach etwa einer dreiviertel Stunde tauchte dann die aufgeregt erwartete Djane auf, blond, etwa Mitte dreißig, mit zwei Zöpfen auf jung gestylt. Ihr Talent als DJane würde ich bestenfalls als mittelmäßig bezeichnen, aber darum ging es ja hier auch nicht. Nach einer weiteren halben Stunde war es soweit, die Spannung stieg gewaltig an, die DJane zog ihr T-Shirt aus, und hervor kam ein Bikinioberteil, das einen mittelgroßen, vermutlich ganz gut geformten Busen bedeckte. Verhaltenes Kichern bei den Gästen und weiter ging’s mit der Musik. Wieder eine halbe Stunde später dann große Aufregung, Handys wurden gezückt, auf die Bühne gerichtet, der Atem angehalten, die DJane löste ihr Bikini-Oberteil – und was kam raus? Noch ein Bikini!!! So ging es dann die nächsten zwei Stunden weiter. Je kleiner die Bikini-Oberteile wurden, desto kleiner wurde auch der Busen der Lady und als es dann endlich tatsächlich zur nackten Wahrheit kam, hatten selbst die meisten der spätpubertären Jungs die Lust verloren und nur einige Handys klickten noch für ein Foto von der flachbrüstigen DJane.

So endete also dieser Abend, der so hoffnungsvoll begonnen hatte, und damit auch die letzte Chance, mir noch einen Millionär angeln.

Schulanfang

Viele von Euch haben die letzten Wochen dem Schulanfang ihrer Kinder entgegengefiebert. Ein neues Kapitel beginnt. Mit Wehmut verabschiedet sich so manche(r) von der unbeschwerten Kindergartenzeit und sieht mit banger Hoffnung der Schulzeit entgegen.

Ich möchte Euch Mut machen, Eure Kinder loszulassen und Ihnen das Zutrauen zu geben, ihren Schulranzen allein tragen zu können und auch ihren Schulweg nach einigen Wochen oder Monaten alleine meistern zu können. Denn es ist wichtig und richtig für die Kinder, diese Aufgaben selber zu meistern – auch wenn sie ja noch so klein sind. Denn „Alleine Meistern“ schafft Selbstvertrauen.

Mich selbst hat damals ein Gespräch mit einer Bekannten aufgeweckt. Die Familie wohnte gut 15km von der Schule entfernt auf dem Land. Und obwohl die Mutter exakt denselben Weg zur Arbeit hatte, wie das Kind zu seiner Schule, ließ sie es mit dem Schulbus fahren, während sie die Strecke mit dem Auto zurücklegte. Weil es eben Sache des Kindes ist, zur Schule zu kommen. Manch eine(r) mag das total blöd finden, mich hat diese Konsequenz beeindruckt, weil ich die Motivation des Handels nachvollziehen konnte. Und weil ich selber beobachte, wie wichtig diese Eigenständigkeit für die Kinder ist.

Vieles ist heute komplizierter geworden, die Wege sind manchmal länger, es gibt U-Bahnen und gefährliche Kreuzungen. Aber meistens gibt es auch Lösungen. Ein anderes Schulkind auf dem Weg. Schritt für Schritt. Nur die Bereitschaft muss da sein, die Kinder ihre eigenen Wege gehen zu lassen.

Im tiefen Wald – die zweite Urlaubsgeschichte

Im letzten Sommer entdeckten wir einen winzigen Zeltplatz in den Pyrenäen und da unser Bus für die kleinen, sich dorthin schlängelnden Pfade zu groß war, mieteten wir eine tipiähnliches Zelt für eine Nacht. Die pure Idylle. Berge, Obstbäume und ein kleines Flüsschen. Nach einem tiefenentspannten Tag, legten wir uns zur Ruhe. Die Kinder waren schon längst entschlummert, als mein Mann mir zuraunte: „Hast Du das gehört? Das klingt fast, als würde etwas auf einem Knochen herumbeißen.“ „ Ach, was Du hörst.“, erwiderte ich leichthin und versuchte, zu schlafen. Es dauerte nicht lange, als auch ich dieses Knacken vernahm. Während wir konzentriert versuchten, das Geräusch einzuordnen, erschien ein riesiger Schatten an der Zeltwand und in diesem Moment stiessen wir wie aus einem Mund aus: „Wildschweine!!!“ Sie kauten auf herabgefallenem Steinobst herum. Direkt um unser Zelt herum und es waren viele. 1000 Gedanken schossen mir durch den Kopf. Was, wenn sie das Brot röchen, das direkt auf der Innenseite der Zeltplane lag. Welchen Schutz böte das Zelt? Sollte ich das Brot rauswerfen oder würde sie das erst anlocken? Wir hatten rein gar nichts zu unserer Verteidigung dabei. Das Waschhaus lag weit entfernt. Die Geräusche ebbten ab. Gespannte Stille. Hoffen. Dann erneutes Knacken. Schatten. Ganz nah. Bangen. Irgendwann nach gefühlten Stunden sagte mein Mann leise: „ Weißt Du, ich glaube, das ist wie in Afrika. Die Löwen kommen auch nicht ins Zelt.“ Dann schliefen wir ein.

Londonstory – eine Urlaubsgeschichte

So kam es, dass ich eines Tages in der großen Weltstadt London eintraf, einer Freundin sei Dank, die dort hingezogen war. Da sie jedoch schwer beschäftigt war, begann ich meine Stadterkundung an einem Samstagmorgen ganz alleine, bewaffnet mit ihren Empfehlungen und der Busverbindung auf einem DinA4 Blatt. Ein Doppeldeckerbus sollte mich von Hackney ins Stadtinnere transportieren, um dort die verschiedenen Sehenswürdigkeiten und places to be aufzusuchen. Da saß ich nun voll der gespannten Vorfreude in der Linie 35, als es nicht lange dauerte, bis meine Blase kundtat, sie wolle den morgendlichen Kaffee wieder loswerden. Das Thema ließ sich noch weitere 15 Stationen ignorieren, dann verging mir langsam die Zuversicht. Weit und breit keine U-Bahn Station, die es mir ermöglichen sollte, schneller zu einem der ausgewählten Ziele zu gelangen. Ich begann die Größe Londons zu ermessen und beschloss, meine Mittagspause vorzuziehen und zuerst ein Cafe am Convent Garden aufzusuchen, um meinen Lunch einzunehmen und natürlich vornehmlich zu urinieren. Der Verzehr eines riesigen Tellers Suppe und eines Earl Greys führten dazu, dass mich das Blasenthema schon bald erneut auf meiner Sightseeingtour einholte. Ich versuchte gerade, gelassen über die Portobello Road in Notting Hill zu schlendern, als es erneut ungemütlich wurde. Ich startete zwei zögerliche Versuche, Cafes aufzusuchen, doch fand ich dort nicht das, was ich suchte. Keine öffentliche Toilette weit und breit. Kein anderer Mensch, der allein über einen Flohmarkt bummelte. Weitgelaufen und moralisch geschwächt, entschied ich mich, zum Buckingham Palace zu fahren. Dort müsste ich Zuflucht finden- eine Parkbank, eine Toilette und einen Kaffee. Ein bisschen Ruhe, das war alles, was ich mir für den Moment wünschte. Und so geschah es. Direkt am Ausgang der Metro befand sich gut ersichtlich eine öffentliche Toilette, direkt gegenüber ein Starbucks. Der Weg in den Park war ausgeschildert und dort stand direkt eine Parkbank. Voll überschäumender Freude eilte ich auf die Bank am Rande des Green Parks zu, setzte mich mit meinem Kaffee und leerer Blase und lehnte mich entspannt zurück- als es im selben Moment anfing, zu regnen. Aber nein, ich war bereit, diesen Moment wollte ich mir nicht verderben lassen. Ich zückte meinen Schirm und schwellte die Brust, war ich doch trefflich vorbereitet auf diese Situation. Haha. Aber da, was war das? Ein Mann. Er stellte sich direkt unter den Baum vor mir und sah mich an. Und seine Hand glitt in seine Hose und begann lustvoll, an seinem Gemächt zu spielen. Da ging ich dann doch dahin, mit meinem Kaffee und dem Schirm und dem Gefühl, das könne doch alles nicht wahr sein.

Endlich Ferien!

Jetzt haben wir es auch in Bayern geschafft. Der letzte Schultag ist da!!!!

Eine wunderschöne Urlaubslektüre für Kinder ab ca. 6 Jahren ist das Buch „Frederico Oktopod und Tünne Tintenfisch“ von Adolf Himmel aus der Zeit Kinder- Edition. (Leider ist es meines Wissens nur noch aus zweiter Hand erhältlich, was aber heute bei den großen Buchversendern kein Problem mehr ist.)
FredericoDie Geschichte handelt von der ganz besonderen Freundschaft zwischen dem sechsjährigen Antonio und dem Tintenfisch Oktopod, die sich anfreunden, nachdem Antonio auf der Urlaubsinsel Benafim niemanden zum Spielen findet und sich mit Schnorchel und Taucherbrille aufmacht, das Meer zu erkunden. Es macht Spaß, zu lesen, wie sie die Probleme, die sich aus dieser ungewöhnlichen Konstellation ergeben, gemeinsam lösen und welche Abenteuer sie erleben. Das Buch duftet nach Sonne und Meer und bringt uns zum Schmunzeln. Spannung ist natürlich auch dabei. Also, alles was ein gutes Buch so braucht.

Viel Spaß beim Lesen und schöne Ferien!

ISBN 3-938899-08-5

Go east!

Eigentlich sollte mein Beitrag ja „Der Ruf des Südens heißen“, meine Affinität zum Urlaub am Meer in südlichen Gefilden deutlich machen und eine Absage an nördliche Badeurlaubsgebiete sein. Nachdem ich in den letzten Jahren zweimal an der Nordsee und davon eher enttäuscht war – einmal in Belgien vor allem von der Eintönigkeit und Qualität des Essens, und einmal in Deutschland am Wattenmeer besonders von Strand, Getier im Watt und Vergnügungsangebot (und ich habe hier wirklich nicht viel erwartet!).

Da aber leider auch dieses Jahr die Voraussetzungen für einen Urlaub im Süden nicht gut waren, habe ich aber beschlossen, Deutschland noch eine Chance zu geben und  an die Ostsee, genauer nach Zingst, zu fahren. Und siehe da, endlich wurde ich mal positiv überrascht! Das ist doch mal was – und besonders schön auch für den Urlaub mit Kind!!!Kilometerlange seicht abfallenden Strände mit feinstem Sand und recht klarem Wasser. Ein netter kleiner Ort mit überschaubarem, aber ausreichendem Angebot an Geschäften und Restaurants, die teilweise auch wirklich gut waren. Ein scheinbar nicht enden wollendes Angebot an Ferienwohnungen in schönen kleinen Häusern. Der Sonnenuntergang im Meer! Das war endlich mal wieder ein Urlaub mit Erholungsfaktor, so wie ich es mir vorstelle!

Natürlich kann der Thüringer Dialekt und die Berliner Schnauze (Sachsen hatte zum Glück noch keine Ferien 😉 ) nicht die südlichen melodischen Sprachen mit rollendem „R“ ersetzen! Und auch die Düfte von Oliven- und Orangenbäumen und mediterranen Kräutern haben gefehlt. Ansonsten kann ich die Ostsee aber wirklich als Urlaubsregion empfehlen, auch wenn’s nächstes Jahr sicher erst mal wieder in den Süden geht!

What about april?

Der Juli ist, was die Fülle an gesellschaftlichen Verpflichtungen angeht, das sommerliche Pendant zum Dezember. Während wir im Dezember von einer Weihnachtsfeier zur nächsten hetzen, geben wir uns im Juli auf den Sommerfesten der Schule, des Kindergartens, der Musikschule, des Sportvereins, des Bund Naturschutzes und der Nachbarschaft die Klinke in die Hand. Es gibt Festivals, Sommernachtskino und Konzerte – auf die wir mal wieder nicht kommen werden. Denn auch beruflich steppt der Bär, wollen doch alle noch ihre Aufträge vor der großen Ferienwelle abwickeln. Es vereinen sich berufliche und private Fremdbestimmung zu einer unaufhaltsamen Verpflichtungslawine. Da bleibt weder Zeit für spontane Freibadbesuche, noch für das Abhängen im Park oder das Sichtreibenlassen in lauen Sommernächten. Feste sind ja echt schön und wichtig, aber wieso könnt ihr nicht mal im April feiern? Das ist doch eine echte Challenge, Sommer kann ja jeder. Wer es dann schafft, trotz Regen oder Schnee eine unvergessliche Sause zu machen, kann sich nachhaltiger Anerkennung gewiss sein.

Lieber nicht.

Bananenbox

Die Bananenbox machte den Anfang aller Artikel, die Eltern eigentlich nicht brauchen, aber irgendwie doch wahnsinnig praktisch sind. Aber beim besten Willen- Bananenbox geht ja nun gar nicht. Es folgten Haarwäschebecher, Trinkflaschenabtropfständer, Mückenschmerzstiller und Seifenspender mit Bewegungssensor. Mal ehrlich, wenn ich all diese Dinge haben sollte, die mir das Leben erleichtern, müsste ich sofort in ein Schloss mit 17 Zimmern ziehen. Oder Produkte zum Thema Schwimmenlernen: Während es früher genau den einen Artikel Schwimmflügel gab, konkurrieren heute Schloris, Schwimmscheiben, Bauchgurt, Schwimmweste und der Ganzkörperschwimmanzug um meine Kaufkraft. Aber es geht ja nur darum, uns Eltern das Leben zu erleichtern. Auch den Kindern wird jegliche Unannehmbarkeit und Eigenleistung abgenommen. Das Kind von heute baut keine Höhle mehr aus Kissen und Decken, nein, diese könnte instabil sein. Es muss das Spielhaus aus Karton sein. Aus Karton wohlgemerkt, nicht ein Karton. Dass das Bauen und Erfinden eigentlich viel mehr Spaß macht, als das Spielen danach, haben die Kindermühe- und Frustrationsabnehmer dabei völlig vergessen. Ein Beispiel von vielen. Liebe Marketingexperten und Produktdesigner, danke für Eure Mühen, aber ich möchte lieber nicht.

Abschalten

Ich habe ja im Allgemeinen eher wenige Marotten, aber eine ist sicherlich, dass ich eine instinktive Abneigung gegen den Mainstream habe. Ich meide kategorisch Blockbuster und Bestsellerlisten. Nur einem bin ich wirklich verfallen- und das ist Martin Suter. Wo ich normalerweise spätestens nach zwei Büchern aufhöre, zum selben Autoren zu  greifen, habe ich von ihm bereits sage und schreibe acht Bücher gelesen. Und ich fand tatsächlich fast alle toll. Und so passierte es, dass ich zu seinem neuen Spiegel-Bestseller griff namens „Abschalten- die Business Class macht Ferien“. Der Klappentext klang interessant und so nahm ich ihn mit nach Hause. Doch was für eine Enttäuschung- eine Aneinanderreihung kurzer Episoden aus dem Leben des erfolgreichen Geschäftsmannes. Dachte ich. Doch dann hatte ich, kurz nachdem ich zu lesen begonnen hatte, einen Job, bei dem ich mit eben so einem zu tun hatte und es war wie damals beim Klaviervorspiel, als mir meine Mutter sagte, ich solle mir vorstellen, es säßen lauter nackte Professoren im Publikum. Die Bilder zogen vor meinem geistigen Auge dahin und ich ertappte mich bei dem ein oder anderen unkontrollierten Grinsen. Denn die Texte sind böse und gemein und holen die Führungselite von ihrem Thron. Wer also ein Vorstellungsgespräch oder einen wichtigen Termin mit einem Vorgesetzten plant und seine Belange ganz gelassen vertreten möchte, möge ihn kaufen. Herrlich herzerfrischend!